DJI Phantom 3 Quadcopter für Foto und Video Aufnahmen – mein Testbericht

7072015

Nachdem ich ca. 1 Jahr lang Erfahrungen mit dem Phantom 2 Multicopter von DJI sammeln konnte, habe ich ihn nun durch die neue Version, die Phantom 3 Pro ersetzt. In diesem Testbericht stelle ich euch die Phantom 3 im Einsatz für Video- und Foto- Luftaufnahmen vor und gehe auf die Unterschiede zu ihrer Vorgängerin ein.

DJI Phantom 3

Ich sage es gleich vorab: ich mag eigentlich Multicopter nicht besonders gerne. Sie sind laut und nerven die meisten anderen Menschen. Auch das Fliegen als solches gibt mir nicht besonders viel. Auf der anderen Seite, ermöglichen sie mir aber fantastische Aufnahmen, die ansonsten nur mit erheblich größerem Aufwand möglich wären. Für mich ist ein solcher Multicopter (ich sage bewusst nicht Drohne, da ich den Begriff scheußlich finde) ein Werkzeug, um bestimmte Bilder und Videos zu machen, nicht mehr und nicht weniger. Ich versuche ihn daher immer mit dem größtmöglichen Respekt gegenüber anderen Menschen und Tieren zu fliegen und ausschließlich, um die Aufnahmen zu machen, die ich benötige.

Vor einigen Jahren noch, war ich sehr zögerlich und skeptisch bezüglich des Einsatz eines Multicopters für Videoaufnahmen. Die Dinger waren riesig, teuer und lieferten eher verwackelte Videos. Das war nicht das was mir helfen würde. Was ich wollte, waren ganz ruhige Filmaufnahmen in hoher Auflösung, die ich als Ergänzung zu meinen Zeitraffern benutzen konnte.

Dann sah ich irgendwann Aufnahmen, die mit der Phantom 2 gemacht wurden und dem 3D Gimbal und war geflasht. Die Kamera war ruhig, kein Zittern und kein Wackeln zerstörte die Filme. Ich war begeistert. Sie sollte mir als zusätzliches Werkzeug zum Filmen dienen. Ihr fragt euch bestimmt, warum ich hier nie darüber berichtet habe?

Nun – mit der Anschaffung gingen die Probleme los. Das Ding war zickig und brauchte eine Menge Zubehör. Mit dem 3D-Gimbal und der GoPro war es nicht getan. Zusätzlich musste eine Funkstrecke her, um live Bilder auf einen Monitor zu übertragen (FPV = First Person View). Ja, ein extra Monitor musste auch noch angeschafft werden. Und neue Antennen, da die Originalen zu schwach waren. Ach ja und noch ein Sender am Rande der Legalität, da ansonsten das Signal zu schwach war. Ganz ohne Löten ging es auch nicht. Trotzdem konnte man dann auf dem Monitor beim Flug meist kaum etwas erkennen, da die Übertragung analog war und der Monitor schlecht. Für die Echtzeit-Anzeige von Flugdaten hätte ich noch eine weitere Platine unter den Copter löten müssen. Die Kamera ließ sich zudem nur am Boden ein und ausschalten oder von Video nach Foto umschalten. Dadurch produzierte ich Material ohne Ende, das ich dann doch nicht brauchte. Die Akkus waren mehr als zickig, mal funktionierten sie, mal nicht. Apropos Akkus: was man alles mit separaten Ladegeräten laden musste: Copter, Fernbedienung, Monitor… Und irgendein Akku war immer leer. Ganz ehrlich: so hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Und daher wollte ich dazu auch nichts schreiben, ihr hättet mich mit Fragen gelöchert die ich nicht hätte beantworten können und wollen. Ich wollte doch nur filmen!! :-)

Ich will doch nur filmen… :-)

Alles besser nun mit Version 3?

Als dann vor Kurzem die Phantom 3 angekündigt wurde, hörte sich die Ankündigung an, wie alles, was ich mir erträumt hatte. Also machte ich mit camforpro, meinem Lieferanten im Bereich GoPro und DJI, einen Deal. Ich schickte ihm den kompletten Koffer der Phantom 2 und dem ganzen Zubehör zurück und erhielt eine 3er zum Test.

Soviel zur Vorgeschichte, damit diejenigen von euch, die noch nie eine Phantom im Einsatz hatten, wissen, wie groß die Weiterentwicklung ist, die da stattgefunden hat und diejenigen von euch, die eine Phantom 2 haben wissen, dass sie mit ihren Leiden nicht alleine sind… :-)

Mit der Phantom 3 ist nun vieles anders. Die Kamera wird mitgeliefert, eine GoPro kann man nicht mehr nutzen. Das hat mehr Vorteile als Nachteile – dazu aber gleich mehr. Weiterhin benötigt man für die Darstellung des Live-Bildes (FPV) nun keine extra Funkstrecke und Monitor mehr, sondern kann dafür bequem ein vorhandenes Tablet oder Smartphone (Android und iOS) nutzen. Die Übertragung erfolgt nun digital und Remote-Controller und Copter werden nun über das gleiche Ladegerät geladen.

Insgesamt ist die Komplexität des Systems für den Anwender deutlich geringer geworden was ich als mehr als positiv empfinde. Im Folgenden möchte ich etwas detaillierter auf die einzelnen Bereiche Copter, Flugeigenschaften, Kamera und Steuerung eingehen.

Der Copter als Solches

Die Phantom 3 sieht der Phantom 2 sehr ähnlich. Bei der Zweier gab es ja auch schon die “Vision” Variante, mit eingebauter Kamera – so ähnlich sieht die 3er auch aus. Sie ist allerdings etwas höher, so dass sie ggf. nicht in einen alten Koffer passt, das müsstet ihr ausprobieren.

Der Akku der Phantom 3 ist leider nicht kompatibel mit dem der Vorgängerin, so dass hier leider neu investiert werden muss. Auch lassen sich die neuen Akkus nicht mit “Selbstbau”-Ladegeräten laden, wie es bei der Vorgängerin noch möglich war. Ich hatte mir ein Auto-Ladegerät für 12V zusammen gelötet, da ich nicht bereit war, ca. 100€ für das Originale Kfz-Ladegerät auszugeben. Leider funktioniert das jetzt nicht mehr mit den neuen Akkus, da diese 16V haben. Bisher habe ich leider nur diese Lösung gefunden, sie wird allerdings aus China versandt. Wenn jemand von euch eine bessere Lösung kennt, freue ich mich über einen entsprechenden Hinweis!

Dafür ist das neue Schnellladegerät (das es soweit ich weiß aber nur bei der Pro Version gibt) wirklich schnell. In einer halben Stunde ist der Akku wieder voll.

Die Laufzeit hat sich laut Angaben von DJI etwas verlängert. DJI gibt 25 Minuten an, die Netto-Flugzeit ist aber schon etwas kürzer, da man den Akku ja nicht komplett leer fliegt. Insgesamt ist das schon sehr ordentlich im Vergleich zu anderen Coptern.

Die Phantom 3 hat nun unten am Bauch Ultraschall-Sensoren, die den Untergrund scannen. So kann sie angeblich auch die Position halten, wenn kein GPS Empfang besteht, z.B. innerhalb von Räumen. Direkt getestet habe ich das allerdings noch nicht.

Zusätzlich zu den GPS Satelliten wertet die Phantom 3 nun auch Signale von deren Russischem Pendant “Glonass” aus und kommt so deutlich schneller zu einem Fix und erhält eine exaktere Positionsbestimmung. Insgesamt tragen diese Verbesserungen dazu bei, dass die Phantom 3 auch bei Wind noch stabiler steht und durch die schnellere Positionsbestimmung auch schneller Flugbereit ist.

Insgesamt wirkt die Phantom 3 im Flug etwas leiser als die Vorgängerin und auch das Tröt-Geräusch beim Starten der Motoren ist zum Glück jetzt kürzer, aber immer noch genauso nervig.

Ganz gut ist, dass die P3 nun mit einem recht durchdringenden Piepton darauf aufmerksam macht, wenn der Akku zur Neige geht. Ob man das abschalten kann, habe ich noch nicht herausgefunden.

Die Flugeigenschaften

Die Flugeigenschaften der Phantom 3 ähneln denen ihrer Vorgängerin. Hier konnte ich keine nennenswerten Unterschiede feststellen – aber wie gesagt – ich bin Fotograf und Filmer, kein Modell-Pilot. Für mich ist wichtig, dass die Phantom recht gut mit etwas Wind und böigen Bedingungen umgehen kann und trotzdem verhältnismäßig ruhig bleibt. Während bei der Phantom 2 mit der weitwinkligeren GoPro in windigen Bedingungen oft die Propeller von oben ins Bild ragten (siehe Video weiter unten) so ist mir das bisher bei der P3 noch nicht aufgefallen.

Die Start- und Landeautomatiken bei der P3, die man über die App aufrufen kann, sind sicherlich für Einsteiger eine Hilfe, wobei ich auch bei der P2 das manuelle Starten und Landen für sehr einfach hielt. Sehr schön ist, wie gesagt, die “Coming Home”-Automatik, die nun sogar über den dedizierten Knopf an der Fernbedienung abgerufen werden kann. Oft ist es ja so, dass man den Copter einfach nur zurückholen möchte, dann reicht ein Knopfdruck, und er kommt und zwar ziemlich exakt an die Stelle, von dem er gestartet ist. Trotzdem sollte man einige Meter Abweichung einkalkulieren – bei einem Start von einem schmalen Steg aus, würde ich mich nicht darauf verlassen… :-) Selbstverständlich kann man jederzeit manuell eingreifen, wenn sie in der Nähe ist.

Was auch sehr gut ist, ist, dass die Phantom, sobald sie das Signal zur Fernbedienung verliert, sich automatisch auf den Rückweg macht. Ich habe nicht getestet, wie weit die Reichweite ist, da ich in der Regel in der Nähe meines Standorts fliege (in Deutschland ist es ohnehin nicht erlaubt außer Sichtweite zu fliegen). Laut Angaben von DJI, soll sie eine Reichweite von 2,5 Kilometern haben.

Die Kamera

Die Kamera der Phantom 3

Die Phantom 3 gibt es in zwei Versionen: der “Advanced” und der “Professional”. Sie unterscheiden sich eigentlich nur in der Kamera. Die Advanced kann bis 1080p (Full HD) mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, die Professional darüber hinaus auch 4K mit 30 Bildern pro Sekunde. Ich habe die Professional gewählt und werde mich in diesem Bericht auf sie beziehen.

Die Kamera ist eine Eigenentwicklung und fest mir der Phantom über den gleichen 3-Achsen Gimbal verbunden der auch schon bei der Vision eingesetzt wurde. Das heißt, die Kamera kann nicht durch eine Gopro ersetzt werden. Zweifelsohne ist die GoPro 4 Black derzeit die Actioncam mit der besten Bildqualität, daran muss sich die Neue natürlich messen – ich war im Vorfeld zunächst skeptisch, ob sich eine proprietäre Kamera nicht ggf. als Nachteil erweisen würde. Schnell wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

Im Vergleich zu dem 170° Bildwinkel der GoPro 4 Black im 4K Modus, hat die Kamera der Phantom 3 einen Bildwinkel von 94°. Ich finde den engeren Bildwinkel, der ohne nennenswerte Verzeichnungen daherkommt, deutlich besser für Luftaufnahmen geeignet. Die GoPro Aufnahmen musste man doch meist aufwändig und verlustbehaftet “entzerren”.

Wunderschöne Insel Fehmarn!

Sehr gut, ist auch die kleine Arretierung aus Plastik für den Gimbal. Diese also bitte nicht wegwerfen, sondern vor einem Transport immer befestigen, damit der nicht hin und her schlackert. Eine solche Arretierung hätte ich mir an der P2 auch gewünscht, insbesondere bei Flugreisen; war es doch jedes mal eine Herausforderung, den Gimbal irgendwie zu befestigen.

Praktisch aber etwas fummelig zu befestigen: die Plastik-Arretierung für Kamera und Gimbal

Der Video-Modus

Die Micro-SD Karte wird mitgeliefert (16 GB) und lässt sich leicht entnehmen.

Zum Glück machten schon erste Tests Hoffnung! Die Bildqualität, insbesondere im 4K-Video Modus ist wirklich fantastisch. Satte, aber nicht übersteuerte Farben und eine beeindruckende Schärfe liefert die Kamera in einem fast unverzerrten Bild. Die GoPro-typischen fisheye-Verzeichnungen findet man bei der Kamera der Phantom nicht, dafür liefert sie einen etwas engeren Blickwinkel – das stört aber in der Praxis überhaupt nicht. Ich persönlich finde das Bild aus der Phantom sogar besser, als das unbearbeitete Bild aus der Gopro 4. Sicher kann man mit der ProTune Option der GoPro im Nachhinein ggf. etwas mehr bearbeiten, aber was die Kamera der Phantom hier out of the Box zaubert, ist schon der Hammer, weiter unten findet ihr ein Video mit Vergleichen der Beiden.

Der Foto-Modus

Gegenlicht-Situation, als DNG aufgenommen und mit Lightroom bearbeitet.

Im Foto Modus kann die Kamera der Phantom 3 sogar Raw-Dateien im DNG Format aufnehmen. Das eröffnet natürlich deutlich bessere Bearbeitungsmöglichkeiten als bei JPG – und ist deutlich standardisierter und flexibler, als das GoPro-proprietäre “ProTune”. Leider lassen die Fotos in voller Auflösung etwas an Details missen – im Foto Modus ist die GoPro hier doch, trotz fehlender RAW-Unterstützung, leicht im Vorteil. Nichts desto trotz, macht die Phantom 3 beeindruckende Fotos die sich gut nachbearbeiten lassen. Lightroom 6 / CC bringt sogar ein Objektiv-Profil mit, so dass sich letzte, leichte Verzeichnungen problemlos entfernen lassen.

Die Steuerung

Die Steuerung der Phantom 3 ist, mit allem was da dran hängt, mit Sicherheit eine der größten Verbesserungen zu den Vorgänger-Modellen – sei es der Phantom 2 oder der Vision. Die Steuerung des Copters erfolgt nun über die stark verbesserte RC-Einheit (Fernbedienung) in Verbindung mit der App auf dem Tablet oder Smartphone.

Die Grundlegenden Steuermöglichkeiten sind die gleichen – über die zwei Joysticks steuert man den Flug. Links für Rauf/Runter und Rotieren, rechts für Vor/Zurück und Links/Rechts. Darüber hinaus gibt es nun aber sehr wertvolle zusätzliche Steuermöglichkeiten an der RC-Einheit, dazu gleich mehr.

Die RC Einheit (Fernsteuerung)

RC-Einheit mit aufgesetztem Nexus 7 Tablet

Statt der AA-Zellen, die die alte Fernbedienung noch benötigte, gibt es nun einen eingebauten Akku, der über das mitgelieferte Ladegerät für die Phantom 3 geladen werden kann. Das Laden geht sehr schnell und die Steuerung muss lange nicht bei jedem Akku-Tausch an der Phantom geladen werden sondern hält viel länger durch.

Weiterhin gibt es nun Knöpfe für Video Start-/Stop sowie Foto-Auslösung und zwei Räder für den Winkel der Kamera und die Belichtungskorrektur.
zudem gibt es einen prominenten “Fly Home”-Knopf, der den Copter zurück bringt, sollte er mal außer Sichtweite geraten sein!

Rechtes Rad für Belichtungskorrektur, darüber Foto-Auslöser und Wiedergabe-Knopf

Modus Wahlschalter sowie Video aufnahme Knopf und Rad zur Einstellung des Neigungswinkels der Kamera

Die RC-Einheit der Neuen hat im Vergleich zu der der Phantom 2 folgende Vorteile:

  • Eingebauter Akku, der über das gleiche Ladegerät geladen wird, wie der Copter
  • Zusätzliche Tasten und Einstellräder:
    • Gut erreichbares Rad für Kamera Belichtungskorrektur
    • Gut erreichbares Rad für Kamera Neigungswinkel (der unsägliche Schieber unter der Fernbedienung bei der P2 gehört damit endlich der Vergangenheit an)
    • Auslöse Knopf für die Kamera
    • Zwei weitere, frei konfigurierbare Knöpfe
    • “Fly Home”-Knopf
    • Sehr gute Halterung für Tablet/Smartphone

Die DJI App auf dem Smartphone oder Tablet

Das Live-Bild während des Fluges wird nun, wie schon oben angedeutet, direkt an die DJI App, die auf einem Tablet oder Smartphone läuft, digital und in Echtzeit übertragen. DJI nennt das “Lightbridge”-Technologie. Diese hat gegenüber der P2 folgende Vorteile:

  • Viel bessere Bildqualität
  • Umfangreiche Steuermöglichkeiten für die Kamera, auch manuell
  • Live-Anzeige von Flug-Parametern wie Höhe, Entfernung zum Piloten, GPS-Daten
  • Live Anzeige einer Google Earth Karte mit der absolvierten Flugroute in Echtzeit
  • Programmierbarkeit von Routen
  • Auto Start, Auto Landung, Einfachere “Fly Home”-Funktionen

Die App ist schon sehr gut gemacht. Sie bietet ein richtiges “Cockpit”-Feeling mit allen Informationen und super vielen Einstellmöglichkeiten für fortgeschrittene User. Aber auch Einsteiger werden nicht überfordert sein, die meisten Einstellungen braucht man zum Fliegen und Filmen nämlich nicht.

Die Bildqualität des 720p Live Bildes auf dem Tablet ist wirklich um Klassen besser, als das verrauschte und zu kontrastreiche Bild bei der analogen FPV der Phantom 2. Die eingeblendeten Telemetrie-Daten machen einfach nur Spaß. Auch die intelligente Akku-Anzeige, die auch in Betracht zieht, wie weit der Copter gerade entfernt ist und die Rückflugstrecke in die Batterielaufzeit mit einkalkuliert, ist top.

Mit einem Klick wechselt man zwischen dem Kamerabild und dem sonst unten links klein eingeblendeten Kartenausschnitt bei Google-Earth. Durch heranzoomen kann man das Gelände auf der Google-Earth Karte quasi aus der Luftperspektive sehen und die aktuelle Flugroute wird eingezeichnet. Die Kameraansicht nimmt dann verkleinert den Platz unten links ein.

Die Steuermöglichkeiten für die Kamera sind ein Segen! Wo ihr euch bei der Phantom 2 vor einem Flug für Foto oder Video entscheiden musstet und dann bei Video komplett durchfilmen und bei Foto die Intervall-Funktion nutzen musstet, die dann alle 5 Sekunden oder so ein Bild gemacht hat, könnt ihr während des Fluges alles interaktiv steuern inklusive Belichtungszeit und ISO.

Ihr könnt jederzeit über die App zwischen Foto und Video umschalten und die Kamera über die Fernbedienung oder App starten und stoppen. Auch eine Belichtungskorrektur im Auto-Modus ist über ein Drehrad an der Fernbedienung einstellbar, das ist ganz großes Kino. Genau so sollte es sein!

Auf diese Art und Weise fotografiert und filmt man nur das, was wirklich relevant ist. Das spart Speicherplatz und vor allem Zeit und Nerven bei der späteren Sortierung und Bearbeitung.

Weiterhin unterstützt die App auch Hilfsfunktionen wie die Kalibrierung des Gimbals und Kompasses (falls erforderlich) und führt dann Schritt für Schritt durch die durchzuführenden Aktionen dafür.

Der Koffer

Praktisch: ein spezieller Koffer

Wenn ihr euch einen solchen Multicopter anschafft, empfehle ich euch unbedingt, auch einen dazu passenden Koffer dazu zu nehmen. Die Copter sind einfach empfindlich und die Koffer mit den passgenau ausgestanzten Schaumstoff-Inlays bieten einfach den besten Schutz – und ihr habt alles immer beisammen.

Alles ordentlich und sicher verpackt…

Es gibt zwei grundlegende Varianten der Koffer: eine, bei der die Propeller dranbleiben können und eine etwas kleinere, bei der die Propeller zum Verstauen abgeschraubt werden.

Bei der P2 hatte ich den größeren Koffer, bei dem die Propeller dranbleiben konnten. Bei der P3 habe ich mich nun für den kleineren Koffer entschieden. Im Vergleich finde ich persönlich den kleineren Koffer praktischer, das An- und Abschrauben der Propeller dauert keine 30 Sekunden, dafür spare ich etwas Platz und Gewicht. Im Endeffekt ist es Geschmackssache.

Demo Aufnahmen

Hier ein kleiner Zusammenschnitt einiger Demo Aufnahmen von der Phantom 3 und Phantom 2. Bitte auf jeden Fall in Full HD und im Vollbild ansehen! :-)

Fazit

Alles klar für den Takeoff. Das Tablet wird via USB Kabel mit der RC-Einheit verbunden

Die Phantom 3 ist ein beeindruckendes Stück Technik. Ein so perfektes Zusammenspiel aller Komponenten – Copter, Fernbedienung, Kamera, Tablet, App findet man sonst selten. Wenn ich nur daran denke, wie zickig allein die WLAN Verbindung mancher Kameras (inkl. GoPro) ist und wie schlecht die zugehörigen Apps (hallo Nikon) – da muss man DJI schon echt ein Kompliment aussprechen. Trotz der hohen Komplexität dieses Gesamtsystems ist es doch wirklich sehr anwenderfreundlich und funktioniert einfach und out of the Box. Kein Gebastel und Gefummel mehr, wie bei der Phantom 2 mit GoPro und aufgesetzter FPV – Danke DJI!

Mit der Phantom 3 kann man beeindruckende Videos machen. Für Luftaufnahmen, abseits von “großen Lösungen”, die eine DSLR oder Systemkamera tragen, ist die Phantom 3 derzeit mit Abstand die beste Lösung. Auch vom Preis-/Leistungsverhältnis. Wenn ihr also Aufnahmen aus der Luft machen möchtet, macht ihr mit der Phantom 3 nichts falsch. Sie ist einfach zu bedienen, funktioniert sehr gut und liefert hammergute Ergebnisse.

Die Videos der Phantom 3 sehen bei Tageslicht einfach super aus. Vor allem im 4K Video Modus. In Punkto Qualität liegt sie aus meiner Sicht im 4K Videomodus ziemlich gleichauf mit der GoPro 4 Black, wenn man die GoPro nicht sehr individuell konfiguriert und in der Nachbearbeitung alles herausholt. Mir gefallen die Out-of-Cam Aufnahmen aus der Phantom 3 persönlich sogar um einiges besser als die aus der GoPro. Aber ich bin auch kein Spezialist, der aus der GoPro mit irgendwelchen Bearbeitungstricks das letzte Quäntchen herausholt.

Sobald man sich die Vorteile der eingebauten Kamera vor Augen führt, ist aber auch das bisschen mehr an Dynamikumfang der GoPro im ProTune Modus sowieso kein Thema mehr. Allein die Tatsache, dass man die Belichtung auch manuell einstellen kann bzw. die Belichtungskorrektur über die Fernbedienung regeln kann, ist ein riesiger Vorteil gegenüber der GoPro Variante. Sobald es dunkel wird, nimmt allerdings das Rauschen bei der Phantom zu – und hier dann auch der Vorsprung der GoPro. Die Frage ist, wie relevant das in der filmerischen Praxis ist.

Die DNG-Raw-Fotos aus der Phantom 3 sind auch sehr gut, sie bieten einen ausreichenden Spielraum für etwas Nachbearbeitung, allerdings zeigt die Kamera hier in den Randbereichen in der 1:1 Ansicht doch einige leichte Verzeichnungen und die Schärfe ist nicht über den gesamten Bildbereich gleich exzellent, wie in der Mitte. Warum das bei Video nicht auftritt, ist mir immer noch ein Rätsel. In den dunklen Partien bekommt man dann doch auch etwas Rauschen. Aber insgesamt, sind die Bilder schon sehr gut! Auch hier gilt das gesagte über Low-Light-Situationen. Allerdings macht man von einem Copter aus ja auch selten Langzeitbelichtungen… :-)

Im Vergleich zur ihrer Vorgängerin steht die Phantom 3 dem Anwender viel weniger im Weg. Sie ist sehr einfach zu fliegen und erspart dem Piloten eine Menge Stress, die ihm erlaubt, sich vor allem auf die Aufnahmen zu konzentrieren – denn darauf kommt es in der Regel ja an!

Die Phantom 3 bietet derzeit alles, was ich persönlich mir als Fotograf und Filmer von einem solchen kleinen Multicopter erwarte. Lediglich eine etwas bessere Auflösung, Schärfe und Dynamikumfang im Foto-Modus würde ich mir wünschen, sowie eine bessere Eignung für die Momente mit weniger Licht.

Meine Empfehlungen

Wenn ihr nur fliegen wollt, braucht ihr meiner Meinung nach, ein solches Gerät nicht anzuschaffen – dafür ist es dann auch zu teuer. Das Fliegen allein wird schnell langweilig, ist vielerorts nicht erlaubt oder erwünscht und wirkt auf Andere störend.

Wenn ihr allerdings hochauflösende Filme machen wollt, die auch für anspruchsvolle Produktionen geeignet sind, dann ist die Phantom 3 sicherlich de,r beste Multicopter, in dem Größen- und Preissegment, den man derzeit bekommen kann. Der Preis (siehe Links unten) geht aus meiner Sicht völlig in Ordnung.

Auf jeden Fall aber gilt: wenn wir einen Multicopter benutzen, sollten wir uns jederzeit unserer Verantwortung bewusst sein. Es liegt an jedem einzelnen Piloten, ob die in ihrer Verbreitung zunehmenden Copter in den kommenden Jahren in der Öffentlichkeit noch stärker als jetzt schon als Störfaktor wahrgenommen werden und dementsprechend irgendwann verboten werden, oder nicht. Dass wir die Regeln beachten, versteht sich von selbst. Dass wir eine spezielle Versicherung abgeschlossen haben, auch (Pflicht!). Dass wir darüber hinaus keine Persönlichkeits- und Urheberrechtsverletzungen begehen, auch. Zusätzlich sollten wir aber auch im erlaubten Rahmen mehr als Rücksichtsvoll gegenüber Menschen und Tieren sein und im Zweifelsfall den Koffer einfach mal zu lassen und an einem anderen Ort oder zu einem anderen Zeitpunkt fliegen. Es liegt an jedem einzelnen von uns, ob die ohnehin schon bestehenden Auflagen in Zukunft noch weiter verschärft werden oder nicht.

Bezugsquelle

Als Bezugsquelle für GoPro und DJI Equipment habe ich seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit camforpro gemacht. Hier also meine Links zu ihnen:

Weitere, interessante Links:

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65 Kommentare bisher


  1. f.m.bauer 20. Mai 2016, 15:08   »

    Hallo zusammen,

    ich fotografiere und fliege Flugmodelle, u.a. f3J und f5J. Damit könnte es bald vorbei sein.
    Amazon & Co beanspruchen den Luftraum zwischen 60 und ca. 200m für sich.
    Die links zur Info:

    http://www.pro-modellflug.de/

    http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/570346-Initiative-Pro-Modellflug-fordert-Herr-Verkehrsminister-H%C3%A4nde-weg-von-meinem-Hobby

    http://www.uavdach.org/Home/uav_dach.htm

    Gruß
    f.m.bauer

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