Endlich, ein Filterhalter für das Nikon 14-24 f/2.8!

26112014

Der Einzige Nachteil, den die “Mutter aller Weitwinkel” – das großartige Nikon 14-24 f/2.8 – mitbringt, ist, dass man auf “normalem” Wege, keine Filter anbringen kann. Jetzt gibt es endlich eine tolle und bezahlbare Lösung dafür!

Filteradapter von Logodeckel.de für das Nikkor 14-24 f/2.8

Das Nikon 14-24 f/2.8 ist an Vollformat Kameras, einfach das Super-Weitwinkel der Wahl. Kein anderes Objektiv in der Klasse ist schon bei Offenblende so scharf und hat eine derartige Farbbrillanz. Das wissen nicht nur Nikon Fotografen, sondern auch die Canon-Leute. Ich kenne viele (einschließlich mir), die das 14-24 per Adapter an einer Canon betreiben – einfach, weil es keine gleichwertige Alternative gibt (und daran wird vermutlich auch das Canon 11-24mm 1 : 4L, über das gerade kräftig spekuliert wird, nicht viel ändern).

Einziges Manko des 14-24: leider kann man bauart-bedingt keine Schraubfilter anbringen und die wenigen, bisher am Markt vorhandenen Lösungen für Einschubfilter waren sehr teuer und klobig.

Der Einsatz eines Graufilters macht viele Bilder spannender! Hier eine Testaufnahme mit dem Filterhalter in Hamburg – keine Vignettierung!

Paddy war es, der mich beim Dreh zu unserem Fotoschnack über Filter auf Christian Steinkrüger aufmerksam machte, der mit seinem 3D Drucker tolle Sachen macht und diese auf seiner Website Logodeckel.de vertreibt. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Paddy einen Prototypen eines solchen Filterhalters für das Lumix 7-14 MFT Objektiv dabei: hier bestehen die gleichen Herausforderungen wie bei dem Nikon. Die Aussicht, ggf. auch für das Nikon 14-24 einen solchen Filterhalter bekommen zu können, begeisterte mich schwer und ich setzte mich mit Christian in Verbindung.

Der Haida-Filter bildet die Farben sehr neutral ab.

Während der Filterhalter für das Lumix Objektiv schon ganz ordentlich funktionierte, war Christian mit der Entwicklung desjenigen für das Nikon noch ziemlich am Anfang, da er selbst kein solches Objektiv besitzt. Kurz entschlossen schickte er mir also einen Prototypen und ich testete ausgiebig, zunächst in Hamburg und danach auf Mallorca. Am Anfang gab es noch eine Vignette und der Halter passte nicht ganz genau – aber nach weiteren drei oder vier Prototypen waren wir dann bei einer Variante angelangt, die perfekt funktioniert.

Christian traf ich dann persönlich noch auf der Photokina, wo er mir einen weiteren Prototypen übergab. Christian ist ein super netter Typ mit einer Menge Enthusiasmus für das, was er da neben seinem eigentlichen Job in seiner Freizeit mit Logodeckel.de auf die Beine stellt. Ich mag solche Menschen. :-)

Bei dem endgültigen Modell braucht man den Halter nur noch von vorne auf das Objektiv zu schieben. Dank Moosgummi-Innenbeschichtung geht das ganz leicht. Der Filter wird dann von oben eingeschoben, auch hier gibt es dank Moosgummi keine Kratzer. Man kann sogar zwei Filter voreinander schieben, dafür gibt es zwei Einschübe.

Der Filterhalter ist so gebaut, dass er trotz minimalen Abmessungen keine Vignette erzeugt, ein ganz wichtiger Punkt. Weiterhin ist er so lichtdicht, dass auch bei der Verwendung von starken Graufiltern kein Streulicht einfällt. Hier ist es dann auf jeden Fall auch angesagt, das Okular der Kamera zu verschließen.

Inbesondere bei der Zeitraffer-Fotografie ist ein Graufilter einfach ein Muss, da man idealerweise mit langen Belichtungszeiten arbeitet. Hier schließt der Filterhalter eine Riesen-Lücke, ist doch das 14-24 schon immer das Lieblingsobjektiv der meisten Zeitraffer-Fotografen gewesen. Allerdings musste man bisher immer die Kröte der nicht verwendbaren Filter schlucken. Das ist nun vorbei.

Aber auch für die normale Fotografie sind Graufilter einfach eine tolle Sache! Man kann damit so unglaublich kreative Dinge anstellen. Wie das funktioniert, hatten Paddy und ich Euch ja schon einmal in einem Fotoschnack erzählt. Das Prinzip funktioniert Einschubfiltern ganz genau so wie bei Schraubfiltern.

Künstlerisch mit dem Graufilter

Auch künstlerisch-kreative Bilder sind machen mit Graufiltern einfach unglaublich viel Spaß. Als mich auf Mallorca beim Fotografieren fast eine Welle erwischt hätte und ich die Kamera während der Belichtung wegziehen musste, entstand unabsichtlicht folgendes Bild:

Die Rettungsaktion für mein Equipment brachte ein ganz passables Bild hervor!

Das inspirierte mich natürlich sofort dazu, einfach mal weiter zu experimentieren und dabei kamen dann folgende abstrakte “Bilder” heraus. Ich könnte sie mit durchaus sehr gut auf Leinwand an der Wand vorstellen, das gehe ich dann mal an, wenn ich aus Thailand zurück bin.

Meine Filter-Empfehlung

Für den Filterhalter braucht ihr dann natürlich noch einen oder mehrere entsprechende Filter.

Ich selbst setze nur einen Graufilter ein. Verlaufsfilter nutze ich nicht, da ich sie aufgrund des riesigen Dynamik-Umfangs meiner Kameras für unnötig halte (Jehova! :-)).

Polfilter könnt ihr mit dem Filterhalter nicht sinnvoll nutzen, da ihr den Filter nicht drehen könnt. Würdet ihr den ganzen Filterhalter drehen, bekämt ihr Vignettierungen – das ist prinzipbedingt einfach so. Um Drehungen realisieren zu können müssten sowohl Filterhalter, als auch Filter deutlich größer sein. Vergesst also den Polfilter.

Aber der Graufilter ist ja überhaupt der Filter, der am meisten Spaß macht. Leider gibt es in der erforderlichen Größe (15x15cm) nicht so arg viel Auswahl, und man ist schnell bei ziemlichen Summen.

Nach den sehr guten Erfahrungen mit dem Haida Schraubfilterset, habe ich mich kurzerhand entschlossen auch einen dieser großen Graufilter von Haida zu kaufen, und zwar den Haida Optical Square Neutral Graufilter 150 mm x 150 mm (ND 3.0) 1000x.

Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Filter ist wirklich top! Erstmal kommt er in einer mega-praktischen und steifen Gewebe-Hülle, so dass er in der Fototasche immer gut geschützt ist. Und zweitens, was natürlich noch wichtiger ist: die optische Qualität ist top!

Der Haida-Filter bildet die Farben sehr neutral ab.

Selbst bei sehr teuren Graufiltern hat man ja oft Farbverschiebungen, die man im Anschluss korrigieren muss. Bei dem großen Haida konnte ich solche kaum feststellen – und das trotz seiner Stärke von 10 Blendenstufen. 10 Blendenstufen bedeutet, dass nur 1/1000 des Lichts durchkommt. Aus einer Belichtungszeit von 1/100 Sekunde könnt ihr nach Aufsetzen des Filters also 10 Sekunden machen.

Mein Fazit

Mit dem Filterhalter für das Nikkor 14-24 bietet Christian eine absolute Perle an und ich kann nur jedem empfehlen, hier zu versuchen, einen zu ergattern! Christian stellt jeden dieser Filterhalter einzeln her und sein Drucker arbeitet dafür eine ganze Nacht. Bitte berücksichtigt also, dass er davon nicht unendlich viele unendlich schnell produzieren kann. Für die viele Arbeit, die Christian in jeden dieser Halter steckt, ist der Preis eigentlich viel zu niedrig – das ist meine Meinung.

Ich kann nur sagen, dieser Filterhalter funktioniert einfach perfekt und wertet das ohnehin schon großartige 14-24 f/2.8 noch einmal immens auf.

Zu dem Halter passt der Haida-Filter einfach wie dafür gemacht. Mit seinen 10 Blendenstufen ist er trotz seiner sehr guten optischen Qualität dazu auch noch ein echtes Schnäppchen.

Hier bekommt ihr beides:

Aber auch, wenn ihr mein 14-24 habt: versucht Euch mal an der Graufilter Fotografie – die funktioniert natürlich auch mit anderen Objektiven! Die das von mir empfohlende Schraubfilterset findet ihr in meiner Fototasche – viele Tipps zur Arbeit mit den Graufiltern in unserem Fotoschnack.

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38 Kommentare bisher


  1. Markus Enzinger 12. März 2016, 02:48   »

    Hi Gunther
    danke für deine tollen Blogposts.
    Wir haben uns hier mit einem 3D-Drucker einen Halter für den Haida ND3 (150x150mm) für das Nikon 14-24 gedruckt und heute getestet. Im Grunde ähnlich dem von dir gezeigten.
    Wir waren sehr überrascht über die Vignettierung, die doch recht heftig ist und bei 14mm im Maximum bei mehr als einer Blendendstufe liegt.
    Komischerweise liest man selten darüber, die meisten tun so als wäre das Problem nicht vorhanden. Auch bei dir lese ich davon nichts.
    Erst dachten wir, es liegt am Filterhalter, aber ein Test ohne eingelegten Filter zeigte daß wir das ausschließen können.
    Am Objektiv liegt es ja auch nicht, auch wenn eine wirklich geringe Vignettierung beim Objektiv vorhanden ist, dürfte sie sich ja bei längerer Belichtung nicht so dramatisch verstärken sondern im Verhältnis gleich bleiben.
    Ein Verdacht ist nun daß es daran liegt, daß je nach Bildbereich das Licht eine unterschiedlich lange Strecke durch den Filter zurücklegt, nämlich in der Bildmitte 2 mm (=Stärke des Filterglases), an den Rändern bis ca. 3mm da nicht senkrecht zum Glas sondern schräg verlaufend. Wäre das eine Erklärung? Und hast du den Effekt bei 14mm auch?

    • gwegner 12. März 2016, 13:59   »

      Das kann schon sein, aber das kann man ja recht easy mit LR bei Bedarf korrigieren, meist reicht sogar schon die automatische Profilkorrektur für das Objektiv.

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