Fotoschnack, Folge 03: Das 360 Grad Panorama – Video Tutorial

17022011

Wie entsteht eigentlich ein interaktives 360 Grad Panorama? Wie nimmt man es auf? Wie setzt man die Einzelbilder zusammen und wie präsentiert man es interaktiv im Web?

In der heutigen Folge vom Fotoschnack möchten wir Euch zeigen, wie man ein solches Panorama professionell aufnimmt, zusammensetzt und für die Web-Präsentation vorbereitet. Wir erklären wofür man einen Nodalpunktadapter benötigt, wie man den Parallaxe-Effekt vermeidet und wie man die Kamera einstellt. Im Anschluss zeigen wir Euch wie man die Einzelbilder am Rechner zusammesetzt und so Bearbeitet, dass ein lückenloses Kugelpanorama ensteht, in dem man sich „frei umsehen“ kann.

Hier noch ein paar Worte zu dem eingesetzten Equipment:

  • Der Nodalpunktadapter, den Paddy eingesetzt hat, ist der Nodal Ninja 3, über diesen und den Unterschied zu dem Nodal Ninja 5 hat er auch schon einmal etwas in seinem Blog geschrieben.
  • Zum Zusammensetzen der Panoramas setzen wir die Software PT-Gui ein.
  • Die Web-Präsentation erfolgt mit krpano.

Tipp: Panorama Aufnahmen ohne teures Equipment

Im Video haben wir Euch gezeigt, wie man mit einem Nodalpunkt-Adapter und einem Fischauge-Objektiv mit relativ wenig Aufwand ein perfektes Panorama erstellt.

Das eingesetzte Equipment soll Euch aber nicht davon abhalten, Euch auch mit einfacheren Mitteln an der Panorama-Fotografie zu versuchen. Einfache Panoramen, die nicht die gesamte Kugel umfassen, könnt ihr auch aus der Hand fotografieren (um den Paralaxe Effekt zu vermeiden, solltet ihr dabei aber keine Elemente im Bild haben, die sehr dicht an der Kamera stehen).

Für ein 360 Grad Kugelpanorama braucht ihr dann aber schon mindestens entweder einen Nodalpunktadapter oder ein Fischauge.

Wenn ihr einen Nodalpunkt-Adapter habt, aber kein Fischauge, dann könnt ihr sehr exakt mit einem normalem Weitwinkel das Panorama in mehreren „Zeilen“ aufnehmen – allerdings ist dies bei dem nachträglichen Zusammensetzen dann unter Umständen etwas mehr Arbeit.

Mit einem Fischauge habt ihr immer den großen Vorteil, dass ihr nicht so viele Bilder machen müsst und vor allem das Panorama nicht in mehreren „Zeilen“ aufnehmen müsst.

Für den Nodalpunktadapter gibt es einige sehr gute Selbstbau-Anleitungen, z.B. hat Nils Petersen von frame-less.com eine tolle Bauanleitung mit Materialkosten unter 20 € veröffentlicht.

Wollt ihr es noch günstiger und einfacher, könnt ihr den Nodalpunktadapter auch mit einem einfachen Trick ersetzen, dem sogenannten Philopod.

Der Philopod als Ersatz für den Nodalpunktadapter

Der Philopod ist ein Verfahren, das einen einfachen kostenlosen Nodalpunktadapter ermöglicht.

Der Trick ist einfach: ihr nehmt ein Stück dünne Schnur, z.B. eine Angelsehne, befestigt daran ein kleines Gewicht und bindet die Schnur um den Nodalpunkt des Objektives, den ihr genau so ermittelt, wie Paddy es in dem Video erklärt hat. Am besten, ihr markiert Euch die Stelle, wenn ihr sie gefunden habt.

Bei der Aufnahme sucht ihr Euch eine Stelle auf dem Fußboden, über der ihr das Gewicht ausrichtet, ihr könnt zum Beispiel einen Stein dort hinlegen.

Nun müsst ihr noch die Kamera möglichst waagerecht ausrichten. Dafür bietet sich eine Libelle* an, die ihr auf dem Blitzschuh aufsteckt.

Nun könnt ihr das Panorama aus der Hand aufnehmen, achtet bei jedem Bild darauf, dass das Gewicht sich über der markierten Stelle befindet und die Wasserwaage Euch anzeigt, dass die Kamera sich in der Waage befindet.

Besonders auf Reisen finde ich, ist das eine tolle Lösung, die das Mitschleppen eines schweren, relativ unhandlichen und teuren Nodalpunkt-Adapter erübrigt.

Das fertige Panorama

Und zum Abschluss hier noch das fertige Panorama zum interaktiven Ansehen.

Fazit

Auch mit einfachen Mitteln kann man schöne Panoramas aufnehmen. Der wichtigste dabei, ist das Konstant halten der Kameraeinstellungen (Belichtung, Weißabgleich) wie im Video beschrieben.

Zum Zusammensetzen der Panoramen benötigt ihr eine Software wie PTGui, zum Präsentieren eignet sich sehr gut krpano. Beides könnt ihr als Demo-Version kostenlos ausprobieren.

Update: Als kostenlose Alternative zu PTGui könnt ihr auch Hugin probieren, ich habe damit allerdings noch keine Erfahrungen gemacht.

Wenn ihr weder Fischauge noch Nodalpunktadapter habt und eine Anschaffung erwägt, empfehle ich Euch das Fischauge als Erstanschaffung, den Nodalpunktadapter könnt ihr erst einmal wie oben beschrieben ersetzen. Zumal ihr mit dem Fischauge ja auch noch andere tolle Aufnahmen machen könnt.

Habt ihr schon Erfahrungen mit der Panorama-Fotografie gesammelt? Welches Equipment setzt ihr ein? Habt ihr noch Tipps auf Lager? Lasst es uns doch in den Kommentaren wissen!

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65 Kommentare bisher


  1. Anastasia 24. Juli 2015, 16:20   »
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    Hallo Paddy,

    seit ich diesen Beitrag gelesen/gesehen habe bin ich Feuer und Flamme, die Kunst des Panoramas zu erlernen. Die ersten Erfolge lassen sich mittlerweile sehen!
    Nur bin ich kein Web-Genie und verstehe nicht, wie ich die Dateien ins Netz stellen kann. Google lässt mich an meinem Denkvermögen zweifeln.
    Gibt es vielleicht eine verständliche Anleitung dazu? Oder hattest du evtl. sogar ein Video dazu gedreht und ich finde es nicht?
    Ich habe meine Webseite auf Jimdo-Basis gebaut, dort kann man Flash und Widgets einbauen..und weiter weiß ich nicht.
    Für Tipps oder Verweise bin ich jetzt schon sehr dankbar!

    Grüße
    Anastasia

  2. Günter Lenz 22. April 2015, 18:28   »
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    Ich finde Ihr habt eine Superseite.
    Ich kämpfe gerade mit PTGi für Panoramaerstellung, kann es sein, daß in der Trialversion (10.0.12) nicht alle Funktionen vorhanden sind wie es in Eurem Tutorial gezeigt wird. (keine Blend priority und kein Mask zu finden)
    Falls ich hier die Frage stellen darf ;-))

    Gruß Günter

    • gwegner 22. April 2015, 18:56   »
      Gravatar

      Maskieren z.B. gibt es nur in der PTGui Pro.

  3. Matthias 13. April 2015, 16:10   »
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    Hallo Gunther,

    bisher habe ich meine Panoramen an der D7100 mit dem Nikon 10,5mm Fisheye Objektiv gemacht.

    nun bin ich auf die D750 umgestiegen und bin am überlegen, ob ich das Nikon Fisheye für den Vollformat-sensor rasieren lassen, oder mir ein Samyang/Walimex 12mm Fisheye kaufen soll. Wie ich gelesen habe, soll die Verzerrung am samyang Objektiv nicht so stark ausgeprägt sein, wie an dem Nikkor Objektiv, so dass die Korrektur ein wenig einfacher ist. Von der Abbildungsleistung soll das samyang wohl ziemlich gut sein.

    Was würdest Du empfehlen?

    Vielen dank schon einmal für Deine Antwort!!

    Grüße,

    Matthias

    • gwegner 14. April 2015, 10:05   »
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      Vielleicht nochmal zu den Samyang/Walimex Objektiven. Mal abgesehen davon, dass sie keinen AF haben ist es auch so, dass die Serienstreuung recht groß ist. Man weiß also nie so recht, was man bekommt. Weiterhin gibt es einige im Schnitt gute Objektive, und einige nicht so gute. Ich habe das 8mm Fisheye, das ist grottig. In dem Brennweitenbereich würde ich mir nie wieder ein solches Objektiv kaufen. Das 10.5er Nikon ist dagegen hervorragend und lässt sich vor allem auch automatisch in LR korrigieren, wenn man möchte. Am Vollformat macht es hervorragende 360° Panoramen. Das wäre meine Empfehlung. Das 24er f/1.4 Walimex/Samyang ist bis auf die Serienstreuung, wenn man es eine Blende abblendet, hingegen ziemlich gut.

      • Matthias 14. April 2015, 20:57   »
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        Danke Dir für die schnelle Antwort.
        Du hast, wie ich gelesen habe, Dein Nikon Fisheye rasieren lassen.
        Meine Angst dabei ist ein wenig, dass die Linse ohne den Sonnenschutz leichter zerkratzen kann und man deutlich mehr Probleme mit dem Streulicht hat….
        Ist diese Skepsis aus Deiner Erfahrung heraus unbegründet?
        Bist Du mit dem rasierten Fisheye an der D750 zufrieden?
        Und, begrenzt man die Funktion des Objektives mit der Rasur auf die PanoramaFotografie?

        Viele Grüße, Matthias

        • gwegner 14. April 2015, 21:50   »
          Gravatar

          Nachteile habe ich bisher nicht festgestellt, für mich überwiegen ganz klar die Vorteile! Würde es immer wieder machen.

  4. Michel 5. Dezember 2014, 15:56   »
    Gravatar

    Hallo Gunther! wie löst du das Problem mit dem Stativ auf dem Boden, welche Software nimmst du um das zum retouchieren?
    Oder habe ich beim PTGIU was übersehen?

    Danke und Grüsse

    • Michel 9. Dezember 2014, 22:34   »
      Gravatar

      Ha…, habs gefunden, klar hab ich was übersehen! Tom hat erklärt!
      wenn ich den Link posten darf?
      http://www.tom-striewisch.de/?s=nadirretusche

      Grüsse

      • Tom Striewisch 20. Januar 2015, 08:50   »
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        Hallo Michael,

        der Link, den Du angegeben hat, zeigt auf einen sich dynamisch verändernden Teil meiner Website, der Inhalt hat sich mittlerweile geändert und passt nicht mehr.

        Es gibt mehrere Beiträge von mir mit Filmen zu unterschiedlichen Wegen, den Bodenbereich eines Panoramas zu optimieren, am einfachsten erreicht man diese mit der Suche nach „Nadirretusche“.
        Hier der Link zum Suchergebnis:
        http://www.tom-striewisch.de/?s=nadirretusche

        Viel Spaß beim nadieren,

        Tom!

        • gwegner 20. Januar 2015, 09:08   »
          Gravatar

          Hallo Tom, danke für den Hinweis. Ich habe den Link in Michels Kommentar mal geändert. Tolle Erfklärungen übrigens auf Deiner Seite!

          • Tom Striewisch 20. Januar 2015, 09:16   »
            Gravatar

            Hallo Gunther,

            Danke und Danke

            Tom!

  5. Tim 5. November 2014, 10:44   »
    Gravatar

    Hallo!

    Super Video!
    Inspiriert davon hab ich mir direkt einen Nodalpunktadapter gebastelt. Jetzt überlege ich mir noch ein Fischauge zu besorgen. Da ich im APS-C-Format fotografiere (EOS 700D) dachte ich an das Sigma 10mm F2.8. Oder könnt ihr andere Objektive empfehlen?

    Schönen Gruß,
    Tim

  6. Daniel 26. August 2014, 05:50   »
    Gravatar

    Hallo Gunther

    Ich interessiere mich ob die Kombination Nikon D7100, Nikkor 10–24 DX (habe ich schon) und Nodal Nina 3 (möchte ich evtl. kaufen) funktioniert. Im Internet findet man Aussagen dass die Schiene in Längsrichtung zum Objektiv evtl. zu kurz ist. Da es sich hier um mm handelt die vielleicht fehlen oder nicht ist ein Bestimmen des Nodalpunkts ohne Equipment nicht genug genau. Trotzdem möchte ich den Nodalpunktadapter nur kaufen wenn ich ihn dann für die Kombination an beiden Endbrennweiten (10 mm und 24 mm) benutzen kann.

    Hast du diese Kombination schon ausprobiert? Funktioniert das?

    Gruss
    Daniel

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