Warum ich meine WWF Mitgliedschaft gekündigt habe

23062011

Gestern lief in der ARD (leider erst um 23:30) die Dokumentation „Der Pakt mit dem Panda“ von dem Bremer Journalisten und mehrfachen Grimmepreis-Träger Wilfried Huismann. Er berichtet auf erschütternde Art und Weise über die Zusammenarbeit des WWF mit Großkonzernen wie Monsanto und die abstrusen Ansätze, den Palmölanbau z.B. in Indonesien durch „Nachhaltigkeitssiegel“ salonfähig und grün zu machen.

Heute ist der WWF die einflussreichste Lobbyorganisation für die Umwelt – weltweit. Dank bester Kontakte zur Politik und zur Industrie. Eine ständige Gratwanderung zwischen Engagement und Käuflichkeit. Ein ganzes Jahr arbeitete der Dokumentarfilmer Wilfried Huismann an einem Film, der das grüne Bild des WWF entzaubern wird. Hinter der Öko-Fassade entdeckte der Autor während seiner Dreharbeiten weltweit Geschichten voller Sprengkraft.

Mich hat der Film aus zwei Gründen erschüttet. Erstens wegen der schockierenden Bilder der nach wie vor rasant fortschreitenden Zerstörung der Wälder in Indonesien und Südamerika für den Anbau von Palmöl und genmanipuliertem Soja – und zweitens weil ich als langfähriges WWF Mitglied mir gerade von dieser Großorganisation die Macht zu einer größten Einflussnahme in die richtige Richtung erwartet hätte.

Immerhin habe ich auch einen Teil unserer Bucherlöse dem WWF gespendet. Damit ist jetzt Schluss. Ich habe noch gestern Nacht meine Mitgliedschaft online gekündigt. Ich werde in Zukunft eine oder mehrere kleine, schlagkräftige Organisationen unterstützen anstatt den Lobbyismus des WWF weiter zu fördern.

Bis dato ist Wilfried Huismann schon mit sechs Unterlassungsverfügungen überzogen worden, so dass es ein Glück war, dass der Film gestern überhaupt ausgestrahlt wurde.

Radio Bremen hat gestern ein kurzes Interview mit dem Filmemacher geführt: auch sehr hörenswert (online verfügbar).

Weiterhin gibt es bei süddeutsche.de einen 3-seitigen Artikel zu dem Thema mit einer sehr guten Zusammenfassung und dem Fazit:

Die ARD sendet den 45-minütigen Film spätabends – und wird damit immerhin dem Auftrag gerecht, Kinder und Jugendliche vor 23 Uhr vor verstörendem Programm zu verschonen.

„Der Pakt mit dem Panda“ online schauen

„Der Pakt mit dem Panda“ ist jetzt auch in der ARD-Mediathek zu finden. Wie lange er dort verbleibt, weiß ich allerdings nicht. Durch den Tipp von Andrea auf facebook verlinke ich daher hier zusätzlich eine Kopie auf youtube in zwei Teilen.

Die Qualität auf youtube ist leider nicht ganz so gut, zu folgenden Terminen sind allerdings noch Wiederholungen angesetzt:

An folgenden Terminen könnt ihr den Film noch im Fernsehen sehen:

  • EinsExtra, 24. Juni 2011, 21:02 Uhr
  • EinsExtra, 27. Juni 2011, 05:30 Uhr
  • EinsExtra, 9./10. Juli 2011, 00:20 Uhr

Fazit

Ich kann Euch nur empfehlen, Euch das mal anzusehen, auch wenn ihr kein WWF-Mitglied seid. Der Film gibt auch wieder einmal einen Anstoß dazu, das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Ich hoffe, dass durch diese Enthüllungen nicht die generelle Spendenbereitschaft der Menschen gegenüber Naturschutzorganisationn im Allgemeinen noch weiter abnimmt – ich hoffe allerdings, dass der Film möglichst vielen Menschen die Augen für die drängenden Probleme öffnet und sie motiviert, ihr eigenes Verhalten zu überdenken und zielgerichtet an Organisationen zu spenden, die wirklich etwas bewegen wollen und bei denen nicht nur wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.

Ein gutes Gefühl habe ich zum Beispiel bei:


Was sagt ihr? Hat Euch der Film überrascht? Kennt ihr noch eine oder mehrere Umweltorganisationen, bei denen Ihr ein gutes Gefühl habt? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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40 Kommentare bisher


  1. Margit 1. August 2015, 03:24   »
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    ich habe den Film auch nicht gesehen.
    Wenn für Soja so viele Regenwälder geopfert werden, so eben wegen des Viehfutters für die Masttierhaltung der westlichen Welt, ⅾ. h. für diejenigen, die Fleisch essen.
    Daher denke ich, dass man zur Vermeidung der Abholzungen selbst daraus den einzigen Schluss ziehen sollte:
    Kein Fleisch mehr zu essen.
    Ist ja auch viel gesünder für die Leber und für den Organismus. Die Gefahr eines Krebses (Darm‑, Brustkrebs z. B.) sinkt auch. Dazu gibt es wissenschaftliche Studien.

    Ich vermute, dass man vermutlich bei allen Organisationen negative Aspekte finden wird. Wenn eine Organisation unterm Strich mehr Gutes tut, als „Ungutes“, wäre das daher für mich ausreichend. Denn perfekt ist sicher keine Organisation.

    Ich denke da an die Kirchen:
    Das 5. Gebot der 10 Gebote (=Du sollst nicht töten) wird von vielen Gläubigen und auch Kirchenvertretern (!) gänzlich ignoriert, da viele Gläubige und viele Kirchenvertreter Fleisch essen. Es gibt vereinzelt Pfarrer, die sich aber daran halten, doch eben nur vereinzelt.

    Das wäre übrigens noch ein weiterer Grund, kein Fleisch mehr zu essen für denjenigen, dem die gesundheitlichen, sozialen und ethischen Gründe, die ich oben nannte, nicht ausreichen.

    Wenn Palmöl tatsächlich für die Herstellung von Bio-Ethanol mitverwendet wird, muss man das politisch lösen. Als Einzelner kann man dazu wenig tun, denn mehr als ein spritsparendes Auto zu fahren, was ich schon immer tue, geht nicht, wenn man aufs Auto angewiesen ist.
    Aber die Politik könnte bzw. müsste hier eingreifen. Wenn ich aber lese, dass in Brasilien sogar Ethanolanteile von 20 % im Treibstoff enthalten sind und die Regenwälder Brasiliens wohl auch dafür abgeholt werden, frage ich mich, wie man das verhindern kann ?

  2. Bettina 22. September 2014, 11:37   »
    Gravatar

    ich habe den Film jetzt nicht gesehen und kann daher auch nichts darüber sagen, aber glaubt ihr, dass andere Organisationen es anders machen? zb von Ärzten ohne Grenzen gehört – ohne irgendwelche Leute zu schmieren ist es nicht mal möglich, überhaupt zur notleidenden Bevölkerung durchzukommen

  3. RaveKev 22. Februar 2013, 09:27   »
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    Ich bin gerade über google auf deine Seite gestoßen, da ich meine Dauerspende kündigen wollte, aber ich bin schon seit einiger Zeit einer deiner Leser und FaceBook-Fans :)

    Auf der WWF-Seite habe ich kein kein Formular für eine Kündigung gefunden. Das von dir verlinkte gibt es leider nicht mehr.
    Jetzt habe ich es per Kontaktformular versucht, mal sehen, ob es klappt.

    In Zukunft werde ich wohl für „sea shepherd“ spenden, ich finde deren Aktionen und Auftreten ziemlich gut.

  4. Fanny 21. April 2012, 07:44   »
    Gravatar

    Schön, dass du deine WWF-Mitgliedschaft so einfach online kündigen konntest. ICh wollte das, nachdem ich den Film letztens auf 3sat gesehen habe, auch machen, aber diese Seite, die du verlinkt hast, gibt es mittlerweile aber nicht mehr. Wahrscheinlich eine weitere Reaktiondes WWF auf die Dokumentation…

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