Video mit der DSLR – die ideale Belichtungszeit und wie man sie erreicht

31052011

Heute möchte ich einmal auf die Frage eines Lesers eingehen, der sich von meinem Artikel Video mit der Digitalen Spiegelreflex – Praxistipps dazu verleiten lassen hat, in die Materie einzusteigen. Er schreibt:

Hallo Gunther,
angeregt durch Deine Artikel habe ich vor ein paar Wochen auch mit dem Filmen über die DSLR angefangen, mein Sohn muss seitdem so einiges ertragen.
Besten Dank für Deine Artikel, die haben mir den Einstieg wirklich erleichtert (auch wenn ich bei Canon gelandet bin).

In vielen Tutorials wird immer wieder empfohlen, als Belichtungszeit den doppelten Wert der Framerate zu nutzen. Bei Aufnahmen mit 50fps also 1⁄100 Sek., bei 25fps 1⁄50 Sek. usw.
Die tatsächliche Belichtung des Films wird somit natürlich stark auf Blende und ISO beschnitten, bei den Aufnahmen wirkt diese Faustregel aber irgendwie stimmig.
Hast Du hierzu evtl. auch Erfahrungen gemacht?

Eigentlich hatte ich die Antwort als Kommentar schon fertig, da habe ich mir überlegt, dass das Thema eigentlich so spannend ist, dass ich ihm einen eigenen Artikel widmen kann.

Auch beim Fotografieren kann man mit einem Graufilter tolle Effekte erzielen...
Auch beim Fotografieren kann man mit einem Graufilter tolle Effekte erzielen…


Warum ist es beim Filmen relevant, mit welcher Belichtungszeit man arbeitet, wie sollte man sie wählen und woher um alles in der Welt kommt diese Faustregel?

Nun zunächst einmal die Antwort auf die letzte Frage. Wie vieles ist das historisch bedingt. Alte Filmkameras für Kinofilme haben 24 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Dabei wurde die Hälfte der Zeit belichtet (1⁄48 Sek.) und die andere Hälfte der Zeit benötigte die Kamera, um den Film zu transportieren.

Heute sind wir da natürlich flexibler – fast alles ist möglich, nur länger als Standzeit eines Bildes (hier als 1⁄24 Sek.) kann man aus naheliegenden Gründen natürlich nicht belichten, sonst könnte die Wiederholfrequenz nicht gehalten werden.

Nun kommen wir zur Frage, wie wir mit unserer neu gewonnenen Flexibilität umgehen sollten. Möglichst kurz, möglichst lang, oder die goldene Mitte?

Schauen wir uns einmal an, wie die unterschiedlichen Belichtungen wirken.

Im ersten Bild würden wir mit 1⁄240 belichten, also einem Zehntel von 1⁄24.
9⁄10 der Standzeit eines Bildes belichten wir nicht, die eigentliche Zeit in der der Verschluss offen ist, ist sehr kurz. Der Film „verpasst“ ein Großteil der Bewegung.

Im zweiten Beispiel würden wir mit 1⁄27 Sek. Belichten, also nur etwas kürzer, als die Standzeit. Der Film bekommt das meiste der Bewegung mit, es entsteht eine relativ starke Bewegungsunschärfe.

Cineasten schwören nach wie vor auf den sog. 180 Grad Shutter. Das ist die eben beschriebene Belichtung mit der Hälfte der Standzeit. So ist man es aus dem Kino gewöhnt und bei 24p sieht das „gut“ bzw. „gewohnt“ aus.

Die 180 Grad-Shutter-Regel besagt, dass man mit einer Belichtungszeit von 1/(Framerate *2) belichten soll

Also: die Fausregel besagt, dass man nicht allzuviel kürzer belichten soll, also die halbe Standzeit eines Bildes. Wenn man länger belichtet, gibt es mehr Bewegungsunschärfe, wenn man kürzer belichtet, gibt es den sogenannten „Stakkato-Effekt“. Der Film wirkt deutlich ruckeliger.

Das kommt nun natürlich wie gesagt aus dem Kinofilm, der mit 24fps ja recht langsam läuft. Puristen schwören darauf und filmen auch mit der DSLR immer mit 24fps und belichten brav mit 1⁄40 oder 1⁄50 Sek.

Ich sehe das nicht so eng. Für mich kann die Bildwiederholfrequenz meiner Filme ruhig höher sein, gerade, wenn ich Action aufnehme. Nicht zuletzt deswegen habe ich mir als Ergänzung zu meiner D7000 ja noch die D5100 gekauft, die mit 30fps filmen kann.

Je höher die Framerate, um so irrelevanter wird allerdings der oben beschriebene Effekt. Wenn Ihr mit 60fps filmt, werdet ihr vermutlich kaum einen Unterschied mehr feststellen, ob ihr kurz oder lang belichtet. Schon bei 30fps müsst ihr genau hinsehen.

Auf keinen Fall würde ich auf eine offene Blende mit der entsprechenden Tiefenunschärfe verzichten wollen, nur um die Belichtungszeit länger zu bekommen. Und da kommen wir dann auch schon zum Knackpunkt: wie schafft man es, die Blende offen zu halten und gleichzeitig ausreichend lange „Film-Kompatible“ Belichtungszeiten zu realisieren?

Bei strahlendem Sonnenschein und einer Festlegung auf 1⁄40 Sekunde Belichtungszeit bliebe uns ja selbst bei ISO 100 nicht anderes übrig, als auf Blende 11 oder kleiner runterzugehen. Oftmals absolut inakzeptabel. Hier müsst ihr also entscheiden, ob ihr doch kürzer belichtet, oder zu einem Trick greift…

Die Lösung: Der Graufilter im Einsatz fürs Filmen

Viele Filmer nehmen ND-Filter (Graufilter) zur Hilfe, um bei offener Blende trotzdem die gewünschten relativ langen Belichtungszeiten realisieren zu können. Der ND-Filter tut nichts anderes, als einfach weniger Licht ins Objektiv einfallen zu lassen. Aus der Mittagssonne wird eine Abenddämmerung.
ND-Filter gibt es in verschiedenen Stärken, die passende müsst ihr dann jeweils ausprobieren oder errechnen. Allerdings wird die Anschaffung von 3 oder 4 ND Filtern schnell relativ teuer und das Rechnen bzw. Umschrauben der Filter nervt auf Dauer auch.

Als Alternative bietet sich daher ein sog. Vario-ND Filter, z.B. der Slim Fader (Vario) ND Graufilter Version II‑ ND2 – ND400 (achtet darauf, dass ihr den richtigen Filterdurchmesser kauft!). Damit lässt sich stufenlos die Lichtdurchlässigkeit regulieren.
Das Prinzip beruht auf 2 gegeneinander verdrehbaren Polfiltern, die allerdings bei dem Vario-ND Filter besonders dünn ausfallen, um nicht zu vignettieren. ND2-ND400 bedeutet, dass die schwächste Einstellung immer noch die Hälfte des Lichts durchlässt, die stärkste allerdings nur noch 1⁄400 des Lichts, also eine 400x längere Belichtung ermöglicht.

Update: Mein Freund Stefan Groenveld hat sich den Vario-ND Filter gekauft und berichtet darüber in einem Blog-Artikel. Dabei geht er auch auf die konstruktionsbedingten Nachteile der Lösung, die auf zwei verdrehbaren Polfiltern beruht, ein.

Fazit:

Wenn ihr cineastisch anspruchsvoll filmen wollt, dann kommt ihr um die Anschaffung eines oder mehrerer Graufilter nicht drumherum. Ich empfehle Euch für den Anfang einen Vario Filter. Im Bereich der nicht allzustarken Abdunklung macht der einen guten Job. Wenn ihr es perfekt haben wollt und Kleingeld keine Rolle spielt, dann legt Euch einen Satz echte Graufilter zu.

Wenn ihr allerdings größtenteils Action mit hohen Frameraten filmen wollt, kommt dem Thema „Verschlusszeit“ keine ganz so hohe Bedeutung zu.

So, ich hoffe, damit etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben und freue mich immer über Eure Fragen, Kommentare und Anregungen zu neuen Artikeln!

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Kommentare

47 Kommentare zu “Video mit der DSLR – die ideale Belichtungszeit und wie man sie erreicht”


  1. Kenny 31. Mai 2011, 07:34   »
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    Hey Gunther,

    da kann ich nur eins sagen, perfekt beschrieben. Mit diesem Artikel bringst du wirklich Licht ins dunkle.
    P.S. ich habe Dich nicht vergessen. Mittlerweile habe ich fast alle Teile bestellen können, sodass wenn alles klar geht nächste Woche alles gefertigt werden kann.

    Viele Grüße
    Kenny

    • gwegner 31. Mai 2011, 07:58   »
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      @Kenny ich freu mich schon sehr ;-)

  2. Markus 31. Mai 2011, 07:39   »
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    Hallo Gunther,
    jetzt fühle ich mich doch ein bißchen geehrt, mit meiner Frage einen neuen Artikel angestoßen zu haben. ;-)
    Besten Dank für die wie immer ausführliche Darstellung mit vielen interessanten Hintergründen!
    Bei meiner 60D mit max. 50fps im PAL-Modus werde ich von den „gewohnten“ 100ms nun etwas variieren, der Graufilter ist allerdings schon bestellt.

    Vielleicht ergänzt Du noch den Punkt, dass man man fps und Belichtungszeit auch anhand der geografischen Lage ausrichten kann/sollte.
    In Europa haben wir es z.B. mit einer Netzfrequenz von 50Hz im Stromnetz zu tun, was bei Aufnahmen in Umgebungen mit Kunstlicht zum Tragen kommt. Eine Belichtungszeit von 50ms (bzw. Vielfachen davon, 100ms, 150ms, usw.) „deckt“ sich mit dieser Frequenz und alles ist gut. Bei abweichenden Belichtungszeiten von 60ms, 70ms, o.ä. kommt es bei den Aufnahmen zu einem Flackern der Lichter, das sehr unschön aussieht.
    Für die USA (Netzfrequenz 60Hz) gilt dies dann entsprechend (60ms, 120ms, o.ä.).
    Nochmals besten Dank für Deine Arbeit! ;-)

    • gwegner 31. Mai 2011, 08:08   »
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      Markus, danke für den Hinweis bezüglich des Kunstlicht-Einflusses. Allerdings möchte ich Dir ein klein bisschen widersprechen, was die „Vielfachen“ oder eher „Bruchteile“ der Belichtungszeit angeht. In Deutschland, mit 50Hz Netzfrequenz, sollte man dann wirklich eher mit 1⁄50Sek belichten – länger ist meiner Erfahrung nach nicht schlimm, also auch 1⁄30 ist okay. Kürzer allerdings, wie Du es schreibst – 1⁄70 aber auch 1⁄100 oder 1⁄150 führt zu flackern, weil nur ein Teil der Phase des Lichts (welches ja je nach Leuchtmittel stärker oder schwächer pulsiert) aufgenommen wird. Da die Belichtungszeit der Kamera nie 100%ig mit der Phase des Netzes übereinstimmt, bekommt man selbst bei geraden „Vielfachen“ dann Phasenverschiebungen, die sich in durchlaufenden Mustern o.ä. äußern.
      Also ist auch dieser Effekt auf jeden Fall ein Grund, mit langen Belichtungszeiten zu filmen.

      • Markus 1. Juni 2011, 18:48   »
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        Hallo Gunther,
        das bringt im wahrsten Sinne noch etwas mehr „Licht in mein Dunkel“, danke für die Korrekturen!

      • Sascha 10. August 2013, 22:09   »
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        Du widersprichst Dich aber ein bisschen, was Du im Artikel geschrieben hast. Da schreibst Du: „Je höher die Framerate, um so irrelevanter [...] Wenn Ihr mit 60fps filmt, werdet ihr vermutlich kaum einen Unterschied mehr feststellen, ob ihr kurz oder lang belichtet. Schon bei 30fps müsst ihr genau hinsehen.“

        In der Antwort auf Markus‘ Kommentar schreibst Du: “ In Deutschland, mit 50Hz Netzfrequenz, sollte man dann wirklich eher mit 1⁄50Sek belichten – länger ist meiner Erfahrung nach nicht schlimm, also auch 1⁄30 ist okay. Kürzer allerdings, wie Du es schreibst – 1⁄70 aber auch 1⁄100 oder 1⁄150 führt zu flackern“.

        Grundsätzlich würde ich nicht mit 30fps oder 60fps filmen, sondern immer mit 25fps oder 50fps, da man hier auch mal kürzer Belichten kann, ohne ein Flimmern oder Flackern zu riskieren.

        Ich hatte nämlich just ein Shooting und hatte auf Deinen Rat hin mit 30fps statt 25fps gedreht. Teilweise musste ich auch mit 1⁄160 drehen und kann das Material in die Tonne schmeissen, weil ein hässliches Flimmern/Flackern im Bild ist. Mit 25 fps hatte ich solche Problem noch nie.

        • gwegner 11. August 2013, 09:41   »
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          Hallo Sascha,
          was Du beschreibst ist ein Problem, das durch Interferenzen zwischen Kunstlicht mit eine Netzspannung von 50Hz und den dann eingestellten 30fps zustande kommt. Wenn Du mit Kunstlicht arbeitest, sind 25fps sicher, allerdings solltest du auch hier dann auf eher lange Belichtungszeiten achten, damit es nicht doch Interferenzen gibt. In meinem Artikel bezog ich mich auf Außenaufnahmen bei natürlichem Licht.
          Grüße
          Gunther

  3. Olli Kaos 31. Mai 2011, 08:26   »
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    Hallo Gunther, wieder mal ein genialer Artikel, der mir sehr geholfen. Zwar nicht in Punkto filmen, da ich aus meiner D90 noch nicht schlau geworden bin, was filmen angeht aber der Filter lässt sich ja wunderbar in der Fotografie zum Thema bewegendes Wasser einsetzen. Ich wusste garnicht das es sowas gibt. Wenn man bedenkt bis auf eine 400x Belichtung zu kommen. Dann sind ja Bewegungsunschärfeeffekte in der prallen Mittagssonne möglich. Genial ;-)

    Vielen Dank für den Artikel

    • gwegner 31. Mai 2011, 08:40   »
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      Olli, wenn den Filter nur zum Fotografieren einsetzen willst, dann empfehle ich Dir einen ND-1000, damit kannst Du 1000x solange belichten, sprich der schenkt Dir 10 Blendenstufen.
      400x hört sich zwar schon viel an, aber für Langzeitfotos, wie das in dem Artikel gezeigte, kann es nicht lang genug sein.

      Ein sehr günstiger und doch sehr guter Filter ist der Haida ND-1000, der liegt zwischen 30 € und 40€ – für die meisten anderen musst Du gleich mindestens einen Hunni hinlegen.

      Ich selbst nutze den Haida und die Qualität ist meines Erachtens nach absolut vergleichbar mit den teureren. Ich schreibe dazu in Kürze mal einen Artikel.

      • Olli Kaos 31. Mai 2011, 12:54   »
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        Danke Gunther, der ist natürlich perfekt. Vorallem für den Preis. Bestellt! Erste Bilder folgen dann bald ;-)

  4. Thomas 1. Juni 2011, 18:38   »
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    Klasse Bericht. Wenn man die Abbildungen sieht, dann fängt man erst richtig zum Nachdenken an.

    Ich hätt aber noch zwei Fragen zu den ND-Filtern:

    Ich habe bisher nur den B+W ND1,8 für 6 Blenden, aber der verursacht an meiner D300s schon so eine auffällige Rotfärbung dass JPEGs völlig unbrauchbar wären.
    Mit RAW und Lightroom bekommt man’s dann hin.

    Wie ist das bei Euch, habt Ihr bei 1,8 auch schon einen so deutlichen Farbstich beim Fotografieren?

    Und: gibt’s eigentlich im DSLR-Videobereich eine Software, die einigermaßen professionelle (klar nicht wie in RAW) Farb‑ und Belichtungskorrekturen erlaubt?

    • Markus 1. Juni 2011, 18:52   »
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      Hallo Thomas,
      zum Thema Korrektur-Möglichkeiten kannst Du Dir mal den kürzlich erschienen Technicolor CineStyle (für Canon) anschauen. Habe kürzlich noch darüber gebloggt.
      Es gibt bei Canon (Nikon kA) verschiedene Picture Styles, die den Aufnahmen etwas mehr Dynamik verleihen.
      Die Aufnahmen wirken dann anfänglich etwas farb‑ und kontrastlos, lassen sich dann aber in z.B. Adobe Premiere oder Final Cut extrem aufbessern.
      Schau mal nach Technicolor CineStyle und S-Curve LUT Table, da wirst Du fündig.

    • gwegner 1. Juni 2011, 19:14   »
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      Hallo Thomas, soweit ich weiß führen alle ND Filter zu gewissen Farbverschiebungen. Bei meinem Haida ND 1000 geht es ins Blaue, bei den B+W Filtern geht es eher ins Rot. Lässt sich alles hervorragend korrigieren, da es nur Verschiebungen sind. Mit Lightroom sowieso – und bei den Videoprogrammen kenne ich keines, dass nicht Farbkorrekturfilter mitbringt, vom einfachen bis hin zum 3 Wege Korrekturfilter. Da muss man dann etwas experimentieren.

  5. Thomas 2. Juni 2011, 10:20   »
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    Tag Markus,

    ja von Canon kenne ich solche Dinge. Ich habe neulich das interessante Buch von Lancaster „DSLR Cinema“ gelesen, der spricht von „flat picture style“ und da wird dann viel mit Magic Bullet gemacht. Allerdings auch auf schon etwas abgehobenem Niveau.

    Zum Vario ND:
    hab erst einen Test zum neuen Vario von Heliopan 0,3–2,0 gesehen. Der bringt auch bei 6 Blenden kaum Farbabweichung (zumindest an der Canon)und soll besser sein als die festen ND vom gleichen Hersteller – für das „Schnäppchen“ von 200 €!

  6. Thomas 2. Juni 2011, 11:50   »
    Gravatar

    Hallo nochmal, (und nur kurz weil doch etwas OT)

    hab mir die Videoprogramme mal etwas angesehen, aufgefallen sind mir:
    Adobe Premiere Elements
    MAGIX Video deluxe 17 Premium
    Corel Video Studio X4

    Könnt ihr davon eins empfehlen, oder gibts was besseres (für Nikon und Windows 7 64bit) vor allem auch zur Farb‑ u. Belichtungskorrektur. Will die Videos in Foto-Präsentationen mit m.objects einbinden, daher ist Schnitt zumindest jetzt am Anfang nicht so wichtig.

  7. Gravatar

    [...] Woche bin ich durch diesen Bericht von Gunther auf einen sehr preiswerten variablen Graufilter aufmerksam geworden. Sowas kannte ich bisher nur [...]

  8. Mr.Burns 8. Juni 2011, 14:00   »
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    Hallo Gunther,

    Du schreibst hier in deinem Artikel:

    >In vielen Tutorials wird immer wieder empfohlen, als >Belichtungszeit den doppelten Wert der Framerate zu >nutzen. Bei Aufnahmen mit 50fps also 1⁄100 Sek., bei >25fps 1⁄50 Sek. usw

    Du schreibst auch, dass Du Dir die D5100 zugelegt hast.
    Nun meines Wissens kann man bei der D5100 die Belichtungszeit aber nicht einstellen.
    Wie macht man dass nun mit der Belichtungszeit und der Formel „1/(Framerate *2)“ und der D5100?

    Danke für jegliche Art von Tipp/Hilfe!

    • gwegner 8. Juni 2011, 14:29   »
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      Bei der D5100 geht das leider, leider nicht. Warum Nikon hier den manuellen Modus weggelassen hat wissen sie wohl nur selbst – wenn überhaupt. Wie man ohne klarkommt hatte ich ja hier schon beschreiben. Du kannst nur die Blende festlegen, wenn Du im A-Modus filmst. Die Zeit und ISO wählt die Kamera automatisch, zeigt sie aber idiotischerweise im Display nicht richtig an.
      Ich nehme allerdings an, dass die Automatik erst dann ISO hochregelt, wenn die Zeit nach obiger Regel erreicht ist, alles andere würde keinen Sinn machen. Das vorausgesetzt, ist es schon sinnvoll auch bei den kleinen Nikons die Lichtmenge z.B. durch Graufilter zu begrenzen um zu längeren Zeiten zu kommen.
      Spiel doch einmal ein bisschen mit der Cam. Halte sie z.B. vor Deinen Monitor, bei kurzen Zeiten siehst du Interferenzstreifen. Daran kannst Du absehen, ob die Kamera die Zeit ändert oder nicht.

    • gwegner 8. Juni 2011, 14:47   »
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      Hier noch ein Nachtrag: Es scheint doch möglich zu sein, die „kleinen“ Nikons auszutricksen, um Zeit und ISO festzusetzen.

      Die Idee ist, alle Einstellungen manuell vorzunehmen, dann AE-L zu drücken und dann in den Liveview zu wechseln.

      Das Problem dabei ist, dass die Kamera im Moment wo Du den Live-View aktivierst eine Neubewertung der Belichtungssituation vornimmt und diese dann speichert.

      Mit folgendem Trick scheint es aber zu funktionieren:

      • Wähle Zeit, Blende und ISO im Ⅿ Modus, so wie sie für Dich passen, zur Not mit einigen Probeaufnahmen. Live-View ist aus!
      • Schaue nun durch den Sucher und suche Dir einen Bildausschnitt, in dem der ± Belichtungsbalken bei 0 steht (korrekte Belichtung).
      • Speichere mit der AE-L Taste die Belichtung.
      • Wechsle nun in den Liveview. Die Kamera macht eine Neubewertung stellt aber fest, dass alles in Ordnung ist und behält Deine Werte (wenn alles in Ordnung ist! Das geht z.B. nicht, wenn unmögliche Zeiten (z.B. kürzer als 1⁄30) eingestellt sind.
      • Nun ist die Belichtung gelockt und Du kannst damit filmen.

      Das ganze ist ein bisschen umständlich, scheint aber letzen Endes zum gewünschten Ergebnis zu führen.

      Bitte berichte mir mal von Deinen Erfahrungen!

      • Mr.Burns 8. Juni 2011, 14:52   »
        Gravatar

        Hallo Gunther,

        danke für Deine Antwort, habe soeben auch einen Thread (in englisch) genau darüber gelesen. Dort heißt es aber, dass dies wohl nur mit der ‚kleineren‘ D3100, nicht aber mit der D5100 gehen soll.
        Vielleicht kann das man jemand testen, der eine D5100 zur Hand hat?
        (Meine ist wie gesagt beim Nikon-Service)

        • gwegner 8. Juni 2011, 15:09   »
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          Ich habe es getestet, bei mir geht es mit der D5100.

          • Mr.Burns 8. Juni 2011, 15:31   »
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            Hallo Gunther,<

            danke für Deinen Schnelltest.
            Wenn ich die D5100 zurückhabe, werde ich es auch mal probieren, werde dann hier berichten…

  9. Mr.Burns 8. Juni 2011, 14:34   »
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    Hallo Gunter,

    danke für Deine Antwort.
    Hast Du mal probiert anstatt Modus A den Modus S zu wählen und eine Zeit einzustellen? Geht das?
    (kann z.Zt. nicht testen, da meine D5100 wg. Artefakten beim Filmen beim Nikon-Service ist :-()

    • gwegner 8. Juni 2011, 14:49   »
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      Der S-Modus geht auch nicht direkt, aber zu Abhilfe habe ich ja eben schon etwas geschrieben.

  10. sprung achim 30. Oktober 2011, 17:00   »
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    Hallo Gunther,erstmal DANKE für die tollen und informativen Tipps.
    Nun meine Frage zu den Graufiltern, habe nun 2 objektive mit leider versch. durchmesser, 1 WW 10–24, 1 Tele 28–250,
    jetzt weiss ich nicht für welches ich die graufilter am besten verwenden soll. Kannst mir einen Tipp geben ??
    Vorerst Danke für die Hilfe

    Gruss
    Achim

    • gwegner 30. Oktober 2011, 17:19   »
      Gravatar

      Kauf Dir doch den Graufilter für das größere Gewinde und dazu einen adaper für das kleinere. So rum funktioniert das problemlos und der Adapterring kostet nur einen Bruchteil eines Filters.
      Beste Grüße, Gunther

  11. J. Gates 18. Januar 2012, 19:28   »
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    Ein klasse Artikel, welcher Einsteigern gekonnt die wichtigsten Aspekte für das Filmen nahe bringt, umgangssprachlich und seriös. Ich habe mich sehr über die Informationen gefreut und werde direkt verschiedene Film-Modi mit meiner D5100 ausprobieren. :)

    Liebe Grüße

  12. Maiurb 18. September 2012, 14:21   »
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    Hallo, super Artikel, aber kurze Frage.
    Ich filme hauptsächlich Bouldervideos (Klettern) siehe (https://vimeo.com/49517204) wo es nicht darum geht etwas freizustellen, sondern wo alles eigentlich durchgängig scharf sein soll. Macht es dann nicht mehr Sinn eine kleine Blende zB: 11 einzustellen und nicht mit Offenblende zu arbeiten? Filme mit der Sony a57 – 50fps.

    Oder habe ich jetzt was komplett falsch verstanden, was die Blende und den damit verbundenen Schärfeverlauf angeht.

    Für die Detailaufnahmen verwende ich schon den Schärfeverlauf im A-Modus, aber wenn ich dann den kompletten Durchstieg filme, sollte immer alles scharf bleiben und nicht nur der Akteur.

    Mfg Maiurb

    • gwegner 18. September 2012, 15:22   »
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      Wenn Du Schärfentiefe brauchst, dann musst Du natürlich abblenden…

  13. Jan 26. Dezember 2012, 17:22   »
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    Hi
    vielen dank für die hilfreichen Tipps. Werde es jetzt auch noch mal probieren mit dem Filmen bisher kam nur schrott raus. Aber dank dieser Tipps dürfte wohl was machbar sein

  14. agrarfoto 16. April 2013, 20:37   »
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    Hallo Gunther,

    ich filme mit einer Nikon D5200 und mit einem Nikkor 24–70, oder auch mit einem Nikkor 50mm 1,4;
    dabei habe ich bis jetzt immer darauf geachtet, dass ich auch bei großen blendenöffnungen auf 1⁄50 sec. belichtungszeit komme – hab dafür haida graufilter; aber das ergebnis mit den graufiltern sieht für mich furchtbar aus, so ein blauer farbstich! und den bringt man ja nicht so leicht weg wie bei fotos in RAW aufgenommen; nun habe ich die belichtungszeit beliebig verkürzt, bin sogar auf unter 1⁄1000 gegangen und kann beim besten willen kaum unterschiede im film feststellen, außer: es handelt sich um szenen wo viel bewegung ist, besonders bei sich drehenden rädern,diese spielen dann schon sichtlich verrückt
    meine frage an dich und an das forum: kann man beim filmen bei eher ruhigen objekten die belichtungszeit (beinahe) beliebig verkürzen? ist die 1⁄50 sec. eher nur theorie? im endeffekt könnte man dann den graufilter weglassen und bequem mit der belichtungszeit auf die gewünschte blende kommen, was ja besonders bei der D5200 sehr praktisch wäre, da man hier für die blendeneinstellung liveview verlassen muss.

    vielen dank!
    agrarfoto

  15. Josef 3. Mai 2013, 12:16   »
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    @agrarfoto

    Diese billigen ND Filter haben immer Nachteile. Natürlich reduzieren sie das Licht, aber oft nicht Farbneutral. Wie bei Objektiven ist gutes Glas teuer. Ich kann die Filter von Heliopan empfehlen, sind leider nicht ganz günstig.
    Ich würde die Belichtungszeit immer bei 1⁄50 lassen, außer du willst deutlich mehr Bewegungsschärfe. Die 1⁄50 sehen einfach nicht so videomässig aus.

  16. Gravatar

    […] Woche bin ich durch diesen Bericht von Gunther auf einen sehr preiswerten variablen Graufilter aufmerksam geworden. Sowas kannte ich bisher nur […]

  17. Salim 10. September 2013, 12:33   »
    Gravatar

    Ein Sehr aufschlussreicher und super erklärter Beitrag. Da kann meinen ersten Filmversuchen ja nichts mehr im Wege stehen. Danke!

  18. Jens Deutscher 1. November 2013, 11:06   »
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    Also wenn ich mit meiner slt a 57 in den Automatikmodus schalte, bleibt die Blende fest auf 3,5 . Die Kamera stellt dann die Belichtungszeit je nach Helligkeit bis auf Anschlag (1⁄4000). Die Kamera interessiert sich in dem Moment nicht für Faustregeln von wegen Belichtungszeit doppelte Framerate. Wie ist das zu verstehen?
    Und was passiert wenn ich 50p mit 1⁄100 filme und später 25p z.B. auf youtube hochlade? wird da dann jedes zweite Bild weggelassen und habe dann als Ergebnis 25p mit 1⁄100 ?
    Und wenn ich 25p 1⁄50 filme, und ich mit meinem Motorrad durchs Bild fahre, empfinde ich die Bewegungsunschärfe zu arg und sehr unangenehm, siehe hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=6nvw6mpfqJ0

    Mit freundlichen Grüßen Jens Ⅾ.

    • gwegner 1. November 2013, 13:17   »
      Gravatar

      Hallo Jens,
      die schnellen Wiederholfrequenzen (50p/60p) solltest Du nur einsetzen, wenn Du später auch Zeitlupe etc. machen willst. Ansonsten beschneidest Du Dich damit in der Belichtungszeit.
      Dein Video sieht doch klasse aus – genau der Effekt ist es doch, der dem Ganzen den „cineastischen Look“ gibt. Viele würden sich glücklich schätzen, so tolle Videos hinzubekommen!
      Mach weiter so,
      Gunther

  19. Maik 1. November 2013, 21:36   »
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    Hallo, die Frage von Jens ist nicht ganz unberechtigt. Was macht diese Automatik eigentlich, dass es möglich ist normal aussehendes Filmmaterial zu erstellen bei Belichtungszeiten von 1⁄4000 wenn die eigentlich Faustformel lautet: 25p=1⁄50, 50p=1⁄100 etc.

    • gwegner 1. November 2013, 22:22   »
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      Was soll sie machen, sie belichtet mit 1⁄4000, wenn das so eingestellt ist. Solch kurze Belichtungszeiten heißen ja nicht, dass man das Material dann wegwerfen kann, es wirkt halt etwas ruckeliger bei schnellen Bewegungen, da es keine Bewegungsunschärfe gibt.

  20. Thomas 4. Januar 2014, 18:10   »
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    Super Artikel und sehr gut erklärt. Jetzt wäre auch das Thema mit der Filmbelichtung auch geklärt. Vielen Dank und weiter so.

  21. Gravatar

    […] Beim Drehen (im 25p Modus) sollte man die Belichtungszeit möglichst auf den Wert 50, also 1⁄50 Sekunde, stellen, damit die Bilder flüssig wirken. Wer eine kleinere Zahl wählt, läuft Gefahr, dass die Bilder verwischt und unscharf wirken. Bei einer deutlich größeren Zahl sehen viele Aufnahmen ruckelig aus. Warum? Das erklärt Fotograf Gunther Wegner hier. […]

  22. Joachim Schüll 22. März 2014, 20:03   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    ganz oben heißt es, „deswegen habe ich mir … noch die Ⅾ 5100 gekauft, die mit 30 fps filmen kann“. Diese Rate lässt sich (bei meiner D5100) aber nur unter NTSC einstellen – spielt das keine Rolle? Unter PAL geht es nur mit 25 fps!
    Mehr Flexibilität mit der Verschlusszeit käme mir sehr entgegen, denn bei einem geplanten Urlaub in Schwarzafrika will ich Tiere filmen und photographieren – die auf langwieriges Einstell-Gefummel keine Rücksicht nehmen – unbewegte Natur dagegen ausschließlich photographieren.

    Beste Grüße
    Joachim

    • gwegner 23. März 2014, 10:03   »
      Gravatar

      Das ist immer so. Wenn Du 30⁄60fps möchtest, musst Du auf NTSC umstellen. Macht sonst keinen Unterschied.

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