Die Nikon D7200 – Praxis Test und Review

27032015

Das neue Topmodel unter den Nikon Kameras mit APS-C (DX) Sensor heißt Nikon D7200. Worin sie sich von ihrer Vorgängerin, der D7100 unterscheidet und ob die Neue einen Umstieg wert ist, darüber erzähle ich Euch in diesem Testbericht.

Nikon D7200 – Endlich mit WiFi!

Bei der Ankündigung der neuen D7200 spürte ich zunächst einen Anflug von Langeweile. Kaufen? Och ich weiß nicht… Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mit Kameras ganz gut versorgt bin. Sie ausprobieren und Euch darüber berichten wollte ich aber schon – und vielleicht würde ich ja auch überrascht werden! Oft ist es ja so, dass die Ankündigung des Herstellers und die anderen Berichte im Netz bestimmte Aspekte, die mir wichtig sind, gar nicht aufgreifen. Man muss sich immer selbst ein Bild machen. Und so fragte ich bei Calumet in Hamburg nach, ob sie mir eine zum Test zur Verfügung stellen würden. Sie taten es. Und so habe ich nun seit einigen Tagen die Nikon D7200 hier bei mir und konnte mir selbst ein Bild machen.

Ich werde in diesem Bericht vor allem auf die Unterschiede zu den anderen Nikons und insbesondere der D7100 eingehen.

Optik und Haptik

Äußerlich wenig überraschend kommt sie daher, die D7200. Das gleiche Gehäuse wie ihre Vorgängerin hat sie, von Außen verraten nur die kleinen Logos für WLAN und NFC sowie das D7200 Emblem, dass es sich um eine neue Kamera handelt, ansonsten gleicht sie der D7100 wie ein Ei dem anderen.

Da ich mich mittlerweile von dem viel ergonomischeren Gehäuse der D750 verwöhnen lassen durfte, deren tiefer Handgriff einfach nur perfekt zu greifen ist, wirkt die D7200 im Vergleich dazu in meiner Hand ziemlich unhandlich – fast klobig. So geht es mir aber auch mit der D810, seit ich die D750 habe.

Versteht mich nicht falsch, das Gehäuse und Bedienkonzept der D7200 ist okay – aber eben nichts Neues, sondern eben das, was wir nun schon seit der D7000 kennen. Also seit über 4 Jahren. Und etwas, das Nikon mittlerweile besser kann, wie sie mit der D750 bewiesen haben. Und mehr noch: selbst die “kleine Schwester”, die D5500, hat den tiefen Griff spendiert bekommen und liegt mir besser in der Hand!

Nikon D7200, rechts am Handgriff das NFC Symbol

Bewährtes

Die D7200 bringt alles das mit, was die D7100 und D7000 so erfolgreich gemacht hat. Einen tollen Sensor, einen schnellen und zuverlässigen Autofokus, eine gute Bedienbarkeit. Dazu hat sie natürlich einen eingebauten Autofokus-Motor (der den kleinen Schwestern aus der 5000er Reihe fehlt) und kann somit auch alle alten Nikkore ohne eingebauten Motor problemlos fokussieren.

Sie bringt gute Video-Fähigkeiten mit, Stereo Ton, HDMI-Ausgang etc. Eigentlich alles, was das Herz begehrt.

Die Bildqualität ist bei D5200, D5300, D5500 sowie D7100 und D7200 auf hohem Niveau sehr ähnlich. Für das was rauskommt, ist es also ziemlich egal, welche dieser Nikons ihr verwendet. Die Unterschiede finden sich in der Bedienung und Ausstattung. Daher ist das auch der Schwerpunkt in diesem Artikel. Wenn ihr High-ISO-Bilder etc. sehen wollt, findet ihr die in meinem Artikel zur D7100 und auch in diesem Artikel, wo ich die neueren Modelle bzgl. ISO-Leistung und Dynamik vergleiche.

Auch die Bildwiederholrate im schnellsten Modus ist bei der D7200 mit 6 Bildern pro Sekunde identisch mit der Leistung der D7100. Völlig ausreichend, wenn ihr mich fragt.

Weiterhin gibt es wieder den 1.3x Crop Modus. 1.3x versteht sich dabei im Verhältnis zur APS-C (DX) Sensor-Größe. Gegenüber Vollformat ist das in dem Modus dann ca. ein 2x (1,5 * 1,3) Crop)  mit dann noch verbleibenden 15,4 MP und max. 7 Bildern/Sek. – und natürlich verkleinertem Sucherbild. Dazu wird ein Rahmen eingeblendet. Im Liveview wird das Bild auf die volle Größe des Displays skaliert. In diesem Crop Modus gehen die Autofokus-Felder bis an den Rand des Bildfeldes (s. Abbildung oben) und es sind die 7 Bilder pro Sekunde möglich. Bitte lasst euch nicht täuschen: durch diesen Crop-Modus wird nicht mehr Auflösung geschaffen! Es macht also für “Tele-Fotografen” keinen Unterschied (außer der höheren Bildrate) ob sie diesen Crop-Modus nutzen, oder in der Nachbearbeitung beschneiden. Ich entscheide mich für letzteres.

AF7100

 

Folgende Funktionen können, wie bei anderen “Mittelklasse”-DSLRs von Nikon (=D7000, D7100, D600, D610) und selbstverständlich auch den Größeren, direkt über Knöpfe am Gehäuse bedient werden –  in Verbindung mit dem vorderen und hinteren Drehrad:

  • Weißabgleich (inklusive Feinabstimmung mit dem vorderen Rad)
  • Qualität (RAW oder JPG, sowie die Größe der JPGs)
  • ISO (inklusive Auto-ISO)
  • Bracketing (Anzahl der Frames und “Abstände”)
  • Blitzbelichtungskorrektur und Blitzmodus (Front, Rear, Slow, Red eye)
  • Autofokus Modus (Continuous, Single, Auto) und AF-Punkte (Auto, 3D, Einzel-, Dynamisch-9, 21 oder 51).

Weiterhin hat die D7200, wie auch schon die D7100, vier durch den Benutzer konfigurierbare Knöpfe: AE-L/AF-L Knopf, Fn-Knopf, OK-Knopf und Abblendtaste.

Der mittlere “OK”-Knopf kann mit 100% Zoom bei Wiedergabe belegt werden (was die kleineren Nikons D5xxx und auch die D600/D610 leider nicht können, die “Großen” jedoch schon) – eine kleine aber ungemein praktische Funktion.

Wie schon ihre Vorgängerin hat auch sie den “i”-Knopf, der Zugriff auf häufig genutzte Einstellungen gibt.

Im Gegensatz zur D7100 hat Nikon hier aber nun zum Glück die verspielte Ansicht mit den Histogrammen durch eine einfache Menüansicht ersetzt, so wie auch schon bei der D750.

Das i-Menü der D7100 – hier kann man auf wichtige Einstellungen zurückgreifen und es gibt eine Art Tooltipps, leider recht verspielt…

Das neue i-Menü der D7200, deutlich aufgeräumter.

Wie schon bei der D7100 hat das Modus-Wahlrad eine Verriegelung, die durch Drücken des mittleren Knopfes gelöst werden muss, um das Rad zu drehen.

Das Modus-Wahlrad hat nun einen Knopf zur Entriegelung oben drauf.

Wie bei der D7000, D7100 und der D600/D610, hat auch die D7100 auf dem Modus-Wahlrad zwei durch den Benutzer definierbare Modi, U1 und U2. Über das Menü können die gerade aktiven Kameraeinstellungen (inklusive Modus und Menüeinstellungen) auf einen dieser Modi gelegt werden und später einfach durch drehen des Modus-Wahlrades auf U1 bzw. U2 abgerufen werden. Ich selbst nutze diese Funktion nicht, aber möglicherweise ist sie für den einen oder anderen nützlich um z.B. Voreinstellungen für Tagsüber und Nachts abzulegen.

Leider wurde das Schulterdisplay der D7200 gegenüber der D7100 abgespeckt, so dass weniger Informationen sichtbar sind. Hier findet ihr Details dazu.

Neue Features

Ja, was ist denn nun eigentlich neu?

WLAN / NFC

Nun – ganz vorne steht sicherlich das eingebaute WLAN. So ganz neu ist das natürlich nun auch nicht mehr, denn sowohl die D5300, die D5500 und die D750 haben das auch schon an Bord. Für die 7000er Reihe ist es aber neu – und ich freue mich, dass Nikon es hier endlich auch realisiert hat! Ganz neu ist hingegen die NFC-Funktion. Damit kann man Smartphones und Tablets, die das unterstützen (derzeit nur einige Android-Modelle) einfach durch Zusammenbringen der Geräte koppeln. Das ist sicherlich gut und logisch – aber kein Feature, das mich vom Hocker reißt. Zumal die WLAN-Kopplung, wenn sie denn erstmalig erfolgt ist, ja ohnehin sofort automatisch nach Aktivieren des WLANs aufgebaut wird und NFC dann nicht mehr nötig ist.

Größerer Puffer

Viele Besitzer einer D7100 waren enttäuscht über den kleinen Puffer der Kamera. Mit der D7200 kann man nun bis zu 3x soviele Bilder als Serie hintereinander aufnehmen, ohne, dass die Kamera eine Zwangspause einlegt. Bei meinem Test konnte ich im RAW-Modus in der schnellsten Geschwindigkeit im DX-Format (6 Bilder pro Sekunde) 16 Bilder hintereinander aufnehmen, bevor der Puffer voll war und die Kamera eine Pause eingelegt hat.

Besserer Autofokus

Nikon behauptet, der Autofokus der D7200 sei bis zu einer Blendenstufe empfindlicher, als der der D7100. Solche Aussagen sind schwer nachzuvollziehen – in den meisten Situationen funktionieren die Autofokus-Module der meisten Kameras ohnehin sehr gut. In Grenzbereichen gibt es sicherlich Unterschiede, wie ich sie z.B. in Peru beim morgendlichen Fotografieren der Papageien mit der D750 vs. der D810 festgestellt habe. Solche Situationen sind aber sehr schwer nachzustellen. Da ich bei der D750 gesehen habe, dass Nikon durchaus in der Lage war, den Autofokus noch einmal im Low-Light-Bereich zu verbessern, glaube ich jetzt mal, dass auch die D7200 hier in Grenzbereichen Vorteile gegenüber der D7100 hat – in der Praxis konnte ich es aber nicht nachvollziehen – zumal ich auch gar keine D7100 mehr besitze. :-)

Ansonsten hat auch die D7200 die gleichen 51 Autofokuspunkte mit 15 Kreuzsensoren, wie die D7100.

Picture-Style: “Ausgewogen / Flat”

Der Bearbeitungsmodus “Ausgewogen” (Flat) der D750/D810/D5500 hat nun auch in die D7200 Einzug gehalten. Wenn man im RAW-Format fotografiert ist es besonders wichtig, dass die Kamera eine eher “flache” Bearbeitung auf die Vorschauen anwendet, damit man möglichst viel vom Dynamikumfang der RAW-Datei schon auf dem Display sieht. Würde man hier zu stark bearbeiten lassen, hätte die Vorschau wenig mit dem zu tun, was man später als RAW-Grundlage für die Bearbeitung hat. Insbesondere deshalb ist der neue “FL”-Modus, der mit der D750/D810 eingeführt wurde und nun auch in die letzte Generation der DX-Nikons Einzug gefunden hat so schön – die Bilder sehen zwar dadurch nicht besonders ansehnlich auf dem Display aus, aber man erkennt viel eher, ob die Schatten noch Zeichnung haben, die Lichter ausgefressen sind, etc. Natürlich hat diese Vorschau auch Auswirkung auf das Histogramm und liefert euch im FL-Modus ein realistischeres Histogramm. Auch im Video Modus macht “FL” Sinn – es ermöglicht euch später in der Video-Bearbeitung mehr Freiheiten. Der Flat-Modus ist sicherlich eher etwas für ambitionierte Fotografen, als für den reinen Einsteiger, aber die D7200 ist ja auch eine Kamera für Enthusiasten und nicht im reinen Einsteigerbereich angesiedelt. Video-Freaks und RAW-Fotografen bekommen damit ein wichtiges Werkzeug an die Hand.

Verbesserte ISO-Automatik

Bei der ISO-Automatik könnt ihr nun, wie bei den anderen neueren Nikon-Modellen, die Tendenz der Automatik einstellen, eher zu längeren Zeiten oder kürzeren Zeiten. Dies ist sehr praktisch. Wenn ihr schnelle Motive fotografiert, stellt das Richtung “Kürzere Zeiten”, wenn ihr mit längeren Zeiten arbeiten wollt, halt auf “Längere Zeiten”. Dazu habe ich in meinem Bericht über der D750 schon einmal etwas geschrieben.

Besseres Bracketing

Wer gerne die Bracketing Funktion nutzt, kann sich freuen. Nun kann man endlich bis zu 9 Bilder mit bis zu 3 Blendenstufen Abstand aufnehmen.

Video und Zeitraffer

Die verbesserte Intervall-Funktion, analog zur D810/D750/D5500 war natürlich überfällig. Endlich können mehr als 999 Bilder aufgenommen werden. Nach wie vor blockiert die Kamera aber im Intervall-Modus länger, als mit einem externen Auslöser und verbraucht auch mehr Strom. Das gefällt mir als Zeitraffer-Fotografen natürlich nicht so – und so nutze ich meist den externen Auslöser.

Die eingebaute “Zeitraffer”-Funktion halte ich für wenig brauchbar, da sie nur ein fertiges Video ausgibt. Bei Zeitraffern ist aber gerade die Bearbeitungsmöglichkeit auf Basis der Einzel-RAW-Bilder der Clou! Nur so lassen sich spannende Übergänge realisieren und die hohe Dynamik der Realität wieder geben!

Im Video-Bereich gibt es jetzt bis zu 60 Bilder (progressive) in Full HD – allerdings leider nur in dem 1.3x Crop-Modus – bei voller Größe stehen leider nur 30fps in Full HD zur Verfügung. Das ist so zwar eine Verbesserung gegenüber der D7100 – allerdings können sogar die D5300 und D5500 das besser, sie stellen 60p in Full HD bei voller Bildgröße zur Verfügung, genau wie natürlich die aktuellen “großen” Nikons. Warum Nikon der D7200 wieder keine “echten” 60p spendiert hat, wissen sie wohl nur selbst. (Danke an meinen Leser Joachim, der darauf in den Kommentaren hinwies)

Auf Überbelichtungen kann die Kamera jetzt durch ein eingeblendetes “Zebra”-Muster hinweisen.

Die Video-Filmer werden die Zebra Funktion zu schätzen wissen, die Helle Bereiche hervorhebt. Ein Fokus-Peeking gibt es immer noch nicht.

Neu ist auch das Video-Menü – wie schon in der D750 wurden alle Video-Funktionen in einem eigenen Hauptmenü zusammengefasst.

Das neue Video-Menü

Live View

Die D7200 bringt, wie die “großen” Nikons und ihre Vorgängerin zwei Liveview-Modi mit: einen für Video und einen für Fotos.

Ich hatte so gehofft, dass mit der D7200 das traurige Kapitel des schlecht implementierten Liveviews bei Nikon endlich mal abgeschlossen würde, aber da habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich bin es ehrlich gesagt leid, mich über das Thema aufzuregen, das habe ich schon genügend gemacht. Gebracht hat es ja trotzdem nichts.

Fakt ist, dass Liveview wieder exakt genauso implementiert wurde, wie schon bei der D7100. Das heißt, eine Blendensteuerung im Liveview ist nach wie vor nicht möglich und eine Belichtungssimulation auch nicht. Dazu haben sie die völlig unlogische Abbildung der Belichtungskorrektur (siehe unten) unverändert übernommen. Das ist einfach nur peinlich für das “Top-Modell unter den DX-Kamera”.

Damit sind derzeit die D750, D810/D800/D800E sowie die D4/D4s die einzigen Nikons, die Liveview “richtig machen”. Und mit denen man z.B. auch den “True Holy Grail” aufnehmen kann.

Die nächsten beiden Abschnitte zitiere ich mal fast unverändert aus meinem Testbericht zur D7100, da sich in den letzten zwei Jahren ja hier so exakt gar nichts geändert hat. :-(

Video-Liveview

Im Video-Liveview kann man auch bei der D7200 die Blende gar nicht verstellen, das ist wenigstens konsequent (ähnlich wie bei der D5200/D5300/D5500). Hier ändert sich im M-Modus dafür aber die Helligkeit des Liveview-Bildes (Belichtungssimulation), wenn man die Belichtungszeit oder die ISO verstellt, das heißt, im Video-Modus gibt es das so wichtige “What You See Is What You Get”. In diesem Modus lassen sich aber natürlich keine Belichtungszeiten länger als der Kehrwert der Video-Frequenz einstellen (bei 30fps also keine Zeiten länger als 1/30 Sek.) – Prinzipbedingt.

Im Video-Liveview kann man zwar auch Fotos aufnehmen, wenn man den Auslöser drückt (das Verhalten des Auslösers kann im Menü eingestellt werden, er kann auch so eingestellt werden, dass er die Video-Aufnahme startet und so z.B. auch mit einem Fernauslöser die Videoaufnahme gestartet werden kann). Die im Video-Liveview aufgenommenen Fotos haben allerdings ein Seitenverhältnis von 16:9 und werden auch nicht mit den Einstellungen (Belichtungszeit/ISO) aufgenommen, die auf dem Display sichtbar sind, sondern mit denen, die vor Aktivierung des Liveviews eingestellt waren – ein total intransparentes Verhalten, welches den Video-Liveview für die Aufnahme von Fotos nach wie vor total unbrauchbar macht.

Als Lichtblick ist nun wenigstens das zum Aufnehmen in heller Umgebung so wichtige Live-Histogramm vorhanden, wie z.B. auch bei der D750, D810, D800, D4/D4s – aber nicht bei der D7100, oder den kleineren Nikons. Leider gibt es dieses nur im Video-Liveview, nicht im Foto-Modus.

Live-Histogramm leider nur im Video-Liveview

Im Foto-Liveview

Fortsetzung des Zitats: Der Foto-Liveview zeigt immer ein gleich helles Bild an, so, als ob die Kamera im A-Modus wäre – auch wenn sie sich im M-Modus befindet. Als Blende wird diejenige verwendet, die eingestellt war, als der Liveview aktiviert wurde. Aktiviert man also z.B. den Liveview, während Blende 11 eingestellt war, stellt die Kamera diese Blende fest ein, wenn der Liveview aktiviert wird. Das heißt, das für das Liveview zur Verfügung stehende Licht ist schwach und wird künstlich verstärkt, um ein helles Bild anzeigen zu können. Der Autofokus hat es schwer zu fokussieren bei derart geschlossener Blende. Die Blende kann nun zwar verstellt werden, das ändert aber an der tatsächlichen mechanischen Blendeneinstellung nichts. Erst beim Auslösen oder Verlassen des Liveviews wird die neue Blende angewendet.

Das Bild des Liveviews hat also weder von der Helligkeit noch von der Schärfentiefe etwas mit dem Foto zu tun, das aufgenommen wird. Zur Einstellung der Belichtung kann der Liveview also nicht als unmittelbar als Hilfe verwendet werden. Lediglich ein kleiner Balken weist auf eine Über- oder Unterbelichtung hin. Der Liveview hilft also lediglich bei der Wahl des Bildausschnitts und in Grenzen beim Weißabgleich und ggf. dem Fokussieren über den Kontrast-Autofokus oder per Zoom. Angemerkt sei hier noch, dass der Kontrastautofokus natürlich auch nicht vernünftig fokussieren kann, wenn die Schärfentiefe aufgrund des Abblendens zu groß ist.

Nur zum Vergleich: bei D750, D800, D810, D4s wird die Blende im Liveview mechanisch verstellt und man kann wählen, ob man eine Belichtungssimulation möchte oder das Bild in mittlerer Helligkeit angezeigt werden soll.

Die Helligkeit im Liveview hat nichts mit dem späteren Bild zu tun. Nur ein kleiner Balken unten links weist auf die drohende Überbelichtung hin.

Es geht aber noch skurriler: sowohl im A, als auch im M-Modus (sic!) kann man mit der +/- Taste für die Belichtungskorrektur das Bild heller oder dunkler machen (funktioniert nicht immer in beide Richtungen) – obwohl natürlich auch diese Änderung nichts mit dem später aufgenommenen Foto zu tun hat, sondern einfach nur relativ zum Liveview-Bild erfolgt. Besonders im M-Modus ist das ein Witz, da sich durch die +/- Korrektur hier natürlich de facto gar nichts ändert.

Ich frage mich wieder einmal, ob Nikon meine Testberichte überhaupt liest?! :-) Warum wird so ein absurdes Verhalten nicht geändert?! Sie hatten über 2 Jahre Zeit dazu und zeigen bei den anderen Kameras, dass sie es besser können!

Leider, leider entspricht der Liveview der D7200 also wieder dem vermurksten Konzept das auch schon D7000, D7100, D600 und D610 aufwiesen: die Blende lässt sich nicht verstellen und es gibt im Foto-Modus keine Belichtungssimulation.

Übrigens: auch bei Canon ist das Liveview selbst bei den Großen nicht sooo viel besser umgesetzt. Da gibt es zwar eine Belichtungssimulation, aber keine Blendensimulation – das heißt, Liveview zeigt immer das Bild bei Offenblende…

Damit bleiben D750, D810/D800 und D4/D4s weiterhin die einzigen Nikons mit einem durchgängig guten und logischen Live-View.

Zubehör

Wie schon bei den letzten Nikons, bekommt man auch bei der D7200 keinen Display-Schutz mehr mitgeliefert. Es gibt auch keine Befestigungsmöglichkeit mehr dafür. Meine bisherigen Erfahrungen mit der D7100 und der D750 haben allerdings gezeigt, dass die neuen Displays schon sehr hart sind und kaum Kratzer abbekommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich aber für relativ schmales Geld einen GGS-DisplaySchutz zulegen. Der hier verlinkte für die D7100 passt perfekt.

Ein Display-Schutz wird nicht mehr mitgeliefert.

Die D7200 arbeitet mit dem gleichen Akku (EN-EL15), der auch in der D810/D800, D750, D7100, D7000, D610, D600 Verwendung findet.

Einen externen WLAN-Adapter braucht man zum Glück nicht mehr, denn WLAN ist nun eingebaut. Da die Nikon-App immer noch ziemlich unbrauchbar ist, könnt ihr sie auch gleich wieder deinstallieren, nachdem ihr das WLAN abgesichert habt, und Euch qDslrDashboard installieren. Darüber habe ich ja schon einige Male berichtet.

Die Info-Anzeige der D7200.

Mein Fazit

Die D7200 ist eine solide Kamera mit einem tollen Sensor und eigentlich allem was man braucht.

Was der Sensor in Punkto Dynamikumfang kann, das könnt ihr an diesem Bild sehen. Es entstand zwar mit der D5500, aber die Sensoren sind die gleichen.

Krasser Dynamikumfang des D5500 Sensors. Einzelbild, RAW, kein HDR. Nur Weißabgleich, Lichter, Tiefen, Weiß, Schwarz in Lightroom bearbeitet. Bearbeitung hat 5 Sekunden gedauert.

Der Autofokus wurde verbessert, sie hat jetzt WLAN, schnelleres Video und das Problem mit dem kleinen Puffer wurde gelöst.

Aber im Vergleich zur D7100 ist sie aus meiner Sicht trotzdem ein eher kleines und unaufregendes Upgrade. Vor allem, wenn man sich überlegt, was möglich gewesen wäre.

Ich bin zum Beispiel wirklich enttäuscht, dass Nikon ihrem neuen Top-Modell unter den Kameras mit APS-C Sensor nicht das Gehäuse der D750 verpasst hat. Es wäre nur logisch gewesen! Die D600 damals, war das Pendant zur D7000/D7100 und kam mit dem gleichen Bedienkonzept und fast gleichen Gehäuse. Wenn man nun die D750 als legitime Nachfolgerin zur D600/D610 sieht, wäre doch die logische Konsequenz gewesen, das Gehäuse der D750 für die D7200 zunehmen oder? Zumindest nach Gunther-Logik wäre das so. Nach Nikon-Logik offenbar aber nicht.

Ich kann mir nicht helfen, aber auf mich wirkt dieses Upgrade etwas, als ob Nikon hier künstlich auf der Bremse steht. Es wurden gerade so viele Neuerungen eingebaut, dass die Kamera so eben wieder auf der Höhe der Zeit ist. Und ja, sie wird sicherlich ihre Käufer finden. Trotzdem. Mein Gefühl ist, es wurde nur das Nötigste getan. Nicht mehr. Ein bisschen besserer Autofokus, ein größerer Puffer und WLAN. Dazu ein paar Software-Verbesserungen, die allesamt bereits in anderen Kameras aus dem Hause Nikon umgesetzt waren.

Vergleich mit D5500

Was möglich gewesen wäre, das zeigen wiedermal nicht nur die “großen” Schwestern – sondern vor allem auch die Nikon D5500. Im Gegensatz zur D7200 hat die nämlich:

  • Ein sexy Gehäuse – kleiner und dennoch selbst in großen Händen ergonomischer, als die D7200
  • Ein tolles Klappdisplay
  • Einen Touchscreen
  • 60p Full-HD  Videos bei voller Bildgröße

Was sie nicht hat ist:

  • 2. Speicherkartenslot
  • Eingebauter Autofokusmotor für ältere Objetkive ohne Motor
  • 1/8000 kürzeste Verschlusszeit, sondern nur 1/4000
  • Den größeren optischen Sucher der D7200
  • 100% Zoom per OK-Taste (fast das schmerzhafteste :-) – aber dafür gibt es jetzt zumindest “Pinch-to-Zoom”… ;-)
  • FP-Kurzzeitsynchronisation beim Blitzen

Beide haben:

  • WLAN
  • Keine Blendenverstellung und Belichtungssimulation im Liveview
  • Den gleichen Sensor, so gut wie die gleiche Bildqualität
  • Einen hervorragenden Dynamikumfang
  • Alle notwendigen Tasten am Gehäuse

Nikon D7200

Lohnt sich das Upgrade?

Tja – das müsst ich natürlich selbst entscheiden. Aber wenn ihr meine persönliche Einschätzung haben möchtet – bitte…;-)

Die D7200 kommt leider ohne großen Sex-Appeal daher. Bei mir persönlich wird da das “Habenwollen”-Hormon nur in Homöopathischen Dosen ausgeschüttet. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich eine D750 und eine D5500 habe. Beide wirken mit ihren moderneren Gehäusen und den Klappdisplays um einiges anziehender auf mich. Die D7200 ist dagegen der Golf unter den Nikons. Sie ist solide und wird sicherlich Käufer finden, aber sie ist leider auch etwas langweilig. Sicher, sie liefert ab. Gute Bildqualität, schnell, alles da. Funktioniert. Aber in die Schlange stellen tut man sich dafür nicht.

Wenn ihr auf die Verbesserungen gegenüber der D7100 verzichten könnt, die ich oben beschrieben habe, dann könnt ihr sicherlich jetzt durch den sinkenden Preis, mit der D7100 nun ein gutes Schnäppchen machen. Derzeit beträgt der Unterschied ca. 500€ – ob die paar neuen Features Euch das wert sind, müsst ihr selbst entscheiden.

Wenn ihr etwas auf “Größe” verzichten könnt, dann sind sicherlich auch der “Mini-Cooper” D5500 eine Variante, die schick, klein und wendig ist und eine Menge Spaß macht – mir persönlich sogar mehr, als der Golf.

Die Frage nach dem Warum

Was steckt hier hinter Nikons Produktpolitik mag sich der eine oder andere fragen. Auch ich habe mir die Frage schon oft gestellt.

Warum nicht eine D7200 im Gehäuse der D750, mit Klappdisplay, vernünftigem Liveview und ansonsten den Features, die Nikon ohnehin spendiert hat. Wäre ja alles nichts Neues sondern Features, die Nikon ohnehin schon entwickelt und in anderen Kameras auf dem Markt gebracht hat.

Viele DX-Fotografen warten nun schon so lange auf den “Nachfolger der D300”. Eine Profi-Kamera mit DX Sensor. Aber die kommt nicht. Wird sie vielleicht nie. Und die D7200 ist es auch nicht. Im Gegenteil – mehr wäre leicht möglich gewesen, wurde aber nicht umgesetzt.

Die einzige Erklärung, die mir plausibel erscheint ist, dass Nikon durch diese Politik ihre Kunden dazu bringen möchte, auf Vollformat umzusteigen. Daher ist es auch ungefährlich, sexy Features in eine D5500 einzubauen – denn Profis (außer mir vielleicht :-)) werden die ja ohnehin nicht ernst nehmen. Aber eine DX-Kamera mit Profi-Ambitionen, die könnte gefährlich werden. Wie die Entwicklungen am Markt zeigen, z.B. die Nachfrage nach Kameras mit MFT-Sensoren, wie den OM-D von Olympus, sind “Profis” durchaus bereit, sich auf kleinere Sensoren einzulassen und auch ordentlich Geld für Kameras und Objektive auszugeben. Plötzlich wäre dann das DX Format vielleicht aus Nikons Sicht wieder zu attraktiv (siehe den Erfolg der Fuji XT-1) und könnte die “Profis brauchen Vollformat”-Politik Nikons kannibalisieren.

Ist doch klar! – Vollformat bringt Umsatz! Die Kamera ist da nur der kleinste Anteil. Sobald das Gehäuse gekauft ist geht es nämlich weiter. Neue Objektive müssen her. Und zwar sicherlich nicht die billigen. Ein 14-24 2.8, ein 24-70 2.8 und ein 70-200 2.8 sollte es schon sein. Gut 5.000€. Da klingelt die Kasse.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, dass Nikon Geld verdienen will. Das muss so sein. Aber wir Kunden sind es letztendlich, die entscheiden was wir kaufen und somit auch die Signale setzen. Und wir sollten uns immer fragen: “Was brauchen wir wirklich, um tolle Bilder zu machen?” – und wenn eine neue Kamera auf den Markt kommt: “Werden die neuen Features mir wirklich und tatsächlich dabei helfen, noch bessere Bilder zu machen? Oder fehlt mir einfach Übung und ich müsste einfach mal öfter losgehen und fotografieren, anstatt ständig der neusten Hardware hinterherzulaufen…” :-)

Ich für meinen Teil stelle fest, dass ich immer öfter meine “Großen” Kameras zu Hause lasse und mit der D5500 und dem Sigma 18-35 f/1.8 losziehe. Mehr brauche ich in den allermeisten Fällen nicht, um das, was ich machen möchte, umzusetzen.

In diesem Sinne! Wir sehen uns draußen beim Fotografieren! :-)

Bezug

Grundsätzlich befürworte ich es, lokale Fotohändler zu unterstützen, die ehrliche und gute Beratung leisten und ich empfehle Euch, eine Kamera, bevor ihr sie kauft, beim Händler in die Hand zu nehmen.

Die Firma Calumet in Hamburg war so nett, mit der D7200 zum Test zur Verfügung zu stellen, sie beraten gut in ihren Ladengeschäften und haben auch einen Online Shop. Dort bekommt ihr natürlich auch die D7200:

Solltet ihr bei Amazon bestellen, egal ob die D7200 oder irgendetwas anderes, unterstützt ihr mich, wie immer, wenn ihr über einen meiner Links geht. Dann bekomme ich eine kleine Provision – ihr zahlt selbstverständlich keinen Cent mehr. Hinter den Links findet ihr auch die aktuellen Preise, Vergleiche lohnen sich oft.

Vieles weiteres interessantes Equipment und meine anderen Kameras findet ihr übrigens in meiner Fototasche!

 

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205 Kommentare bisher


  1. Holger 28. April 2016, 18:43   »

    Hallo,
    ich habe bei Stiftung Warentest gelesen, dass die D7200 Nikon-Objektive erkennt und elektronisch die optischen Fehler korrigiert. Stimmt das so? Wie gut korrigiert die D7200 Vignettierungen oder Verzerrungen z.B. bei Weitwinkelzooms? Was macht die D7200 in diesem Modus z.B. bei einem Sigma-Objektiv?
    Vielen Dank schon mal für die Antwort und Grüße!
    Holger

    • gwegner 28. April 2016, 20:05   »

      Das funktioniert, wie alle anderen Bearbeitungen der Kamera auch, nur, wenn Du JPGs aufnimmst. Normalerweise wirst Du ja im RAW Modus arbeiten und dann macht Lightroom die Objektivkorrektur, wenn gewünscht. Hier werden dann auch Sigma Objektive unterstützt.

  2. Martin 7. April 2016, 06:29   »

    Hallo,

    ich habe mich (nicht zuletzt aufgrund deines Berichtes) für den Kauf der D7200 entschieden und kann nur sagen dass die die D7200 ein tolles Produkt ist.
    Leider hat sie ja wie oben schon erwähnt ist keine Anzeige der tatsächlichen Belichtungssituation im Liveview…. sehr Schade -> kann das ev. noch durch ein Firmwareupdate kommen?
    Weiters die Frage ob das Problem vielleicht mit “Qdslrdashboard” umgangen werden kann, oder ist die korrekte Belichtungsanzeige in der App am
    Tablett-Liveview auch nicht möglich?

    Würde mich über Antwort freuen
    weiter so
    lg Martin

    • gwegner 7. April 2016, 10:01   »

      Hi Martin, ob Tablet oder direkt, das ändert nichts an der Arbeitsweise des Liveview. Es zeigt das Bild immer bei Offenblende und gleich hell. Leider wird es dazu vermutlich auch kein Firmwareupdate geben.
      Aber okay, man lernt damit zu leben. Deswegen ist es trotzdem eine tolle Kamera.

  3. Karl-Heinz Görmann 2. April 2016, 14:14   »

    Ich habe eine D7100 (auch D90, diese auch zusätzlich als IR-Modell)und den obigen Artikel mit Interesse gelesen.
    FAZIT: KEINE D7200 kaufen, sondern lieber eine 5500 scheint logisch zu sein. Seinerzeit wegen des fehlenden Motors zurückgestellt und mir jetzt zusätzlich eine SONY a6000 (zu meiner a65) gekauft, die alles Bisherige in den Schatten stellt, auch meine TZ1000 fast übertrumpft.

    Anmerkung zu obigem interessanten Artikel: etwas zu viele Wiederholungen im Text, was wohl auf die Länge des Artikels zurückzuführen ist.
    Trotzdem habe ich mich heute beim Newsletter eingetragen.

  4. Christian 18. März 2016, 19:16   »

    Hallo Gunther

    ich stecke irgendwie in einem Dilemma. Ich habe vor in 2 Monaten 3 Wochen lang in die USA zu reisen und will dort natürlich schöne Fotos machen. Dabei kann ich mich nicht entscheiden welche Kamera ich dazu kaufen soll. Vorher noch kurz ein paar Details zu meiner Erfahrung und Ambition/en.

    Ich Habe mir vor gut 5 Jahren meine erste DSLR Nikon D5100 gekauft dazu noch das 18-55 Objektiv. Die Bilder waren Super (dachte ich) später fing ich an mit einem Tamron 60mm F/2.0 Produkte für meinen Onlineshop und auch den Sternenhimmel damit zu fotografieren.

    Mit dem Hintergrund in meinem kommenden Urlaub schönere Bilder zu schießen habe ich angefangen zu recherchieren und bin auch auf deine Webseite gestoßen und war sofort fasziniert. Soviele Test´s und Review´s. Erstmal stur und blind habe ich mich auf das Vollformat gestürzt und habe mit Freude deinen Test zur D750 gelesen. Darauf hin habe ich mir diese mal ausgeliehen und am Wochenende mal fotografiert, zum Vergleich hat meine Frau die gleichen Motive mit der D5100 gemacht.

    Ich war erstaunt wie toll die FX Kamera gegenüber der D5100 war. Die Bilder waren schärfer und detaillierter. Wobei ich jetzt erst weiss das mein olles Objektiv an sich mist ist.

    So ab hier beginnt bei mir der Punkt wo ich unentschlossen bin.

    1. Die D750 gefällt mir wahnsinnig gut weil ich an meinem MAC mit qDslrDashboard den Sternenhimmel super nah heranzoomen kann also auch sehr scharf (was bei der 5100 mühselig ist) und ich kann im LiveView die Belichtung sofort sehen was echt viel Arbeit erspart. Auch der deutlich besser AF ist wunderbar schnell und präzise. Was mir nicht so gefällt ist der irre hohe Preis :(

    2. D7200 die kleine Schwester, soll ja auch deutlich schneller und genauer sein als meine D5100. Was Stereofotografie angeht kann sie das alles auch.

    3 oder bleibe ich bei der D5100 und kaufe mir sehr gute Objektive wie das Sigma 14-35 1.8 für die Sterne und auch meine Landschaftsfotografie.

    Ich weiss hab verdammt viel geschrieben, aber ich fühl mich wie eine Frau vor dem Kleiderschrank die ne menge Klamotten hat aber daran denkt sich doch lieber was neues zu kaufen ;)

    Es würde mich freuen wenn Du / Ihr mir ein bisschen die Richtung zeigen könntet

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wunderschönes Wochenende

    Deinen Test zu urteilen bis du ja ein Fan der 5000er Reihe.

    • gwegner 19. März 2016, 08:04   »

      Es ist wie immer die Frage: mache ich mit Vollformat bessere Bilder? Und wie immer die Antwort: nicht unbedingt. Wenn Du maximale Schärfe und Lichtstärke willst, musst Du bei Vollformat vor allem in Objektive investieren.
      Wenn Du auf’s Budget schauen musst, ist mit APS-C Sensor sicher für 1/4 des Preises eine tolle Ausrüstung zusammengestellt, die sicher auch 90% der Leistung bringt. Das Sigma 18-35 ist halt u.a. deswegen so toll, weil es die Lichtstärke bringt, für die man sonst mehr ISO Leistung bräuchte. Vlt. kannst Du die D5100 ja durch eine D5500 oder D7200 ersetzen und in das Sigma investieren. Dann sollte dem Urlaub nichts entgegenstehen und Du sparst immer noch eine Menge gegenüber D750 + entsprechende Festbrennweiten. Und deutlich leichter ist es auch noch.

    • jan 19. März 2016, 12:18   »

      Hallo Christian,

      ich habe beide Kameras ( D750 und noch immer die D5100)
      Aus eigener Erfahrung kann ich Dir berichten, dass die D 750 zwar eine Traumkamera ist, aber gerade mit den guten Objektiven auch sauschwer.
      Ich erwische mich immer öfter, dass ich sehr genau abwäge, ob ich den Klotz mitschleppen will oder nicht.
      Mittlerweile ist es so, dass wenn ich genau weiß was ich wo genau fotografieren will, ich die D750 gerne mitnehme.
      Für den ungezwungenen Ausflug im Urlaub nehme ich die D 5100 oder sogar nur die Coolpix A mit.
      An Deiner Stelle würde ich nur auf die kleine leichte D 5500 schauen und mich mit dem Gedanken beschäftigen das Sigma 18-35 ( auch kein Leichtgewicht) oder vielleicht nur das Nikon 10-24 mitzunehmen.
      Hoffe meine Meinung reicht ein wenig als Entscheidungshilfe.
      VG Jan

  5. Gerd 22. Februar 2016, 18:14   »

    Wenn du den Groschen nicht zweimal umdrehen musst, dann nimm lieber gleich die D7200. Die hat auch wieder einen Sony-Sensor. Der bei der D7100 ist von Toshiba…

    • Bernd Müller 22. Februar 2016, 20:01   »

      Nee, ist klar, es geht mir schon um die D7200 die ich mir holen würde wollen. Hab mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Es ging mir darum auszudrücken, dass ein Upgrade von D7100 zu D7200 eher nicht nötig sein müßte wie auch im Artikel so beschrieben. Ich aber habe die D7000, und da könnte es schon anders aussehen. Und dies wollte ich auf diesem Wege erfahren ob dem tatsächlich so ist.

  6. Bernd Müller 22. Februar 2016, 17:23   »

    Habe noch eine D7000 und gerade etwas Kohle für ein Upgrade übrig. Zur D7100 soll sich dieses ja fast nicht lohnen, wäre die D7200 aber ein würdiges Upgrade zur D7000?

    Habe zwar auch mit einer D750 geliebäugelt, aber soviel Geld möchte ich dann auch wieder nicht investieren, zumal ich dazu ja noch zusätzlich meine recht große Objektivsammlung, zumeist bestehend aus DX Objektiven, auswechseln müßte. Schwere Entscheidung.

  7. Axel Witt 22. Februar 2016, 11:47   »

    Hallo,
    ich sehe das ähnlich wie im Bericht oben geschrieben:
    wirklich NEU (und GUT) wäre ein Nachfolger der bereits guten D7100, wenn:
    Haptik wie D750 / D5500
    Schwenk- bzw. Klappdisplay (mit Touchfunktion)
    besserer und schnellerer AF bei LV.

    So warten wir auf eine D7300…

    Die D500 ist mir zu groß, zu schwer und zu teuer.

    BTW, was ist eigentlich vom 18-140, dass mit der D7200 im Bundle angeboten wird zu halten.

    Danke und Grüße aus Essen,
    Axel

    • Axel 25. Februar 2016, 12:25   »

      Wenn es nicht drängt (vorh Kamera kaputt etc), würde ich auf den Nachfolger warten.
      ich finde es extrem schade, dass Nikon bei der D7200 die bessere Haptik der D5500 und D750, sowie den Klappmonitor nicht berücksichtigt hat. Wenn die D7200 diese Dinge hätte, hätte ich mir den teuren “Umweg” über FX (D750) gespart.
      Hätte aber auch kein Problem auf eine zukünftige D7300 zurück nach DX zu wechseln.
      Axel

  8. Marcel Seibel 9. Februar 2016, 09:18   »

    Hallo Gunther,

    Ich bin ca. 1 Jahr Tiere Wildlife am Fotografieren mit einer d5200, da ich aber öfters wegen der ISO auf grenzen Stoße. Wollte ich fragen ob es sich eher Lohnt in
    Kombination mit dem Sigma 150-600mm Sport, auf die d7200
    zu wechseln oder auf die d750? Grund ist folgender ich möchte im bezahlbaren Rahmen bleiben bei guter Bildqualität auch mal bei etwas schlechteren Lichtverhältissen mit dem sigma 150-600mm Sport(ich weiß die anfangsblendenöffnung ist nicht all zu groß). Weil der Unterschied scheint was ich so glesen habe, ja nicht immer so groß zu sein in der Sache der Ablidungsqualität auser natürlich bei der d750 die höhere ISO ab glaube ca ISO 6000. Ich könnte mir nämlich meine festbrennweite erst in ca 3 Jahren Kaufen und bis dahin will ich micht nicht Ärgern müssen über eine Iso Bremse.

    M.f.g

    Marcel Seibel

    • Gerd 9. Februar 2016, 22:12   »

      Das kann man aus der Ferne schlecht beurteilen, Marcel.

      Hängt davon ab, ob du sich schnell bewegende Tiere fotografierst oder diese eher ruhig sind, wieviel Licht du zur Verfügung hast (tagsüber Vögel in freier Natur oder Bäumen oder in der Dämmerung im Wald…).

      Prinzipiell ist es da zuerst immer besser mehr Licht auf den Sensor zu bringen, sprich Objektive mit möglichst großer Ofenblende. Da ist dein 150-600 mm Objektiv nicht unbedingt der Idealfall. Hohe Brennweiten begünstigen dies noch.

      Aber ein z.B. ein 300/2.8 o.ä. ist auch sehr teuer. Reserven bei der Cam mit den ISOs solltest du schon haben. Bei einer Vollformat entfällt auch dein Vorteil für längere Brennweiten durch den dann fehlenden Crop.

      Leih dir einfach mal die ein oder andere Kamera (vllt. mal mit einem Freund auf die Pirsch gehen, der so ein Equipment hat) aber auch mal ein ordentliches Objektiv. Dann entscheide selbst, was dir wieviel von den Kosten her Wert ist.

      Bedenke auch, dass ein Vollformat andere Linsen benötigt, die bei vergleichbarer Leistung auch teurer sind.

      • Marcel Seibel 10. Februar 2016, 06:29   »

        Guten Morgen,

        Vielen dank Gerd, ja das mit den besseren Linsen habe ich schon in den tollen Berichten von Gunther gelesen. Wie du
        schon sagtest werde ich mal beide in die hand nehmen und testen sowie das Objektiv. Ansonsten hatte ich überlegt
        ein Nikkor 300mm f2.8 mit einem 2 fach konverter zu kaufen gebraucht so wie in einem bericht von Gunther beschrieben soll diese Kombi ja sehr gute ergebnisse hervor bringen. und wenn der Extender Abgenommen ist hat mann anstat 900mm mit crop 450mm mit blende f2.8 inkl. crop.

        Gruß Marcel

        • Jürgen 10. Februar 2016, 09:49   »

          Hallo,

          1. Ohne Dich zur kennen vorsichtshalber der Hinweis: der Weg zu rauschärmeren Bildern geht über die RAW-Verarbeitung. JPEGs “out of cam” sind nie das Optimum. Persönlich bin ich von der PRIME-Rauschunterdr. bei DxO sehr angetan; was LR, OnePhoto oder Spezialprogramme wie DeNoise können, weiß ich nicht.

          2. Welche Brennweite brauchst Du denn wirklich? Welche Tiere (Säugetiere, Vögel) fotografierst Du und wo (Zoo, Wildpark, Afrika)?

          3. Ein 300mm F2.8 wird durch einen 2fach Konverter zu einem 600mm F5.6 – da ist von der Lichtstärke kaum Unterschied zu einem Tamron 150-600mm F5.0~6.3 oder dem entsprechenden Sigma.

          4. Eine Festbrennweite ist zu unflexibel! Eben noch fotografiere ich Giraffen am entfernten Wasserloch, dann kommt ein Nashorn über die Straße, so in Namibia erlebt. Gut dass ich einen Zweitbody mit 70-200mm schußbereit hatte.

          5. Nicht zu vergessen: Bei 600mm an APS-C (also Bildwinkel wie 900mm) siehst Du im Sommer im Sucher das Luftflimmern. Brennweite ist nicht alles, der alte Satz “geh dichter ran” hat immer noch Gültigkeit.

          • Gerd 10. Februar 2016, 13:19   »

            Hinzu kommt bei derartigen Brennweiten noch die Stabilität beim Fotografieren. Da möchte man eigentlich schon mit einem stabilen Stativ arbeiten oder nutzt wenigsten einen “Bohnensack”.

            Aber – hängt wirklich davon ab, was und wo du da fotografieren willst. Da sind etwas kürzere Brennweiten in einem Tarnzelt evtl. sinnvoller. Setzt dann aber auch entsprechendes Warten mit voraus. Wär in Afrika zum Löwen fotografieren natürlich nicht ideal… ;-))

            Da hilft Jürgen sein sehr gut strukturierter Kommentar sicher auch weiter.

          • Marcel Seibel 10. Februar 2016, 14:39   »

            Stativ habe ich ein berlebach Report 332 mit Nivellierung und im Sommer kommt da noch ein berlebach pegasus oben drauf. Also kann Mann das flimmern nur mit fx in den Griff bekommen oder bekommt Mann die abbrasion mit ner ligthroom Korrektur hin ?

          • Gerd 10. Februar 2016, 15:34   »

            Wenn du bei hohen Temperaturen und langen Brennweiten ein Flimmern durch heiße Luft im Bild hast, da hilft dir weder FX noch Lightroom, weil das Licht auf der Strecke eben so gebeugt und gebrochen wird, das du da kaum was dran ändern kannst…

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