Fotoequipment das mich begeistert: Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatte für Foto und Video

11022011

Wer kennt das Problem nicht: jedes Stativ bzw. jeder Stativkopf bringt seinen eigenen Anschluss mit, aus der Schnellwechselplatte wird ein Ärgernis, sobald man verschiedene dieser Systeme nutzen muss. Jetzt kommt auch noch Video dazu. Die fast immer unhandlichen Platten eignen sich nicht unbedingt für Spiegelreflex Kameras. Nach langem Suchen habe ich jetzt endlich eine Lösung gefunden, die ich Euch heute vorstelle.

Hat man früher das Stativ mit einer Schraube direkt an der Kamera befestigt, gibt es heute unzählige so genannter Schnellwechselsysteme. Und fast jeder Hersteller kocht da sein eigenes Süppchen. Aus Sicht der Hersteller verständlich: hat der Kunde sich erst einmal auf ein System festgelegt, muss er dabei bleiben und nur noch Equipment von dem Hersteller kaufen.

In Zeiten, in denen wir „nur“ fotografiert haben, mochte das noch okay gewesen sein. Stativ, Kugelkopf, Kameraplatte – wird einmal angeschafft, passt. Wo nun aber die DSLR Kameras mit ihren Videomöglichkeiten auch zum Filmen verwendet werden sollen, wird es heikel. Zum Filmen braucht man nämlich zumindest einen anderen Stativkopf. Einen sogenannten Fluid-Neiger. Die Schnellwechselplatten, die diese Köpfe mitbringen, sind allerdings in der Regel auf Videokameras ausgelegt und dem entsprechend „tief“.

So einen Klotz möchte ich nun wirklich nicht permanent an meiner Kamera haben:

Mich hat das jedenfalls unheimlich genervt. Ich hatte auf meinem Videokopf ein anderes System als auf meinem Kugelkopf und da wiederum ein anderes System als auf meinem Schulterstativ. Von schnell mal wechseln keine Spur mehr. Wenn es gut läuft, kann man die jeweilige Kameraplatte mit einer Münze wechseln (haste mal 10cent?) – wenn es schlecht läuft braucht man einen Imbus-Schlüssel. Schnellwechsel-System ad absurdum.

Was tut der fotografiebegeisterte Blogger von heute also? Er checkt das Internet, richtig. Nach langem recherchieren und einigem Zaudern, weil gutes Zeug nun mal wie immer teuer ist, bin ich dann fündig geworden. Die Lösung, von der ich der Meinung bin, dass sie wirklich jeden Cent wert ist, möchte ich Euch heute vorstellen.

Zunächst einmal habe ich mich für ein standardisiertes Schnellwechsel-System entschieden, das mittlerweile von einigen Herstellern verwendet wird und von dem ich sicher bin, dass es auch in etlichen Jahren noch existieren wird: das so genannte Arca-Swiss Schnellwechselsystem. Dieses System ist sozusagen die Schweizer Uhr unter den Schnellwechselsystemen, denn es ist exakt, präzise, unaufdringlich, hochwertig. Und teuer. Aber Qualität kostet nun mal, aber dafür kauft man dann auch nur einmal.

Platten und Adapter dieses Systems gibt es von verschiedenen Herstellern, in Deutschland sind leider nicht alle ohne Weiteres zu bekommen. Ich habe mich für den Hersteller Kirk entschieden, da es dafür einen Händler in Deutschland gibt.

Zunächst braucht ihr eine Platte, die ihr an Eure Kamera schraubt und die dort verbleiben kann. Das schöne an dieser Platte ist, dass sie sehr dünn ist, aus hochwertigem Metall gefertigt ist und absolut passgenau sitzt. Da wackelt und dreht sich nichts. Durch die spezielle Anpassung an das jeweilige Kameramodell kann sich die Platte auch bei schweren Objektiven nicht verdrehen, da sie sich quasi um die Kamera legt. Von dem Hersteller gibt es auch so genannte L-Winkel, diese ermöglichen es, die Kamera auch im Hochformat auf dem Stativkopf zu befestigen. Paddy hatte in der letzten Folge vom Fotoschnack einen solchen L-Winkel an seiner Kamera.

Im unteren Bereich hat die Platte noch ein ganz normales Stativgewinde und eine Öse um ggf. eine Handschlaufe zu befestigen.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde sie sieht extrem hochwertig und chic aus! ;-)

Nun ist die Kamera versorgt, jetzt braucht ihr natürlich noch das Gegenstück auf dem Stativ. Entweder, ihr habt sowieso schon ein Stativ-Kopf, der Arca-Swiss kompatibel ist, oder ihr benötigt eine entsprechende Adapterplatte – und die sieht so aus:

Diese Platte könnt ihr ganz normal auf einem Stativ mit Stativschraube befestigen oder auf jede andere, vorhandene Schnellwechselplatte schrauben, hier habe ich das mal mit der klobigen Videoplatte gemacht:

Dieses Tandem befestigt ihr jetzt wie gehabt mit dem (alten) Schnellwechselmechanismus am Stativ und belasst ihn dort. Ab jetzt könnt ihr Eure Kamera direkt da drauf stecken.

Das befestigen der Kamera könnte schöner und bequemer nicht sein: ihr müsst sie nämlich nicht seitlich einschieben, sondern stellt sie von oben schräg auf die Platte, so dass die Kante vorne anliegt und lasst sie dann nach hinten auf die Platte kippen. Ein Dreh am Arretierknopf und die Kamera sitzt bombensicher.

Und so sieht das dann auf dem Stativ aus:

Fazit

Ich bin wirklich begeistert. Endlich hat das Herumgeschraube ein Ende. Ich habe mich für ein hochwertiges System mit Erweiterungspotenzial entschieden. In Zukunft werde ich Stativköpfe zwar, wenn möglich, danach aussuchen, dass sie von Vornherein zu dem System passen – wenn es nicht möglich ist, dann werde ich einfach die entsprechende Adapterplatte verwenden. Damit habe ich die größtmögliche Flexibilität.

Wenn ich einmal die Kamera wechseln sollte, benötige ich dann ggf. zwar auch eine neue Kameraplatte, aber ich bin ganz sicher, dass sich die alte ohne großen Verlust verkaufen lassen wird. Hochwertiges Equipment verliert eben kaum an Wert.

Was nutzt die teure Kamera, das teure Stativ, das teure Objektiv, wenn die Verbindung dazwischen wackelt oder Spiel hat? Sobald ihr bei widrigen Bedingungen Fotografieren oder Filmen wollt, z.B. so wie wir auf Helgoland, werdet ihr feststellen, dass eine bombensichere Verbindung zwischen Kamera und Stativ das A und O für unverwackelte Bilder ist.

Bezugsquelle

Sicherlich wollt ihr noch wissen, wo ich diese Schnellwechselplatten bestellt habe, hier also einige Produktlinks:

Viele weitere findet ihr dort in der Rubrik Schnellwechselsysteme.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit unterschiedlichen Wechselsystemen gemacht? Wie habt ihr das Problem gelöst? Wir freuen uns über Eure Kommentare!

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Kommentare

16 Kommentare zu “Fotoequipment das mich begeistert: Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatte für Foto und Video”


  1. Andreas Levers 11. Februar 2011, 16:40   »
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    Danke fü den informativen Artikel. Genau vor einer Woche habe ich auch eine Schnellwechselplatte gekauft, um zusammen mit einem L-Winkel (auch von Kirk) schneller zwischen Quer‑ und Hochformat zu wechseln. Ich war von der Qualität der Kirk-Produkte sehr angetan. Passgenau, präzise Libelle und insgesamt sehr solide Verarbeitung.

    Es gibt diese Schnellwechsler auch kompatibel zu Manfrotto RC2 und RC4. So kann man vorhandenen Köpfe auch ohne Tandem mit der alten Platte nutzen. Ich verwende dass, um z.B. auf der Stativschelle noch eine RC4-Platte zu verwenden und die Kamera selbst mit dem Arca-Swiss-kompatiblen Wechsler zu betreiben.

    • gwegner 11. Februar 2011, 17:52   »
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      Danke für den Hinweis! Das ist natürlich auch eine gute Sache, vor allem wenn man einen hochpreisigen Manfrotto Kopf hat. Die „Tandem“ Lösung ist allerdings günstiger und flexibler.

  2. Chris 13. Februar 2011, 14:01   »
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    Sehr gute Arca-kompatible Platten und Wechselsysteme gibts übrigens auch bei Berlebach. Und das ist da auch gar nicht mal sehr teuer.

    • gwegner 13. Februar 2011, 20:41   »
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      Danke für die Anregung, aber die sind schon nochmal deutlich teurer als die von Kirk, die ich oben vorgestellt habe!

      • Chris 14. Februar 2011, 10:25   »
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        Stimmt, ich hatte jetzt nicht nach den Preisen geschaut. Die ganz kleine Montageplatte, die du oben verlinkt hast, erinnert mich an das Miniconnectsystem, was ich auch mal hatte. Ist vermutlich aber die bessere Lösung.
        Einen Vorteil sehe ich noch in grösseren Platten: Ich kann das quasi wie einen Makroschlitten nutzen und die Kamera relativ leicht verschieben. Sehr praktisch, wenn man Makro macht, Stativ und Kamera bereits stehen und man nur ganz leicht korrigieren will.

  3. AndreasF 15. Februar 2011, 22:59   »
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    Danke für den guten Artikel. Aber wie machst du es, wenn du am selben Kopf (z.B. Videokopf) die Kamera mit kleinem Objektiv und dann ein großes Tele mit eigenem Fuß verwenden willst? Wenn ich es hier richtig sehe, ist die Halterung dann um 90 Grad gedreht, oder? Ich hab momentan überall (DSLR, Tele und HD-Cam) den Manfrotto 501PL „Klotz“ vom ersten Bild dran.

    • gwegner 15. Februar 2011, 23:38   »
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      Hallo Andreas,
      berechtigte Frage ;-)
      Auf einem Kugelkopf ist es ja eh egal, aber relevant wird es natürlich auf dem Videostativ. Das ist ja z.B. für Tierfotografie mit dem Tele auch sehr gut geeignet, da die Kamera darauf ja in der Regel recht gut ausbalanciert ist.
      Hier gibt es zwei möglichkeiten:
      1.) Du nimmst den originalen Fuß des Objektivs und schraubst eine Arca-Swiss Platte darunter oder
      2.) Du nimmst den speziellen Fuß, und setzt z.B. noch die LRP-1 Schiene (s. anderer Kommentar) dazwischen, und zwar um 90 Grad gedreht – dann stimmt es wieder ;-)
      Wenn man die Schiene nicht sowieso hat und sich in Deinem Szenario bewegt, lohnt sich die Anschaffung des Fußes + Schiene vermutlich nicht. Hier würde ich zu Alternative 1 raten.
      Schöne Grüße
      Gunther

  4. Chris A 30. März 2011, 09:00   »
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    Hallo Gunther,
    Danke für den tollen Artikel!
    Was mich noch beschäftigt ist eine Verbindung zum SunSniper Pro –Tragegurt (den mit der Schraubbefestigung).
    Würdest Du die Kirk-Grundplatte oben lassen und den SunSniper in das Stativgewinde der Kirk-Platte schrauben (geht das überhaupf?), oder am SunSniper eine eigene Kupplung anbringen? Oder wirklich wieder die Platte abschrauben – womit wir wieder am Anfang stehen?
    Hoffe die Frage kommt hier nicht zu spät…
    Gruß aus Wien,
    Chris

    • gwegner 30. März 2011, 09:59   »
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      Ich selbst hab den Sunsniper nicht (weil mir eben das mit dem Schrauben zu blöd war) hatte mir aber gerade die Tage überlegt, mir eine kleine, schmale Kupplung zu holen und die dann am Sunsniper festzumachen. Dann könnte man darüber sehr elegant den Tragegurt anbringen und abnehmen…

  5. Chris A 3. April 2011, 09:28   »
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    Glaubst Du das mit einer QRC-1 Kupplung genug Stabilität vorhanden ist, um eine D7000 am SunSniper zu hängen und subjektiv nicht alle 5 Sekunden die Schraube kontrolliert werden muss? Ich kenn die QRC nicht, habe aber Angst das durch Reibung an der Kleidung die Klemme gelöst wird, und die D7000 der Schwerkraft folgt…

    • gwegner 4. April 2011, 08:08   »
      Gravatar

      Ich persönlich hätte da keine Bedenken, die Dinger sitzen bombenfest.

  6. Mahmud Akhtar 22. Juni 2011, 17:44   »
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    Ich bin auch Arca-Swiss Fan.

    Ich benutze Monoball Z P0.

    Suche passende Objektive Platte für

    Canon 70–200 2.8 Ⅼ IS Ⅱ (Kirk wimberley oder Arca swiss)

  7. Theo 25. April 2012, 16:24   »
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    Du schreibst super Artikel. Danke dafür.
    Ich habe eine D5100, welche Fotografieren und Filmen kann. Ebenso besitze ich auch noch einen Panasonic Camcorder (mit Band). Nun spiele ich mit dem Gedanken in Zukunft „nur“ noch mit der Nikon zu filmen, so dass der Camcorder zu Hause bleiben kann. Deine Beiträge hier haben mir gezeigt, dass es mit Übung geht und tolle Filme machbar sind.

    Nun meine Frage zu den Stativen (und deshalb auch hier eingetragen):
    Besitzt du nun zwei unterschiedliche Stative (eins zum Fotografieren und eines zum Videografieren)? Oder besitzt du eines für beides – einfach mit zwei Köpfen (für das jeweils gewünschte)? Die hier vorgestellte Lösung mit der Schnellwechselplatte würde dies ja unterstützen.
    Wenn ich ein Stativ mit unterschiedlichen Köpfen benutzen möchte, auf was muss ich achten, damit ich fotografieren und filmen kann?
    Ich bin „nur“ Hobbyfotograf und –filmer.

    • gwegner 1. Mai 2012, 09:30   »
      Gravatar

      Hi Theo, ich habe mir vor kurzem den Manfrotto 501 HDV Kopf für Video gekauft, das ist ein günstiger aber sehr guter Fluid Kopf, der vor allem auf ein normales Stativ mit 3⁄8“ Gewinde passt. So kann ich auf dem Stativ entweder einen Kugelkopf anschrauben oder halt für Video den Manfrotto.
      Viele Grüße
      Gunther

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