Auf der Namtib-Farm – Afrika Hautnah 2 – Folge 4

5042014

Nach Kolmanskop geht es nun weiter Richtung Norden in der Gewissheit, das wir noch weitere beeindruckende Landschaften des Namib Naukluft Nationalparks kennen lernen werden. Natürlich darf ein Abstecher in das weltweit bekannte und oft fotografierte Sossusvlei dabei nicht fehlen.

Bis dorthin sind es aber gut 600 Km auf zum Teil nicht befestigen Straßen – die Strecke wollen wir nicht in einem Stück abreißen. Die Hinfahrt steckt mir noch in den Knochen… Außerdem haben wir es ja nicht eilig, sondern wollen die Gegend genießen. Joe schlägt einen Zwischenstopp auf einer Farm in ca. 300 Km Entfernung vor – das hört sich für uns nach einem sehr guten Plan an :-)

Die Namtib Farm, ein privat geführtes Biosphärenreservat, liegt in den Tirasbergen und erstreckt sich über ein Gebiet von über 16.000 ha. Schon auf dem Weg dorthin sehen wir immer wieder Tiere, u.B. Oryx-Antilopen und am Horizont können wir die Namib Wüste erahnen.

Oryx

Nach dem Durchqueren von zwei Gattern fahren wir noch ca. 20 Minuten und dann erreichen wir die Stellplätze. Sie liegen ein paar Kilometer abseits der Farmgebäude und sind sehr idyllisch – gesäumt von Bäumen inmitten der Natur mit einer tollen Aussicht auf die nahe gelegenen Hügel und die Namib im Hintergrund.

Das schönste Licht des Tages

Da außer uns so gut wie keine anderen Gäste da sind, fühlen wir uns tatsächlich alleine in der “Wildnis” – ideal um die Landschaft zu erkunden und endlich auch ohne Zivilisations-Licht einige nächtliche Zeitraffer aufzunehmen.

Kudu Weibchen

Die Dunkelheit kommt hier ziemlich schlagartig. Das hatten wir vom letzem Jahr noch gut in Erinnerung. Das heißt sowohl Joe und Jonelle als auch Diana und ich schwärmen schon nachmittags in entgegengesetzte Richtungen aus, um schöne Plätze für unser Zeitraffer-Equipment zu finden. Alles will vor dem eingesetzten Sonnenuntergang aufgebaut und ausgerichtet sein, damit wir den perfekten Tag-zu-Nacht Übergang, den sogenannten “Heiligen Gral” der Zeitraffer-Fotografie hinbekommen.

Jonelle und Joe bei der Arbeit

Gunther auf der Suche nach Zeitraffer-Motiven

Zusätzlich wird die Kamera auf einem Slider sowie einem 2-Achsigen Motorkopf montiert und die Bewegung so programmiert, das idealerweise sowohl der Sonnenuntergang als auch die einige Zeit später aufgehende Milchstraße “erwischt” wird. Das erfordert einiges an Erfahrung und gelingt mir in den folgenden Nächten dann entsprechend noch besser.

Nachdem wir während des Sonnenuntergangs die Kameras “begleitet” haben, sprich regelmäßig die Einstellungen nachgeführt haben (zu dieser Zeit hatte ich noch nicht die Möglichkeit, das z.B. mit der DslrDashboard Tablet-Lösung zu automatisieren) – können die Kameras bei ISO 3200 und 16 Sekunden Belichtungszeit nun die Nacht “durchmachen”. Der XTPower Akku versorgt dabei sowohl Slider, Motokopf als auch die Kamera (nach dem hier beschriebenen Verfahren) und hält die ganze Nacht. Nun erst ist Durchatmen angesagt.

Die Milchstraße geht auf und wir sitzen am Lagerfeuer

Joe zaubert ein Lagerfeuer, es folgt ein spätes Abendessen und gemeinsam mit unseren Südafrikanischen Freunden sitzen wir noch lange dort, trinken den einen oder anderen Rotwein und unterhalten uns – nicht nur über Fotografie… :-)

Nun sind alle Lichter aus – über uns nur noch die wunderbare Milchstraße Afrikas

Wir beschließen, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. Die erste Nacht war zum “warmschießen” – bei der zweiten Nacht wissen wir exakt, wo und wann die Milchstraße aufgeht, können die Kameraposition noch besser einstellen und vor allem haben wir noch einen weiteren Tag in dieser großartigen Umgebung.

Wunderbarer Sonnenuntergang über der Namib

Am zweiten Tag nutze ich dann auch die Gelegenheit, meinen Specctracrane auszuprobieren. Motorisieren tue ich ihn mit dem MDK über einen Seilzug. Die entstandene Sequenz ist auch in African Skies 2 enthalten.

Zeitraffer Aufnahme mit Kran

Nach zwei Nächten auf dieser schönen Farm und einigen Zeitrafferaufnahmen “im Kasten” soll es nun weiter nach Sossuslvei gehen. So richtig lange wollen wir uns dort zwar nicht aufhalten, da es für unseren Geschmack dort etwas zu touristisch ist. Aber es ist natürlich ein Muss für jeden Namibia-Reisenden und ich bin insbesondere auf das Death-Vlei gespannt… Morgen früh soll es losgehen.

Nachdem wir gefrühstückt und alles verpackt haben, fangen die Probleme an. Als Joe versucht, seinen Landrover zu starten, passiert leider gar nichts…
Die Batterie, mit der er unter anderem schon auf der Fahrt nach Namibia Probleme hatte versagt nun vollends. Natürlich können wir uns den ein oder anderen Spruch zum Thema Landy nicht verkneifen – unser Hilux läuft und läuft… Aber jetzt müssen wir erstmal eine Lösung finden.

Joe hat leider auch kein Überbrückungskabel dabei und ich kann mich nicht erinnern, bei uns eines in dem Mietequipment gesehen zu haben. Aber ich habe die Kisten in unserem Auto auch nicht gepackt, sondern das war Diana. Sie hat unsere Lebensmittel, mitgebrachte Sachen sowie die Campingartikel, die im Auto waren, schön in die Kisten sortiert. Aber das mit eigener, weiblicher, “Ordnung”. Also frage ich lieber mal nach, bevor es hinterher heißt, ich hätte alles durcheinander gebracht…

“Sag mal, war da ein Überbrückungskabel in einer der Kisten?”

“Überbrückungskabel? Wie sieht das aus?”

“Ähh… naja, so ein schwarzes und ein rotes dickes Kabel mit Kroko-Klemmen”

“Glaub nicht…”

Na gut. Die Zeit drängt, kann schon sein, dass die uns keines mitgegeben haben. Ich mache mir einen gedanklichen Merker, das mal den Jungs von der Vermietung als Verbesserungsvorschlag mitzugeben, wenn wir den Wagen wieder abgeben.

Also fahren Diana und ich zur Farm, um dort nach einem Kabel zu fragen. Der Besitzer ist sehr nett, findet aber sein Kabel auch nach langem Suchen nicht. Unverrichteter Dinge fahren wir zurück.
Mittlerweile sind aber zum Glück weitere Gäste auf einem Nachbar-Stellplatz angekommen. Sie haben auch einen Meit-Hilux, allerdings von einer anderen Gesellschaft, und zum Glück ein solches Kabel dabei.

Endlich können wir den Wagen überbrücken, den Motor starten und los fahren.

“Das nächste mal mieten wir bei der Gesellschaft wo die ihr Auto her haben” – sagt Diana. “Die haben wenigstens ein Überbrückungskabel dabei.”

“Naja, wir könnten auch einfach darauf achten, dass die uns nächstes Mal eines mitgeben. Ich bin mit unserem Auto eigentlich recht zufrieden.”

Drei Tage später finde ich beim Auspacken einer unserer Kisten ein nagelneues Überbrückungskabel, noch eingeschweißt, in der Originalverpackung.

“Diana!! – schau mal – was ist das hier eigentlich…?!” :-))

Das dieser Tag noch weitere, noch unangenehmere, Überraschungen für uns bereit halten sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Mehr dazu dann in der nächsten Folge…

Weiterlesen:

Alle bisherigen Folgen von Afrika Hautnah 2 findet ihr hier:

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6 Kommentare bisher


  1. Ich bin gerade per Zufall auf diese Seite gestoßen, weil ich raus finden wollte, wie ich meinen Nachtaufnahmen aus Namibia bearbeiten kann. Und wie es dann so ist, klickt man sich durch :) Schöne Bilder! Ich war auch auf Namtib und ebenfalls sehr begeistert. Eine einzigartige Landschaft.

  2. Christophe 15. April 2014, 10:28   »

    Hallo Gunther,

    sag mal zum sichern der Fotos unterwegs benutzt du ja diese rugged festplatten, wie bespielst du die, ich vermute du verwendest immer mindestens zwei, zur Sicherheit. Machst du das manuelle oder mit Hilfe einer Software ?

    cheers,

    Christophe

  3. A.Jahn 14. April 2014, 22:22   »

    Ein wirklich sehr, sehr schöner Bericht mit tollen Bildern. Das Lesen macht mir viel Freude – bin schon auf die nächsten Teile gespannt!

    Grüße

  4. Manfred 9. April 2014, 20:04   »

    Moin Gunter,

    danke für den schönen Bericht! Bin auf großer NAM Rundreise im Sept und werde versuchen, Deine tollen Astrofotos nachzuahmen.

    Mit welchem Objektiv (Brennweite) gemacht?

    LG

  5. Kevin 7. April 2014, 23:41   »

    Sehr schön geschrieben :)

    lg

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