Kampf der Super-Weitwinkel: Nikon 10–24 DX an der D5100 (Crop) gegen 16–35 f/4 an der D800 (Vollformat)

28102012

Ich bin mal bei schönstem Herbstwetter losgezogen und habe mich an den unfairen Vergleich gewagt: ich habe die exakt gleichen Bilder mit dem 10–24 DX Superweitwinkel an der kleinen Nikon D5100 (zusammen ca. 1.200 €) gemacht und dann mit dem 16–35 f/4 an der großen Vollformat D800 (zusammen ca. 3.700 €).

Schaut Euch mit mir gemeinsam die erstaunlichen Ergebnisse an!

Die aktuellen Preise und Infos zu den im Video erwähnten Objektiven und Kameras findet ihr bei Amazon und bei Calumet – ein Preisvergleich lohnt sich immer!

Meinen Erfahrungsbericht zum Nikon 10–24 DX findet ihr übrigens hier:

Den Test des Super-Weitwinkel Flaggschiffs 14–24 f/2.8 hier:

Einen interessanten Test zwischen dem 10–24 DX Nikkor und dem Tokina 11–16 f/2.8 hat Kollege Thomas von spotcatch.net geschrieben.

Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare!

Übrigens: Viel spricht dafür, dass in den nächsten 2–3 Monaten eine neue DX Kamera auf den Markt kommt. Das könnte für alle unentschlossenen Kaufwilligen nicht uninteressant sein!

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Kommentare

74 Kommentare zu “Kampf der Super-Weitwinkel: Nikon 10–24 DX an der D5100 (Crop) gegen 16–35 f/4 an der D800 (Vollformat)”


  1. Stefan 2. November 2012, 18:58   »
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    Hallo Gunther,

    es wäre doch naheliegend, das 10–24 DX an der D800 im DX-Modus auch in den Vergleich mit einzubeziehen. Wenn es dort genauso gute Ergebnisse wie an der D5100 zeigt, dann könntest Du doch auf das ‚große‘ Weitwinkel verzichten. Das spart viele Euro und auch Platz und Gewicht an der FX.

    Für die Porträts kann man ja trotzdem auf die lichtstarken FX Festbrennweiten mit schönem Bokeh zurückgreifen.

    • DianaWegner 2. November 2012, 19:59   »
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      Ja klar, die Qualität ist die gleiche. Allerdings ist das Bild im Sucher natürlich dann deutlich kleiner, so dass das Fotografieren nicht so viel Spaß mach. Normalerweise ziehe ich sowieso mit mindestens 2 Kameras los, so dass das 10–24 an der DX eigentlich immer dabei ist.

  2. Andreas 3. November 2012, 19:44   »
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    Hallo Gunther,
    danke für den tollen Vergleichstest!
    Mir fiel auf, das die Farben der D800 etwas „realistischer“ Aussahen, oder irre ich mich?

    Ich benutze übrigens eine D300 und möchte auf Vollformat updaten – besseres Rauschverhalten, größeres Sucherbild und bessere ISO-Performance.

    Allerdings kann mich die D600 und auch die D800 nicht begeistern, da ich gerne Sportfotos mache.

    Ich warte einfach noch, bis Nikon, nach der Wirtschaftskrise und Flut/Fukushima, seine alte Performance wieder voll erreicht. Das bedeutet vier neue Kameras pro Jahr.

    Die D600 und D800 sind nicht auf Stand der Technik. Z.B. Verwendung „uralter“ Entfernungsmesser.

    Wo bleibt GPS? Wo bleibt Touchscreen? Wo bleibt eine hohe Serienbildgeschwindigkeit?

    Ich zahle doch keine 1800,- für eine D600, die ja nur eine gepimpte D7000 ist. Und die lahme D800 eignet sich für Actionfotos wohl eher nicht.

    Ich denke und hoffe auf einen D700 Nachfolger mit D4 Sensor.

  3. Peter 4. November 2012, 15:32   »
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    Hallo Gunther,
    ich habe lange überlegt und habe jetzt doch bei der D600 zugeschlagen. Als neues Objektiv habe ich ein Tamron 24–70 2.8 gewählt. Ich wollte unbedingt eins mit VR (bei Tamron VC). Das bietet Nikon beim 24–70 leider nicht. Auf Flugreisen habe ich eigentlich keinen Platz für ein Stativ. Und wenn die Familie dabei ist, hätte auch niemand soviel Geduld, bis es aufgebaut ist. Nach 2 Tagen in Hongkong bin ich begeistert von den Bildern. Es geht eigentlich alles aus der Hand oder irgendwo aufgelegt/angelehnt. Autofocus arbeitet auch bei wenig Licht sehr schnell. Die Bedienung ist sehr ähnlich zu meiner D90, es ist halt einiges dazugekommen. Nur die vertauschten ± Tasten sind gewöhnungsbedürftig. Ich habe nur einen „Dienstrechner“ dabei. Somit kein CaptureNX zur Nachbearbeitung. Aber die jpgs sind schon recht schön und das ohne Nachbearbeitung. Auch die „Scene“ Programme habe ich mal verwendet. Liefern auch ansehnliche Ergebnisse. Mein Fazit ist, dass die D600 gute Bilder macht, ohne dass ich mir allzuviele Gedanken um die Technik machen muss und das bei Tag und Nacht.Ich habe den Kauf nicht bereut.
    Kommentare wie „Uralter Entfernungsmesser“ kann ich nicht nachvollziehen. Die D600 stellt unter allen Bedingungen sehr schnell scharf. Bei FX muss man halt mehr darauf achten, wo scharf gestellt wird. Die vielen Sensoren sind nicht immer ein Vorteil. Woher soll die Kamera auch wissen, worauf ich scharfstellen will. Meine 801 damals hatte genau einen Sensor.
    Bei manchen posts habe ich das Gefühl, dass nur Nikon madig gemacht werden soll, mit welcher Intention auch immer. Was müssen hier Canon user ihren Senf dazu geben? Canon macht sicher auch gute Kameras, unsere Hochzeitsfotos wurden mit Canon gemacht, sind sehr schöne Bilder geworden. Zu GPS und Touchscreen. GSP hätte ich auch gerne, geht leider nur extern. Dafür habe ich den „Notblitz“, wenns wirklich zu dunkel wird. Touchscreen ist schön, hat mein Handy auch. Tendiert aber unter widrigen Bedingungen schon mal zum „spinnen“. Daher finde ich die Bedienung mit Tasten bei einer Kamera nicht schlecht. Geht auch mit Handschuhen, was mit touchscreen (normalerweise) nicht geht.
    Bei der Serienbildgeschwindigkeit muss ich halt irgendwo Abstriche machen. Die schnellsten Karten haben ca. 95 MB/s d.H. theoretisch maximal 3 Bilder/sec. sobald der Puffer voll ist. Brauche ich als Amateur wirklich mehr?
    Genug geschrieben, ich muss jetzt noch im D600 Handbuch lesen, was sie noch so alles kann.

    • Andreas 5. November 2012, 16:56   »
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      Moin Peter,

      ich möchte mit meinem Ausdruck „uralter“ Entfernungsmesser darauf hinweisen, das der Multi-CAM3500FX bereits im Jahr 2007 in der D3 und der Multi-CAM4800FX erstmals 2010 in der D7000 Verwendung fand.

      Zumindest der Multi-CAM3500FX hat damit seine Lebensdauer erreicht. Da hat Nikon sicherlich schon einiges Tolles in der Entwicklung. Ich denke z.B. an die Möglichkeit, dass man einige Messfelder nach belieben zusammenfassen könnte. Auch das 3D Tracking steckt noch in den Kinderschuhen, ich kenne jedenfalls niemanden, der damit erfolgreich arbeitet.

      Außerdem gehe ich davon aus, dass nächstes Jahr einige tolle neue Technologien von Nikon herausgebracht werden. Das letzte große Ding war das Filmen mit der Spiegelreflex. Da haben sich die Entwickler die letzten Jahre mit befasst. Nun ist es Zeit für die nächste große Sache – wie auch immer die aussehen mag.

      Klar sind die D600 und D800 tolle Kameras, aber ich vermute, dass da nächstes Jahr noch viel Besseres mit echten Innovationen kommt. Ich warte mit meiner D300 jedenfalls noch ab.

  4. Ronny 4. November 2012, 21:33   »
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    Hast du eigentlichen auch in deinen Überlegungen den Cropfaktor in Bezug auf die Schärfentiefe einbezogen? Dass das 10er DX besser an der D5100 mit Blende 4 auflöst oder schärfer ist als die D800 mit dem 16er bei Anfangslichtstärke wundert mich gar nicht. Immerhin ist der Cropfaktor ja auch für die Schärfe mitverantwortlich. Um tatsächlich einen Vergleich zwischen den Systemen anzustellen, müsste man erstmal wissen, wie stark man bei der D800 inkl. 16–35er abblenden müsste um die gleichen Werte wie D5100 inkl. 10–24er und Blende f4 zu erreichen, oder nicht?

  5. klaus Beyhl 5. November 2012, 21:08   »
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    Danke… wieder mal dafür, daß du dir die Mühe gemacht hast, diese Arbeit, die zunächst sicher DEINER Erfahrung diente, auch anderen zugänglich zu machen.
    Das Ergebnis bestätigt so bissie meine Denke: Es ist Physik und Mühe.
    Will sagen, die Hersteller haben die letzten Jahre genutzt, fast das Maximum aus Crop heraus zu holen. Bei „Vollformat“ (so nannte man übrigens FRÜHER die Klasse ÜBER 24 × 36 …. whistle) steht man noch um einiges VOR dem Maximum. Aber wir Kunden werden die Weiterentwicklung schon (und irgendwie auch gern) finanzieren.
    Fazit, danke für deine Mühe und … ein Hoffen auf viel Interesse ambitionierter Mitdenker und Mit-Diskutanten

  6. El Alfred 6. November 2012, 00:33   »
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    Hallo Gunther, Du wunderst Dich beim Vergleich D5100 mit D800 wegen der geringen bzw. nicht vorhandenen Unterschiede in der Schärfe. Das ist aber ganz logisch: wenn Du die Bilder auf denselben Maßstab vergrößerst, dann haben beide Bilder dieselbe Pixelzahl auf derselben Bildfläche und können deshalb schon gar keinen Schärfeunterschied haben!(Übertrage den Vergleich D7000 – D600 auf D5100/D7000 – D800, dann hat man auf der DX-Fläche der D800 auch nur 16 MP wie bei der D5100/D7000)

    Das Zweite ist folgendes: auch wenn Du mit Offenblende fotografierst, dann hat das DX-Format bei gleichen Bedingungen eine größere Tiefenschärfe als das FX-Format.Und das betrifft ganz besonders die Randbereiche des Bildes (denn bei Objektiven mit einem größeren Bildkreis ist die sphärische und die chromatische Aberration um einiges schwerer zu korrigieren, als bei einem kleineren Bildkreisdurchmesser. Und bei größerer Tiefenschärfe wirken die Bilder so, als ob sie schärfer wären (einfach weil die Umgebung durch die größere Tiefenschärfe schärfer wirkt, meint man, daß das Bild insgesamt schärfer wäre).

    Viele Grüße
    El Alfred

    • gwegner 6. November 2012, 09:03   »
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      Hallo Alfred, danke für Dein Feedback! Auf beide Effekte habe ich im Video aber hingewiesen! Mir geht es vor allem darum, herauszustellen, dass jemand, der ein Vielfaches mehr für sein (FX) Equipment ausgibt, damit nicht unbedingt und automatisch „bessere“ Bilder bekommt, ein weit verbreiteter und von der Industrie geförderter Glaube.

  7. MvM 6. November 2012, 01:53   »
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    Hallo Gunther,

    Du hast es ja in Deinem Video später selber erklärt, daß die Unschärfe des 16–35 auch auf die geringere Tiefenschärfe des Vollformats zurückzuführen ist. Und genau das ist eigentlich einer der Hauptvorteile des Vollformats: die Freistellmöglichkeit. Und daher ist – wie Du am Ende auch sagtest – das 14–24 ein sehr interessanter Kandidat.
    Einen weiteren Vorteil des Vollformats hast Du auch genannt: der große Sucher.
    Was aber gar nicht erwähnt wurde, für mich aber deutlich sichtbar, die Aufnahmen der D800 hatten wesentlich mehr Feinheiten in den Schatten und auch die Lichter waren schöner gezeichnet. Der Sensor der D800 hat eine deutlich höhere Dynamik.
    Das sind die wesentlichen Vorteile, die mit Gewicht und Größe sowie Preis bezahlt werden. Da muß man wissen, was einem wichtiger ist bzw. ob es einem das Geld wert ist.

  8. Holger 10. November 2012, 16:59   »
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    Hallo!
    Ich habe mit dem Gedanken gespielt, mir eine Vollformat-Kamera zuzulegen. Durch Gunther bin erst einmal davon abgekommen.
    Zum Problem: Bei Vollformat macht man mit den zwei Standardobjektiven 24–70 und 70–200 nix falsch.
    Wie sieht das bei APC-Kameras aus? Welche Objektive sind da empfehlenswert?

    Gruß
    Holger

    • gwegner 10. November 2012, 17:11   »
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      Hi Holger,
      an Crop Kameras empfehle ich (absteigende Wichtigkeit):

      35mm f/1.8
      50mm f/1.8
      10–24 DX
      70–200 f/2.8 oder das neue 70–200 f/4 wenn es bald verfügbar ist.

      Gruß
      Gunther

    • MvM 10. November 2012, 17:51   »
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      Nun, wenn das genügt, um Dich vom Vollformat abzubringen, verstehst Du vielleicht nicht den Unterschied zwischen Crop und Vollformat. Versteh mich nicht falsch, nichts gegen Crop-Kameras. Aber man wählt nicht Vollformat, weil es gerade hipp ist.
      Was in Gunthers Video nicht klar genug herauskommt, ist der Unterschied in der Tiefenschärfe. Physikalisch bedingt ist diese bei vergleichbarem Bildfeld im Vollformat entsprechend geringer. Dieses ist aber kein Nachteil sondern Gestaltungsmittel. Statt die „schlechtere“ Schärfe zu kritisieren sollte dies eben entsprechend verwendet werden – im Sinne von Freistellungsfähigkeit. Man kann wesentlich besser und schöner am Vollformat freistellen. Eine Landschaftsaufnahme aber macht man nicht mit Blende 2,8 – außer man möchte gezielt etwas freistellen. Für einen Vergleich im Video zwischen DX und FX hätte Gunther bei FX physikalisch bedingt weiter abblenden müssen oder eine um den Faktor 1,5 erhöhte Brennweite bei FX wählen müssen.
      Abgesehen davon kann man in Gunthers Video deutlich Vorteile der D800 im Dynamikverhalten feststellen. Würde man die Bilder nun aus dem RAW-Format heraus entwickeln, kommen die Unterschiede deutlich zum Vorschein.
      Auch das Rauschverhalten der FX-Kameras ist nicht nur besser, sondern sieht auch gefälliger aus und stört, wenn es auftritt, deutlich weniger.

      Für DX spricht – bei sicherlich hoher Bildqualität – vor allem das geringe Gewicht, der geringe Preis und der Vorteil im Telebereich.

      • gwegner 10. November 2012, 18:10   »
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        Das ist immer der gleiche Wiederspruch: einerseits spielt Vollformat seinen wahren Vorteil in der geringeren Schärfentiefe aus, andererseits soll man dann wieder abblenden.

        Ich glaube insgesamt habe ich in den ganzen letzten Artikeln und Videos sehr differenziert die Vor‑ und Nachteile der beiden Systeme herausgestellt. Wer sie gelesen bzw. gesehen hat, kann sehr gut selbst entscheiden, welches Format er „braucht“.

        • MvM 10. November 2012, 18:33   »
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          Das kommt doch drauf an, welche Bildwirkung Du erreichen willst. Aber Du mußt 16mm mit 16mm vergleichen und nicht 16 mit 24.
          Und außerdem ist Dein Video allenfalls ein Vergleich zweier Objektive, aber nicht DX gegen FX.
          Und letzten Endes behaupte ich nicht, daß FX unbedingt besser ist. Es kommt einfach darauf an, was man will.

  9. Stefan 11. November 2012, 21:21   »
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    Gut Gunther,
    auch von mir vielen Dank und Lob für Deinen Vergleich. Wer hat schon selber die Möglichkeiten hierfür.
    Ich habe viele Jahre analog fotografiert und hatte von Nikon-FE bis Canon-F1 diverse Kameras und Objektive. Für alle Kameras galt: Sie haben keinen Einfluss auf die Bildqualität, natürlich richtige Belichtung und Fokussierung vorausgesetzt.
    Daran hat sich bei den Digitalen nicht viel geändert. Aber Digis haben zusätzlich auch einen Sensor. Im Vergleich Crop – VF wirkt sich dieser jedoch fast ausschließlich auf die „Lichtempfindlichkeit“ sprich das Rauschen aus und auf das Tiefenschärfenverhalten bzw. die Freistellmöglichkeit. Wenn man also in extremen Lichtverhältnissen „glatte“ Fotos schießen will, so muss anscheinend eine VF her!?
    Übrigens, Freistellmöglichkeiten für Porträts sind nach meiner Erfahrung auch mit Crop ausreichend gegeben. Wer einmal mit einem 50mm f 1:1,8 an Crop porträtiert hat weiß, dass diese Combo bei einem Abstand von 1,5m eine sehr geringe Tiefenschärfe von nur ca. 4cm bei Offenblende hat, also nicht einmal von den Augen zu den Ohren. Aber auch hierüber könnte man vielleicht noch einen kleinen Vergleich anstellen.
    Aus obigen Tatsache/Fragen abgeleitet hier jetzt aber mein Anliegen bzw. meine Bitte: Ich würde einen Test sehr begrüßen, in dem die vermeindlich einvernehmlichen Unterschiede zwischen Crop und VF, also das Rauschen und Freistellverhalten verglichen werden. Folgende Konstellation stelle ich mir vor: D700/D800 mit 85mm f1:1,8 vs D90/D5100/D7000 mit 50mm f1:1,8. ISO 100 – 3.200 (mehr braucht Otto-Normal sowieso nicht). Dies sind die Idealkombinationen für Low-Light, Indoor und Porträt, also ein riesiger Bereich.
    Vielleicht ergibt sich ja ein ganz pragmatisches Ergebnis, wie z.B., dass das VF erst ab ISO 3.200 o.ä. wirklich Sinn macht.
    Was meinst Du?

    • gwegner 11. November 2012, 21:37   »
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      Hallo Stefan, ich gebe Dir völlig recht, mit einem 50er f/1.8 oder gar f/1.4 kann mann hervorragend freistellen. Diese ganze Diskussion ist recht akademisch. Auch Deine erste Ausage, dass man FX für „glatte“ Bilder braucht, stimmt so nicht. Das Rauschverhalten einer modernen Crop-Cam ist zum Teil besser, als das einer 2 Jahre alten Vollformat. Und selbst bei den aktuellen Modellen sind die Unterschiede sehr, sehr gering.

      Für Deinen Test könnte man auch ein 35 f/1.8 gegenn ein 50 f/1.8 antreten lassen (ein 85er habe ich nicht). Vielleicht mache ich das irgendwann mal. Ein bisschen siehst Du das aber auch bei meinem Weitwinkel vergleich.

      Viele Grüße
      Gunther

      • Stefan 16. November 2012, 14:37   »
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        Hallo Gunther,
        danke für deine Antwort. Bitte lass mich noch ein wenig tiefer in die Richtung eines „Porträt-Tests bzw. Freistellungsvergleichs“ „laut nachdenken“ und Wünsche formulieren, hoffentlich auch stellvertretend für viele andere:
        Wenn ich davon ausgehe, dass sich die Digitaltechnik bei den Kameras so weiterentwickelt wie bei den Conputern seit 30 Jahren, dann ist es abzusehen, dass alleine aus Gründen der Bildqualität sehr bald (oder schon heute) kein VF mehr erforderlich sein wird. Der Sensor einer VF wird zwar immer einen Abstand halten können, logisch, er hat die doppelte Fläche, doch beziehen muss man die Bildqualität auf das Ausgabemedium, also den Ausdruck, meinetwegen in 50 × 70 cm. Das, und noch viel mehr, können aber heute oder in absehbarer Zeit VF und Crop perfekt bei ISO 3200!? Mehr an ISO und Bildqualität ist dann oder wird dann überflüssig sein, für jeden, der nicht für den Plakatdruck arbeitet. Es bleibt jedoch der Unterschied im Freistellen und der Tiefenschärfe, was nicht unmittelbar mit der Bildqualität (bzw. Druckqualität)zusammenhängt. Schließlich ist das VF auch oft hinderlich mit seiner Tendenz zum Freistellen, z.B. wenn ich als Fotojournalist 2 Personen, die in 1 ⅿ Abstand hintereinander stehen, scharf abbilden möchte. Dann muss ich bei VF 1,5 Blende abblenden im Vergleich zu Crop, was wiederum mit ISO-Nachteilen verbunden ist und in der Praxis nerven kann, denn viele Fotos werden alleine mangelnder Tiefenschärfe unbrauchbar. Jedoch ist der Unterschied von VF zu Crop auch hier nicht wirklich groß oder kaufentscheidend. Wer sich beim Friseur einmal die Fotos von den mit Mittel‑ oder Großformat freigestellten Damen ansieht, versteht, das geht auch nicht mit VF. Die Frage also auch bei VF: Wieviele bringt mir der Freistellungvorteil wirklich in der Praxis? Und da würde ich mir halt einen „Freistelltest“ wünschen, bei dem neben den benannten Brennweiten (35, 50, 85) auch noch ein wenig in den Telebereich gegangen wird. Eine 200er Brennweite (KB) ist hier nach meiner Erfahrung die Grenze (Outdoor natürlich) für ein positv, noch nicht flächig wirkendes Gesicht. Aber bei 200mm kann man phantastisch freistellen.
        Zum Test: Ich stelle mir „Schantalles“ Wimpern vor, deren Wimpern als Fokussierpunkt dienen. An ihren Wimpern könnte sich dann der Grad der Freistellung orientieren, des Rauschens, der Objektivqualtität bei offener Blende etc. (die meisten 50er sind halt nicht wirklich scharf bei f1,8). Realistisch für Porträts sind allerdings auch Blenden zwischen 2,5 und 8 (KB), nach meiner Erfahrung. Darunter (1,2 – 2,5) wird die Tiefenschärfe so gering, dass die Ohren und Nasenspitze bereits zu unscharf sind. Aber das kann ja auch schon ein Ergebnis des Tests sein….? Ihr hattet ja bereits einen Test mit „Schantalle“ im Studio bei 35mm (Crop) bzw. 50mm (VF) f2,0 durchgeführt, mit dem Softboxaufdruck als Unschärfeindikator im Hintergrund. Aber hier gab es halt noch keinen Bezug zum Rauschen, zur Schärfe von „Schantalles“ Wimpern und zur maximalen Möglichkeit des Freistellens mit Crop.
        So, nun habe ich aber genug phantasiert – danke für Deine/Eure Zeit, ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.
        Einen schönen Gruß, Stefan

        • gwegner 18. November 2012, 10:40   »
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          Hallo Stefan, vielen Dank für Deine ausführliche Anwort und vorschläge. Ich werde dazu nochmal etwas machen, aber jetzt geht’s erstmal nach Chile/Bolivien… VLG
          Gunther

  10. El Alfred 17. November 2012, 22:16   »
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    Hallo Gunther, hallo MvM, hallo Stefan,

    zu Eueren letzten Kommentaren würde ich auch gerne meine Meinung kundtun.
    Das Thema Freistellung ist unbestritten bei FX besser, wenn man von gleichen Voraussetzungen ausgeht.
    Mich selbst hat auch die große Tiefenschärfe meiner D7000 schon ein bißchen genervt (ich hatte vorher Minolta XE-1, XM und X500 und war da anderes gewohnt). Aber man kann sich ja so leidlich behelfen:
    a) Aufnahmeabstand und damit Abbildungsmaßstab ändern (dann ändert sich ja auch die Tiefenschärfe),
    b) Entsprechend weit geöffnete Objektive kaufen (das bringt nicht viel, aber immerhin),
    ⅽ) Oder man akzeptiert dieses Manko einfach.
    Ich hab mich zwischenzeitlich damit abgefunden (eine FX wäre zwar schön, aber nur um das Manko zu große Tiefenschärfe zu eliminieren, dafür ist mir FX zu teuer)

    Zu dem Vergleich D800 + 16–35 mit D5100 + 10–24 möchte ich noch folgendes anmerken:

    1.
    Die Randschärfe ist bei der D800 + 16–35 schlechter als bei der D5100 + 10–24:

    Es ist schon immer schwieriger gewesen ein Objektiv für einen größeren Bildkreisdurchmesser (FX) zu korrigieren als für einen kleinen (DX). Die Randstrahlen bei einem FX-Objektiv werden immer schlechter sein, auch wenn die Güte beider Objektive erste Wahl ist.

    Wenn man aber unbedingt bei Offenblende fotografieren muß, dann muß man aber auch dieses Manko akzeptieren (unser Dozent in Technischer Optik hat immer gesagt: „die Physik läßt sich nicht besch…“. Leider hat er Recht)

    Deshalb ist es auch gar nicht verwunderlich, daß bei dem D800 + 16–35 die Randschärfe schlechter ist als bei D5100 + 10–24.
    Außerdem tritt bei der D5100 + 10–24 natürlich auch die größere Tiefenschärfe des DX (auch bei Offenblende) positiver auf. Deshalb wirken die Randbereiche des DX-Bildes schärfer als die des FX-Bildes.

    2.
    Die Schärfe in den zentralen Bereichen des Testbildes ist annähernd gleich (kein wesentlicher Vorteil des FX erkennbar):

    Dieser Effekt ist auch ganz einfach erklärbar: Die D5100 hat ja 16 MP auf dem DX-Format und damit 5,2 µm Pixelgröße. Die D800 hat zwar 36 MP auf dem FX-Format, aber fast genau dieselbe Pixelgröße, nämlich 4,9 µm. Dieser Unterschied ist aber marginal und ist in den zentralen Bereichen eines Bildes wohl kaum mehr zu unterscheiden.
    Interessanterweise liegen auch die größerflächigen Sensoren von Hasselblad (50 MP bei 36,7 × 49,1 mm²) bei 6,02 µm und vom Mamiya (22 MP bei 36 × 48 mm²) bei 8,9 µm in einer ähnlichen Größenordnung. Diese Größe von ca. 5 µm ist offensichtlich der beste Kompromiss zwischen idealer Schärfe und geringem Rauschen bei dunklen Bildpartien.
    Wohin kleinere Pixelgrößen führen wissen wir alle am Beispiel von Kompaktkameras z.B. Canon G9 (12,1 MP bei 7,63 × 5,74 mm²=> 1,9 µm Pixelgröße). Das ist bei genügend Licht zwar so leidlich scharf, aber in dunklen Partien hält das Grieseln und fleckig sein fröhliche Urständ.

    Der Vorteil des FX-Formates liegt auch einfach darin, daß man bei doppelter Bildfläche die Vergrößerungen weniger vergrößern muß und deshalb bei gleicher Vergrößerung von DX und FX einen Schärfevorteil zugunsten des FX-Formates erhält (oder die FX-Fotos bei gleicher Schärfe um den Faktor 2 in der Fläche mehr vergrößern kann). Das ist für mich als Hobbyfotograf völlig ohne Belang, aber für Profis wahrscheinlich von Wichtigkeit.

    Ich habe aus diesem Dilemma folgenden Schluß gezogen: Ich habe zwar eine D7000 (DX-Format) gekauft, aber mir dazu die FX-Objektive 24–70 und 70–200 und 105 Micro gekauft.
    Damit habe ich Mehreres erreicht:
    a) Ich habe eine große Offenblende (ich setzte den Blitz nur gezwungenermaßen ein) um beim vorhandenen Licht fotografieren zu können.
    b) Durch die größere Offenblende habe ich den Nachteil der relativ lichtschwachen DX-Objektive ausgeglichen (bezüglich Tiefenschärfe und auch der sicheren Autofokusfunktion wegen)
    ⅽ) Mit den FX-Objektiven habe ich auch die manchmal nicht so gut korrigierten Randstrahlen eliminiert (weil ich diesen Randbereich bei der D7000 gar nicht nutze) und bekomme so auch in den Randpartien recht scharfe Bilder
    ⅾ) Ich habe zwar teuerere Objektive und schwerere Objektive, aber diese Nachteile nehme ich gerne mit in Kauf (irgendwo muß man Federn lassen: „Die Physik läßt sich nicht besch…“).

    Ich gebe Dir auch völlig Recht: Für relativ wenig Vorteil an Schärfe, Tiefenschärfe und dem Bokeh bin ich nicht bereit, für das FX (D800) mehr als das Dreifache hinzublättern. Bei einem Profi wird sich das vermutlich rechnen, für mich als Hobbyfotograf sicher nicht. Und als Kamerahersteller kann man davon nur profitieren, wenn die Kunden nur die Gesamtpixelzahl mit höherer Qualität gleichsetzen,
    ohne die physikalischen Effekte zu kennen.

    Tja, das war es in der Länge der Worte (sollte aber klar formuliert sein, damit es keine Mißverständnisse gibt)

    Ich weiß nicht, ob Ihr „reine Digitaler“ seid oder „Digitaler in der 2. Generation“. Während der Zeit der Chemie-Filme waren diese Probleme prinzipiell ebenso vorhanden, aber nicht so elegant umgehbar wie heute. Damals gab es nur KB oder 6 × 4,5 bzw. 6 × 6 bzw. 6 × 7! Preismäßig lag das viel weiter auseinander als das heute der Fall ist. Und die Aussage einer Profifotografin dazu, die mit D700 (8,4 µm Pixelgröße) Porträtaufnahmen macht (Zitat): „Als ich mir neulich die alten Bilder von meiner Hasselblad angeschaut habe, war ich entsetzt mit welcher schlechten Qualität wir damals zufrieden waren!“ (Zitat Ende)

    Ich glaube, dieser Aussage ist kaum etwas hinzuzufügen, oder?

    Viele Grüße
    El Alfred

    • Stefan 19. November 2012, 21:35   »
      Gravatar

      Hallo El Alfred,

      ich finde, deine „klaren Worte“ ergänzen das Thema Crop-VF, Freistellen, Bildqualität zu einer runden und schlüssigen Abhandlung. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir fehlen zu dem Thema doch noch ein paar aussagefähige Fotos mit Vergleichen zum Thema Freistellen/Porträt – Crop/VF.
      Ich bin in der analogen Zeit fotografisch aufgewachsen und finde die digitalen Möglichkeiten weit, weit besser. Alleine mit der digitalen Nachbearbeitung kannst du heute einen ganzen Mitarbeiterstab der analogen Nachbearbeitung ersetzen und Bildern die Leuchtkraft verpassen, die einst nur in Fotozeitschriften, National Geographic oder Playboy zu sehen war. Zusätzlich ist deine Spiegelreflex hierbei mindestens so gut wie eine analoge Mittelformatige, wie du auch schreibst.
      Du bist den Weg gegangen, die Freistellungsnachteile des Crops durch niedrige Blendenwerte all deiner Optiken einigermaßen auszugleichen, ok, sicher ein Weg. Ich kann aber davor warnen, zu glauben, dass VF-Optiken unbedingt bessere Randschärfen erzeugen als reine Crop-Optiken. Es gibt sehr gute Crop-Zooms, die an Crops bessere Ergebnisse erzeugen, als erstklassige VF-Zooms an Crops. Hier muss man von Fall zu Fall verifizieren.
      Der Weg, den ich mit den Digitalen gegangen bin und gehen möchte, ist, mit nur 2 Optiken den „Alltagsbereich“ bei möglichst geringem Gewicht und möglichst hoher Qualität abzudecken, und für Spezialfälle wie z.B. Lichtstärke/Freistellen, Supertele, Makro etc. jeweils die spezifischen Objektive einzupacken. Weshalb ich diese Zusammenstellung bevorzuge, möchte ich kurz erzählen, auch damit andere meine Fehler nicht begehen:
      In der Analogzeit hatte ich meine Priorität bei den Objektiven zunächst auf Gewicht und Qualität gelegt (hätte ich das nur so gelassen). Damals hatte ich nur zwei Zooms zu meiner Nikon FE, mit denen ich den Alltagsbereich abdeckte (35–70mm, 70–200mm, beide Tokina). Diese Ausrüstung war so leicht, dass ich sie immer bei mir haben konnte und alleine deshalb sehr viele gute Fotos schoss und glücklich mit dem Fotografieren war. Ein damaliger Bekannter hatte die Nikon F3 (Profi-Preisniveau) und ausschließlich Nikon Zooms. Sie schnitten auch nach ausgiebigen Tests nicht besser ab, als meine FE-Combo (mit Dias an Leinwand ließ sich das sehr gut beurteilen). Dann holte mich der Qualitätswahn ein, ich kaufte eine Canon F1 mit 7 teuren, lichtstarken Festbrennweiten. Ab diesem Tag war zwar mein Qualitätswahn befriedigt, doch ein glücklicher Fotograf war ich nicht mehr so richtig. Immer musste ich mich unterwegs aus Gewichtgründen auf 2–3 Objektive beschränken, permanent schraubte ich unterwegs die Optiken um. Die Leichtigkeit ging ganz allgemein verloren. Unbewusst nervte dies derart, dass ich irgendwann meine Ausrüstung kaum noch anrührte. Die Qualität meiner Fotos hatte keinesfalls zugenommen. Der geringe Vorteil der „Profilösung“ lag, so bildete ich mir ein, vielleicht darin, auf Presseveranstaltungen (z.B. auf Parteitagen; damals war ich Student und jobbte als Fotograf in einer Fernsehanstalt und in einer Presseagentur) in der Meute von Ellenbogenchecks austeilender Profifotografen nicht sofort als Amateur abklassifiziert und niedergemacht zu werden. Die Ausrüstung habe ich heute noch, benutze sie aber nach wie vor sehr wenig.
      Aus all dem habe ich als heutiger, nicht hauptberuflicher Fotograf folgendes für mich gelernt: Ich brauche eine universelle Alltagsausrüstung, d.h. Brennweiten von 24–300mm (an KB), die wenig wiegt aber eine Top-Bildqualität liefert. Ich brauche eine Spiegelreflex zum ordentlichen Scharfstellen und zum schnellen Beurteilen der Tiefenschärfe. Nur für spezielle Einsätze, z.B. Porträt, Makro, Sport, wird diese „Alltagsausrüstung“ bei Bedarf jeweils ergänzt, bzw. variiert.
      Ich habe mir also eine Canon-Crop zugelegt, wobei die Betonung auf Crop liegt, ein Canon 3,5–5,6 15–85er IS USM (von Nikon gibt es leider nur ein 16–85er)und ein Canon 4,0 70–200 IS USM (f4,0 gibt es leider von Nikon erst seit ganz kurzem). Diese Combo wiegt mit Tasche, Sonnenblenden etc. nur wenig > 2kg, optimal für mich. Qualität – erste Sahne. Jetzt sollen die Optiken für spezielle Fälle folgen, z.B. für das Freistellen im Porträtbereich/Lichtstärke. Grundsätzlich wird ein neues Objektiv nur dann zugelegt, falls sich ein weiterer Anwendungsfall regelmäßig ergeben sollte (z.B. Tiere mit Supertele, Makro o.ä.). So gänzlich bin ich auch noch nicht vom Erwerb eines 50ers für Porträts an Crop überzeugt, denn Test bescheinigen den momentan am Markt erhältlichen Optiken eine schwer weiche Leistung bei offener Blende. Aber wie weich ist weich in der Praxis? Es stellt sich mir die Frage, ob sich ein 50er an Crop dann überhaupt eignet und ob eine Top-Qualität damit zu erreichen ist. Muss ich, um Top-Qualität zu erreichen auf f4,0 abblenden und ist es dann mit der Tiefenschärfenspielerei (an Crop bei 50mm bei Abstand von ca. 1,5m) vorbei? Top-Qualität für Porträts heißt für mich, messerscharfe Wimpern und Augen, Gesicht scharf von der Nasenspitze bis zu den Ohren, dann mehr oder weniger langsames Nachlassen der Tiefenschärfe. Geht das also überhaupt an Crop, da die 50er Festbrennweiten erst ab 4,0–5,5 richtig scharf zeichen (wie man hört)?
      Und genau an diesem Punkt beginnt mein gesamter Ansatz zur Crop-VF-Freistell-Vergleichsthematik, die Frage nach einer guten Freistellmöglichkeit im Crop-Bereich also. Diese Beurteilung würde ich deiner Hasselblad Fotografin (oder Gunther)gerne abringen.

      Grüße, Stefan

  11. El Alfred 20. November 2012, 13:40   »
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    Hallo Stefan,
    merci für Deine Ansicht. Ich stimme Dir da weitgehend zu.

    Ich habe 1976 angefangen und mir zur XE-1 ein 1,2⁄58 und 2,5⁄28 gekauft (mit großer Öffnung um möglichst ohne Blitz fotografieren zu können; die Blitze von Braun waren viel zu blau und die Blitze von Metz waren mir zu teuer). Dann kam damals das erste Zoom dazu (um für die Diafilme einfach variabler einstellen zu können. Nachbearbeitung von Dias war nicht möglich, deshalb habe ich das Bild so optimal wie möglich aufgenommen und war damit zufrieden, oder habe es weggeworfen). Von diesem Zoom Vivtar 70–210⁄3,5 war ich aber ziemlich enttäuscht, weil es sehr schwer und nicht besonders scharf zeichnete. Also ergänzte ich mit Festbrennweiten 4⁄17, 1,7⁄85, 2,8⁄200 und ein 3,5⁄50 Makro. Die viele Wechslerei der Objektive nahm ich gerne in Kauf.

    Heute sieht es aber so aus, daß die Zooms sehr viel schärfer zeichnen als damals und deshalb habe ich mich heute mit der D7000 auf 3 Zooms beschränkt: 3,5⁄10–24 DX, 2,8⁄24–70 FX und 2,8⁄70–200 FX und als Makroergänzung das 2,8⁄105 FX Micro (das ist meine Alltagsausrüstung). Das Ergebnis ist, daß heute meine Bilder mit den Zooms schärfer sind, als damals mit den wirklich tollen Festbrennweiten (Minolta kooperierte damals mit Leica und hat von Leica gelernt, wie man sehr gute Objektive berechnet und baut). Aber es gilt nach wie vor: Festbrennweiten sind schärfer als Zooms.

    Gewichtsmäßig ist das mit einem Rucksack noch zu bewältigen, wenn manchmal alles dabei sein muß. Ansonsten beschränke ich mich auf die Objektive, von denen ich glaube, daß ich sie brauche
    (das habe ich aber früher auch schon so gehandhabt). Im Laufe der Jahre will man auch nicht mehr soviel mit sich herumschleppen; früher waren das über 12 kg, heute sind es nur noch 7 kg.

    Die hohen Anfangsöffnungen sind eigentlich nur in meiner Manie, alles am Liebsten ohne Blitz zu fotografieren, zu suchen (lieber ein Stativ als einen Blitz). Das Mehrgewicht, mein Gott, ich werd’s überleben.

    „Ich kann aber davor warnen, zu glauben, dass VF-Optiken unbedingt bessere Randschärfen erzeugen als reine Crop-Optiken“:
    Natürlich haben FX-Objektive prinzipiell schlechtere Randschärfen als DX-Objektive! Sie müssen ja auf einen Bildkreisdurchmesser von ca. 45 mm ausgelegt werden (DX nur ca. 32 mm). Jeder zusätzliche Millimeter kostet neue Anstrengung in der Korrektion (bei Weitwinkeln gibt es vorrangig Probleme mit der Verzeichnung, bei langen Brennweiten hauptsächlich mit der chromatischen Aberration; dagegen helfen dann Asphären bzw. Achromaten oder gar Apochromaten; in jedem Fall aber schweineteuer). Und je größer der Bildkreisdurchmesser ist, desto schwieriger wird es. Da hat es das DX-Format erheblich leichter. Dadurch, daß ich FX-Objektive an einem DX-Sensor verwende, verschwende ich quasi die hohen Kosten, aber ich lasse dadurch die schlechten Randbereiche aussen vor. Das ist überhaupt nicht wirtschaftlich, aber welches Hobby ist das schon?

    Weil ich ja bloß Hobbyfotograf bin, bin ich nicht auf extreme Schärfe und absolute Spitzenfotos angewiesen, sondern kann auch mal ein Foto akzeptieren, das nicht in allen Punkten Top ist (Gott sei Dank bin ich kein Fotograf, der seinen Lebensunterhalt von seinen Bildergebnissen bestreiten muß; ich würde sang‑ und klanglos untergehen).

    Freistellungsproblematik bei DX-Sensor:
    Aber eines ist natürlich klar: ideal läßt sich die Problematik Freistellung der Umgebung zu Schärfe von Nase bis Ohren wohl nie lösen. Bei dem Vergleich Crop zu VF ist lediglich der Faktor 1,5 dazwischen; prinzipiell ist es aber das gleiche Problem.

    Prinzipiell gilt bei gleichem Aufnahmeabstand:
    Kurze Brennweite = kleiner Abbildungsmaßstab = große Schärfentiefe am Kopf und Hintergrund
    Lange Brennweite = großer Abbildungsmaßstab = kleine Schärfentiefe am Kopf und Hintergrund
    In jeder Kombination ist ein Manko dabei!

    Prinzipiell gilt bei gleichem Abbildungsmaßstab = gleiche Schärfentiefe bei gleicher Blende:
    Kurze Brennweite = näher am Objekt = Kopf gleich groß auf dem Bild = eher unnatürliches Aussehen
    Lange Brennweite = weiter weg vom Objekt = Kopf gleich groß auf dem Bild = natürliches Aussehen

    Die Lösung liegt darin, eine relativ lange Brennweite zu nehmen (Objektiv mit ca. doppelter Diagonale des Sensors [85-135mm bei VF, 60-90 mm bei DX] und damit einer für das menschliche Auge angenehmen Perspektive = Porträtobjektiv) und einer entsprechenden Freistellung des Objektes gegen den Hintergrund, um zuviel Schärfe im Hintergrund von Haus aus zu vermeiden. Hinter dem Kopf sollte der Hintergrund schon mehrere Meter weg, oder idealerweise ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund sein.

    Und: Festbrennweiten sind schärfer als Zooms
    Ideal für Porträts sind meiner Meinung nach sowieso die Makroobjektive. Diese sind nämlich nicht, wie alle anderen Objektive, auf unendlich korrigiert, sondern auf den Abbildungsmaßstab bei ca. 1:1.

    Bei der Porträtfotografie ist Dein Objekt ja sehr nahe an der Kamera und so kommt der Vorteil eines Makroobjektives voll zum Tragen. Ich würde so etwas wie EF-S 60 mm 1:2,8 Makro USM oder besser das EF 100 mm 1:2,8 Makro USM nehmen (ich erinnere mich an mein Minolta 3,5⁄50 mm Makro, das war schon bei Offenblende ein Ausbund an Schärfe). Mit einer längeren Brennweite rückt man derjenigen Person nicht so nahe auf den Pelz und damit ist diese Person auch viel entspannter.
    Ich bin überzeugt, daß Du mit so einem Makroobjektiv besser dran bist, als mit einem lichtstarken 1,8⁄50 mm, denn abblenden auf ca. 4 bis 5,6 musst Du ja sowieso. Dann ist Dein Makroobjektiv gleichzeitig Dein Porträtobjektiv und Du hast Dir ein Objektiv gespart. [Der Haken bei sehr scharfen Objektiven ist aber, daß Hautunreinheiten extrem auffallen und deshalb hatte man früher einen Weichzeichner verwendet; das ist heute noch genauso!]

    Wie groß die Schärfentiefen der einzelnen Objektive sind, habe ich heute nicht mehr im Kopf. Aber im www gibt es manche Tipps, so z. B. http://ingritter.de/5.html. Da kann man recht gut die einzelnen Schärfentiefen ablesen, allerdings sieht man sie nicht und man sieht schon gar nicht, wie sich die Unschärfe hinter dem Kopf ansieht.

    Dir fehlen noch aussagekräftige Fotos zum Thema Freistellen/Porträt – Crop/VF:
    Da hilft nur eines: Ausprobieren!
    Nimm Dir irgendein Objekt (Buch, Eierkarton, Stubenbesen o.ä.), das in der Tiefe etwa eine handspannengroße Ausdehnung hat (das ist ungefähr der Abstand Nasenspitze bis zu den Ohren) und lichte dieses Objekt einfach mal zuhause vom Stativ her ab. Nimm Dein 15–85 und stelle nacheinander 3 Brennweiten ein: 30 mm, 60 mm und 85 mm (= Diagonale des DX, 2-fache Diagonale des DX, fast 3-fache Diagonale).
    Wähle bei jeder Brennweite 5 Blendenstufen (Offenblende, Blende 3,5, Blende 5,6, Blende 8, Blende 11). [Der Nachteil dieses Objektives ist jedoch, daß die Anfangsöffnung bei 85 mm nur noch 5,6 ist!]

    Der zweite Teil: wieder die Brennweiten verändern, aber jedesmal darauf achten, daß im Sucher das Objekt gleich groß abgebildet wird (dazu den Aufnahmeabstand so verändern, daß das zutrifft). Und jeweils bei jedem Aufnahmeabstand wieder die Blenden verändern.

    Am PC kannst Du Dir alle 30 Bilder nebeneinander ansehen und hast auch die technischen Daten zu jeder Aufnahme parat. Und so siehst Du sowohl die positive Schärfeentwicklung am Objekt als auch die unerwünschte Schärfe des Hintergrundes. Von den 30 Bildern bleiben dann vielleicht 2 übrig, die Dir gefallen.

    Das Wichtigste: Nur so kriegst Du ein Gefühl dafür, was Du beim Fotografieren tun oder besser lassen solltest. Spätestens beim fünften Mal haben Deine Porträts genau den Schärfeverlauf, den Du gerne hättest. Und ob Du dann auf dem DX‑ oder FX-Sensor Dein Porträt hast, ist Dir dann egal, Hauptsache das Bild ist so, wie Du es willst.

    Viele Grüße und viel Erfolg beim Porträtschärfetiefentest.
    El Alfred

  12. zastrozny 30. Juni 2013, 19:20   »
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    Lieber Gunther,

    ein wirklich guter Beitrag von Dir. Bin eher Anfänger in sachen Digital-Fotografie. Habe mir vor einiger Zeit die Nikon D90 + 18–105 Objektiv gekauft. Nun bin ich an einem Weitwinkelobjektiv interessiert. Auf der Suche nach entsprechenden Vergleichen bin ich auf Deinen trailer gestossen. Für mich sehr hilfreich:

    1. ich bin ein Perfektionist und wollte mir schon die Nikon 800e kaufen. Weil: Bessere Tiefenschärfe, höhere Pixel usw. „Bessere Bildqualität“

    2. Die zur Nikon 800e gehörenden Objektive geben mir quialitativ das, worauf ich so abfahre: „Gestochen scharfe Bilder“.

    Nun bin ich dahingehend ein wenig besser informiert. Ich werde mir ersteinmal nicht die 800e kaufen. Sondern mit meiner Ⅾ 90 weiterarbeiten.

    Nichtn weil beide Cammeras so gut oder weniger gut sind, sondern weil das Preis-Leistungsverhältnis zu den Vergleichenden Resultaten in einem Verhältnis steht, das mich nachdenklich gestimmt hat.

    Vielen Dank dafür. Und bitte weiter so!

    Grüße Wolfgang

    • Martin 1. Juli 2013, 11:19   »
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      Hallo Wolfgang,

      das hast Du falsch verstanden. Tiefenschärfe hat nichts mit der Qualität der Kamera oder einem etwa nicht vorhandenen Tiefpaßfilter zu tun, sondern ist eine physikalische Größe in Abhängigkeit von Brennweite und Blende und beschreibt, welcher Bereich in mmm oder cm bis Meter noch scharf abgebildet wird und welcher Bereich in Unschärfe verläuft. Je kleiner die Brennweite und je kleiner die Blende (große Zahl), um so größer die Tiefenschärfe und somit der Bereich, der scharf abgebildet wird. Das ist bei billigen Kameras und billigen Objketiven nicht anders als bei teuren und besagt nichts über die Schärfe und Abbildungsleistung des Objektivs oder des Kamerasensors mit oder ohne Tiefpaßfilter aus.

  13. Jürgen G. 19. Oktober 2013, 13:47   »
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    Hallo Gunter,

    ich würde mir gerne das Nikon AF-S 10–24 G zulegen.

    Ich habe eine D7100. Kannst du das Objektiv empfehlen?

    MfG Jürgen G.

    • gwegner 19. Oktober 2013, 20:33   »
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      Ich kann es immer noch wärmstens empfehlen!

  14. Jürgen G. 20. Oktober 2013, 10:33   »
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    Hallo Gunther,

    würdest du das 10–24 auch dem 12–24 vorziehen?

    Ich werde wahrscheinlich überwiegend im WW Bereich fotografieren. Den oberen Bereich werde ich wohl kaum nutzen.

    MfG Jürgen

    • gwegner 20. Oktober 2013, 10:49   »
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      Das 12–24 kenne ich nicht, aber ich würde die 2mm Weitwinkel mehr beim 10–24 nicht unterschätzen. Gerade im Super Weitwinkel Bereich sind 2mm eine Menge.

  15. MAA 20. November 2013, 18:30   »
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    Hallo Gunther,

    ich bin schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem WW für meine D90. Bilsang konnte ich keine überzeugenden Tests finden oder schon garnicht selbst testen (mir schickt auch so niemand einfach irgendwelche Objektive zu ;-))Nun mit deinem super Post konnte ich zumindest mal einen Eindruck bekommen, zu welchen Leistungen die Nikkor-WW in der Lage sind.
    Die Aufnahmen mit dem 10–24 sind schon ziemlich überzeugend, sodass ich es nun auf jeden Fall in die engere Wahl ziehe…
    Besten Dank und weiter so!

    //MAA

  16. Janto Trappe 4. Februar 2014, 15:42   »
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    Danke für den Vergleich bzw. den Test des 10–24! Ich brauche einen leichten UUW-Zoom und werde das Glas zukünftig für Luftaufnahmen einsetzen.

  17. Sabrina 26. März 2014, 21:11   »
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    Hallo Gunther,

    ich wollte Dir einfach mal Danke sagen für dieses Vergleichs-Video.

    Ich trage mich nämlich schon längere Zeit mit dem Gedanken, eine Vollformat-Kamera (D600/D610) zu kaufen.

    Der Grund ist, dass ich vor allem Architektur fotografiere. Wenn man nicht genügend weit weg vom Objekt der Begierde stehen kann, beispielsweise bei einer Kirche oder wegen sonst davor stehender Bäume, ist man sehr schnell in der Situation, dass selbst 10 mm Weitwinkel nicht ausreichend sind, insbesondere dann nicht, wenn man dann noch auf 16:9 beschneiden will.

    Da wäre das 12–14er Sigma eine Lösung, welches allerdings bei Gegenlicht Flares liefert (Das Sigma 10–20 für DX nicht). Inzwischen gibt es aber auch das 8–16 für DX von Sigma.

    Ebenso stört mich (Nikon D5000), dass ab ISO 200 bereits beim Nachschärfen in Lightroom glatte Flächen (z.B. Autos) körnig werden, so dass ich da Details erhalten auf Null stelle (trifft nicht auf hell beleuchtete Flächen zu, sondern auf Aufnahmen bei trüben Wetter). Bei ISO-800 ist das Rauschen schon so stark, dass Details in dunkleren Bereichen (z.B. dunkle Dächer) einfach verloren gehen.

    Das geringere Rauschen war also ein zweites Argument, eine Vollformat-Kamera ins Auge zu fassen.

    Dem Rauschen könnte man ja mit einem Stativ begegnen, was allerdings bei Objekten, die sich bewegen wiederum Unschärfen durch lange Belichtungszeiten zur Folge hat (z.B durch Wind bewegte Bäume).

    Ebenso auf hilft auf stark vibrierenden Brücken kein Stativ sondern nur kurze Belichtungszeit (Die Frage ist dann, wie oft ist man in dieser Situation, dass es das viele Geld wert ist ?).

    Das Problem der geringeren Tiefenschärfe sehe ich nicht ganz so kritisch, da ich ja eher nicht die Brennweite erhöhe um den selben kleinen Bildausschnitt zu bekommen weil ich ja den größeren Bildausschnitt haben will.

    Insofern wäre dann auch das Abblenden und damit die Einbuße des Gewinns an weniger Rauchen nicht notwendig.

    Ein weiterer Gedanke war, dass sich die Auflösungsgrenzen der Objektive bei der D610 aufgrund der etwas größeren Pixel auch etwas weniger bemerkbar machen.

    Aber – nun kommts:

    Bei der Betrachtung von Bildern, die mit der Nikon D600/D610 oder der Canon 5D Mark Ⅱ aufgenommen wurden, hatte ich – mit Ausnahme einiger bei Nikon veröffentlichter Landschafts-Testfotos – geradezu dramatische Randunschärfen feststellen müssen – bei beiden Kameras !.

    Und zwar betraf die Randunschärfe nicht nur den äußersten Rand, den man nach dem Geradedrehen des Bildes und der Verringerung der stürzenden Linien ohnehin wegschneidet, sondern nahezu den gesamten Bereich der über das vom APS-C abgedeckte Zentrum hinausgeht.

    Da stand die Frage, ob die vielleicht schlechte Objektive verwendet haben oder eine zu große Blende ?

    Weder noch.

    Es waren die Spitzen-Objektive der Hersteller und die Blende lag im üblichen Bereich zwischen 8 und 13.

    Nachdem ich nun Dein Video angeschaut habe – gern hätte ich auch mal den Vergleich bei Blende 10 gehabt (da ist die Randunschärfe etwas geringer) – fürchte ich, dass es derzeit technisch nicht oder nicht zu einem noch bezahlbaren Preis möglich ist, Objektive ohne diese Randunschärfe herzustellen.

    Im Ergebnis dessen werde ich mich wohl vom Traum D610 verabschieden und mir das Sigma 8–16 APS-C Objektiv kaufen.

    APS-C Kamera spart gegenüber Vollformat Geld, passt besser in die Fahrradtasche, wackelt nicht so stark auf dem Stativ (bei Wind).

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