Vergleich der Graufilter: B+W 110 ND 3.0 vs. Haida ND 1000 – billig vs. teuer

10062011

Wer billig kauft, kauft zweimal. Stimmt das für den günstigen Haida Neutral Graufilter ND1000 77mm?
Immerhin kostet der mit 33,90 Euro nur ein Drittel von dem, was ihr für den Marken-Graufilter von B+W, dem B+W ND3.0 1000x F-Pro 110 SH 77mm hinlegen müsst, denn der liegt nämlich bei stolzen 99 Euro.

(Lasst Euch von den Bezeichnungen nicht irritieren, 10 Blenden, oder 3.0 (10^3) oder 1000x ist alles das Gleiche und bedeutet, dass nur 1⁄1000 des Lichts einfällt.)

Bei Kamera-Equipment, das man viele Jahre oder sogar Jahrzehnte einsetzen kann, gebe ich gerne etwas mehr aus. Ich freue mich über Qualität, über die Haptik von Markenprodukten und versuche, wenn es geht, zu vermeiden „zweimal zu kaufen“.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es einfach auch Produkte gibt, bei denen man den Markennamen bezahlt und nicht ein Plus am Qualität. Wie findet man nun heraus, ob das teurere Produkt wirklich das bessere ist?

Nun – man kann es nur herausfinden, wenn man beide gegeneinander testet. Und das habe ich getan – mit überraschendem Ergebnis.

Zunächst hatte ich mir den Haida Graufilter gekauft. Für den Preis kann man nichts falsch machen, dachte ich – zudem waren die Testberichte, die ich gefunden habe, recht positiv. Von einem Blaustich war hier die Rede. Bei dem B+W Filter sprach man allerdings von einem Rotstich, diesen hatte ich auch schon bei den Aufnahmen mit Paddys B+W zur Fotoschnack-Folge über den Graufilter bemerkt (wenn ihr mehr über den Einsatz von Graufiltern in der Fotografie wissen wollt, schaut Euch die Folge ruhig nochmal an!). Nun, wenn die beide einen Farbstich haben, dann ist es doch egal, dachte ich mir und bestellte den Haida.

Auf Rügen war er dann ja auch das erste mal richtig im Einsatz, die Bilder haben mir (und Euch ja offenbar auch) sehr gut gefallen. Allerdings musste ich schon etwas nachbearbeiten, um den Blaustich weg zu bekommen.

Da ich nun aber neben dem 72mm Filtergewinde auch noch einen Graufilter mit einem 77mm Filtergewinde brauche, stand ich nun wieder vor der Überlegung – billig oder teuer. Und diesmal habe ich mich für den B+W Filter entschieden – nicht zuletzt, um genau diesen Vergleich anstellen zu können (alte Blogger-Ausrede für den Kauf von neuem Equipment ;-)).

Hier also mal ein unbearbeitetes Bild mit dem Haida Filter:

Haida ND-Filter, unbearbeitet
Haida ND-Filter, unbearbeitet

und das gleiche Bild mit dem B+W Filter.

B+W N-Filter, unbearbeitet
B+W N-Filter, unbearbeitet

Ihr seht, bei beiden muss man nachbearbeiten.

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus (ich habe bei beiden nur den Weißabgleich in Lightroom geändert!)

Haida ND-Filter, bearbeitet
Haida ND-Filter, bearbeitet
B+W ND-Filter, bearbeitet
B+W ND-Filter, bearbeitet

Fazit

Selbst bei wohlwollendem Betrachten kann ich keinen Unterschied zwischen den bearbeiteten Bildern beider Filter feststellen. Beide Filter kommen in stabilen Boxen, die sich kaum voneinander unterscheiden. Auch in der Schärfe sehe ich in der 1:1 Ansicht keine Unterschiede.

Trotzdem muss ich für mich natürlich jetzt Argumente finden, die die zusätzliche Investition in den B+W Filter rechtfertigen, also here we go ;-)

Pro B+W

  • Ich mag die warmen Farben, die out of the Box mit dem B+W Filter entstehen lieber als die kühle Farbe bei dem Haida, auf dem Kameradisplay sieht das schöner aus ;-)
  • B+W fertigt die Filter in Deutschland

auf der Anderen Seite, pro Haida:

  • Der Haida kostet ⅓ bei gleichen Ergebnissen nach Bearbeitung
  • Bei dem Haida Filter ist noch eine (schöne) Verschlusskappe dabei
  • Der Haida Filter ist dünner.

Letzten Endes müsst ihr selbst entscheiden. Die Grundlagen dafür habt ihr jetzt!

Was sagt ihr? Überrascht? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare!

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Kommentare

66 Kommentare zu “Vergleich der Graufilter: B+W 110 ND 3.0 vs. Haida ND 1000 – billig vs. teuer”


  1. Heilpraktikerin 13. März 2013, 14:57   »
    Gravatar

    Danke für den Vergleich! Hab mir grad den Haida bestellt.

    Ausschlaggebend war der dünnere Rand. Gerade im Weitwinkelbereich hat man ansonsten schnell mal Vignettierung im Bild. Auch wenn es manchmal ganz schön ist möchte ich das nicht zwingend in jedem Bild haben :-)

    Und den Weißabgleich kann man auch schon in der Kamera so einstellen, dass es gut aussieht.

    Liebe Grüße aus Hamburg
    Ute

  2. Volker von foto-tipps.com 15. März 2013, 17:21   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,
    aufgrund deines Tests habe ich mir den Haida Filter nun auch noch zusätzlich zum B+W ND3 geholt. Was die Farbtemperatur angeht, da ist bei mir bei den beiden kaum ein Unterschied zu erkennen. Warum der Haida bei dir so kühle Bilder liefert, liegt wohl am (automatischen?) WB deiner Kamera. Stelle den mal manuell ein, und vergleiche dann nochmal. Was allerdings stimmt, bei beiden Filtern ist das Ergebnis bei fest vorgegebenem WB jeweils deutlich wärmer als ohne Filter. Ich muss im rot etwa 20 % runter und im blau 20 % rauf, um wieder auf eine ähnliche Farbtemperatur zu kommen wir beim Original.
    Gruß Volker

    • gwegner 15. März 2013, 17:47   »
      Gravatar

      Hallo Volker,
      ich arbeite nie mit automatischen Weißabgleich. Vielleicht hat Haida in der Zwischenzeit die Produktion umgestellt, und die neuen sind etwas „wärmer“ ?!
      Grüße
      Gunther

  3. Graufilter und Weissabgleich | Peter's Blog 2. April 2013, 20:39   »
    Gravatar

    [...] Vergleich mit verschieden starken ND-Filtern der Marke B&W hinterlegt. Gwegner hat auf seiner Seite einen Vergleich zwischen dem B&W und dem Haida-Filter hinterlegt, und auf der Seite von Boris [...]

  4. asnowboards1 3. April 2013, 12:10   »
    Gravatar

    Hi!

    Vielen Dank für den Vergleich! Sowas suche ich schon länger…

    Cheers

  5. Karl 30. April 2013, 08:29   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    was ist Deine Meinung zu verstellbaren Graufiltern? Nutzt Du primär den 10er für Naturaufnahmen oder hast Du noch weitere mit geringerer Belichtungsverlängerung in Gebrauch, für zum Beispiel verwischen von vorbeifahrenden Fahrzeugen? Die verstellbaren mit guter Qualität sind auch eine teure Angelegenheit, aber wäre dann einer für alle Gelegenheiten, wie z.Bsp. die Filter von lcw-fader-nd.
    Danke
    LG Karl

    • gwegner 8. Mai 2013, 10:22   »
      Gravatar

      Hi Karl,
      ich bin kein fan der verstellbaren Filter, da sie nicht gleichmäßig abdunkeln (prinzip bedingt, da es 2 Polfilter sind, die gegeneineinader verdreht werden).
      Grüße
      Gunther

  6. Lucie 3. Mai 2013, 11:52   »
    Gravatar

    Hi,
    ich fotografiere mit der D5200 und dem 18–105 kit. Demnächst werde ich mir noch ein Superweitwinkel oder das 50mm 1.8G Objektiv zulegen. Für ein Lichtstarkes Tele muss ich wohl noch ein paar jahre sparen. Nun wollte ich mir einen Polfilter kaufen weil ich viel Landschaften fotografiere und einen Graufilter. Für welches der genannten Objektive würde welcher Filter den meisten Sinn machen? Und welche günstigen mit gutem Preis-Leistung wären da zu empfehln?
    Das Kit hat 67mm Filtergewinde, die anderen 52mm und 57mm Filtergewinde

    • fotuli 3. Mai 2013, 21:47   »
      Gravatar

      Hallo,
      ich würde auf jeden Fall die Filter für den größten Objektivdurchmesser kaufen und dazu einen Adapter mit dem man größere Filter auf kleinere Objektive schrauben kann (kostet bei enjoyyourcamera deutlich unter 10 Euro) – so ist man flexibel. Beim Graufilter ist der Haida definitiv zu empfehlen, mein Polfilter ist der Hoya HD Polarisationsfilter Cirkular – Top Qualität (bei 100 % kein Schärfeverlust erkennbar) bei nur 1 Blende Lichtverlust kostet aber bei 67mm rd. 70 Euro.

      • Tantal 28. Dezember 2013, 16:05   »
        Gravatar

        „…ich würde auf jeden Fall die Filter für den größten Objektivdurchmesser kaufen und dazu einen Adapter mit dem man größere Filter auf kleinere Objektive schrauben kann…“
        Gleiches hatte ich mir auch schon öfter bei meinen Filtern gedacht. Schließlich kann so ein Ding schnell zu einer Investition werden. Ein großer Nachteil ist aber das einfallende Streulicht, da es sehr schwierig bis unmöglich wird, die Streulichtblende noch aufzuschrauben. Bei Sonne im Rücken mag das kaum Unterschiede machen, aber wenn sie schon leicht schräg neben einem steht (ohne Direkteinfall ins Objektiv) bekommt man erhebliche Kontrastverluste (selbst schon öfter ausprobiert).
        Guten Rutsch
        Tantal

  7. Flow 15. Mai 2013, 00:07   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    schöner Test, und vor allem schöne Anregung! Bin auch großer Anhänger von dem Prinzip, die guten aber günstigen Sachen herauszufinden und das öffentlich zu machen.

    Ich habe einen B+W Filter aber mehr aus dem gleichen Ansatz, wie Du schreibst, um nicht zwei mal zu kaufen. Habe mir jetzt den Haida Filter bestellt zum Vergleichen und auch den neuen Haida Pro Ⅱ (mehrfach vergütet), den es inzwischen gibt.

    Werde alle mal vergleichen und dann darüber berichten.

    Viele Grüße,
    Flow

  8. Heinzi 7. August 2013, 18:09   »
    Gravatar

    Moin moin.
    interssanter Vergleich, danke.
    Wie sieht es mit den Flares, Halos und dem Kontrast bei Lichtquellen im Bild oder gar knappst ausserhalb des Bildes aus? (Im Beispiel galt wohl „Sonne im Rücken…“?)
    Dann sieht man u.U. die Reflektion der Linse (bei lichtstarken u.U. sogar einer inneren…) als Reflektion auf der Filterinnenseite die sich dann an der Fronlinse spiegelt etc. …
    Zusätzlich „schmieren“ m.E.n. (jed. noch billigere) Filter, erzeugen also u.U. Halos um Lichter.
    Ist das evtl. teureren Filtern besser (bessere, breitbandigere Vergütungen, weniger körniges Material?)

  9. Pascal 9. Oktober 2013, 20:11   »
    Gravatar

    Vielen Dank für den tollen Bericht! Als Graufilterneuling, werde ich wohl nun zu der günstigeren Variante greifen!

  10. Thomas 20. Oktober 2013, 20:53   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,
    ich habe mir den Haida Graufilter gekauft und erstmals in Island bei den dort in Hülle und Fülle zu entdeckenden Wasserfällen eingesetzt. Auch wollte ich einige LZ-Aufnahmen von der Meeresbrandung machen. Nun habe ich folgendes festgestellt, was mich irritiert:
    1) An meiner D7000 funktioniert der Filter einwandfrei.
    2) An meiner D7100 zaubert mir der Filter bei Aufnahmen mit Belichtungszeit > 1 Sekunde einen deutlich sichtbaren lila Balken mitten ins Bild. Das Bild ist unbrauchbar.

    In beiden Fällen habe ich das 60 mm verwendet. Nach mehreren Versuchen an unterschiedlichen Standorten und zu unterschiedlichen Tageszeiten habe ich es dann aufgegeben und LZ-Aufnahmen ausschließlich mit der D7000 gemacht. Mein Händler sagt, das liege an der mangelhaften Vergütung und der hohen Auflösung der D7100 und empfiehlt mir den B&W. Da es aber weder auf der D7000 noch auf der Canon D6 meines Schwagers ein Problem gab, bin ich mir da nicht so sicher.

    Hast Du eine Idee? Kennst Du das Problem?

    Gruß
    Thomas

    • Sven 20. Oktober 2013, 21:00   »
      Gravatar

      Hallo Thomas,

      hattest Du die Okularabdeckung zu? Bei der D7000 hatte ich auch nie Probleme bei Langzeitbelichtungen und habe dort nie die Okularabdeckung verwendet. Seit ich die D800E habe, habe ich ähnliche Probleme bei LZ-Belichtungen (ein heller Streifen (z.T. mangentafarben) im Bild). Das Verschließen des Okulars hat geholfen. Hilft vielleicht bei der D7100 auch.

      Grüße Sven

      • Thomas 21. Oktober 2013, 18:45   »
        Gravatar

        Hallo Sven,
        nein, die Abdeckung hatte ich in keinem Fall drauf. Danke für den Tipp, ich werde es versuchen, sobald ich mal wieder Sonne zu Gesicht bekomme.
        Gruß
        Thomas

    • gwegner 20. Oktober 2013, 21:24   »
      Gravatar

      Hallo Thomas,
      das hat nichts mit dem Filter als solchen zu tun, bzw. passiert mit allen starken Filtern, schau mal hier:
      http://gwegner.de/blog/den-sucher-beim-fotografieren-vom-stativ-verschliessen-sinnvoll-oder-unnoetig/
      Viele Grüße
      Gunther

  11. Gravatar

    […] von 1000x geniesst eigentlich einen guten Ruf. Gunther hatte ihm bereits vor längerer Zeit einem Vergleich mit B&W unterzogen, und kam zu dem Schluss, das er viel bietet für kleines Geld, denn […]

  12. dani frei 5. Februar 2014, 22:08   »
    Gravatar

    hallo gunther
    mit interesse habe ich dieses forum verfolgt – wie sieht es aus, wenn man zwei graufilter zusammenschraubt? gibt es da ev. probleme? wenn das funktioneren würde, könnte man zwei graufilter unterschiedlicher stärke kaufen und hätte dadurch drei kombinationen, mit drei filtern……

  13. Jens 1. April 2014, 07:36   »
    Gravatar

    Hallo, ich werde demnächst in die Bretagne in Urlaub gehen, jetzt werde ich dort auch Bilder am Meer machen.

    Meine Frage wehre ob ich da ohne oder mit Filter (zum Schutz) Fotografiere. Es geht um das 70–200 VRII. Da du ja „Gegner“ der Filter bist würde ich gerne wissen ob ihr z.B. auf Helgoland filter drauf hattet.

    • gwegner 1. April 2014, 08:49   »
      Gravatar

      Ich arbeite immer ohne solche „Schutzfilter“.

      • Jens 1. April 2014, 09:15   »
        Gravatar

        Ok Danke, lege ich das Geld in gute Graufilter an :-D

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