Zurück aus Los Angeles – Timelapse Film Festival 2016

23082016

Timelapse Film Festival 2016

Eine Woche durfte ich in der “City of Angels” verbringen – und sie war ziemlich intensiv und sehr spannend für mich! Grund für die Reise war eine Einladung, einer der Juroren beim weltweit ersten Timelapse Film Festival zu sein. Trotz meines bereits vollen Terminkalenders konnte ich hier einfach nicht Nein sagen und habe es irgendwie geschafft, mir die Woche freizuschaufeln. Heute zeige ich euch einige erste Impressionen und stelle euch die Gewinnerfilme des Festivals vor.

Nach 14 Stunden Flug und 9 Stunden Zeitverschiebung landete ich dann in LA. Zwei weitere Stunden dauerte dann die “Immigration” am Flughafen. Ich glaube ich stand mein ganzes Leben lang noch nie in einer solch langen Schlange. Endlich angekommen, traf ich mich zunächst mit Hank, einem meiner LRTimelapse User, der mich kurzerhand eingeladen hatte ihn zu besuchen, wenn ich in LA sei. Der schöne erste Abend in einem Beach Club klang für mich dann allerdings nicht allzu spät aus, da ich ja bereits seit 24 Stunden non stop wach war… Aber das sollte ja erst der Anfang für mich in LA sein…

LA – first impressions

Surfing big waves in California

Surfing the first big waves in California…

Am nächsten Tag schnappte mich Hank und zeigte mir die Gegend. Wir fuhren durch die angrenzenden Hügel Hollywoods, über den Sunset Boulevard und an anderen aus Film und Serie bekannten Orten vorbei und nahmen uns dann das sehr spannende Getty Museum vor. Hier beeindruckte mich vor allem die Architektur, die viele Foto Motive lieferte – aber natürlich sahen wir uns auch einige Foto- und Kunstausstellungen an.

Das Paul Getty Museum in Los Angeles

Das Paul Getty Museum in Los Angeles

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Architektur-Selfie

Architektur-Selfie

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...und immer wieder tolle Aussichten auf Los Angeles

…und immer wieder tolle Aussichten auf Los Angeles

Die Juroren

Abends traf ich mich dann mit den anderen Juroren: Casey Kiernan – Filmemacher und Zeitraffer Fotograf aus Joshua Tree, Peter Bill – Professor für neue Medien und interdisziplinäre Kunst an der Western New Mexico University und last but not least, den Godfather der Zeitraffer-Fotografie: Godfrey Reggio, Regisseur der Qatsi Trilogie: Koyaanisqatsi, Powaqqatsi, und Naqoyqatsi – Filme, die ab Anfang der 1980er Jahre absolute Meilensteine in diesem Genre setzten. Die beiden anderen Juroren, Tom Lowe und Gary Yost waren leider verhindert. Auch sie sind Vorreiter im Bereich Fotografisches Filmemachen und Zeitraffer und ich hätte sie gerne kennen gelernt.

Casey, ich und Godfrey Reggio mit der Hollywood Tafel im Hintergrund

Casey, Myself und Godfrey Reggio mit der Hollywood Tafel im Hintergrund

Casey hatte für uns alle ein Airbnb-Haus gemietet und so hatten wir viel Gelegenheit für tolle und sehr inspirierende Gespräche. Insbesondere der Austausch mit Godfrey war für mich unglaublich spannend, immerhin hat er bereits vor 35 Jahren Techniken für die analoge Zeitraffer Fotografie entwickelt – Techniken, die selbst heute noch “State-of-the-Art” sind, auch wenn sich in den letzten 5 Jahren in der digitalen Zeitraffer Fotografie unglaublich viel getan hat. Spannend zu hören, mit welchem Aufwand man damals Dinge umgesetzt hat, für die wir heute einfache DSLRs einsetzen.

Ausflug nach Venice Beach

Bevor das Festival startete, hatten wir noch etwas Zeit, Venice Beach zu besuchen. Ein unglaublich facettenreicher, spannender und auch etwas skurriler Stadtteil, von dem ich euch in einem weiteren Artikel noch mehr Bilder zeigen werde.

Venice Beach

Venice Beach

Venice Beach

Venice Beach

Godfrey vor dem Haus, in dem er Anfang der 80er bei den Dreharbeiten zu Koyaanisqatsi gewohnt hat

Godfrey vor dem Haus, in dem er Anfang der 80er bei den Dreharbeiten zu Koyaanisqatsi gewohnt hat

Clowneria in Venice - u.a. bekannt aus dem Trailer von Californication

Clowneria Skulptur in Venice – u.a. bekannt aus dem Trailer von Californication

Das Timelapse Film Festival

Und dann war es soweit – der erste Abend des Timelapse Film Festivals in Santa Monica begann mit Godfrey Reggios Filmen Koyaanisqatsi (1982) und Visitors (2013).

Die Jury des Timelapse Fim Festival Santa Monica: Peter Bill, Gunther Wegner, Godfrey Reggio, Casey Kiernan

Die Jury des Timelapse Fim Festival Santa Monica: Peter Bill, Gunther Wegner, Godfrey Reggio, Casey Kiernan

Koyaanisqatsi auf der großen Leinwand des Aero Theaters in Santa Monica

Koyaanisqatsi auf der großen Leinwand des Aero Theaters in Santa Monica

Im Anschluss an den Film gab es dann noch ein Q and A, bei dem Godfrey die Fragen des Publikums beantwortete. Einen Mann wie ihn, über seine Werke, sein Schaffen und seine Lebensanschauung sprechen zu hören, war für alle Anwesenden ein beeindruckendes und inspirierendes Erlebnis.

Q and A mit Godfrey Reggio

Q and A mit Godfrey Reggio

Gewinner-Filme des Festivals

Am zweiten Abend wurden dann die Festival-Filme der Teilnehmer gezeigt. Insgesamt wurden 125 Filme aus 25 Ländern eingereicht. Wir hatten diese schon im Vorfeld gesichtet und bewertet, so dass an diesem Abend die 15 besten Filme in den Kategorien Natur/Umwelt, Stadt/Urban/Industrie, Doku/Soziales, Experimentell, und Aurora gezeigt wurden.

Time Lapse Film Festival 2016 - Finalists

Time Lapse Film Festival 2016 – Finalisten

Time Lapse Film Festival 2016 - Sponsoren und Juroren

Time Lapse Film Festival 2016 – Sponsoren und Juroren

Im Anschluss wurden dann die “Best of Show” Filme gekürt, die dann auch die ausgelobten Preise bekamen. Von den Gewinnern waren sogar einige persönlich anwesend, so dass wir ihnen ihre Preise direkt übergeben konnten.

Hier die Gewinner Filme:

Platz 1: Justin Tierny mit Tokyo Aglow

Justin Tierny, der stolze Gewinner

Justin Tierny, der stolze Gewinner

Platz 2: Jeff Frost mit Circuit Board Species

Platz 3: Thomas Knauer mit Wundersamer Wald – vor den Toren der Stadt

Platz 4: Mark Thorpe mit Fujiyama – Magic in the Skies

Platz 5: Oliver Kmia mit Miami Derezzed

Hier noch die Aufstellung aller 15 Gewinnerfilme mit Links:

Nature / Environmental

Cityscape / Industrial

Experimental

Aurora Borealis

Documentary / Social Commentary

Im Anschluss an die Preisverleihung gab es dann noch ein Q and A für die anwesenden Teilnehmer sowie uns Juroren.

Q and A mit Teilnehmern und Juroren

Q and A mit Teilnehmern und Juroren

v.L.n.R: Godfrey Reggio, Petter Bill, Justien Tierny, Oliver Kmia, Jeff Frost, Casey Kiernan, Gunther Wegner, Mike Olbinski

v.L.n.R: Godfrey Reggio, Petter Bill, Justien Tierny, Oliver Kmia, Jeff Frost, Casey Kiernan, Gunther Wegner, Mike Olbinski

Meet and Greet

Definitiv cool war, dass Justin Tierny, Jeff Frost und Oliver Kmia und Mike Olbinski vor Ort waren (alles auch LRTimelapse Nutzer) und wir uns im Anschluss an die Veranstaltung noch unterhalten bzw. dann noch in einer Bar den Abend ausklingen lassen konnten.

Für mich persönlich war es eines der schönsten Erlebnisse, ganz direkt von diesen kreativen Menschen zu erfahren, welch großen Anteil meine Arbeit an LRTimelapse für die Umsetzbarkeit ihrer eigenen Kreativität bedeutet. Das war wirklich ein berührendes Erlebnis für mich.

Facebook Post von Mike Olbinski

Facebook Post von Mike Olbinski

Gunther Wegner, Godfrey Reggio, Justin Tierny

Gunther Wegner, Godfrey Reggio, Justin Tierny

Godfrey und Justin

Godfrey und Justin

Baraka in 70mm

Am 3. Tag des Events wurde dann abends im Aero Theater Santa Monika Baraka in 70mm gezeigt. Ein großartiger Film, den Ron Fricke 1992 fertig gestellt hat. Ron, der übrigens zuvor für die Kamera in Koyaanisqatsi verantwortlich gewesen war (und dafür extra eine eigene Kamera gebaut hatte), konnte leider nicht persönlich in LA sein, aber sein Produzent Mark Magidson war vor Ort und stellte sich nach dem Film in einem Q and A den Fragen des Publikums. Es war spannend mal wieder einen analog projizierten Film zu sehen. Man hat sich mittlerweile schon so an den digitalen Look gewöhnt, dass die Staubpartikel, Kratzer und das Flimmern zumindest am Anfang doch echt wieder ungewohnt sind. Aber das Erlebnis ist doch ein ganz besonders bewusstes!

Mark Magidson im Q and A mit Casey

Mark Magidson im Q and A mit Casey

Die Projektion des Films in 70mm wurde von dem Publikum jubelnd begrüßt, immerhin gibt es nur noch 2 Kopien des Films in 70mm und ein Satz der Rollen war nun hier in Santa Monika zum Einsatz gekommen.

Eine der letzten zwei 70mm Kopien von Baraka

Eine der letzten zwei 70mm Kopien von Baraka

Erfolg auf der ganzen Linie

Jedenfalls war das erste Timelapse Film Festival aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Mit insgesamt knapp 1.000 Besuchern an den drei Abenden hat diese allererste Veranstaltung dieser Art sicher die Erwartung übertroffen und das Feedback der Besucher, Teilnehmer und Jury-Mitglieder war ausnahmslos positiv. Für mich war es eine großartige und sehr bestätigende sowie inspirierende Zeit.

Den Jetlag hatte ich nun langsam überwunden und noch einige Tage Zeit, LA weiter zu erkunden. Über meine restliche Zeit in LA berichte ich euch dann in Kürze…

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Alle Inhalte © Gunther Wegner

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2 Kommentare bisher


  1. Tilo Böttcher 27. August 2016, 06:24   »

    Schöner Bericht und tolle Beiträge. Ich hätte ja einiges dafür gegeben mit Godfrey zu plaudern. Muss gleich mal schauen ob er die Filme auch auf Bluray gebracht hat.
    Eine schöne Reise noch.
    Tilo

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