Nikon kündigt D500 Profi Kamera mit DX-Sensor an – meine Einschätzung

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Nikon hat die D500 angekündigt – den lang erwarteten Nachfolger der D300, an den nach 7 Jahren kaum noch jemand geglaubt hat.

Das DX-Format ist tot. Lang lebe das DX-Format!

Was wurde im Netz in den letzten Jahren spekuliert über diesen Nachfolger. Bei jeder “kleineren” Nikon mit APS-C Sensor (DX), sprich den D7x00 Modellen wurde von vielen lamentiert, dass sie ja nun keine D400 seien – vielen fehlten die “Profi-Gene” und es wurde gejammert. Irgendwann gingen diese Stimmen dazu über, Nikons Strategie als Abgesang auf den APS-C Sensor (DX) zu sehen und diese Sensorgröße für tot zu erklären. Dass parallel z.B. Fuji mit APS-C-Sensoren recht erfolgreich ist und auch die noch kleineren MFT-Sensoren (Micro-Four-Thirds) bei Olympus und Panasonic auch recht gut laufen, ach, wen interessiert’s.

Hier noch einmal die Größenverhältnisse der Sensoren, ich habe auch mal die noch kleineren Nikon 1 Sensoren zum Vergleich dazu genommen:

gwegner.de-FX-DX-MFT-N1

Nun bringt Nikon die D500 mit Spezifikationen weit jenseits der Erwartungen und was passiert? Alle freuen sich…Nicht. Wieder geht das Gemeckere los – zu spät, zu teuer, wer braucht die denn noch? Und und und…

Oh Mann. Ich weiß schon, warum ich schon seit vielen Jahren die einschlägigen Foren meide.

Was ist denn eine Kamera? In erster Linie ein Werkzeug. Und das tut es für den speziellen Einsatzzweck, oder es tut es halt nicht. Man kauft es, oder man kauft es eben nicht. Jedes Werkzeug, jede Kamera fordert auch Kompromisse. Es gibt keine Eierlegende Wollmilchsau. Kann es gar nicht geben.

Wir befinden uns heute mit unseren Kameras auf einem Niveau, von dem wir vor wenigen Jahren noch geträumt haben. ISO-Leistungen jenseits dessen, was wir uns vor einigen Jahren in unseren Träumen hätten vorstellen können. Einen Dynamik-Umfang, der Fehlbelichtungen bis zu mehreren Blendenstufen verzeiht. Video-Auflösungen 4x so hoch, als 99% aller Fernseher darstellen können. Also – worüber reden wir hier?

Objektive – ein wichtiger Aspekt!

Die Sensorgröße ist natürlich deswegen relevant, weil sie Einfluss auf die Objektive hat, die man sinnvollerweise einsetzen kann. Ein Stückweit kann ich also die Angst verstehen, die manche zwischenzeitlich verspürt haben, die auf Kameras mit APS-C Sensoren gesetzt und in entsprechende Objektive investiert haben, dass dieses Format irgendwann aussterben könnte. Ich persönlich habe das nie befürchtet, da ich eine große Berechtigung in dieser Sensorgröße sehe. APS-C ist die nächst kleinere Größe nach den Vollbild-Sensoren. Das heißt, diese Sensoren haben hervorragende Eigenschaften, verhältnismäßig dicht am Vollformat. MFT z.B. ist kleiner. Nikon 1 ist noch kleiner. APS-C Sensoren erlauben also kleinere Kameras und kleinere Objektive, ohne allzugroße Abstriche beim Look und der Qualität der Bilder machen zu müssen im Vergleich zum Vollformat. Seit Jahren kämpfe ich gegen das gebetsmühlenartige vorgebrachte “Profis brauchen Vollformat. DX ist für Anfänger” an. Bullshit. Vollformat-Sensoren haben ihre Vorteile, APS-C Sensoren haben ihre Vorteile. Ich kenne genügend Profis, die mit MFT-Sensoren fotografieren. Die sind noch kleiner. Wenn, dann muss man differenziert über die Vor- und Nachteile der Systeme sprechen und für sich selbst herausfinden, in welchen fotografischen Disziplinen man unterwegs ist, welcher Sensor dafür sinnvoll ist und ob die Sensorgröße überhaupt einen Einfluss hat.

Die Berechtigung von DX

Wenn ihr gwegner.de verfolgt wisst ihr, dass ich trotz Vollformat Kameras in meiner Fototasche immer auch ein Verfechter der Kameras mit den DX/APS-C Sensoren war und bin und auch oft einfach “nur” mit meiner D5500 losziehe, z.B. in Lissabon. In Norwegen hingegen hatte ich dann nur die beiden D750 dabei. Warum? Weil ich da extreme Lichtstärken brauchte, in Verbindung mit extremen Weitwinkel. Und da ist derzeit einfach der Sensor der D750 der rauschärmste den ich kenne. Da kann die D5500 nicht mithalten. Das heißt aber nicht, dass man damit keine Nordlicht-Aufnahmen machen könnte, dass das geht, haben viele meiner Teilnehmer mit APS-C Sensoren bewiesen. Aber ich habe nun einmal glücklicherweise die Wahl.

Mag aber auch sein, dass sich das mit der D500 nun ändert, weil die in den hohen ISO-Bereichen noch mehr Leistung hat. Dann kommt die nächstes Mal eben mit. Als Werkzeug.

Was immer extrem gut geht bei den kleineren Sensorgrößen ist der Tele-Bereich. Alles erscheint durch den kleinen Sensor dichter dran zu sein, da er einen Ausschnitt des gewohnten Vollformat-Bildes aufnimmt. Was nicht so gut geht sind dementsprechend lichtstarke (Super)-Weitwinkel. Etwas vergleichbares zum 20mm Sigma Art f/1.4 oder 24mm Sigma Art f/1.4 gibt es für APS-C Sensoren nicht.

Und nun stellt Nikon eine Profi-Kamera mit DX-Sensor vor mit sehr, sehr spannenden Eckdaten. Und fokussiert damit genau auf das Segment der Fotografen, die von den APS-C Sensoren profitieren: nämlich Sport- und Naturfotografen. Diesen kommt es auf eine gute Leistung im Telebereich an, schnelle Bild-Serien und eine exzellente ISO-Leistung. Und das ganze gerne gepaart mit einem leichten, aber doch professionellen Body, an dem man nicht so schwer zu tragen hat.

D500 – Technische Daten im Vergleich mit der D300S

Und dies sind nun die Eckdaten der neuen D500, interessehalber mal mit dem Vergleich zur 7 Jahre älteren Nikon D300S – einfach damit ihr mal seht, was sich da technologisch getan hat in der Zeit! (Danke für die Aufstellung an Photographylife.com). Im Anschluss an die Tabelle picke ich mir dann einige Eckdaten der Neuen raus und kommentiere sie.

Feature Nikon D500 Nikon D300S
Auflösung 20,9 MP 12,3 MP
Sensor Typ CMOS CMOS
Sensor Größe 23,5×15,7mm 23,6×15,8mm
Sensor Pixel Größe 4,2µ 5,5µ
Tiefpassfilter Nein Ja
Bildgröße 5.568 x 3.712 4.288 x 2.848
Bildprozessor EXPEED 5 EXPEED
Sucher Typ Pentaprisma Pentaprisma
Sucher Abdeckung 100% 100%
Sucher Vergrößerung 1,0x 0,94x
Eingebauter Blitz Nein Ja, mit Master Modus
Speicherkarten 1x XQD, 1x SD 1x CF, 1x SD
Serienaufnahme 10 FPS 7 FPS, 8 FPS mit Batteriegriff
Puffergröße (RAW, Lossless, 14-bit) 200 30
Durchgehende Serienaufnahme 20 Sek. 4,3 sec / 3,75
Belichtungsbereich 1/8.000 bis 30 Sek. 1/8.000 to 30 sec
Anzahl Auslösungen 200.000 Zyklen 150.000 Zyklen
Belichtungsmesser 180.000-pixel RGB Sensor, 3D Color Matrix Metering III 1.005-pixel RGB sensor 3D Color Matrix Metering II
Standard-ISO ISO 100 ISO 200
Native ISO Empfindlichkeiten ISO 100-51.200 ISO 200-3.200
Erweiterte ISO Empfindlichkeiten ISO 102.400-1.640.000 ISO 6.400
Autofokus Advanced Multi-CAM 20K Multi-CAM 3500DX
Fokus-Punkte 153, davon 99 Kreuzsensoren 51, davon 15 Kreuzsensoren
AF Empfindlichkeit bis f/8 bis f/5.6
AF Empfindlichkeitsbereich -4 bis +20 EV -1 bis +19 EV
Automatische AF Feinabstimmung Ja Nein
Video Ja Ja
Video Format MOV, H.264/MPEG-4 AVI
Video Auflösung (max) 3.840×2.160 (4K-UHD) @ 24p, 25p, 30p 1.280×720 (720p) @ 24p
Tonaufnahme Eingebautes Stereo Mikrofon, Externes Stereo Mikrofon (optional) Eingebautes Mono Mikrofon, Externes Stereo Mikrofon (optional)
LCD Größe TFT-LCD mit 3,2″ Diagonale TFT-LCD mit 3,0″ Diagonale
LCD Auflösung 2.359.000 Punkte 921.000 Punkte
Klappdisplay Ja Nein
Touchscreen LCD Ja Nein
Bracketing 2 bis 9 Frames 2 bis 9 frames
Eingebautes GPS Nein Nein
Eingebautes Bluetooth Ja Nein
Eingebautes NFC Ja Nein
Eingebautes WiFi Ja Nein
Akku EN-EL15 Lithium-Ionen Akku EN-EL3e Lithium-Ionen Akku
Akku-Laufzeit 1.240 Aufnahmen (CIPA) 950 Aufnahmen (CIPA)
Ladegerät MH-25a Quick Charger MH-18a Quick Charger
Wetterschutz Ja Ja
Material Full Magnesium Alloy Full Magnesium Alloy
USB Version 3.0 2.0
Gewicht (nur Body) 760g 840g
Abmessungen 147 x 115 x 81mm 147 × 114 × 74mm
Preis bei Einführung (US) $1.999 (bei Einführung) $1.799 (bei Einführung)

Bei 7 Jahren Entwicklungszeit ist es kein Wunder, dass fast alle Aspekte der D500 verbessert wurden. Das Einzige, das gegenüber der D300S fehlt, ist der eingebaute Blitz. Über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren, ich gehe aber davon aus, dass Nikon davon ausgeht, dass die anvisierte Zielgruppe eher eine bessere Wetterfestigkeit haben möchte, als den eingebauten Blitz.

Bemerkenswerte Eigenschaften der D500

Einige bemerkenswerte Eigenschaften der neuen D500 möchte ich doch noch einmal kurz aufgreifen:

  1. Nikon verbaut einen 21 Megapixel Sensor. Das ist insbesondere deswegen bemerkenswert, weil es ja eigentlich nahe gelegen hätte, den bewährten und sehr guten 24 MP Sensor der D7200 und D5500 zu verwenden und diesen in das professionellere Gehäuse zu bauen. Hier zeigt Nikon meiner Meinung nach deutlich, dass sie es wirklich ernst meinen mit den Ambitionen der neuen D500. Der vermeintliche Rückschritt auf “nur” 20 MP kommt ganz sicher dem Dynamikumfang, der ISO-Leistung und auch der Geschwindigkeit der Kamera zu Gute. Hier verzichtet man also bewusst auf das Marketing-Gerangel um die vorderen Megapixel-Plätze zugunsten deutlich wichtigerer Faktoren – bravo Nikon!
  2. Über die tatsächliche ISO Leistung kann ich natürlich erst etwas sagen, wenn ich die Kamera in der Hand halte, aber alleine die Tatsache, dass eine native ISO bis 51.200 angeboten wird und das in Verbindung mit “nur” 21 MP spricht dafür, dass diese Kamera eine sehr gute ISO-Leistung haben wird.
  3. Das Klappdisplay der D750 wurde übernommen – großartig, ich will es nicht mehr missen.
  4. 10 fps, 20 Sekunden lang – das heißt 200 Bilder am Stück in Verbindung mit dem Autofokus der neuen Nikon D5 mit 153 Fokusmesspunkten, wovon 99 als empfindliche Kreuzsensoren ausgelegt wurden – das lässt das Herz eines jeden Action-, Sport- und Tierfotografen höher schlagen.
  5. Für APS-C Verhältnisse wird es einen großen Sucher geben, mit 100% Abdeckung. Dafür nehme ich auch gerne den fehlenden internen Blitz in Kauf.
  6. Bemerkenswert ist auch, dass die D500 um ganze 80 Gramm leichter ist, als die D300s – und das trotz so viel mehr an Technik!
  7. Zwei Kartenslots – leider SD und xQD. Ob sich xQD je durchsetzt ist fraglich, daher wären mir hier 2 SD-Kartenslots deutlich lieber gewesen. Gut finde ich, dass man sich endlich von dem veralteten CF Karten verabschiedet hat.
  8. WLAN, NFC und Bluetooth hat die neue D500 eingebaut, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Insbesondere das eingebaute WLAN wird viele, besonders Zeitraffer-Fotografen freuen.
    Update: genau für die Spezial-Anwendungen wie Zeitraffer eignet sich die D500 leider nicht besonders, da eine generische WLAN Verbindung ohne Snapbridge leider nicht möglich ist.
  9. Die mit der D500 eingeführte SnapBridge-Funktion ist eine Bluetooth basierte Sofort-Übermittlung von JPGs oder verkleinerten JPGs an das Smartphone, die das Übertragen von Bildern der Kamera an ein Smart-Device deutlich vereinfachen soll. Das Konzept hört sich recht vielversprechend an, da es Bluetooth LE nutzt, und somit nicht jedesmal eine Kopplung durchgeführt werden muss, sondern die Verbindung automatisch erfolgen kann, sobald mit der Kamera ein Bild gemacht wurde. Wie gut das dann wirklich funktioniert, wird erst die Praxis zeigen.
    Update: leider zeigt die Praxis, dass Nikon die Umsetzung gründlich in den Sand gesetzt hat.
  10. 4K Video mit 30 fps. Das ist die erste Nikon überhaupt, die 4K Video anbietet und ich kann nur sagen: Hurra! 4K ist einfach geil. Selbst wenn man später “nur” in Full HD schneidet, ist die Qualität eines herunterskalierten 4K Videos besser, als wenn man “nur” in Full HD filmt. Weiterhin kann man aus 4K noch tolle Ausschnittsvergrößerungen machen und künstliche Kamerafahrten einbauen. Und last but not least: 4K kommt. In ein paar Jahren wird Full HD das SD von heute sein. Wir werden es auf unseren dann hochauflösenden Monitoren nicht mehr so ansehnlich finden…
    Mit der Nikon D500 können bis zu 30 Minuten 4K (3840×2160) Video aufgenommen werden. Dabei wird bei erreichen der 4GB Grenze von Fat32 jeweils eine neue Datei angefangen. Das 4K Video deckt nicht den vollen Bildbereich des DX Sensors ab, sondern liest den Sensor Pixel für Pixel aus, so dass ein mittlerer Bereich von 3840×2160 Pixeln aufgezeichnet wird. Das Bild wird also gecroppt, man erhält eine Brennweitenverlängerung. Nikon begründet das mit Qualitätsvorteilen. Ich denke eher, dass es Performance-Gründe hat – vermutlich wäre das herunterskalieren zu Rechenintensiv gewesen, um flüssiges 4K Video mit 30fps über den vollen Sensor aufzunehmen. Superweitwinkel 4K Aufnahmen werden also schwierig, da zu der ohnehin vorhandenen Brennweitenverlängerung durch den Crop-Sensor dann noch die zusätzliche durch den 4K Ausschnitt kommt. Teleaufnahmen kommt das Ganze natürlich entgegen.
  11. Zur Bedienung: das Bedienkonzept entspricht im wesentlichen der D8x0-Reihe von Nikon. Die AF-L/AE-L Taste hinten rechts ist weggefallen, aber es gibt eine AF-ON Taste. Ich finde das gar nicht schlecht, da man ohnehin nicht AF-ON und AF-L gleichzeitig braucht. Wenn man seine Kamera auf das Fokussieren per Auslöser konfiguriert hat, dann legt man sich eben AF-L auf die AF-ON Taste. Wenn man über AF-ON fokussiert, braucht man AF-L ohnehin nicht. Über die verschiedenen Strategien zum Fokussieren haben wir mal in einem Fotoschnack gesprochen.
    Es gibt auch eine zusätzliche Fn-Taste hinten an der Kamera, unten links. Das Auslöse-Kabel wird, wie bei der Nikon D300, D8x0 und D4/D5 vorne am Gehäuse angeschlossen, und nicht links hinter der Klappe, wie bei den Nikon D5x00, D7x00, D6x0 und D750. Das hat den Vorteil, dass man es auch gut anschließen kann, wenn die Kamera mit einem L-Winkel hochkant auf dem Stativ montiert ist. Nachteil ist der nervige Schraubstecker
    Das Modus-Wahlrad gibt es hier nicht, es wurde wie auch bei den anderen “großen” Nikons (außer der D750) durch die Mode-Taste in Verbindung mit dem Rad ersetzt. Ich finde beides okay – die “Mode” Taste hat den Vorteil, dass man den Aufnahme-Modus auch per App umzuschalten kann.

Mein Fazit

Ein top 21MP Sensor mit hoher ISO Leistung und Dynamik-Umfang, ein Klappdisplay, WiFi, das neue SnapBridge, ein Profi Bedienkonzept, 4K/30p Video, 10 fps Serienbild, großer Puffer und den Autofokus der D5. Da hat Nikon wirklich in die Vollen gegriffen und eine Top-Kamera mit APS-C Sensor vorgestellt. Das ist eine klare Ansage, dass der DX-Sensor alles andere als tot ist sondern eine Renaissance erlebt, und was für eine. Ich erwarte auch, dass die D500 der Anlass sein wird, dass in Kürze spannende neue Objektive für dieses Format vorgestellt werden!

Sicherlich ist die D500 keine Kamera für jeden. Wer heute ohnehin eine Vollformat-Ausrüstung hat, für den ist sie vermutlich vornehmlich interessant, wenn er im Bereich Sport- oder Natur- und Tierfotografie unterwegs ist. Den Landschaftsfotografen, der eher weitwinklig arbeitet und hier mit Linsen wie dem 14-24 Nikkor unterwegs ist, wird sie unter Umständen nicht so ansprechen, aber dafür ist sie auch nicht gedacht. 4K Video ist sicher auch eine Ansage, aber die nächsten Vollformat-Bodies werden das und weitere Features, die derzeit bei der D500 Premiere haben, auch bringen – allen voran die neue D5. Als einzigen Wermutstropfen empfinde ich den Zusätzlichen Crop bei 4K-Video. Hier hätte ich mir gewünscht, die Wahl zu haben, entweder den vollen Sensor zu benutzen, oder einen 1:1 Ausschnitt aus der Mitte, wie derzeit umgesetzt.

Das alte Thema – Umstieg auf eine (günstigere) Vollformat?

Wer heute mit einer Kamera mit APS-C Sensor unterwegs ist, also einer Nikon D7x00 oder D5x00 der steht natürlich nun vor dem Dilemma, dass er vermutlich einerseits von der D500 stark angezogen wird, andererseits aber eine D750 mit Vollformat Sensor derzeit sogar günstiger zu haben ist. Da ist guter Rat natürlich teuer. Ihr solltet aber bedenken, dass der Preis des Bodies nur einen kleinen Anteil am Gesamtpreis einer Fotoausrüstung ausmacht. Wenn ihr auf Vollformat umsteigt, braucht ihr in der Regel neue Objektive. Und das geht ins Geld. Wenn ihr mit Vollformat wirklich einen sichtbaren Vorteil haben wollt, vergesst die universellen Zoom Linsen. Dann braucht ihr Festbrennweiten und die Kosten zwischen 500 und 1000 Euro pro Brennweite. Und sie sind schwerer. Vollformat braucht mehr Glas. Ihr müsst mehr schleppen. Das ist einfach so. Zum Thema Umstieg auf Vollformat habe ich vor einiger Zeit ja mal einen extra Artikel geschrieben. Wenn ihr also im Weitwinkel und Normal-Bereich feine Objektive habt, die auf den APS-C Sensor ausgelegt sind, wie das Sigma 18-35 f/1.8 Art, ist vermutlich die etwas teurere D500 die bessere und im Endeffekt vom Preis-Leistungs-Verhältnis trotzdem günstigere Wahl. Ich erwarte, dass ihr Sensor ähnlich gut wie der der D750 sein wird, vermutlich sogar besser – aber das werden wir noch sehen. Und man darf nicht vergessen, die meisten Features der D500 stellen die D750 ganz schön in den Schatten, z.B. der Autofokus, sowie die Serienbild- und Video-Fähigkeiten. Klar wird es auch irgendwann einen Nachfolger der D750 oder D8x0 geben und die werden diese Features dann auch haben. Dann aber erstmal auch wieder zu einem deutlich höheren Preis. Und der Preis, mit dem die D500 vorgestellt wird, wird ganz sicher nach den ersten Monaten noch deutlich fallen.

Mein Eindruck im Moment ist: für ambitionierte Sport- und Naturfotografen wird die Nikon D500 eine ganz feine Kamera, die auch herstellerübergreifend ihresgleichen sucht! Ich prognostiziere mal: die D500 wird ein ähnlicher Meilenstein im Bereich der Kameras mit APS-C Sensor, wie die D750 bei den Vollformat Kameras. Und ich habe ein ganz ähnliches Habenwollen-Gefühl wie damals, als die D750 vorgestellt wurde. :-)

Update: ein soeben bei Nikon Rumors veröffentlichtes, internes Nikon Dokument zur D500 gibt Aufschluss über viele spezifische Details. Spannend!

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290 Kommentare bisher


  1. Rob Lan 25. Juni 2016, 09:51   »

    Vielen Dank für die sehr aussagekräftige Informationen. Als Besitzer eines D7000 bin ich daran interessiert eine D500 zu kaufen und diese Infos haben sehr geholfen.

  2. Frank Wenzel 17. Juni 2016, 23:26   »

    Zur Zeit arbeite ich als nebenberuflicher Pressefotograf mit einer D7100. Da ich hauptsächlich Sport fotografiere werde ich meine D7100, da sie mittlerweile über 100000 Auslösungen ohne Service absolviert hat, im Laufe des Jahres durch die D500 ersetzen. Der Grund für mein Kommentar hier ist das mich einige Dinge die Nikon in den letzten Monaten veranstaltet hat nerven. 1.: Der originale Batteriehandgriff MB-D17 ist mit 499€ unverschämt teuer, insbesondere da er aus Kunststoff ist. 2.: Immer noch muss ich, im Gegensatz zum MB-D80, zum Laden des zweiten Akkus den Batteriehandgriff vom Gehäuse trennen, umständlich und sinnfrei. 3.: Mittlerweile erkennt auch die Firmware der D500 Fremdakkus und blockiert diese (ich nutze sehr gerne die Akkus von “Pantona”) und zwingt mich dadurch die überteuerten Originalakkus zu kaufen. Die Kamera ist genau das worauf ich gewartet habe aber die künstlichen Beschränkungen bei den Akkus und die mutwillige Blockierung des Wlans sind bei einem Preis oberhalb 2000€ sehr ärgerlich und benachteiligen den Kunden unverhältnissmässig. Ich hoffe das Nikon hier schnellstens umlenkt und das Kundeninteresse in den Mittelpunkt stellt.

  3. Gerd Theissen 20. Mai 2016, 10:33   »

    Guten Morgen allen D500 “Liebhaber” und die, die es werden wollen!!!

    Hallo Herby habe eine Band mit 22000 und 40000 aufgenommen, bei 40000 war das nicht so gut (starckes rauschen), bei 20000 sehr ansehnliche Bilder! SnapBridge werde ich nie brauchen!
    Gruß
    Gerd

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