Reisefotografie – Teil 1 – Tipps zum eigenen Verhalten bei der Fotografie auf Reisen

27112010

Nicht immer befinden wir uns beim Fotografieren in unserer heimischen Komfortzone. Wenn wir in ferne Länder reisen, begeben wir uns in ein komplett anderes Umfeld mit anderen sozialen Strukturen, anderen kulturellen Hintergründen und anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Manaus - Wahnsinn
Manaus – Wahnsinn

Häuserschluchten und eine unheimliche Menschenfülle prägen das Straßenbild. Überall auf den Bürgersteigen sind Stände und Buden, die etwas verkaufen wollen. Von den Bürgersteigen bleibt gerade soviel Platz übrig, dass wir uns hintereinander durchquetschen können. Wir schieben uns durch ein Gewusel von Menschen. Richtig sicher fühlen wir uns hier nicht.

Wir befinden uns in Manaus, Brasilien. Einer Millionenstadt inmitten des Amazonas-Regenwaldes. Viel haben wir bei dieser Stadtbesichtigung nicht bei uns. Ich habe ein Fake-Portemonnaie mit abgelaufenen Kreditkarten und ein paar Scheinen in der Hosentasche. Falls wir überfallen werden, kann ich das ohne nennenswerten Schaden herausgeben. In der anderen Hosentasche habe ich lose ein paar Scheine und Münzen für den heutigen Bedarf. Ansonsten haben wir nur noch unsere Regenjacken und die kleine Lumix dabei. Ohne Fotos wollen wir die Stadt ja nicht verlassen.

Dieser Auszug aus unserem Buch Brasilien – Highlights des Nordens, könnte auch in einer beliebigen anderen Stadt spielen und ich zitiere ihn nicht, um Brasilien hier zu diskreditieren – nichts läge mir ferner, denn in diesem Land wurde ich geboren und das Land ist einfach wunderbar. Aber diese Situation macht deutlich, dass es dort, wie in fast allen Großstädten dieser Welt, auch schwierige Ecken gibt und sie macht uns eine Herausforderung der Reisefotografie besonders deutlich:

Wie kommt man an möglichst gute, d.h. aussagekräftige und qualitativ hochwertige Fotos und vor allem, wie bringt man diese dann auch noch nach Hause, ohne sein Equipment, seine Fotos oder gar sein Leben aufs Spiel zu setzen?

Gerade in den am spannendsten zu bereisenden Ländern Süd‑ und Lateinamerikas, Asiens und Afrikas sind unserer aller Kamera-Ausrüstungen in der Regel mehr wert, als manche Einheimischen in vielen Jahren verdienen. Das Wissen über den Überfluss in den im Verhältnis dazu reichen Ländern – zu denen auch Deutschland gehört – trägt unter Umständen das übrige dazu bei, die Hemmschwelle zu senken, sich dieses teuer aussehende Equipment aneignen zu wollen. Meist wird es dann auf dem Schwarzmarkt zu einem Bruchteil des eigentlichen Wertes verkauft – denn den wahren Wert können die Diebe in der Regel nicht abschätzen.

Das Faultier
Das Faultier

Einen Tag später befinden wir uns 80 km von Manaus entfernt inmitten des tropischen Amazonas Regenwaldes. Hier fotografieren wir Faultiere, Papageien und die letzten Ureinwohner. Die Lumix bleibt im Rucksack. Hier können wir gefahrlos die Nikon mit dem Tele-Objektiv auspacken. Und hier brauchen wir sie auch, denn der dichte Regenwald schluckt bis zu 90 % des Tageslichts. Die Augen gewöhnen sich schnell daran. Erst der Belichtungsmesser der Kamera offenbart, wie wenig Licht hier unten wirklich ankommt. Lichtstarke Objektive mit VR und ein rauscharmer Sensor spielen hier ihre Vorzüge aus. Eine der wenigen fotografischen Situationen, in denen die Technik wirklich hilft.

 

In dieser Artikelreihe möchte ich Euch einige unserer in Jahren des Reisens gesammelten Erfahrungen weitergeben und Tipps aufzeigen, wie man sicher und trotzdem „fotografisch anspruchsvoll“ reisen kann.

Ein Tigerchamäleon in freier Wildbahn mit dem Nikkor 18-200 VR
Ein Tigerchamäleon in freier Wildbahn mit dem Nikkor 18–200 VR


Das eigene Verhalten

In einem angespannten Umfeld mit sozialem Ungleichgewicht ist es wichtig, möglichst wenig aufzufallen. Als Mitteleuropäer ist das allerdings oft schon wegen der eigenen Statur und Hautfarbe schwer. Kommt dazu noch eine unpassende Kleidung und eine dicke Kamera um den Hals, ist der reiche „Gringo“ perfekt. Ein leichtes Opfer.

Die Devise ist also: nicht auffallen. So tun, als ob man dazu gehört. Als ob man hier leben würde. So unwahrscheinlich ist das ja in diesen Städten gar nicht – denn sie sind oft Schmelztigel der Nationen. Aber man muss sich dann natürlich auch wie jemand verhalten, der hier lebt und nicht wie ein Tourist.

In Salvador haben wir einmal einen Einheimischen gefragt, woher er denn wüsste, wer Tourist sei und wer Brasilianer.

Er sagte: „Das ist ganz einfach. Die Touristen bleiben ständig unvermittelt stehen und schauen nach oben zu den Häuserfassaden – oder sie fotografieren.“

So einfach ist das.

Hier also einige gute Tipps:

  • Nehmt möglichst wenig mit auf den Trip in die Stadt.
  • Kleidet Euch nicht wie Touristen sondern wie Einheimische. Was haben die an? Kauft Euch vor Ort ein paar günstige Sachen und tragt die anstatt der teuren Jack-Wolfskin Ausstattung.
  • Tragt wenig Geld bei Euch, verteilt es am Körper.
  • Holt euch in einem Laden eine Einkaufstüte und packt dort die paar Sachen hinein, die ihr bei Euch habt. Das ist viel, viel besser als ein Rucksack oder eine Kamera-Tasche, die für sich schon Begehrlichkeiten wecken! Selbst eine teure Kamera wird, in ein Handtuch eingewickelt und in einer Plastiktüte getragen, kein Aufsehen erregen.
  • Seid hellwach. Beobachtet unauffällig aber sehr aufmerksam Eure Umgebung. Folgt Euch jemand? Versucht ihn unauffällig abzuschütteln. Ist er nach einigen Richtungswechseln immer noch hinter Euch? Nun, dann könnt ihr Euch sicher sein – jemand hat es auf Euch abgesehen. Versucht ihn abzuhängen. Steigt z.B. in einen Bus. Klappt das alles nicht, bleibt stehen und schaut ihn offen an. Zeigt ihm, dass ihr wisst, dass er etwas vor hat. Über eine entsprechende Situation habe ich ja schon einmal berichtet.
  • Nutzt die Technik des Fake-Portemonnaies mit einigen Scheinen und abgelaufenen Kreditkarten. Diebe wollen schnelle Erfolge. Gebt sie ihnen im Falle eines Falles.
  • Solltet ihr überfallen werden, gebt euer (Fake‑)Portemonnaie ohne Zögern heraus. Gebt auch die Kamera heraus oder was sie sonst haben wollen. Gebt den Dieben, was sie wollen.
  • Waffen und Messer sind in der Regel keine Option. Bedenkt: Kriminelle können viel besser damit umgehen, als ihr und sind viel routinierter und skrupelloser!
  • Das Einzige, das wir daher für den allergrößten Notfall (!) immer dabei haben, ist Pfefferspray. Allerdings ist das das allerletzte Mittel wenn Diebe mehr als Euer Hab und Gut wollen.
    Das ist aber extrem selten der Fall!
    Ihr müsst Euch wirklich wirklich 100%ig sicher sein, wenn ihr es einsetzt. Es gibt dann kein Zurück mehr.
    Denkt an den Wind. Haltet die Dose vor allem richtig herum (kein Witz!). Meist haben die Dosen auf einer Seite so einen Clip – prägt Euch ein ob der links oder rechts ist, wenn die Düse nach vorne zeigt. So könnt ihr sie Euch schon in der Hosentasche unauffällig zurecht drehen. Bedenkt, dass ihr in dieser Situation nur einen einzigen Schuss habt und dann sofort fliehen müsst! Checkt vorher unauffällig, in welche Richtung ihr laufen könnt.

Fotografiert nur dort, wo ihr Euch absolut sicher fühlt. Verharrt an dem Ort im Zweifelsfall ein paar Minuten unauffällig. Lasst die Umgebung auf Euch wirken. Wenn alles in Ordnung ist, dann fotografiert unauffällig und lasst die Kamera dann schnell wieder verschwinden.

Sicherheit vs. Technik

Diese Beispiele oben machen natürlich einen klaren Zielkonflikt deutlich: einerseits müssen wir unauffällig Reisen, unser Equipment nicht zur Schau stellen und schnell zur Hand haben – auf der anderen Seite sind wir gerade in der Natur‑ und Tierfotografie auf ein gewisses Maß an Technik angewiesen, um brauchbare Fotos aufnehmen zu können. Beides liegt auf Reisen oft nah bei einander.

Über allem sollte auf jeden Fall die eigene Sicherheit stehen.

Das Schaubild zeigt, dass die Anforderungen an das Equipment bei diesem Spagat kaum unterschiedlicher sein könnten.

Über allem sollte auf jeden Fall die eigene Sicherheit stehen.
Wir haben schnell festgestellt – und die Beispiele machen es deutlich – dass sich diese Anforderungen mit einer einzigen Kamera nicht ohne Weiteres unter einen Hut bringen lassen.

Unsere Empfehlungen

  1. Führt neben der Spiegelreflex-Ausrüstung immer noch eine zuverlässige aber nicht zu teure Kompaktkamera mit euch. Diese Kamera ist zum „weggeben“, falls die Situation eintreten sollte. Wenn ihr sicher gehen wollt, nehmt zwei mit.
  2. Versichert Euer Equipment bei einer Foto-Versicherung. Bei meiner Versicherung zahle ich 2,75 % des Neuwertes des Equipments pro Jahr und bekomme den Neuwert erstattet, sollte etwas gestohlen oder beschädigt werden. Das senkt immens die Hemmschwelle, die Kamera im Falle eines Falles herzugeben und erhöht somit signifikant Eure Sicherheit. Zum Thema Foto-Versicherung habe ich einen separaten Artikel geschrieben.
  3. Das jeweils nicht benötigte Equipment – in den Städten ist es die Spiegelreflex samt Objektiven, generell sind es volle Speicherkarten und Sicherungsmedien – lässt man an einem sicheren Ort, am besten in der eigenen Unterkunft, wenn möglich in einem Safe. Den Menschen, bei denen Ihr unter kommt, könnt ihr in der Regel vertrauen.

In den nächsten Folgen möchte ich Euch einiges zur Wahl des Equipments erzählen – sowohl für die ambitionierte Naturfotografie als auch für die aus Sicherheitsgründen mitzuführenden leichten Alternativen.

Reisefotografie – Teil 2 – Die Wahl der Spiegelreflex (DSLR) Kamera Ausrüstung

Habt ihr im Ausland schon negative oder auch positive Erfahrungen zu diesem Thema gemacht? Lasst uns doch in den Kommentaren gerne einmal daran teilhaben!

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Kommentare

14 Kommentare zu “Reisefotografie – Teil 1 – Tipps zum eigenen Verhalten bei der Fotografie auf Reisen”


  1. Michael Ernst 28. November 2010, 19:09   »
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    Ich bin häufiger abends zum Fotografieren in größeren Städten unterwegs, meist aber in DE oder zumindest in der EU. Aufgrund der Lichtverhältnisse/Panoramen nehme ich dann zwangsläufig immer ein Stativ mit. Bin gottseidank noch nicht in die Situation gekommen und befürworte die Strategie „Nehmt, aber lasst mich in Ruhe“… zur Not könnte aber das Stativ dann auch zur Verteidigung genutzt werden…Carbon hält sicher etwas aus.

    ME ;-)

  2. Phil 25. Dezember 2010, 23:59   »
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    Hallo Gunter!

    Danke für diesen Artikel, ich hoffe auf Fortsetzungen ;-) !
    Besonders interessiert mich, was Deine Meinung zum Fotografieren von Menschen ist. Hier stellt sich ja immer die Frage, ob man ein Foto heimlich macht, vorher oder hinterher frägt.

    Welche Foto-Versicherung hast Du? Der Versicherungsbeitrag klingt interessant!

    Schöne Grüße, Phil

  3. Juergen Buschbaum 26. Dezember 2010, 12:44   »
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    Brasilien und Suedamerika ueberhaupt ist sicher ein Extrembeispiel. In Asien z.B. gibt es sicher sicher auch Diebe, aber die sind selten gewalttaetig, sondern warten auf Ueberraschungsmomente oder unbeobachtete Wertgegenstaende.

    Sich (mich) „einzublenden“ faellt wirklich meist schwer. Zumal in Asien oder Afrika. Mit 190cm und weisser Hautfarbe sticht man da ueberall heraus. Und ich reise selten allein. Meine Frau und oft auch Freunde sind meist um mich. Diese „Gruppe“kann man auch als Schild benutzen.

    Zu den Gefahren, die Gunther nicht beschrieben hat, zaehlt auch die Natur oder die fremde Umgebung selbst. Im Regenwald, in der Savanne, Unterwasser sollte einige Regeln IMMER gelten:

    1. Fasst nichts an! Die schoenste Bluete kann hochgiftig sein, der kleinste Frosch toedlich. Unterwasser ist fast alles giftig, was farbig ist.

    2. Abstand halten! Loewen und Hyaenen sind Raubtiere und haben KEINE Angst vor Menschen. Eingeborene haben oft Angst vor Fremden oder wollen einfach ihre Privatsphaere. Nutzt Eure Telelinsen!

    3. Verlasst jeden Ort, wie ihr ihn vorgefunden habt! Naturschutz faengt immer mit einem selbst an. Zerbrecht keine Zweige, hinterlasst keinen Muell. Im Gegenteil, findet ihr Muell, versucht ihn in mitgebrachten Muellbeuteln mitzunehmen. (Ich mache das z.B. auch beim Tauchen)

    4. Respektiert Eure Umgebung! Fotografiert keine Menschen in Nahaufnahme, ohne sie um Erlaubnis zu bitten. Stoert nicht die Privatsphaere oder religioese Sitten. Bleibt zurueckhaltend und freundlich. Meist oeffnen sich die Menschen euch dann von selbst.

    5. Teilt Eueren Reichtum! In vielen Laendern sind die Menschen bettelarm. Und es ist ein Irrglaube, sie waeren zu stolz, Euer Geld zu nehmen. Wenn ihr sie fotografiert oder ihre Hilfe in Anspruch nehmt, bezahlt sie dafuer! Ein paar Euro entsprechen oft dem Tages‑ oder Wochenlohn…

    6. Lasst andere teilhaben! Zeigt den Menschen, die ihr fotografiert,Eure Fotos. Das schafft Vertrauen und oft Freunde/Freunde.

    Mit diesen Verhaltensregeln hab ich gute Erfahrung gemacht und mir ist niemals etwas gestohlen worden noch hab ich irgendwie Aerger gehabt. Wenn ihr zu dem noch Eure eigenen, koerperlichen Grenzen kennt und respektiert, gibts auch Unterwasser, im Hochgebirge oder im Dschungel keine Komplikationen. (Foto‑)Expeditionen sollten vor allem Spass machen. Setzt Euch nicht unter Druck, sondern lasst die Dinge passieren. Meist erlebt man dann viel mehr, als mit einer riesen Erwartungshaltung und minuzioeser Planung.

    Gruss
    Juergen

  4. gwegner 29. Dezember 2010, 11:08   »
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    Hallo Juergen,
    vielen Dank für Deine sehr konstruktive Sichtweise, die, über die reine „Vorsichts-Sichtweise“ hinaus, sehr wertvolle Verhaltenstipps gibt.
    Ich habe mich über Deinen Kommentar sehr gefreut. Hättest Du etwas dagegen, wenn ich Deine Tipps noch mit in den Artikel aufnehmen würde?
    Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr,
    Gunther

    • Juergen Buschbaum 30. Dezember 2010, 16:56   »
      Gravatar

      Hi

      Natuerlich hab ich nichts dagegen :-) Ich wollte die Tage sowieso wegen einiger Fragen zu Timelapse auf Dich zukommen. Aber das mach ich dann in einem anderen Thread …

      Guten Rutsch und ein tolles Jahr 2011
      Juergen

  5. Jens 30. Dezember 2010, 08:07   »
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    Hallo Gunther,

    wieder mal ein sehr guter Artikel. Danke dafür!
    Die Fotoversicherung ist eine Überlegung wert.
    Kannst du einen Anbieter empfehlen?

    Beste Grüße
    Jens

  6. Volker 28. Juni 2011, 16:45   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    ein interessanter Artikel, der aber meiner Meinung und Erfahrung nach, für viele asiatische Länder nur bedingt zutrifft.

    Meine Erfahrungen in asiatischen Städten sind da etwas anders als Deine Erfahrungen in südamerikanischen Städten.

    In Indien bin ich allein durch Slums gelaufen, ohne belästigt zu werden. In Großstädten wie beispielsweise Bangkok fühle ich mich sicherer als in vielen großen deutschen Städten.

    Raubüberfälle wie sie anscheinend in Südamerika häufiger vorkommen, sind in den meisten Süd‑ und Süd-Ostasiatischen Ländern (bisher) recht selten – zumindest habe ich da so gut wie nichts von gehört.

    Natürlich wird dort auch gestohlen. Wer leichtsinnig ist und seine Kamera offen irgendwo herumliegen lässt, darf sich nicht wundern, wenn sie plötzlich verschwunden ist (ich gebe zu, dass ist mir vor vielen Jahren auch schon mal passiert). Auch Taschendiebe sind nicht unbekannt.

    Was das Fotografieren angeht, sind die meisten Menschen in Asien (abgesehen von einigen religiösen Gruppen) dem Fotografieren gegenüber sehr aufgeschlossen – übrigens ohne Geld dafür zu nehmen.

    Ich bin im Gegensatz zu Jürgen nicht dafür Geld für Fotos zu bezahlen – außer ich mach richtige Fotosessions, bei denen mehr als nur ein, zwei Fotos gemacht werden.

    In Thailand haben sich schon Marktfrauen bei mir beschwert, weil ich nur ihre Waren fotografieren wollte und nicht sie. Ich habe sie dann doch noch fotografiert und wir alle waren zufrieden.

    Natürlich sollte man auch selber bereit sein sich fotografieren zu lassen, was mir schon öfter mal passiert ist.

    Gunther, Du schreibst, man sollte sich kleiden wie ein Einheimischer – was verstehst Du darunter? Soll ich mir einen indischen Lungi umbinden, einen Turban aufsetzen und dann durch die Stadt laufen? Ich denke eher nicht.

    Meiner Meinung nach sollte man dazu stehen was man ist – ein Ausländer. Allerdings sollte man nicht protzig mit superteuren Klamotten durch die Gegend laufen. Manche Touris sehen ja so aus, als wollten sie eine gefährliche Expedition unternehmen, mit der besten Survivalausrüstung etc., wenn sie mal in der Stadt spazieren gehen.

    Ich kleide mich ähnlich wie in Deutschland,. Jeans (oder eine dünne Baumwollhose), T-Shirts, mal ein Hemd oder Pullover. Selbst auf aufgedehnten Dschungeltouren in Borneo zog ich nur T-Shirts, kurze Hosen und Joggingschuhe an – und ich kam gut zurecht. Es muss nicht immer die teure Ware vom Outdoorladen sein.

    Als Ausländer falle ich auf, also sollte ich zurückhaltend und freundlich sein. Ein freundliches Lachen ist oft schon die halbe Miete – und vor allem nicht den „schlauen Deutschen“, der alles viel besser weiß, heraushängen lassen.

    Ich habe in Asien immer meine Spiegelreflexkamera dabei – egal wo ich fotografiere. allerdings transportiere ich sie in einem normalen Rucksack, bisher meistens in so einem Billigteil für ein paar Euro.

    So ich glaube , das war es fürs erste,

    schöne Grüße

    Volker

    PS: Meine Erfahrungen gelten nur für Süd‑ und Süd-Ostasien – zu Afrika und Amerika kann ich daher nichts sagen.

  7. Marc 28. September 2011, 18:03   »
    Gravatar

    Hallo,

    der Artikel ist zwar schon was älter, wollte aber trotzdem noch meinen Senf dabei tun. :-)
    7 Jahre war ich als Servicetechniker unterwegs. Überwiegend Europa, Asien und Nordafrika.
    Da ich oft nach der Arbeit Zeit für Stadtbummel o.ä. hatte, konnte ich einiges an Erfahrung mitnehmen.
    Wichtige Aspekte wie „normale“ Kleidung, lächeln und nicht in Protz und Gloria herumlaufen wurden schon gesagt.
    Was mir immer geholfen hat, war folgendes:
    Wenn ihr angesprochen werdet oder jemanden ansprecht, ist es immer gut ein paar Floskeln in der jeweiligen Sprache zu kennen. Hierzu gehören z.b „Guten Tag, Vielen Dank, Bitte sehr, Auf Wiedersehen und Entschuldigung“ Der Gesichstausdruck ändert sich immer sehr zum positiven, wenn „die Dame“ oder „der Herr“ mit in die Antworten eingebaut werden. Z.B. bei Bettlern oder Tourifängern sorgt ein klares verständliche „no, merci monsieur/madame“ „No thank you Sir“ etc… meistens für ein unterbrechen oder ablassen von euch. Sie rechnen meistens nicht damit das jemand z.b. „Sir“ zu ihnen sagt.

    Das beste ist aber, jemanden zu kennen der vielleicht mit auf Entdeckungsreise/Fototour geht. Hier kann ich nur Couchsurfing.org empfehlen. :-)

    Mit respektvollem Verhalten und gesundem Menchenverstand sollte eigentlich so gut wie nichts passieren. Und – nicht unterschätzen, geht in einigen Ländern nicht angetrunken auf die Straße. Wenn ihr eine Alkoholfahne habt, dann kann es brenzlig werden, weil dann die Hemmschwelle sinkt. Auf beiden Seiten.

    Die Sache mit der Fake Geldbörse ist gut, persönlich finde ich aber, das „weniger“ mitnehmen sinnvoller ist. Also Pass oder Kopie, Adresse der Unterkunft und loses Geld. Und ein einfaches Handy, kein i-phone o.ä.

    So, mein kleiner Beitrag.
    Grüße
    Marc

  8. jmn 25. Januar 2012, 14:46   »
    Gravatar

    Hallo,
    welche Versicherung ist es denn, die für 2,5 % die Ausrüstung im Ausland abdeckt?

    Danke!
    Jan

  9. Mark 27. April 2013, 19:15   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    die Seite ist zwar schon ein wenig älter, trotzdem möchte ich ein einer Reisen durch Südamerika ergänzen. Mit folgender Strategie bin ich in Städten immer gut gefahren, selbst Abends alleine in Guayaquil oder LaPaz (wobei mir teils schon etwas mulmig war) ist nie etwas passiert.
     – Der Punkt Kleidung anpassen und offensichtliche Wertgegenstände nicht „heraushängen lassen“ ist sicher der wichtigste. Ich trage auch gerne das Trikot des ortsansässigen Fussballvereins. Das tragen gerade von der jüngeren Generation viele, es ist atmungsaktiv und nebenbei ein schönes Souvenir.
     – Ich habe meine D300 + 18–200 + 50⁄1,8D stets in einem alten, recht lädierten Lowepro Fotorucksack, der aber nicht nach Fotorucksack aussieht. Mit einem Griff kann ich im Gehen die Kamera entnehmen, knipsen und wieder einstecken ohne den Rucksack abzusetzen.
     – die Kamera NIE wie der typische Tourist mit Standardhalsband vor der Brust tragen. Ich halte meine (wenn grade nicht im Rucksack) immer in der Hand und habe das Band als selbst-zuziehende Schlaufe ums Handgelenk gewickelt. So fällt selbst eine (gemessen am 0–8–15-Touristen) eher große D300 nicht auf.
     – Meine Kamera habe ich mit etwas Gaffa und Leukoplast verunstaltet, so sieht sie schon lädiert aus. Zudem habe ich den Gurt mit gelbem NIKON-Schriftzug gegen einen neutral-schwarzen Gurt getauscht.
     – „zwielichtige“ Gegenden meiden. Falls man sich dennoch mal unsicher fühlt: nicht „unsicher“ wirken, sondern so agieren, als wüsste man genau, was man tut. Selbst wenn ich mich absolut nicht auskenne, gehe ich scheinbar zielsicher meines Weges, so als wäre ich hier schon zig mal langgelaufen.

    • gwegner 5. Mai 2013, 10:52   »
      Gravatar

      Danke für die sehr guten Ergänzungen!

  10. Tobi 2. Mai 2013, 19:16   »
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    Wie machst Du es eigentlich mit Modelrelease? Oder braucht man die beim Drucken von Büchern nicht/fällt das unter „Presse“?

    Falls doch.. Hast Du die dann immer auf der jeweiligen Sprache dabei und wie reagieren die Menschen?

    • gwegner 5. Mai 2013, 10:45   »
      Gravatar

      Habe das im Ausland noch nicht gebraucht, fotografiere aber auch eher Tiere als Menschen ;)

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