Sony DSC-RX 100-II – mein Praxis Test einer Kompakt-Kamera mit RAW Format

9072013

Ich war wieder einmal zu Gast bei Sony und durfte diesmal direkt am Tag ihrer Vorstellung eine interessante neue Kompakt-Kamera testen – die DSC-RX 100-II. Sie sticht durch ihren für diese Kamera-Klasse verhältnismäßig großen 1“ Sensor hervor und durch die Möglichkeit, RAW-Dateien aufzunehmen. Auch das Zeiss-Objektiv und ihr zeitloses Design machten mir Lust darauf, dieses Experiment zu wagen.

Sony DSC-RX 100-II
Sony DSC-RX 100-II

Als Spiegelreflex-Nutzer stelle ich an Kompakt-Kameras vor allem eine Anforderung: wenn ich sie aufgrund ihrer Kompaktheit einsetze, möchte ich trotzdem nicht das Gefühl haben, Bilder „2. Wahl“ zu machen. Für mich ist es daher vor allem wichtig, die Bilder in einer gewissen „Tiefe“ aufnehmen zu können, um später im Lightroom noch Nachbearbeitungsmöglichkeiten zu haben – und das verspricht die Möglichkeit, der RAW-Aufzeichnung ja schonmal. Ich denke da unterscheide ich mich sicherlich von der eigentlich angepeilten Zielgruppe – allerdings ist der UVP der RX 100-II mit 749,-€ schon in einer Region angesiedelt, die in der Klasse der Kompakt-Kameras durchaus nicht das „klassische“ Klientel anspricht und schon als „Premium“ bezeichnet werden könnte. Für das Geld bekommt man auch schon eine Nikon D3200 inklusive lichtstarkem 35mm Objektiv. Aber eine solche Kompakte hat natürlich ganz andere Vorteile: als allererstes ist sie möglicherweise genau dann dabei, wenn die „Große“ zuhause geblieben ist und ermöglicht dann eben das Foto mit ihren speziellen Möglichkeiten aufzunehmen – anstatt mit dem mittlerweile ja omnipräsenten Smartphone.


Bevor ich nun die Sony in die Hand nehmen konnte, musste ich erstmal nach München – dorthin hatte Sony diesmal zur Präsentation und gemütlichem Beisammensein eingeladen. Wie schon letztes Jahr war wieder alles hervorragend organisiert. Nach einer kurzen theoretischen Vorstellung bekamen wir die Kameras in die Hand und auf ging es, in das berühmte BMW-Museum zum fotografischen Praxis-Test.

Das Museum bietet hervorragende Möglichkeiten, um insbesondere die spannenden Low-Light Bereiche einer Kamera auszutesten, die Mischung aus Kunst‑ und Tageslicht sowie die unterschiedlichen Beleuchtungssituationen gaben eine hervorragende Spielwiese ab und so konnten alle Tester ausgiebig die unterschiedlichsten Aufnahmesituationen und Motive ausprobieren.

Ich selbst bin mal wieder ganz unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Für mich muss eine Kamera intuitiv zu bedienen sein – und das konnte ich gleich testen, denn technische Erklärungen oder gar eine Bedienungsanleitung gab es nicht – und diese waren erfreulicherweise auch nicht erforderlich.

Ich habe die Kamera fast immer im A-Modus verwendet. Für eine Kompaktkamera nicht selbstverständlich, bietet die SonySCR-RX 100-II eigentlich das Bedienkonzept einer modernen Spiegelreflex. Die Modi P, A, S und Ⅿ sind vorhanden und somit die für mich eigentlich ausschließlich wichtigen Modi A und Ⅿ. Die Blende lässt sich dann mit dem hinteren Rad einstellen – die ISO nach einem Knopfdruck auf die Frei belegbare fn-Taste. Zusätzlich gibt es bei der Kamera vorne um das Objektiv herum noch einen Bedienring, der als „Haupteinstellrad“ fungieren kann – z.B. für die Blende im A-Modus – so wie früher, außerdem kann er gemeinsam mit der Fn-Taste für eine vielzahl von selbst zu bestimmenden Funktionen belegt werden. Ich selbst habe mich dabei ertappt stattdessen lieber das hintere Rad zu nutzen, aber das ist Geschmacks‑ und Gewohnheitssache und glücklicherweise funktioniert ja beides. Die eigene Belegung von Tasten habe ich in der kürze der Zeit nicht ausprobiert, aber dadurch kann man die Kamera sicherlich sehr fein an die eigenen Bedürfnisse anpassen – bei einer Kompakten nicht selbstverständlich.

Sony DSC-RX 100-II
Sony DSC-RX 100-II


Das operative Bedienkonzept ist, ähnlich, wie ich es bei der NEX schon erleben durfte, sehr durchdacht und schlank umgesetzt. Man findet sich auf Anhieb zurecht. Normalerweise muss man beim Fotografieren nicht in das Menü. Und das ist auch gut so. Denn das Menü ist – wie eigentlich bei allen Kameras (da ist Sony nicht alleine) – recht unübersichtlich – man ertappt sich dabei, alles linear durchzusuchen, um eine bestimmte Funktion zu finden. Aber ich gebe zu, dass ich auch bei meinen Nikons teilweise auch heute noch suchen muss.


Das Zeiss-Objektiv bietet einen Brennweitenbereich im Kleinbild‑Äquivalent von 28–100mm bei einer maximalen Blendenöffnung von f/1.8. Das lässt natürlich auf den ersten Blick auf eine schöne Schärfentiefe hoffen und wird im Marketing auch so positioniert. Also versuchte ich auch mein Bestes, um Aufnahmen mit einer gewissen Tiefenstaffelung zu bekommen. Leider konterkariert der – zwar für Kompaktkameras verhältnismäßig große – aber doch insgesamt zu kleine 1″-Sensor dieses Vorhaben. Man muss schon sehr dicht an das Motiv heran (zum Glück liegt die Naheinstellgrenze bei irgendwas-um-die-fünf-Zentimeter) und der Hintergrund muss weit entfernt sein damit man einen entsprechenden Effekt erhält.


Nichtsdestotrotz ist das Zeiss Objektiv sehr gut. Es produziert kaum Bildfehler an dem 20,2 Megapixel Sensor. Außerdem hat die Kamera einen optischen Bildstabilisator eingebaut, der sowohl bei Video als auch bei Fotoaufnahmen einen guten Dienst leistet.

Sehr schön ist das Klappdisplay. Zwar nicht ganz so flexibel, da nur kippbar und nicht, wie z.B. bei der Nikon D5200 zusätzlich schwenkbar, aber es ermöglicht doch bodennahe und Überkopf-Aufnahmen. Das Display ist 3“ groß und steht mit seiner Auflösung von 1.2 Mio Punkten einer DSLR in nichts nach. Großer Pluspunkt!


Der ISO-Bereich geht von 100 bis 12.800 – und ich muss zugeben, ich war von der ISO-Leistung für den kleinen Sensor echt positiv überrascht. Ich habe natürlich keine Labor-Tests gemacht, aber die Aufnahmen mit ISO 6400 sehen durchaus brauchbar aus:

ISO 6400 an einer Kompaktkamera - habe ich so noch nicht gesehen!
ISO 6400 an einer Kompaktkamera – habe ich so noch nicht gesehen!


Im Video-Modus steht die praktische Focus-Peeking-Funktion zur Verfügung, die auch andere Sonys, wie die große A99 (ich berichtete) bieten, und die wir bei Nikon so schmerzlich vermissen. Damit lässt sich über den Live-View durch farbliche Hervorhebungen die Fokusebene ganz einfach erkennen – unverzichtbar für’s manuelle „Fokus-Ziehen“. Als Faux-Pas darf man allerdings auch hier wieder den Firmware Bug erleben, der mich schon bei der A99 zum verzweifeln gebracht: bei eingeschalteter NTSC-Bildwiederholfrequenz (30 Bilder/sec) macht die Kamera bei jedem Einschalten (auch im Fotomodus) mit einem schwarzen Bildschirm und entsprechender Einblendung darauf aufmerksam, dass man sich in diesem Modus befindet. Diese Anzeige will dann auch noch mit einem Tastendruck bestätigt werden. Somit muss man in der Praxis eigentlich darauf verzichten, den schnellen 30fps Modus standardmäßig eingeschaltet zu haben und ihn dann jedes mal umständlich über das Menü aktivieren – wenn man es denn nicht vergisst.


Mit WiFi und NFC zeigt Sony dann, dass sie während andere noch „schnacken“ durchaus „machen“ können. Die Kopplung per WiFi ermöglicht das bequeme Verschicken von Fotos über Smartphones und andere WLAN-fähige Geräte und die NFC-Technologie, macht die Kopplung zum Kinderspiel. Ein NFC-fähiges Smartphone kurz mit der Kamera berührt, und die WLAN-Kopplung steht – einfacher geht’s eigentlich nicht.

Fazit

Für einen ausführliches Review reichte die Zeit natürlich nicht. Nach dem schönen Rundgang im BMW-Museum wollten wir ja auch noch die anderen Gadgets, die Sony dabei hatte bestaunen und so fuhren wir ins Upside East, wo es dann auch ein sehr leckeres „Roof-Top-Barbecue“ gab – sogar mit umfangreicher und super leckerer Auswahl für uns Vegetarier.


Aber immerhin muss der Hersteller bei einer Kamera, die schon in den ersten Stunden Spaß macht, bei der man sich (bis auf das NTSC-Problem) über eine durchdachte Bedienung freut und die dann auch noch tolle Ergebnisse liefert, ja einiges richtig gemacht haben.

Insgesamt ist für mich der größte Spielverderber bei der Kamera – aber bei der Baugröße halt vermutlich nicht anders realisierbar – der kleine Sensor, der ein „freistellen“ nur eingeschränkt ermöglicht. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass man hier, trotz ihrer Baugröße eine „richtige“ Kamera in der Hand hat, die Welten von dem entfernt ist, was „einfache“ Point and Shoot oder Smartphones leisten. Die RAW-Dateien ließen sich in Lightroom 5 öffnen und boten eine ähnliche „Tiefe“, wie man sie von DSLR-RAW-Dateien kennt. Das heißt es steht einiges an Dynamik-Umfang zur Verfügung, um Schatten aufzuhellen, Lichter abzumildern und selbstverständlich lässt sich der Weißabgleich während der Bearbeitung festlegen.


Wer seine DSLR mal zuhause lassen möchte, um mit leichtem Gepäck loszuziehen und trotzdem nicht auf seine gewohnte Fotografierweise und den Lightroom-Bearbeitungs-Workflow bei hoher Bildqualität verzichten möchte, dem sei die neue Sony ans Herz gelegt. Sie soll ab mitte August 2013 verfügbar sein. Der erfolgreiche Vorgänger, die DSC-RX 100, ist übrigens derzeit für weniger Geld zu haben – die Hauptunterschiede sind, dass die Vorgängerin kein Klappdisplay, keinen Blitz‑/Zubehör-Schuh, kein NFC/WiFi hat, sowie der Sensor der Vorgeneration entstammt.

Hinweis: Bitte beachtet, dass ich keinerlei Kenntnis über die aktuellen Vergleichsmodelle der Mitbewerber habe und daher auch keine vergleichende Kaufempfehlung geben kann. Ich habe diesen Erfahrungsbericht ganz subjektiv aus der Sicht eines DSLR Benutzers geschrieben, die die Sony – als eine der wenigen Kompaktkameras in den letzten Jahren – in die Hand genommen, damit fotografiert hat – und positiv überrascht wurde.

Sony DSC-RX 100-II
Sony DSC-RX 100-II


Alle Fotos in diesem Artikel (bis auf die Produkt-Shots) wurden mit der DSC-RX 100-II im RAW-Format aufgenommen und in Lightroom bearbeitet.

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32 Kommentare bisher


  1. Hans Albrecht 13. Oktober 2014, 08:50   »
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    Hallo in die Runde,

    es geht mir hier um Kompaktkamera/-s wegen der Handlichkeit.

    Mit der Sony DSC RX100 bin ich mittlerweile gut eingearbeitet, so daß ich das Leistungsvermögen einigermaßen beurteilen kann.
    Im normalen Bereich bin ich recht zufrieden, im Makro‑ und Telebereich nicht.

    Für den Telebereich gibt es ausreichend Alternativen, z. B. auch die Sony DSC HX60.

    Für den Makrobereich fehlt mir eine Alternative.

    Als Maßstab für ein gutes Makroverhalten möchte ich meine
    1. kompakte Digitalkamera Olympus mü 500 digital (Baujahr 2005!) anführen, sie bringt folgende Werte:

    – super makro von 70 bis 500 mm Gegenstandsweite
     – bei kürzester Gegenstandsweite von 70 mm bildfüllende
    Gegenstandsbreite 26 mm

    Die Sony RX100 bringt vergleichsweise folgende Werte:

    – geringster Abstand Objekt – Objektivvorderkante 50 mm
     – dabei bildfüllende Gegenstandsbreite ca. 82 mm

    Kennt jemand eine moderne Kompaktkamera, die ähnliches oder besseres Makroverhalten hat?

    Viele Grüße
    Hans

  2. Axel Weckschmied 11. Oktober 2014, 17:13   »
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    Hallo Gunther, ich hoffe, ich habe da nichts 2überlesen“ und meine Frage wurde vielleicht schon mal beantwortet. Aber dennoch möchte ich sie hier stellen: Kannst du du sagen, wie viel Zeit die Kamera für das Abspeichern von RAW-Bilder benötigt? Ich möchte sie in der UAV-Fotographie (Photogrammetrie einsetzen) und da habe ich schon öfters die ANforderung, alle 2 sec. sicher ein Bild machen zu können. Danke im Voraus und viele Grüße …. Axel.

    • gwegner 11. Oktober 2014, 23:41   »
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      Hi, das kann ich nicht sagen, ich hatte die RX100-II nur ganz kurz zum Test uns das ist schon eine Weile her… Sorry…

  3. Christof Schel 4. Mai 2014, 23:42   »
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    Hi, habe die Tage mit der RX 10 Fotos gemacht und bin begeistert !
    Meldet Euch mal wer eine RX 10 besitzt, ich möchte sie mir kaufen !! :-)

    • Hans Albrecdht 5. Mai 2014, 12:49   »
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      Hallo Christof,
      habe eine RX100 seit reichlich 1 Jahr, bin nach längerer Einarbeitung mittlerweile auch zufrieden.
      Ich kenne die Möglichkeiten und Grenzen inzwischen einigermaßen, bitte stelle ggfs. gezielt Fragen.
      Viele Grüße
      Hans

      • Christof Schel 7. Mai 2014, 21:50   »
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        Hall Hans,
        Ich bin Fotoanfänger aber ein begeisterter Fotoanfänger und habe schon mehrere Fotomaschinen für mich getestet. Am liebsten würde ich eine Fotoschule besuchen um das Fotografieren von der Picke auf zu erlernen. Aber die Zeit ! Die RX 100 hatte ich auch, habe aber zur Zeit mit einer Rx 10 probiert und sie hat mir echt gefallen, habe noch eine D7100 mit dem selben Objektiv wie die Rx10 nur nicht 2,8 . Die Bildqualität der Rx 10 bei vollem Zom ist echt spitze.
        Vielleicht können wir uns ja mal zusammen Telefonieren zwecks Erfahrungsaustausch ? !

        Gruß Christof

        • Hans Albrecdht 12. Mai 2014, 18:31   »
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          Hallo Christof,
          bei mir ist es ähnlich, nur daß ich mich mittlerweile als Anfänger relativ intensiv eingearbeitet habe.
          Mit telefonieren ist bei mir schwierig, aber wenn wir die E-Mail-Adressen austauschen könnten, könnten wir dann unseren Erfahrungsstand austauschen.
          Ich habe mir zu einigen Punkten, z. B. Schärfentiefe, Makro, aber auch zur Darstellung der Bilder, einiges erarbeitet, das könnte ich dann schicken, ich möchte das aber nicht streuen, ⅾ. h. es soll nur der bekommen, der sich dafür interessiert.
          Wie können wir unsere Adressen austauschen ?
          Viele Grüße
          Hans

  4. Hans Albrecht 23. November 2013, 16:57   »
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    Hallo Wilfried,
    raw-Dateien lassen sich unter Photoshop Elements 11
    öffnen, wenn das entsprechende Plugin raw 7.4 aktuell installiert ist.
    Öffnen unter Öffnen als, ggfs. Endung psd auf raw ändern.
    Es gibt viele verschiedene raw-Formate.
    Viele Grüße
    Hans

  5. wilfried dechau 23. November 2013, 16:01   »
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    Kein Kommentar, nur eine Frage:
    Lassen sich die RAW-Dateien im Photoshop öffnen und bearbeiten? Oder geht das nur mit spezifischer Software (z.B. Silkypix bei der Lumix LX)?
    Ciao wilfried

  6. Maik 12. November 2013, 14:19   »
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    Hallo, schon mal einen Blick auf die neue DSC-RX10 geworfen. Gerade für Videographen ein absolutes Highlight!

    Es gibt keine Vergleichskamera in diesem Preissegment die über derart viele Videofeatures und manuelle Einstellungen verfügt. Schon allein das lichtstarke 2.8 Zeiss-Objektiv durch alle Brennweiten steht für Qualität. Eigentlich sind hier alle Videofeatures vereint, die man sich immer in einer DSLR gewünscht hat. Wenn nicht die typische 30min Begrenzung für Filmaufnahmen wäre, müßte man von einem Camcorder mit Fotofunktion sprechen!

  7. Photomas 15. Oktober 2013, 22:40   »
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    Vorbemerkungen:
    Neben der D800 habe ich aktuell NEX-7 und NEX-5N in Verwendung, insbesondere dann, wenn die DSLR zuviel Aufsehen und Geräusche produziert…
    Mit einer Canon S100, Lumix LX5 verband mich eine Hassliebe – die Liason währte jeweils nur kurz.
    Als „Immerdabei“ ist (seit 2005!)immer noch eine unverwüstliche Fuji F10 in der Hosen/Lacken-Tasche.
    Irgendwann ist jedoch Ersatz notwendig, also habe ich mir u.a. RX100/RX100II näher angesehen.

    Pros:
     – Verhältnis Kameragröße/Sensorgröße inkl. 4-fach Zoom ist einmalig.
    – pfiffiges Bedienkonzept mit vielen Direktzugriffen
     – Bildqualität bei hohen ISO trotz hoher Pixeldichte überraschend gut (die RX100II ist noch einmal eine Blendenstufe besser als die RX100)
     – Menüführung entspricht den Sony-SLR Kameras und nicht dem unlogischen NEX-Menü
    – schneller Autofokus
     – solides Metallgehäuse
    – sehr gutes Display

    Cons:
     – Die hohe Pixeldichte und das rel. geringe Gewicht fördert Verwacklungsunschärfe.
     – Das lichtstarke Objektiv (WW) kann konzeptbedingt bei der Baugröße nur ein Kompromiss sein (weiche Ecken im WW bei Blenden <4)
     – trotz relativ großem Sensor "rauer" Bildeindruck (digital)
    – Jpegs mit relativ geringem Dynamikumfang
     – keine ISO-Drittelstufen einstellbar
     – hoher Kaufpreis

    Es hätte schon lange eine RX100 den Weg in meine Jackentasche finden können, aber…
    Bei den 3 Exemplaren die ich bislang in den Händen hatte, war das Objektiv im WW (auch bei Arbeistsblende 4)deutlich dezentriert (unterschiedliche Auflösung in den Bildecken) und schon in der Vollbildansicht am Bildschirm sichtbar.
    Aktuell habe ich keine Lust auf eine neue Runde Lotterie mit der Ⅱ.
    Mein Tipp für alle Interessenten:
    Kamera umdrehen und auf dem Typenschild den Produktionsstandort beachten.
    Es ist neuerdings in Mode gekommen während der Serie den Standort zu verlagern.
    Manchmal mit unliebsamen Konsequenzen…

    Allzeit gut Licht
    Photomas

  8. albrecht 19. September 2013, 07:39   »
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    Die RX100 hat Probleme mit der Schärfe/Schärfentiefe im Nahbereich, ⅾ. h. unterhalb der hyperfokalen Entfernungen. Das liegt aber ⅿ. E. weniger an dem Objektiv als an der Software. Speziell im Modus Szene/Makro wählt die Kamera Blendenwerte, die zwangsläufig zu geringen Schärfentiefen führen.
    Wenn ich bspw. eine Blume im Abstand von 100 mm fotografiere, bestimmt die Kamera Blende 1.8.
    Die Berechnung der Nah‑ und Fernpunkte dafür ergibt etwa 98 bzw. 102 mm, ⅾ. h. eine Schärfentiefe von 4 mm.
    Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn man Probleme mit der Schärfe hat.
    Und nomen est omen, die Bilder im Beitrag zur Kamera, die Kamera selbst, sind unscharf.

    • Joachim Jäger 19. September 2013, 07:56   »
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      Hallo Albrecht,
      dann lass doch nicht die Kamera bestimmen welche Blende sie nimmt sondern bestimme es selbst, dann hast du auch die Kontrolle (soweit man es bei den zur Verfügung stehenden Blendenwerten beeinflussen kann).
      Die Bilder der Kamera selbst finde ich nicht unscharf sondern sie haben eine kleine Schärfentiefe und lenken so den Blick des Betrachters auf ein bestimmtes Detail. So wie ich es mir als Fotograf eigentlich wünsche.
      Liebe Grüße Joachim

      • albrecht 19. September 2013, 13:41   »
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        Hallo Joachim,
        das ist richtig, aber da ich die Kamera als Schnappschußkamera gekauft habe, habe ich erwartet, daß es zumindest einen Automatikmodus gibt, der die Belichtungseinstellungen im Sinne einer besseren Dokumentation, ⅾ. h. größeren Schärfentiefe, vornimmt.
        So arbeite ich weitgehend mit der Einstellung A, blende
        ggfs. stärker ab.
        Aber auch ansonsten tut sich die Kamera mit Bildschärfe im Nahbereich schwer. Bspw. die Nutzung der Kantenanhebungsstufe für die bessere Beurteilung der erzielbaren Schärfe, aus meiner Sicht eigentlich eine sehr nützliche Eigenschaft, enttäuscht, es werden durchaus definitiv unscharfe Bereiche als scharf gekennzeichnet.
        Viele Grüße
        Hans Albrecht

        • Joachim Jäger 19. September 2013, 19:42   »
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          Hallo Albrecht,
          hast Du mal zum Test Bilder vom Stativ gemacht um Verwacklungsunschärfen ausschließen zu können?
          Hast Du die Belichtungszeiten und Iso-Werte mal geprüft?
          Eventuell lange Belichtung und dadurch Verwacklung oder Hohe ISO und Rauschreduzierung und dadurch keine klaren Kanten mehr?
          Verwacklung ist im Makromosus wegen der Nähe noch schneller ein Problem da die relative Bewegung zum Motiv viel stärker ist als bei weiteren Entfernungen.
          Die Versuchsbilder die ich mit der Kamera machte fand ich extrem gut von der Schärfe her.
          Gruß Joachim

          • Joachim Jäger 19. September 2013, 19:46   »
            Gravatar

            Nachtrag: Im Makromodus wirken sich Abstandsänderungen von wenigen Millimetern natürlich auch schon sehr auf die Schärfe aus

          • albrecht 20. September 2013, 12:47   »
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            Hallo Joachim,
            obwohl ich kein Fotograf bin und mich eigentlich auch nicht tiefer mit Fotografie beschäftigen wollte, habe ich mich aus dem gegebenen Anlaß einigermaßen eingehend mit Fotografie beschäftigen müssen bzw. eben beschäftigt.
            Die Kamera ist unser Begleiter auf Spaziergängen, Wanderungen, im Urlaub, um diese Anlässe zu dokumentieren, ⅾ. h. ich möchte möglichst viele Informationen festhalten, und das mit möglichst wenig Aufwand. Aufwand möchte ich noch relativieren, unterwegs möglichst wenig Aufwand, ohne Nachbearbeitung der Bilder geht es aber dann zu Hause kaum ab.
            Verwacklungsunschärfe versuche ich erforderlichenfalls mit einem 6-teiligen Einbeinstativ, das ich unterschiedlich zusammenbauen kann (Erhöhung der Trägheitsmomente in den Ebenen), zu begegnen.
            Es geht hier wirklich nur um die Unschärfen, die durch die von der Kamera gewählten Einstellungen entstehen.
            Von meiner vorherigen Kompaktkamera Olympus mü500 digital aus 2005 war ich bzgl. Schärfe, Makro verwöhnt, bzgl. Lichtempfindlichkeit/Rauschen war natürlich die Zeit reif für eine neue Kamera.
            Nun muß ich wohl damit leben, daß die RX100 umständlich zu handhaben ist, um scharfe Bilder zu erhalten.
            Nochmal, ich bekomme schon scharfe Bilder hin, aber nicht automatisch, sondern mit Aufwand, eigentlich sollte das aber automatisch erfolgen.
            Nochmal zu Kantenanhebung:
            ich interpretiere die Beschreibung dazu so, daß flimmernde Kanten signalisieren sollen, hier herrscht Bildschärfe, tut es aber wie gesagt, nicht verläßlich.
            Viele Grüße
            Hans Albrecht

    • gwegner 19. September 2013, 08:30   »
      Gravatar

      @Albrecht: die Bilder der Kamera sind mit der D800 gemacht ;)

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