Nikon kündigt D500 Profi Kamera mit DX-Sensor an – meine Einschätzung

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Nikon hat die D500 angekündigt – den lang erwarteten Nachfolger der D300, an den nach 7 Jahren kaum noch jemand geglaubt hat.

Das DX-Format ist tot. Lang lebe das DX-Format!

Was wurde im Netz in den letzten Jahren spekuliert über diesen Nachfolger. Bei jeder “kleineren” Nikon mit APS-C Sensor (DX), sprich den D7x00 Modellen wurde von vielen lamentiert, dass sie ja nun keine D400 seien – vielen fehlten die “Profi-Gene” und es wurde gejammert. Irgendwann gingen diese Stimmen dazu über, Nikons Strategie als Abgesang auf den APS-C Sensor (DX) zu sehen und diese Sensorgröße für tot zu erklären. Dass parallel z.B. Fuji mit APS-C-Sensoren recht erfolgreich ist und auch die noch kleineren MFT-Sensoren (Micro-Four-Thirds) bei Olympus und Panasonic auch recht gut laufen, ach, wen interessiert’s.

Hier noch einmal die Größenverhältnisse der Sensoren, ich habe auch mal die noch kleineren Nikon 1 Sensoren zum Vergleich dazu genommen:

gwegner.de-FX-DX-MFT-N1

Nun bringt Nikon die D500 mit Spezifikationen weit jenseits der Erwartungen und was passiert? Alle freuen sich…Nicht. Wieder geht das Gemeckere los – zu spät, zu teuer, wer braucht die denn noch? Und und und…

Oh Mann. Ich weiß schon, warum ich schon seit vielen Jahren die einschlägigen Foren meide.

Was ist denn eine Kamera? In erster Linie ein Werkzeug. Und das tut es für den speziellen Einsatzzweck, oder es tut es halt nicht. Man kauft es, oder man kauft es eben nicht. Jedes Werkzeug, jede Kamera fordert auch Kompromisse. Es gibt keine Eierlegende Wollmilchsau. Kann es gar nicht geben.

Wir befinden uns heute mit unseren Kameras auf einem Niveau, von dem wir vor wenigen Jahren noch geträumt haben. ISO-Leistungen jenseits dessen, was wir uns vor einigen Jahren in unseren Träumen hätten vorstellen können. Einen Dynamik-Umfang, der Fehlbelichtungen bis zu mehreren Blendenstufen verzeiht. Video-Auflösungen 4x so hoch, als 99% aller Fernseher darstellen können. Also – worüber reden wir hier?

Objektive – ein wichtiger Aspekt!

Die Sensorgröße ist natürlich deswegen relevant, weil sie Einfluss auf die Objektive hat, die man sinnvollerweise einsetzen kann. Ein Stückweit kann ich also die Angst verstehen, die manche zwischenzeitlich verspürt haben, die auf Kameras mit APS-C Sensoren gesetzt und in entsprechende Objektive investiert haben, dass dieses Format irgendwann aussterben könnte. Ich persönlich habe das nie befürchtet, da ich eine große Berechtigung in dieser Sensorgröße sehe. APS-C ist die nächst kleinere Größe nach den Vollbild-Sensoren. Das heißt, diese Sensoren haben hervorragende Eigenschaften, verhältnismäßig dicht am Vollformat. MFT z.B. ist kleiner. Nikon 1 ist noch kleiner. APS-C Sensoren erlauben also kleinere Kameras und kleinere Objektive, ohne allzugroße Abstriche beim Look und der Qualität der Bilder machen zu müssen im Vergleich zum Vollformat. Seit Jahren kämpfe ich gegen das gebetsmühlenartige vorgebrachte “Profis brauchen Vollformat. DX ist für Anfänger” an. Bullshit. Vollformat-Sensoren haben ihre Vorteile, APS-C Sensoren haben ihre Vorteile. Ich kenne genügend Profis, die mit MFT-Sensoren fotografieren. Die sind noch kleiner. Wenn, dann muss man differenziert über die Vor- und Nachteile der Systeme sprechen und für sich selbst herausfinden, in welchen fotografischen Disziplinen man unterwegs ist, welcher Sensor dafür sinnvoll ist und ob die Sensorgröße überhaupt einen Einfluss hat.

Die Berechtigung von DX

Wenn ihr gwegner.de verfolgt wisst ihr, dass ich trotz Vollformat Kameras in meiner Fototasche immer auch ein Verfechter der Kameras mit den DX/APS-C Sensoren war und bin und auch oft einfach “nur” mit meiner D5500 losziehe, z.B. in Lissabon. In Norwegen hingegen hatte ich dann nur die beiden D750 dabei. Warum? Weil ich da extreme Lichtstärken brauchte, in Verbindung mit extremen Weitwinkel. Und da ist derzeit einfach der Sensor der D750 der rauschärmste den ich kenne. Da kann die D5500 nicht mithalten. Das heißt aber nicht, dass man damit keine Nordlicht-Aufnahmen machen könnte, dass das geht, haben viele meiner Teilnehmer mit APS-C Sensoren bewiesen. Aber ich habe nun einmal glücklicherweise die Wahl.

Mag aber auch sein, dass sich das mit der D500 nun ändert, weil die in den hohen ISO-Bereichen noch mehr Leistung hat. Dann kommt die nächstes Mal eben mit. Als Werkzeug.

Was immer extrem gut geht bei den kleineren Sensorgrößen ist der Tele-Bereich. Alles erscheint durch den kleinen Sensor dichter dran zu sein, da er einen Ausschnitt des gewohnten Vollformat-Bildes aufnimmt. Was nicht so gut geht sind dementsprechend lichtstarke (Super)-Weitwinkel. Etwas vergleichbares zum 20mm Sigma Art f/1.4 oder 24mm Sigma Art f/1.4 gibt es für APS-C Sensoren nicht.

Und nun stellt Nikon eine Profi-Kamera mit DX-Sensor vor mit sehr, sehr spannenden Eckdaten. Und fokussiert damit genau auf das Segment der Fotografen, die von den APS-C Sensoren profitieren: nämlich Sport- und Naturfotografen. Diesen kommt es auf eine gute Leistung im Telebereich an, schnelle Bild-Serien und eine exzellente ISO-Leistung. Und das ganze gerne gepaart mit einem leichten, aber doch professionellen Body, an dem man nicht so schwer zu tragen hat.

D500 – Technische Daten im Vergleich mit der D300S

Und dies sind nun die Eckdaten der neuen D500, interessehalber mal mit dem Vergleich zur 7 Jahre älteren Nikon D300S – einfach damit ihr mal seht, was sich da technologisch getan hat in der Zeit! (Danke für die Aufstellung an Photographylife.com). Im Anschluss an die Tabelle picke ich mir dann einige Eckdaten der Neuen raus und kommentiere sie.

Feature Nikon D500 Nikon D300S
Auflösung 20,9 MP 12,3 MP
Sensor Typ CMOS CMOS
Sensor Größe 23,5×15,7mm 23,6×15,8mm
Sensor Pixel Größe 4,2µ 5,5µ
Tiefpassfilter Nein Ja
Bildgröße 5.568 x 3.712 4.288 x 2.848
Bildprozessor EXPEED 5 EXPEED
Sucher Typ Pentaprisma Pentaprisma
Sucher Abdeckung 100% 100%
Sucher Vergrößerung 1,0x 0,94x
Eingebauter Blitz Nein Ja, mit Master Modus
Speicherkarten 1x XQD, 1x SD 1x CF, 1x SD
Serienaufnahme 10 FPS 7 FPS, 8 FPS mit Batteriegriff
Puffergröße (RAW, Lossless, 14-bit) 200 30
Durchgehende Serienaufnahme 20 Sek. 4,3 sec / 3,75
Belichtungsbereich 1/8.000 bis 30 Sek. 1/8.000 to 30 sec
Anzahl Auslösungen 200.000 Zyklen 150.000 Zyklen
Belichtungsmesser 180.000-pixel RGB Sensor, 3D Color Matrix Metering III 1.005-pixel RGB sensor 3D Color Matrix Metering II
Standard-ISO ISO 100 ISO 200
Native ISO Empfindlichkeiten ISO 100-51.200 ISO 200-3.200
Erweiterte ISO Empfindlichkeiten ISO 102.400-1.640.000 ISO 6.400
Autofokus Advanced Multi-CAM 20K Multi-CAM 3500DX
Fokus-Punkte 153, davon 99 Kreuzsensoren 51, davon 15 Kreuzsensoren
AF Empfindlichkeit bis f/8 bis f/5.6
AF Empfindlichkeitsbereich -4 bis +20 EV -1 bis +19 EV
Automatische AF Feinabstimmung Ja Nein
Video Ja Ja
Video Format MOV, H.264/MPEG-4 AVI
Video Auflösung (max) 3.840×2.160 (4K-UHD) @ 24p, 25p, 30p 1.280×720 (720p) @ 24p
Tonaufnahme Eingebautes Stereo Mikrofon, Externes Stereo Mikrofon (optional) Eingebautes Mono Mikrofon, Externes Stereo Mikrofon (optional)
LCD Größe TFT-LCD mit 3,2″ Diagonale TFT-LCD mit 3,0″ Diagonale
LCD Auflösung 2.359.000 Punkte 921.000 Punkte
Klappdisplay Ja Nein
Touchscreen LCD Ja Nein
Bracketing 2 bis 9 Frames 2 bis 9 frames
Eingebautes GPS Nein Nein
Eingebautes Bluetooth Ja Nein
Eingebautes NFC Ja Nein
Eingebautes WiFi Ja Nein
Akku EN-EL15 Lithium-Ionen Akku EN-EL3e Lithium-Ionen Akku
Akku-Laufzeit 1.240 Aufnahmen (CIPA) 950 Aufnahmen (CIPA)
Ladegerät MH-25a Quick Charger MH-18a Quick Charger
Wetterschutz Ja Ja
Material Full Magnesium Alloy Full Magnesium Alloy
USB Version 3.0 2.0
Gewicht (nur Body) 760g 840g
Abmessungen 147 x 115 x 81mm 147 × 114 × 74mm
Preis bei Einführung (US) $1.999 (bei Einführung) $1.799 (bei Einführung)

Bei 7 Jahren Entwicklungszeit ist es kein Wunder, dass fast alle Aspekte der D500 verbessert wurden. Das Einzige, das gegenüber der D300S fehlt, ist der eingebaute Blitz. Über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren, ich gehe aber davon aus, dass Nikon davon ausgeht, dass die anvisierte Zielgruppe eher eine bessere Wetterfestigkeit haben möchte, als den eingebauten Blitz.

Bemerkenswerte Eigenschaften der D500

Einige bemerkenswerte Eigenschaften der neuen D500 möchte ich doch noch einmal kurz aufgreifen:

  1. Nikon verbaut einen 21 Megapixel Sensor. Das ist insbesondere deswegen bemerkenswert, weil es ja eigentlich nahe gelegen hätte, den bewährten und sehr guten 24 MP Sensor der D7200 und D5500 zu verwenden und diesen in das professionellere Gehäuse zu bauen. Hier zeigt Nikon meiner Meinung nach deutlich, dass sie es wirklich ernst meinen mit den Ambitionen der neuen D500. Der vermeintliche Rückschritt auf “nur” 20 MP kommt ganz sicher dem Dynamikumfang, der ISO-Leistung und auch der Geschwindigkeit der Kamera zu Gute. Hier verzichtet man also bewusst auf das Marketing-Gerangel um die vorderen Megapixel-Plätze zugunsten deutlich wichtigerer Faktoren – bravo Nikon!
  2. Über die tatsächliche ISO Leistung kann ich natürlich erst etwas sagen, wenn ich die Kamera in der Hand halte, aber alleine die Tatsache, dass eine native ISO bis 51.200 angeboten wird und das in Verbindung mit “nur” 21 MP spricht dafür, dass diese Kamera eine sehr gute ISO-Leistung haben wird.
  3. Das Klappdisplay der D750 wurde übernommen – großartig, ich will es nicht mehr missen.
  4. 10 fps, 20 Sekunden lang – das heißt 200 Bilder am Stück in Verbindung mit dem Autofokus der neuen Nikon D5 mit 153 Fokusmesspunkten, wovon 99 als empfindliche Kreuzsensoren ausgelegt wurden – das lässt das Herz eines jeden Action-, Sport- und Tierfotografen höher schlagen.
  5. Für APS-C Verhältnisse wird es einen großen Sucher geben, mit 100% Abdeckung. Dafür nehme ich auch gerne den fehlenden internen Blitz in Kauf.
  6. Bemerkenswert ist auch, dass die D500 um ganze 80 Gramm leichter ist, als die D300s – und das trotz so viel mehr an Technik!
  7. Zwei Kartenslots – leider SD und xQD. Ob sich xQD je durchsetzt ist fraglich, daher wären mir hier 2 SD-Kartenslots deutlich lieber gewesen. Gut finde ich, dass man sich endlich von dem veralteten CF Karten verabschiedet hat.
  8. WLAN, NFC und Bluetooth hat die neue D500 eingebaut, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Insbesondere das eingebaute WLAN wird viele, besonders Zeitraffer-Fotografen freuen.
    Update: genau für die Spezial-Anwendungen wie Zeitraffer eignet sich die D500 leider nicht besonders, da eine generische WLAN Verbindung ohne Snapbridge leider nicht möglich ist.
  9. Die mit der D500 eingeführte SnapBridge-Funktion ist eine Bluetooth basierte Sofort-Übermittlung von JPGs oder verkleinerten JPGs an das Smartphone, die das Übertragen von Bildern der Kamera an ein Smart-Device deutlich vereinfachen soll. Das Konzept hört sich recht vielversprechend an, da es Bluetooth LE nutzt, und somit nicht jedesmal eine Kopplung durchgeführt werden muss, sondern die Verbindung automatisch erfolgen kann, sobald mit der Kamera ein Bild gemacht wurde. Wie gut das dann wirklich funktioniert, wird erst die Praxis zeigen.
    Update: leider zeigt die Praxis, dass Nikon die Umsetzung gründlich in den Sand gesetzt hat.
  10. 4K Video mit 30 fps. Das ist die erste Nikon überhaupt, die 4K Video anbietet und ich kann nur sagen: Hurra! 4K ist einfach geil. Selbst wenn man später “nur” in Full HD schneidet, ist die Qualität eines herunterskalierten 4K Videos besser, als wenn man “nur” in Full HD filmt. Weiterhin kann man aus 4K noch tolle Ausschnittsvergrößerungen machen und künstliche Kamerafahrten einbauen. Und last but not least: 4K kommt. In ein paar Jahren wird Full HD das SD von heute sein. Wir werden es auf unseren dann hochauflösenden Monitoren nicht mehr so ansehnlich finden…
    Mit der Nikon D500 können bis zu 30 Minuten 4K (3840×2160) Video aufgenommen werden. Dabei wird bei erreichen der 4GB Grenze von Fat32 jeweils eine neue Datei angefangen. Das 4K Video deckt nicht den vollen Bildbereich des DX Sensors ab, sondern liest den Sensor Pixel für Pixel aus, so dass ein mittlerer Bereich von 3840×2160 Pixeln aufgezeichnet wird. Das Bild wird also gecroppt, man erhält eine Brennweitenverlängerung. Nikon begründet das mit Qualitätsvorteilen. Ich denke eher, dass es Performance-Gründe hat – vermutlich wäre das herunterskalieren zu Rechenintensiv gewesen, um flüssiges 4K Video mit 30fps über den vollen Sensor aufzunehmen. Superweitwinkel 4K Aufnahmen werden also schwierig, da zu der ohnehin vorhandenen Brennweitenverlängerung durch den Crop-Sensor dann noch die zusätzliche durch den 4K Ausschnitt kommt. Teleaufnahmen kommt das Ganze natürlich entgegen.
  11. Zur Bedienung: das Bedienkonzept entspricht im wesentlichen der D8x0-Reihe von Nikon. Die AF-L/AE-L Taste hinten rechts ist weggefallen, aber es gibt eine AF-ON Taste. Ich finde das gar nicht schlecht, da man ohnehin nicht AF-ON und AF-L gleichzeitig braucht. Wenn man seine Kamera auf das Fokussieren per Auslöser konfiguriert hat, dann legt man sich eben AF-L auf die AF-ON Taste. Wenn man über AF-ON fokussiert, braucht man AF-L ohnehin nicht. Über die verschiedenen Strategien zum Fokussieren haben wir mal in einem Fotoschnack gesprochen.
    Es gibt auch eine zusätzliche Fn-Taste hinten an der Kamera, unten links. Das Auslöse-Kabel wird, wie bei der Nikon D300, D8x0 und D4/D5 vorne am Gehäuse angeschlossen, und nicht links hinter der Klappe, wie bei den Nikon D5x00, D7x00, D6x0 und D750. Das hat den Vorteil, dass man es auch gut anschließen kann, wenn die Kamera mit einem L-Winkel hochkant auf dem Stativ montiert ist. Nachteil ist der nervige Schraubstecker
    Das Modus-Wahlrad gibt es hier nicht, es wurde wie auch bei den anderen “großen” Nikons (außer der D750) durch die Mode-Taste in Verbindung mit dem Rad ersetzt. Ich finde beides okay – die “Mode” Taste hat den Vorteil, dass man den Aufnahme-Modus auch per App umzuschalten kann.

Mein Fazit

Ein top 21MP Sensor mit hoher ISO Leistung und Dynamik-Umfang, ein Klappdisplay, WiFi, das neue SnapBridge, ein Profi Bedienkonzept, 4K/30p Video, 10 fps Serienbild, großer Puffer und den Autofokus der D5. Da hat Nikon wirklich in die Vollen gegriffen und eine Top-Kamera mit APS-C Sensor vorgestellt. Das ist eine klare Ansage, dass der DX-Sensor alles andere als tot ist sondern eine Renaissance erlebt, und was für eine. Ich erwarte auch, dass die D500 der Anlass sein wird, dass in Kürze spannende neue Objektive für dieses Format vorgestellt werden!

Sicherlich ist die D500 keine Kamera für jeden. Wer heute ohnehin eine Vollformat-Ausrüstung hat, für den ist sie vermutlich vornehmlich interessant, wenn er im Bereich Sport- oder Natur- und Tierfotografie unterwegs ist. Den Landschaftsfotografen, der eher weitwinklig arbeitet und hier mit Linsen wie dem 14-24 Nikkor unterwegs ist, wird sie unter Umständen nicht so ansprechen, aber dafür ist sie auch nicht gedacht. 4K Video ist sicher auch eine Ansage, aber die nächsten Vollformat-Bodies werden das und weitere Features, die derzeit bei der D500 Premiere haben, auch bringen – allen voran die neue D5. Als einzigen Wermutstropfen empfinde ich den Zusätzlichen Crop bei 4K-Video. Hier hätte ich mir gewünscht, die Wahl zu haben, entweder den vollen Sensor zu benutzen, oder einen 1:1 Ausschnitt aus der Mitte, wie derzeit umgesetzt.

Das alte Thema – Umstieg auf eine (günstigere) Vollformat?

Wer heute mit einer Kamera mit APS-C Sensor unterwegs ist, also einer Nikon D7x00 oder D5x00 der steht natürlich nun vor dem Dilemma, dass er vermutlich einerseits von der D500 stark angezogen wird, andererseits aber eine D750 mit Vollformat Sensor derzeit sogar günstiger zu haben ist. Da ist guter Rat natürlich teuer. Ihr solltet aber bedenken, dass der Preis des Bodies nur einen kleinen Anteil am Gesamtpreis einer Fotoausrüstung ausmacht. Wenn ihr auf Vollformat umsteigt, braucht ihr in der Regel neue Objektive. Und das geht ins Geld. Wenn ihr mit Vollformat wirklich einen sichtbaren Vorteil haben wollt, vergesst die universellen Zoom Linsen. Dann braucht ihr Festbrennweiten und die Kosten zwischen 500 und 1000 Euro pro Brennweite. Und sie sind schwerer. Vollformat braucht mehr Glas. Ihr müsst mehr schleppen. Das ist einfach so. Zum Thema Umstieg auf Vollformat habe ich vor einiger Zeit ja mal einen extra Artikel geschrieben. Wenn ihr also im Weitwinkel und Normal-Bereich feine Objektive habt, die auf den APS-C Sensor ausgelegt sind, wie das Sigma 18-35 f/1.8 Art, ist vermutlich die etwas teurere D500 die bessere und im Endeffekt vom Preis-Leistungs-Verhältnis trotzdem günstigere Wahl. Ich erwarte, dass ihr Sensor ähnlich gut wie der der D750 sein wird, vermutlich sogar besser – aber das werden wir noch sehen. Und man darf nicht vergessen, die meisten Features der D500 stellen die D750 ganz schön in den Schatten, z.B. der Autofokus, sowie die Serienbild- und Video-Fähigkeiten. Klar wird es auch irgendwann einen Nachfolger der D750 oder D8x0 geben und die werden diese Features dann auch haben. Dann aber erstmal auch wieder zu einem deutlich höheren Preis. Und der Preis, mit dem die D500 vorgestellt wird, wird ganz sicher nach den ersten Monaten noch deutlich fallen.

Mein Eindruck im Moment ist: für ambitionierte Sport- und Naturfotografen wird die Nikon D500 eine ganz feine Kamera, die auch herstellerübergreifend ihresgleichen sucht! Ich prognostiziere mal: die D500 wird ein ähnlicher Meilenstein im Bereich der Kameras mit APS-C Sensor, wie die D750 bei den Vollformat Kameras. Und ich habe ein ganz ähnliches Habenwollen-Gefühl wie damals, als die D750 vorgestellt wurde. :-)

Update: ein soeben bei Nikon Rumors veröffentlichtes, internes Nikon Dokument zur D500 gibt Aufschluss über viele spezifische Details. Spannend!

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297 Kommentare bisher


  1. Frank Wenzel 22. Juli 2016, 16:46   »

    Mittlerwele habe ich mir, wie angekündigt, die D500 zugelegt und auch schon die ersten Aufträge damit fotografiert. Als Sportfotograf für verschiedene Tageszeitungen ist mein erster Eindruck sehr positiv. Ich fotografiere ausschliesslich JPG und nutze ADL und das Picture Controlsystem in der Kamera aktiv. Die Nachbearbeitung der Bilder in Lightroom ist mit der D500 erheblich einfacher da ich die Kamera erstens noch exakter an meine Vorstellungen anpassen kann und zweitens der enorme Dynamikumfang der Kamera der einfach zwei Blenden mehr Informationen hergiebt. Insgesamt habe ich den Eindruck das die Bilder einen besseren Look haben und noch knackiger wirken als die Bilder aus meiner D7100. Mir scheint die Bilder sind schärfer und haben mehr Reserven in den Schatten als ich das von meiner alten Nikon gewohnt bin. Noch ein Wort zu Snapbridge: Einfach und genial, es gibt keine einfachere Möglichkeit seine Bilder in Topqualität direkt vom Ort des Geschehens an die Redaktion zu senden. Im Handy bearbeite ich die Bilder mit der App “Snapseed”. Fazit: Diese Kamera hat ein enormes Potential das die meisten Amateure überfordert dürfte. Wer mit der Kamera sein Geld verdient bekommt ein erstklassiges und konkurenzloses Werkzeug an die Hand. Nikon hat genau an den richtigen Stellen Verbesserungen wie das Autofocussystem, die Serienbildrate und die High ISO Bildqualität und hebt damit die digitale Fotografie auf das nächste Level.

  2. Sabrina 21. Juli 2016, 22:06   »

    Ist denn mal durchgesickert, was für ein Sensor hier verwendet wird?

    Wenn man mal da http://www.dkamera.de/testbericht/nikon-d500/bildqualitaet.html schaut und sagen wir mal RAW-Format und ISO 25600 eingibt und mit Nikon D7200 sowie Canon EOS M3 vergleicht, dann sehen die Bilder ähnlich der EOS M3 aus, während die Nikon D7200 RAWs verschmiert aussehen, sprich Rauschminderung auf das RAW der D7200 angewandt wurde und die Werbeaussagen über Dynamik und ISO-Leistung bei dieser Nikon (ähnlich D7100 und andere) mit Vorsicht zu genießen sind.

    Man könnte also auf den Gedanken kommen, dass der Sensor der D500 von demselben Hersteller stammt, wie die Sensoren der Canon-Cameras.

    • Frank Wenzel 22. Juli 2016, 16:53   »

      Ich denke der Sensor ist nicht das Entscheidene sondern der neue Prozessor “Expeed 5”. Die Bildqualität bei hohen ISO hängt massgeblich von den Algorhytmen ab die aus den spärlichen Informationen des Sensors die Bilder berechnen.
      Meine eigenen Tests mit der D500 zeigen bei ISO 51200 durchaus druckbare Ergebnisse. Bei sowenig Licht stellt der Autofocus kaum noch scharf und natürlich sinkt der Dynamikumfang der Bilder erheblich, aber die Strukturen und die Farbnuancen im Motiv bleiben deutlich erkennbar.

  3. Björn Wunderlich 20. Juli 2016, 07:30   »

    Danke für den ehrlichen, Guten Artikel. Ich bin in fast allen Punkten bei dir (bis auf das, dass du auf SD Karten stehst ;)) Neben meiner D810 setzte ich noch 2 x D750 ein. Leider habe ich mit denen immer wieder das Problem dass die Kamera defekte RAW auf Slot 1 speichert und ich dann die Karte tauschen muss. Keine Ahnung wieso aber das ist schlimm. Egal mit was für einer Karte… Werde mir die D500 kaufen.

    • Axel 23. Juli 2016, 23:15   »

      Hallo Björn,

      Sehr merkwürdig, habe auch eine D750 und nach 4700 Auslösungen kein einziges defektes Raw. Weder slot1 noch slot2, welcher als Backup konfiguriert ist.

  4. Rob Lan 25. Juni 2016, 09:51   »

    Vielen Dank für die sehr aussagekräftige Informationen. Als Besitzer eines D7000 bin ich daran interessiert eine D500 zu kaufen und diese Infos haben sehr geholfen.

  5. Frank Wenzel 17. Juni 2016, 23:26   »

    Zur Zeit arbeite ich als nebenberuflicher Pressefotograf mit einer D7100. Da ich hauptsächlich Sport fotografiere werde ich meine D7100, da sie mittlerweile über 100000 Auslösungen ohne Service absolviert hat, im Laufe des Jahres durch die D500 ersetzen. Der Grund für mein Kommentar hier ist das mich einige Dinge die Nikon in den letzten Monaten veranstaltet hat nerven. 1.: Der originale Batteriehandgriff MB-D17 ist mit 499€ unverschämt teuer, insbesondere da er aus Kunststoff ist. 2.: Immer noch muss ich, im Gegensatz zum MB-D80, zum Laden des zweiten Akkus den Batteriehandgriff vom Gehäuse trennen, umständlich und sinnfrei. 3.: Mittlerweile erkennt auch die Firmware der D500 Fremdakkus und blockiert diese (ich nutze sehr gerne die Akkus von “Pantona”) und zwingt mich dadurch die überteuerten Originalakkus zu kaufen. Die Kamera ist genau das worauf ich gewartet habe aber die künstlichen Beschränkungen bei den Akkus und die mutwillige Blockierung des Wlans sind bei einem Preis oberhalb 2000€ sehr ärgerlich und benachteiligen den Kunden unverhältnissmässig. Ich hoffe das Nikon hier schnellstens umlenkt und das Kundeninteresse in den Mittelpunkt stellt.

    • nebenbau 22. Juli 2016, 14:38   »

      …ich werde mir auf jeden Fall die neue Fuji X-T2 ansehen… Die Tests klingen jedenfalls sehr vielversprechend. Alternative ist noch immer Vollformat D750 nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen von Gunther! Das mit den RAW-Problemen auf Slot 1 höre ich das erste Mal.

    • Gerd 22. Juli 2016, 15:15   »

      Der Batteriegriff an der D90 war seinerzeit sehr gut gelöst – das fand ich auch. Zum Verstauen in der Fototasche sind die neueren Griffe besser. Das mit der Beschränkung auf die Original-Akkus finde ich ebenso unmöglich. Verwende zwar auch Nikon-Originale, jedoch auch sehr viele Patona-Akkus (inkl. Auch der Doppelladegeräte mit LCD-Display zum Anzeigen des Ladezustandes.

      Ist schon sehr nervig. Die neue Fuji X-T2 macht bislang vom Gehörten einen sehr guten Eindruck! Schneller AF, der auch für Sport geeignet sein soll. Doppel-SD-Fach, Sucher soll sehr gut und nahezu verzögerubgsfrei sein, 11 Bilder/s (allerdings nur mit Batteriegriff – und damit liegt sie dann derzeit schon bei dem Preis der D500). Man bekommt auch 4K Video mit nicht zu starkem Crop mit…

      Die Werbemaschinerie ist ordentlich angelaufen. Mal sehen, wie die sich später in der Praxis schlägt. Die Photokina ist ja bald und laut Nikon Rumors soll auch Nikon eine größerer Systemkamera in der Pipeline haben. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Passieren wird in nächster Zeit noch sehr viel. Hoffentlich ändert Nikon bald mal seine Strategie und versucht nicht ständig und immer mehr seine Kunden zu bevormunden!

  6. Gerd Theissen 20. Mai 2016, 10:33   »

    Guten Morgen allen D500 “Liebhaber” und die, die es werden wollen!!!

    Hallo Herby habe eine Band mit 22000 und 40000 aufgenommen, bei 40000 war das nicht so gut (starckes rauschen), bei 20000 sehr ansehnliche Bilder! SnapBridge werde ich nie brauchen!
    Gruß
    Gerd

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