Altiplano Reise – Fotos und Impressionen – Teil 2 – Bolivien

21122012

Heute zeige ich Euch den zweiten Teil meines Rückblicks auf die Altiplano Fotoreise, bei der ich 8 Teilnehmer in Chile und Bolivien fotografisch gecoacht habe. In Teil 1 habe ich Euch ja schon die Bilder aus Chile und der Atacama Wüste gezeigt, heute nun überqueren wir die Grenze ins viel dünner besiedelte Bolivianische Hochland.


An der Grenze, die aus nicht mehr als einer Hütte beseht, steigen wir in 3 Land Cruiser um. Ab hier beginnt die Fahrt durch das unzugängliche Geländes des Bolivianischen Hochlands.



Die Landschaft ist geprägt von Lagunen und Farben. Ja – Farben. Es ist schier unglaublich, hinter jeder Biegung des Weges tun sich neue Farben auf. Seien es die Berge, die Steine, der Himmel oder die Lagunen.

Immer wieder ziehen Windteufel über die karge Landschaft. Für unsere Fotografen ergibt sich ein fantastisches Motiv nach dem anderen.




Die Farben der Berge und Gesteine kommen von der Vielzahl an Mineralien und Elementen, die hier durch die vulkanischen Aktivitäten an die Oberfläche treten. Und auch hier gibt es stellen, an denen die Erdaktivität ganz beeindruckend und offen in Form von Geysiren zu beobachten ist.



Bald erscheint am Horizont die Laguna Colorada, eine 60 km² große, rote Lagune. Die Farbe kommt durch Mikroorganismen zustande und ist besonders in den Morgenstunden am intensivsten. Durchbrochen wird die Lagune von kleinen, weißen Borax-Inseln und Ablagerungen.


Auch hier leben Flamingos, und es ist nicht schwer zu erraten, wie ihre Farbe zustande kommt ;-)





Selbst die Wolken geben sich Mühe alles mögliche zu sein – nur nicht langweilig…


Ein weiteres Highlight wartet dann mit dem Felsenbaum auf uns, pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir diesen markanten Felsen und jeder kann sich fotografisch austoben…


Aber auch die Tierfotografen haben Glück. Die scheuen Viscachas lassen sich am besten am frühen Morgen fotografieren, wenn sie sich in den ersten Sonnenstrahlen die Kälte der Nacht aus den Gliedern tauen lassen…



Ähnlich scheint es unserem Fahrer und seiner Frau, die uns während der Tour ganz hervorragend bekocht hat, zu gehen… :-)


Jede Lagune sieht anders aus!




Und dann kommt nach Tagen der Natur und Tierfotografie plöztlich aus dem Nichts eine Bahnline und ein Zug. Und alle Fotografen (ich nehme mich da natürlich nicht aus) springen aus den Autos und fotografieren, was das Zeug hält! Abwechslung ist halt alles ;-)


Leider haben wir für die Sternen‑ und Milchstraßen-Fotografie eine ungünstige Mondpphase erwischt. Jede Nacht beglückt uns unserer Trabant in voller Pracht und macht eine Sichtung von weiter entfernten Himmelsobjekten fast unmöglich. Dann halt Mondaufnahmen ;-) Nächstes Mal wird die Reise nach dem Neumond geplant, das verspreche ich!


Und dann ist es soweit – wir erreichen den Sagenhaften Salar de Uyuni – den mit 12.000 km² größten Salzsee der Welt! Und ja, der ist verdammt groß! Man kann stundenlang darüber fahren und die am Horizont sichtbaren Berge kommen kein Stück näher. Verrückt!

Natürlich sind wir zum Sonnenaufgang auf dem See, auch wenn das heißt, um 4 Uhr aufzustehen! Aber es lohnt sich!


Einen schönen Zeitraffer gibt es dann in Kürze in meinem Film „Altiplano Skies“.



Auch auf dem Salzsee gibt es Inseln. Sie sind mit wunderschönen Kakteen bewachsen und beherbergen auch einige Tiere…




…und spannende Felsformationen!


Ganz toll sind die Muster, die in vielen Bereichen des Sees im unberührten Salz zu finden sind. Jedes Jahr sammelt sich Regen auf dem See, welcher das Salz anlöst und beim anschließenden Antrocknen bilden sich dann die typischen Sechsecke. Wenn jemand von Euch dazu die ausführliche wissenschaftliche Erklärung hat, bitte gerne als Kommentar!

Update: Mein Leser Gerd hat bei Facebook einen Link gepostet, der das Minimal-Prinzip ganz anschaulich erklärt. Dies könnte eine plausible Erklärung für die Sechseckbildung sein.


Und da die Eisenbahn vorhin ja für so viel Interesse gesorgt hat, habe ich ganz spontan noch ein weiteres Highlight in unser Programm aufgenommen, den Eisenbahnfriedhof von Uyuni. Unglaublich, was da herumsteht! Die Loks und Wagen stammen aus dem späten 19ten Jahrhundert, damals begannen britische Ingenieure in Bolivien eine Eisenbahn Infrastruktur aufzubauen, um Bodenschätze zum Pazifik zu schaffen. Um 1940 herum brach das Minengeschäft zusammen und die Loks wurden einfach stehen gelassen und so stehen sie heute noch da. Die trockene Luft erhält sie sehr gut. Gerade im Abendlicht ist das auf jeden Fall ein Ziel, dass man als Fotograf nicht auslassen darf!






Mit einem weiteren, glücklichen Gruppenbild und ein paar wunderschönen Sonnenuntergangs-Impressionen verabschiede ich mich für heute von Euch und hoffe, die Impressionen haben Euch gefallen! Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare!






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26 Kommentare bisher


  1. Heiko 27. April 2014, 20:47   »
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    Ok, les ich mir durch.
    Werde mal ausgiebig Testaufnahmen machen und das ein oder andere Bild mal in lightroom bearbeiten.
    Vielen Dank für deine Antworten!!!
    LG Heiko

  2. Heiko 26. April 2014, 00:34   »
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    Hallo Gunther,
    Sehr beeindruckende Fotos!
    ^^^Neid^^^
    Hab mal ne Frage zur Belichtung.
    Und zwar, welcher Part wird gemessen, (wie gehst du vor) wenn du z. B. einen etwas dunkleren Vordergrund und dahinter einen tollen bewölkten Himmel hast und beides sauber darstellen möchtest?
    Ich hab das Problem, wenn ich z.B. auf den Wald fokussiere,der auch scharf sein sollte, der Himmel total überbelichtet ist und wenn Ichs anders rum mache, dann hab ich zwar einen schönen Himmel, der Fokus liegt dann in den Wolken und der Wald ist schwarz.
    Bei nem Portrait im freien ist’s ja dasselbe, nur das man da sehr wahrscheinlich die Person eh freistellt und keinen großen Wert auf den Hintergrund legt. Aber was ist, wenn ich doch gern die schönen Wolken sowie das Gesicht ordentlich belichten möchte?
    Wie setzt du da die Messfeldsteuerung, Belichtungsmessung und was wird fokussiert?
    Wird da die AE-L/AF-L Taste bestimmt belegt, oder belichtet man dann am besten die hellste Stelle ordentlich und arbeitet den dunklen Part dann in lightroom auf?
    Bitte um Hilfe!
    Achso, es geht um eine D5100!!!
    LG Heiko

    • gwegner 26. April 2014, 01:11   »
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      Hi, schau Dir doch mal diesen Artikel an und diesen Fotoschnack.

      • Heiko 26. April 2014, 10:48   »
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        vielen Dank für deine schnelle Antwort.
        habe mir das Video angeschaut, aber das bezieht ja eigentlich „nur“ auf den Fokus. das ist mir eigentlich auch klar, außer ich habe da was nicht geblickt, was mir weiterhelfen kann.
        Bei dem Artikel konnte ich leider auch nichts direktes zur Belichtungsmessung finden (Matrix, Mittel und Spot).
        im „A“ Modus ist bei mir der Himmel total überbelichtet, wenn ich die Landschaft knipse.
        Muss ich dann in solch einem Fall auf Matrix gehen und dann mit der Belichtungskorrektur soweit runter gehen, bis der Himmel passt?
        Wobei die Landschaft eigentlich passt, was die Belichtung angeht;(
        Steh ich da momentan komplett aufm Schlauch und raffs einfach nicht??

  3. Richard Baumgartner 23. Februar 2013, 17:07   »
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    Hallo Gunther,

    wie machst du eigentlich die tollen Titelanimationen in den Videos? Ein kleines Tutorial, oder Links zu Tutorials, wären super!!!

    herzliche Grüße
    Richard

    • gwegner 24. Februar 2013, 09:58   »
      Gravatar

      Ich mache das alles „von Hand“ in der Video Bearbeitung Premiere Pro…

      Es gibt bei den Einsteiger Programmen da aber sicherlich einfachere vorgefertigte Möglichkeiten.

      • Richard Baumgartner 27. Februar 2013, 21:38   »
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        Vielen Dank!

  4. Florian Neukirchen 22. Februar 2013, 15:20   »
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    Die Polygone (Fünf‑, Sechs‑, Siebenecke) im Salz sind Trockenrisse, die bei der Volumenabnahme durch Austrocknen entstehen. Dabei wird die Oberfläche sozusagen in alle Richtungen gedehnt. Ein Riss bildet sich, wenn die Spannung einen Grenzwert überschreitet, wobei die lokale Spannung und damit die Lage des Risses von Rissen in der Nachbarschaft beeinflusst wird.
    Da das Salz sehr homogen ist und gleichmäßig auf Verformung reagiert, bilden sich die Risse in regelmässigen Abständen und in einer regelmäßigen Anordnung. Das passiert auch in einer austrocknenden Schlammpfütze. Die Entstehung von Basaltsäulen ist dasselbe Prinzip.

    Anschließend konnte in den Rissen Wasser aufsteigen und beim Verdunsten Salz ausfällen, darum sind es keine Risse mehr, sondern Ränder.

    • gwegner 22. Februar 2013, 15:27   »
      Gravatar

      Hi Florian,
      vielen Dank für diese Aufklärung vom Fachmann!
      LG
      Gunther

  5. Tobbi 24. Dezember 2012, 15:07   »
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    Tolle Fotos!

  6. Hagen Wegner Ingrid 22. Dezember 2012, 01:17   »
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    Hallo Gunther,
    wenn Du Dich noch übertreffen kannst, so hast Du das mit diesen Fotos wieder geschafft. Da sind einige wahrhaft künstlerische Kompositionen dabei.
    Auch die Wolke hat es mir angetan! Oder die aufgehende Sonne! Wäre ein belebendes Bild zum Aufwachen für mich .. vergrößert, versteht sich, und vis à vis an meiner Schlafzimmerwand! (Vielleicht würde aber der verschlafene Viscacha diesbezüglich sogar noch geeigneter sein. Es hat so was Erheiterndes, beim Aufwachen in das eigene Gesicht zu sehen!)
    Wie Du merkst, Deine Fotos inspirieren mich! Eins auszuwählen aber, bringt mich an die Grenze des mir Möglichen und damit auch an die meiner Bescheidenheit: Ich möchte alle haben!

    Zu den Sechsecken habe ich so meine eigenen Gedanken. Die möchte ich aber erst noch durch ein paar Informationen konkretisieren. Du hast ja selbst schon einen Denkansatz gegeben: Analoge Schneekristallstrukturen! Bienenwaben, Facettenaugen wären weitere Beispiele. Das Sechseck und seine Vorrangstellung in den Ordungsstrukturen des Lebens! Ein unglaublich spannendes Thema, finde ich.

    Danke für all die Highlights!
    Mit lieben Grüßen
    IHW

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