Der Polfilter in der modernen Digital-Fotografie – nützlich oder überflüssig?

5032015

Als ich noch Dias fotografiert habe, war ich ein großer Fan des Polfilters. Ließen sich doch damit brillantere Farben hervorzaubern und Landschaftsaufnahmen erhielten damit das “gewisse Etwas”. Im digitalen Zeitalter ist der Charme dieses Filters bei mir allerdings im wahrsten Sinne des Wortes etwas verblasst. In diesem Artikel möchte ich euch einmal ein paar Hintergründe zur richtigen Benutzung von Polfiltern geben und herausstellen, wann ihr Einsatz überhaupt Sinn macht und wann nicht.

Vorab möchte ich kurz darauf eingehen, was ein Polfilter eigentlich tut und warum man seine Wirkung digital nicht vollständig “nachmachen” kann.

Aus dem Physikunterricht wissen die meisten von euch sicherlich noch, dass Lichtwellen in unterschiedlichen Polarisationsebenen vorkommen. Das bedeutet, dass die Wellen in einem bestimmten Winkel ankommen. Der Polarisationsfilter wirkt dann darauf wie ein lineares “Sieb” und filtert die Wellen einer bestimmten Ausrichtung heraus. Damit man die Ausrichtung bestimmen kann, können alle Polarisationsfilter für die Fotografie rotiert werden.

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wire-grid-polarizer.svg – Taken from the english wikipedia : a wire-grid polarizer by Bob Mellish, Creative Commons – image corrected by gwegner.de

Normales, diffuses Licht besteht in der Regel aus Wellen, die annähernd zu gleichen Anteilen in den unterschiedlichen Ausrichtungen vorkommen. Das bedeutet, der Polfilter filtert dann ca. die Hälfte des Lichts weg (ungefähr eine Blendenstufe). Wenn die unterschiedlichen Ausrichtungen wirklich gleichverteilt sind, dann ändert sich vom Aussehen des Bildes her nach Aufsetzen des Polfilters nichts.

Um überhaupt einen Effekt zu erhalten, müssen wir Motive fotografieren, bei denen die einzelnen Polarisationsebenen unterschiedlich stark von bestimmten Lichtanteilen besetzt sind. Das passiert z.B. bei Spiegelungen aller Art, blauem Himmel, Blättern und Regenbögen.

Spiegelungen

Spiegelt sich das Licht an einer Oberfläche, wird eine Polarisationsebene stärker reflektiert, als die andere – wenn man dann den Filter entsprechend einstellt, kann man sich das zunutze machen und so entweder nur den Anteil durchlassen, der gespiegelt wird, oder eben den Anteil, der die Spiegelung nicht enthält. Richtet man den Pol-Filter also auf eine Scheibe oder Wasseroberfläche mit einer Spiegelung und dreht ihn, so sieht man je nach Rotationswinkel entweder die Spiegelung, oder das Bild dahinter.

Hier also der erste wichtige Tipp: ein Polarisationsfilter muss vor jeder Aufnahme eingestellt werden!

Das Einstellen erfolgt durch Drehen des Filters und Beobachten des resultierenden Bildes im Sucher! Nur so kann man bestimmen, welche Anteile des Lichts durchgelassen werden sollen, und welche nicht!

Spiegelungen sind also eine Sache, von der die Polarisation des Lichts beeinflusst wird. Eine andere, bekannte Sache ist der blaue Himmel.

Hier mal zwei Bilder, einmal ohne und einmal mit Polfilter – so wie sie aus der Kamera kommen.

Ohne Polfilter, direkt aus der Kamera

Mit Polfilter, direkt aus der Kamera

Wie gesagt, zu Dia-Zeiten war das ein Effekt, der uns sehr gelegen kam, aber heute würde auch das zweite Bild von der optischen Anmutung her keinen mehr hinter dem Ofen hervor locken. (Lassen wir die Bildkomposition als solches hier mal außer Betracht, die Bilder habe ich als Beispiele für diesen Artikel aufgenommen, ich würde sie mir nicht unbedingt an die Wand hängen… :-))

Der blaue Himmel

Das Blau des Himmels besteht je nach Himmelsrichtung und Sonnenstand aus mehr oder weniger polarisiertem Licht. Im Ergebnis bedeutet das: wenn ihr im 90° Winkel zur Sonne den blauen Himmel mit einem Polfilter fotografiert und diesen – ganz wichtig – auch noch richtig ausrichtet, dann wird der Himmel dunkler. Das ist der Effekt, den die Meisten sofort mit einem Polfilter assoziieren. Allerdings ist das auch der Effekt, der heute noch am wenigsten relevant ist – aber dazu gleich mehr.

Die Tatsache, dass die Stärke der Polarisation des Lichts beim blauen Himmel von der Himmelsrichtung und dem Sonnenstand abhängt, bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich. Bei sehr weitwinkligen Objektiven bemerkt man nämlich auf den Bildern, dass die Intensität des Effekts an manchen Stellen im Bild stärker ist, als an anderen. In der Praxis führt das dann zu dunklen “Flecken”, dort wo das Licht stärker polarisiert ist, und einem deutlich schwächeren Effekt daneben. Mit starken Weitwinkel- oder gar Fisheye-Objektiven ist ein Polfilter also eher zu meiden, wenn blauer Himmel im Bild sichtbar ist.

Grüne Blätter

Ein weniger bekannter Effekt des Polfilters aber für mich einer der spannenderen ist, dass das Blattgrün deutlich satter wiedergegeben wird, wenn ein (richtig eingestellter) Polfilter verwendet wird. Das hängt auch wieder mit Punkt 1, den Spiegelungen, zusammen. Wenn der Polfilter das auf den Blättern reflektierte Blau des Himmels abschwächt, wirkt das Blattgrün satter. Allerdings verlieren die Blätter durch das Abmildern der Reflexionen auch deutlich an Plastizität.

Regenbogen

Zum Fotografieren von Regenbögen kann man einen Polfilter recht gut gebrauchten. Das Licht des Regenbogens ist voll polarisiert – das heißt, mit dem Polfilter könnt ihr den Regenbogen auch ganz ausblenden. Wenn ihr ihn richtig einstellt, dann wird das Blau des Himmels abgedunkelt und der Regenbogen relativ dazu verstärkt und kommt stärker zur Geltung.

Dunst

In manchen Situationen kann der Polfilter dazu beitragen, Dunst in der Atmosphäre abzuschwächen. Das funktioniert, wenn die Spiegelungen des Lichts an den Dunstpartikeln vom Polfilter gefiltert werden.

Der Polfilter in der digitalen Fotopraxis

Für mich hat die Bedeutung des Polfilters seit der digitalen Fotografie, wie oben schon angedeutet, ziemlich abgenommen. Ich kann gar nicht genau sagen warum, aber den Look, den ein Polfilter auf Diafilm gezaubert hat, bekommt man heute irgendwie nicht mehr hin. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Polfilter eigentlich die einzige Möglichkeit war, den “Look” des Dias in Bezug auf Sättigung und Kontraste zu manipulieren. Digitalbilder mit Polfilter wirken heute auf mich im Gegensatz dazu meist eher kontrastarm, farbarm, flau. Das ist vielleicht subjektiv – aber jedes Mal, wenn ich wieder mal einen Versuch unternehme, mich mit meinem Polfilter anzufreunden, geht es mir später beim Betrachten der Bilder wieder so.

Interessant sind für den Einsatz des Polfilters für mich sowieso nur einige der oben genannten Anwendungsgebiete. Eigentlich reduziert es sich auf das Reduzieren von Spiegelungen, wenn es denn sein muss. In der Produktfotografie oder beim Fotografieren durch Glasscheiben kann ein Polfilter unverzichtbar sein.

In der Landschaftsfotografie hingegen, kommt es allerdings immer sehr auf das Motiv an. Auf Teufel komm raus auf jeder Wasserfläche die Spiegelung wegzunehmen, macht meines Erachtens nach überhaupt keinen Sinn – oft ist es doch gerade die Spiegelung, die das Bild interessant macht!

Für den blauen Himmel, den Regenbogen und die grünen Blätter gilt: das mache ich eigentlich lieber mit Lightroom. Das Blau des Himmels lässt sich wunderbar über die HSL-Regler etwas dunkler gestalten – genau wie das Grün der Blätter. Beides hat den Vorteil, dass dabei nicht das Aussehen als solches modifiziert wird – die Reflexionen sind ja natürlich und in der Realität vorhanden. Wenn man den Himmel mit Lightroom dunkler macht, bekommt auch keine unregelmäßigen Abschattungen und bei den Blättern bleibt die Plastizität durch die Reflexionen erhalten. Nimmt man die nämlich weg, wirken die Blätter oft zwar satt aber gleichzeitig auch matt.

Hier habe ich einmal die Variante ohne Polfilter des Bildes von oben mit Lightroom bearbeitet:

Ohne Polfilter mit Lightroom Bearbeitet.

Diese Variante würde ich der Polfilter-Variante von oben jederzeit vorziehen!

 

Schauen wir uns noch einen anderen Vergleich an. Kurze Zeit nach der Aufnahme oben. Auch hier haben wir wieder die Spiegelung, blauen Himmel und Blattgrün.

Zunächst die Variante ohne Filter, unbearbeitet, direkt aus der Kamera:

Ohne Polfilter, direkt aus der Kamera

Hier habe ich nun den Polfilter verwendet – durch den geringfügig anderen Winkel als bei dem Bild, das ich einige Minuten vorher (siehe oben) aufgenommen habe, wird nun auch die Spiegelung des Wasser gefiltert – mit verheerendem Effekt auf das Bild:

Mit Polfilter, direkt aus der Kamera

Beide Bilder – zunächst das ohne Polfilter und dann das mit Polfilter habe ich nun in Lightroom bearbeitet:

Ohne Polfilter + Lightroom Bearbeitung

Mit Polfilter + Lightroom Bearbeitung

Dies ist ein schönes Beispiel, wo der Filter zwar die Kontraste im Himmel verstärkt, aber durch Abmilderung der Spiegelung, auch einen wichtigen Effekt des Bildes zerstört.

Nun noch ein letztes Beispiel – diesmal aus der Atacama Wüste. Aufnahmerichtung war 90° zur Sonne, so dass der Polfilter seine maximale Wirkung erzielt. Hier das Bild mit Filter:

Mit Polfilter, unbearbeitet

und nun, ohne:

Ohne Polfilter, unbearbeitet

Also ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich finde die Variante mit Filter furchtbar.

Hier einmal das erste Bild, ohne Filter, nach einer ganz leichten Bearbeitung der Kontraste und etwas Reduzierung der Blau-Luminanz in Lightroom:

Ohne Polfilter, leichte Kontrastbearbeitung und leichte Abdunklung des Blaus in Lightroom.

Jetzt wisst ihr, warum ich den Polfilter so selten einsetze. :-)

Weiterhin ist der Polfilter ein Filter, der wie jeder andere Filter auch – und das dürft ihr nicht vergessen – zwei zusätzliche Brechungsebenen vor eurem teuren Objektiv installiert. Das bedeutet, dass die Bildqualität durch ihn (genau wie bei allen anderen Filtern auch) nicht besser wird.

Weiterhin “schluckt” der Polfilter 1 bis 2 Blendenstufen. Das bedeutet, er lässt nur die Hälfte bis ein Viertel des Lichts durch und eure Belichtungszeiten verlängern sich um den Faktor 2-4, auch das solltet ihr nicht vergessen.

Fazit

Man lässt sich leicht täuschen, wenn man einen Polfilter vor’s Objektiv schraubt, ihn verdreht und dann plötzlich durch den Sucher so satte Farben sieht. Ich nenne es den “Sonnenbrillen-Effekt”. Allein dadurch, dass das Bild abgedunkelt wird, wirken die Farben durch den Sucher schon deutlich satter. Die Kamera-Belichtung gleicht das aber natürlich dann wieder aus. Weiterhin vergleicht man beim Verdrehen nur der Look der “erwünschten” gegen den der “unerwünschten” Polarisationsebene. Aber eben nicht den Look zwischen der erwünschten Polarisationsebene und keinem Filter. Der effekt wirkt durch den Sucher also viel stärker, als er in Wirklichkeit ist.

Ich sehe immer wieder Foto-Anfänger, die sich einen Polfilter kaufen, auf ihr Objektiv setzen und damit einfach los fotografieren ohne eine Ahnung zu haben, wie man ihn verwendet. Oft wird der Filter dann aus Faulheit oder Unwissenheit auch noch einfach drauf gelassen. Ich sage es hier ganz deutlich: das ist Gift für eure Bilder – tut das bitte auf keinen Fall!

Ein Polfilter ist ein absolutes Spezialwerkzeug – man muss genau wissen, wie er wirkt und sollte ihn nur dann einsetzen, wenn der von ihm verursachte Effekt wirklich erwünscht ist.

Zwingend muss der Polfilter vor jeder Aufnahme durch Drehen eingestellt werden. Nach einem solchen, geplanten Polfilter-Bild sollte der Filter dann wieder vom Objektiv entfernt werden. Am besten macht ihr immer auch ein Bild ohne Filter, um Euch später dasjenige raussuchen zu können, das Euch besser gefällt.

Ich selbst setze den Polfilter heute nur noch ein, wenn ich wirklich einmal ganz bewusst Spiegelungen abmildern muss. Für alle anderen Fälle kommt er bei mir nicht mehr zum Einsatz. Einen blauen Himmel kann ich bei Bedarf besser und einfacher mit Lightroom etwas abdunkeln, das gleiche gilt meist auch für Blattgrün – und das ganz ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Wenn ihr selbst einmal mit einem Polfilter experimentieren möchtet, so kann ich Euch den günstigen Filter von Haida empfehlen, er bietet eine gute Qualität fürs Geld. So einen sollte man schon in seiner Fototasche haben. Achtet aber wie immer, auf den Filterdurchmesser. Kauft ihn für das Objektiv mit dem größten Frontdurchmesser, an dem ihr den Filter verwenden wollt. Auf weitere Objektive könnt ihr ihn dann mit Step-Up Adaptern aufsetzen. Wenn ihr unbedingt mehr investieren wollt, so gibt es auch sehr gute Filter von B+W. Ich habe beide. In der Praxis ist der Unterschied kaum merkbar. Wichtig ist, dass ihr unbedingt einen zirkulären Polfilter kauft, lineare Polfilter stören den Autofokus und die Belichtungsmessung moderner Kameras.

Bitte beachtet, wenn ihr eigene Vergleichsaufnahmen macht, dass ihr zunächst eine Aufnahme mit (korrekt eingestelltem) Filter macht und dann eine ohne. Und nicht etwa zum Vergleich eine Aufnahme mit “verdrehtem ” Polfilter macht, wie es leider immer wieder gemacht wird. Ein “falsch” eingestellter Polfilter bringt einen ganz anderen Look, als kein Polfilter. Wie schon angedeutet werdet ihr dann feststellen, dass der Unterschied zwischen “kein Filter” und “Fiter” viel geringer ist, als zwischen “korrekt eingestelltem Filter” und “verdrehtem Filter”. Deswegen ist es so, dass man beim Blick durch den Sucher und Drehen des Filters einen viel stärkeren Effekt wahrnimmt, als ihn der Polfilter eigentlich erzeugt. Probiert es mal aus!

Wie sind Eure Erfahrungen mit Polfiltern? Nutzt ihr sie für die Digitalfotografie? Wie schätzt ihr ihren “Look” im Vergleich zu den Möglichkeiten in der digitalen Bearbeitung ein? Ich freue mich wie immer auf Eure Kommentare!

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51 Kommentare bisher


  1. Nachdem mich meine Fotoschüler auf deinen Polfilter Artikel ansprachen musste ich ihn kurz anschauen. Ich finde die Beispiele recht einseitig. Natürlich passt deine Schlussfolgerung auf alle Beispielbilder, jedoch sind diese meiner Meinung nach schon von vorne herein sehr “Anti-Polfilter-artig” ausgewählt. Es ist genauso einfach für alle gezeigten Situationen positiv Beispiele zu zeigen, welche hier aber Fehlen.
    Obwohl ich fast ausschließlich digital fotografiere und fotografierte bin ich ein Freund des Polfilters auch wenn ich Bildbearbeitung nicht im geringsten Scheue.

    • useidler 31. Oktober 2016, 21:37   »

      Moin Gunther,

      ich bin auch ein Pol-Muffel und schleppe die Scheibe nicht mehr mit, da sie bei mir nur Platz verschwendet. Nach ersten Versuchen finde ich den natürlichen Look einfach besser.

      Es ist mir aber schon ein paar wenige Male ergangen, dass ich bei diesiger Sicht trotz schönem Wetter gerne eine stärkere Zeichnung gehabt hätte. Da hätte ich gerne den zu Hause gelassenen Polfilter genutzt.

      Im Prinzip ist der “positive” Anteil des Polfilters auch in Deinen Beispielen zu erkennen, nämlich beim weiter zurückliegenden Berg. Das hätte der Fairness halber erwähnt werden sollen. Auch wenn – nach meinem Empfinden – der Filter den Rest des Bildes eher kaputt macht.

      Ich hätte daher gerne noch ein paar mehr positive Beispiele außer beim Schaufensterbummel, wo mir ein Polfilter helfen kann.

      Ulrich

  2. Frieda Birkenstock 18. August 2016, 07:20   »

    Interessanter Bericht und gut verständlich für Laien. Ich habe mir gerade einen Polfilter bestellt, weil ich von meinen gestrigen Fotos enttäuscht war.

    Schwierige Lichtverhältnisse, hochstehende Sonne, ein altes Wasserschloss was selber Schatten geworfen hat umgeben von Bäumen, Wasser drum herum…

    Die Nachbearbeitung (kostenlose Bildbearbeitungsprogramme) hat meine Bilder etwas gerettet und ich dachte, der Polfilter ist jetzt das, was ich unbedingt brauche ;-) Vielleicht sollte ich auch mal eher aufstehen und die Morgensonne nutzen, das bringt evtl mehr…

    Naja ich bin jetzt etwas vorgewarnt und werde mal schauen, was es bringt und werde mich mal weiter durch die Seite hier lesen.

  3. Frank 27. Juni 2016, 18:46   »

    An einer Stelle beißt die Maus aber nun mal keinen Faden ab – Spiegelungen. Und je intensiver die sind, desto gravierender der Effekt. Also bspw. bei Glas – sowohl, wenn das, was hinter bspw. einer Scheibe ist, sichtbar sein soll oder das vom Glas reflektierte auf jeden Fall ausgeblendet werden soll. Oder, weil man – je nach Situation – mal dicht vor einer Scheibe ist, durch die fotografiert werden muss, insbesondere aus schrägem Winkel. Da können sehr störende Effekte ohne Filter entstehen!

    Desgleichen bei Wasser – je nach Winkel der fotografischen Achse zur Wasseroberfläche und dem, was sich unter ihr bildrelevantes oder -gewünschtes abspielt, zerstört das ‘wegpolen’ der Wasserspiegelung das Bild nicht nur nicht, sondern rettet es nachgerade! Beispiel: Fische oder Korallen, die man zeigen will…

    Beides geht digital einfach nicht qua Nachbearbeitung. Und GW hat Recht, dass dies ein präzises und manchmal durchaus fummeliges Einstellen des Filters erfordert, weil mitunter dabei auch zusätzliche nur geringe Veränderungen in der optischen Achse erhebliche Unterschiede zwischen gewünscht und unerwünscht ausmachen.

    Weswegen ich GW erfahrungsbedingt auch an einer Stelle entschieden widersprechen muss – gerade in ‘fummeligen’ Grenzbereichen liegen zwischen einem ‘Gurkenglas’ und einem Käsemannzirkular Welten – die sich nicht von ungefähr ja auch im Preis entsprechend niederschlagen.

  4. Klaramus 19. Mai 2016, 14:40   »

    Bezüglich Kristalle und Polfilter: es gibt interessante Effekte, wenn auch vor die Lichquelle ein Pofi gesteckt wird.
    K.

  5. Klaramus 19. Mai 2016, 14:36   »

    Ich kann da beipflichten. Anfänger wollen immer einen Polfilter kaufen und wenn ich dann schreibe, der Sinn wäre heute nur noch selten erkennbar, gibt es wüste Proteste. Es ist eben ein hundert Jahre altes Mythos, obwohl ich mehr der Gegner bin, stecke ich das Teil aus Gewohnheit als alter Diafotograf ein.
    Selbst bei Spiegelungen bringt er nichts, weil meistens der Winkel nicht stimmt und er nimmt die Lebendigkeit von feuchtem Grün.
    Was er bewerkstelligen soll, kann LR – eher besser und selbst der Dunst (was ich sowieso nicht bestätigen kann) verschwindet ab LR 6 besser.
    Der einzige Einsatz ist bei mir, gelegentlich schäumendes Wasser etwas transparenter zu machen oder die Belichtungszeit ein wenig zu verlängern. Schließlich habe ich eine Menge Geld ausgegeben.
    K.

  6. Danke für den Artikel, finde das vorletzte Bild bearbeitet mit Polfilter viel besser als ohne Polfilter, der Rest hat mich jedoch überzeugt erst einmal keinen Polfilter zu kaufen. Ich werde mir wohl einen Zulegen wenn ich mir ein Makro Objektiv hole, zB um Tiere in Terrarien ohne die Lästige Spiegelung abzulichten.

  7. Besten Dank für diesen informativen Artikel. Gut und verständlich geschrieben, hat er mich davon abgehalten, einfach in den Laden zu rennen und einen Polfilter zu kaufen. Wie Du richtig schreibst, sind es ja gerade oft die Spiegelungen, die ein Bild lebendig werden lassen und ihm Charakter verleihen. Für diese ein oder zwei Bilder, wo man dann tatsächlich den Filter hätte brauchen können – mein Gott, da kann ich mir dann als Hobbyfotograf das Geld einfach sparen und andersweitig investieren :)

    Gruss Thomas

  8. Danke für diesen sehr anschaulich geschriebenen und bebilderten Artikel. Er hat mir bei meinen Überlegungen geholfen.

  9. Hallo Herr Wegner,

    vielen Dank für den interessanten Bericht, ich spielte mit dem Gedanken mir einen Polfilter zuzulegen, da ich überwiegend Landschaften, hier auf Mallorca entsprechend vor allem das Meer fotografiere, ich werde davon abstand nehmen, da die Wasserspiegelung doch sehr wichtig ist.

    Gruss Michele

  10. Hallo Herr Wegner,

    Ihre Argumente gegen einen Polfilter kann ich sehr gut nachvollziehen. Diese Erfahrungen musste ich leider auch machen. Ich habe das Gefühl, alles wird etwas “matschig”.
    Selbst mit Lightroom bekommt man manche Fotos nicht mehr in den Griff.
    Wenn man allerdings im Internet recherchiert, sind die Seiten voll von Lobeshymnen auf Polfilter. Aber selbst die Beispielfotos der betreffenden Seiten überzeugen mich eher vom Gegenteil.

  11. Hallo
    Ich spiele gerade mit dem Gedanken ob ich mir einen Polfilter speziell zum fotografieren meiner Kristallstufen zulegen soll.
    Wie ich mir erhoffe , würde dass dann die Spiegelung des Lichts auf einzelnen Kristallflächen reduzieren.
    Ich möchte die Klarheit sowie das Innenleben der Kristalle so besser zur Geltung bringen.
    Für so was wäre ein Polfilter dann ja perfekt.
    Oder hat da jemand einen besseren Tip?

    Herzliche Grüsse

  12. Michael 5. November 2015, 10:44   »

    Hallo Gunther,
    ich habe mir beim Kauf meiner Grundausstattung Polfilter (Graufilter) und Schutzfilter gekauft bzw. aufschwätzen lassen. Hab dann auch gleich unbedarft Bilder mit dem Graufilter gemacht und der von Dir beschriebene Effekt trat ein: Ich hatte keine Ahnung bzgl. der Bedienung und die Bilder waren dunkler und auch nicht so der Hit. Habe sie nachbearbeitet, so dass sie besser wurden. Würde heute keinen mehr draufsetzen bzw. seit der Lektüre Deines Artikels nur noch ganz gezielt. Ggf. reicht ein einfacher Klarglas-Schutzfilter, wenn überhaupt notwendig.
    Eine Frau trägt ja Ihren Diamantring auch nicht in der Schatulle am Finger…
    Grüße
    Michael

  13. Hi Gunther,
    ich wollte mir einen Polfilter nur zu einem bestimmten Zweck zulegen: Spiegelungen die u. U. auf einer Glasscheibe hinter der sich das begehrte Objekt aufhält (z.B. Fische in einem Aquarium wie das in Palma de Mallorca) zu eliminieren. Ich denke solche Spiegelungen lassen sich auch mit Lightroom 6 nicht retuschieren. Wie müsste ich den Polfilter dazu einstellen? Ach ja, da ich gerade beim Aquarium bin: Ich liebäugle mit dem Sigma 18-35 f1.8 um verwicklungsfreie Aufnahmen in dunklen Räumen wie Aquarien oder teil-beleuchteten Höhlen zu machen. Ein lichtstarkes Objektiv wäre da an meiner D5500 doch die richtige Wahl? Auf was sollte ich da sonst noch achten?

    Viel Grüße aus Franken
    Robert

  14. Hallo zusammen

    Etwas meines Erachtens wichtiges wurde im Artikel vergessen. Den Polfilter setze ich unterhalb ca 40mm Brennweite nicht ein, da er dann z.B. einen Himmel nicht mehr komplett sättigen kann. Das sieht man ja im einem Beispiel gut.
    Wo er aber unabdingbar ist,ist zum Beispiel, wenn ich unterhalb einer Wasseroberfläche etwas sichtbar machen will. Im richtigen Winkel wird eine so verspiegelt Wasserfläche transparent. Dies macht mir keine Bearbeitungssoftware.

  15. Hallo,
    stimmt, seit Lightroom nutze auch ich den Polfilter sehr selten.
    Dennoch gibt es in der Landschaftsfotografie manche Situation wo ich ihn nicht missen mag.
    Aufnahmen im Wald bei Regen oder nach Regen werden viel brillanter mit einem Polfilter, da man die Reflektion auf dem Pflanzengrün reduzieren oder beseitigen kann. Dabei reduziere ich nur, da beseitigen schon wieder unnatürlich wirkt. Sieht dann aus wie früher auf Velvia-Diafilm ;-)
    Auch bei Langzeitbelichtungen von fließenden Gewässern kommt hin und wieder ein Polfilter zum Einsatz. Weniger zur Beseitigung von Reflektionen auf dem Wasser. Sondern, dann wenn der Graufilter zu lange Belichtungszeit erfordert. Insbesondere in Verbindung mit Pflanzen reduziert sich bei denen Bewegungsunschärfe durch Luftströmgungen.
    Polfilter macht für manche Fotoaufgaben durchaus noch Sinn.
    Aber wie du selber geschrieben hast, muß man genau wissen wann.
    LG
    Bernd

  16. Hi, Gunther,
    eine Frage die nur indirekt mit dem Polfilter zu tun hat: Warum benutzt Du nur Lightroom?
    Nachdem ich jetzt wieder angefangen habe zu fotografieren, bin ich über die kostenlos downloadbare Software RawTherapee gestoßen. Mir erscheint dies allemal eine gut Alternative.
    Viele Grüße von Alster und Elbe
    Peter

    • Ich nutze Lightroom, weil ich schonmal mit einem “kleineren” RAW Konverter auf die Nase gefallen bin. Das Programm wurde aufgekauft und eingestellt. Meine ganzen Entwicklungen, Bearbeitungen etc. waren für die Katz. Ähnliches passiert gerade den Aperture Benutzern. Apple stellt das Produkt ein und die Bearbeitungen wird man nicht 1:1 übernehmen können.
      Bei Lightroom weiß ich, dass der Marktführer auch in 10 Jahren und darüber hinaus noch abwärtskompatibel sein wird.

  17. Reinhold 20. März 2015, 04:21   »

    Es wurde auch die Wirkung des Polfilters auf einen Regenbogen angesprochen. Wie verstärke ich den Regenbogen in der Nachbearbeitung (z.B. mit dem RAW-Konverter von PS CC)?

  18. Der Polfilter ist eine Sache, bzw. -Ausnahme, wo man nicht digital zufriedenstellend als Effekt Filter via Post Processing anwenden kann – z.B. hat die Nik Color Efex Pro Suite einen Polfilter Effect, dieser ist meiner Ansicht nach aber nicht mit echter “Hardware” in Form eines entsprechenden Polarizer bzw. “Polfilter” auf deutsch zu vergleichen. Nutze ich seit analogen Zeiten, bei manchen Landschaftsaufnahmen.

  19. Hallo zusammen
    Ich habe dieselben Erfahrung mit Pol-Filter und 20mm Weitwinkel gemacht, die Ränder werden dunkel.
    Bis anhin habe ich bei meinen Windsurfbildern immer mit Polfilter gearbeitet, da wir meist an Westküsten sind, und ab Mittag meistens eine starke Reflexion der Sonne auf dem Wasser haben.
    Oft konnte ich auch bei so viel Umgebungslicht den Filter nicht 100% korrekt einstellen. Und dann ist eben das Ergebnis “knapp daneben ist auch vorbei” nicht so toll.

    Seit ich nun nur noch Fullframe fotografiere und auch ein bisschen in die Objektive investiert habe, gehe ich mit Pol-Filter sehr sparsam um.

    Die besten Ergebnisse habe ich mit möglichst keinem weiteren Glas vor der Linse und entsprechendem Know-how in Lightroom gemacht.

  20. Hallo zusammen.
    Der Polfilter ist für mich – neben einem Graufilter – ein klares must-have, auch in der digitalen Fotografie. Er eröffnet gestalterische Möglichkeiten, die man in der Nachbearbeitung nur mit viel Aufwand oder überhaupt nicht nachbilden kann. Nicht jedes Motiv und jede Lichtsituation sind für einen Einsatz geeignet, aber dieser Filter erweitert meine Optionen.

  21. Sebastian 9. März 2015, 09:53   »

    Hi.
    Die überwiegende Meinung scheint ja zu sein, dass die Situationen für einen Pol-Filter eher selten sind. Gilt das auch für UV-Filter? Ist es überhaupt sinnvoll Filter außerhalb von z.B. einem Grau-Filter (zum abdunkeln) zu verwenden?

    • Für einen UV Filter sehe ich heute gar keinen Anwendungsbereich mehr. Farbkorrekturen macht man über den Weißabgleich. Und als Schutzfilter sollte man ihn auch nur einsetzen, wenn unbedingt notwendig (z.B. beim Fotografieren von Geysiren, um die Linsen von schwefelhaltigem Beschlag zu schützen). Ansonsten ist jeder Filter eine zusätzliche Scheibe, die z.T. gravierende Einflüsse auf die Bildqualität hat.

      Der Sinnvollste Filter ist m.E. nach der ND-(Grau)-Filter, da man damit bei Bedarf lange Belichtungszeiten realisieren kann. Aber auch er ist ein Spezialfilter. Ich halte überhaupt nichts von “Immerdrauf”-Filtern.

  22. Es kommt auf das Motiv an. Wenn ich bei einem See den Untergrund zeigen will oder einen Bach fotografiere und möchte keine Spiegelungen auf dem Wasser oder Blättern haben, dann brauche ich den Polfilter. Während der normalen Reisefotografie brauche ich ihn nicht (mehr). Da mache ich das in Camera Raw.

    Hier sind unten 2 Bilder im direkten Vergleich mit und ohne Polfilter. Da ist die Version mit Polfilter die bessere:

    http://salzbrunn.info/fotoworkshop-schwarzwald/#more-105

  23. Stefan G. 7. März 2015, 09:24   »

    Hallo,
    ich bin viel am Strand unterwegs und habe dort die Situation das ich aufgrund des vielen Lichts nicht eine grosse Blende (kleine Zahl) nutzen kann. Statt eines Graufilters nutze ich dann den Polfilter (da ist mir der Lichtverlust willkommen) und ich kann Spiegelungen auf dem Wasser beeinflussen). Vor jedem Foto “richtig” einstellen ist klar.
    LG,
    Stefan

  24. Moin,

    in meinen Anfängen vor etwa 5 Jahren habe ich den Polfilter und auch diverse Farbfilter noch sehr häufig genutzt. Als ich dann vor etwa 3 Jahren begonnen habe, in RAW zu fotografieren und meine Aufnahmen mittels LR auszuarbeiten, fiel mir nach einer Weile auf, dass ich zeitgleich aufgehört habe, Filter zu nutzen. :-)

    Nun liegen meine Filter (vom Graufilter mal abgesehen) ungenutzt herum und ich vermisse sie auch nicht.

    LG aus IBK

  25. Hallo,
    nach vielen Jahren über einige Umwege kehre ich wieder zur “Photographie” zurück. Die hier verständlich geschriebenen Artikel von Gunther aber auch viele nette Kommentare bereiten mir immer viel Freude und neue Erkenntnisse.
    Mit Polfiltern habe ich bis dato in D-Fotografie keine nennenswerte Erfahrungen. Früher bei A-Fotogrtafie war ein Polfilter ein wichtiger Bestandteil meiner Ausrüstung für Verminderungen unerwünschter Spiegelungen: vor allem auf Glasoberflächen.
    Habe überlegt aufgrund des Artikels, wo ein guter Polfilter in der heutigen modernen Lichtmalerei noch wichtig sein kann. Da wir in zwei Wochen mit einer SOFI zu tun haben werden (20.03.2013 in Mitteleuropa nur partiell) so wäre z.B. für diejenigen, die in den Norden Reisen um die totale Verfinsterung zu Fotografieren ein Polfilter ein MUß! Da der Polarisationsgrad der Korona in verschiedenen Spektralbereichen nicht gleich ist, lohnt es sich hier ein wenig zu experimentieren :-)
    Vielleicht schafft das hier jemand und kann die Ergebnisse präsentieren?
    Was die Astrofotografie anbetrifft, so wäre auch der Einsatz von Polfiltern bei Objekten mit “glänzenden” Flächen sinnvoll, um z.B. diese hervorzuheben. Aber das ist noch eine Zukunftsmusik (fremde Planeten mit Wasservorkommen etc.) ;-)
    Wünsche allerseits viele inspirierende Motive und viele mußevolle Stunden beim Knipsen
    Witold

  26. Ich stimme da grundsätzlich zu, bin auch etwas ein Filtermuffel. In einigen Situationen bringt ein Polfilter aber richtig was. Gerade so Spitzlichter auf Blättern bekommt man hinterher in LR ja kaum entfernt. Beispiel hier:
    http://www.spuelbeck.net/cokin-pure-harmonie-filter/

  27. Joachim 6. März 2015, 01:23   »

    Hallo Gunther,

    schöne Beispiele und guter Artikel.

    Der Filter wirkt sich aber auch zum Beispiel auf Holzflächen wie Parket oder Möbel stark aus oder kann sehr hilfreich sein wenn man in Wasser hinein fotografieren möchte.

    Ich füge mal einen Link mit ein paar einfache Beispielen bei. Nix schickes, einfach nur exemplarisch.
    Der Filter war bei allen Beispielen montiert und wurde nur unterschiedlich verdreht.

    http://www.jj-foto.de/polfilter/

    Lieben Gruß
    Joachim

  28. Ich kann Deine Erfahrungen nicht ganz bestätigen. Denn genauso wie Du bin ich manchmal in Höhen mit starker Sonneneinstrahlung unterwegs, wie z.B. der Salar de Uyuni. Ich habe da auch Aufnahmen mit und ohne Polfilter gemacht – die Aufnahmen ohne Polfilter sind flau, den Himmel kann man retten, aber es wirkt irgendwie unnatürlich. Ähnliche Erfahrung habe ich in Macchu Pichu gemacht. Ohne Polfilter sind die Aufnahmen eine Katastrophe.
    Der Polfilter ist auch nicht nur für Spiegelungen, Himmel und Blattgrün. In der Salar de Uyuni ist der Rauch der Vulkane mit Polfilter dunkel und gut zu erkennen, ohne Polfilter hell und der Rauch hebt sich kaum vom Himmel ab. Das kann man auch nicht mehr in Lightroom retten.
    Und manchmal sieht ein Gebäude mit Glasfenstern besser aus, wenn die Fenster nicht oder wenig spiegeln. Letztendlich kann man einen Polfilter auch zur Verschlusszeitverlängerung bewusst einsetzen.
    Mein Fazit ist also ein anderes: Bei großer Höhe (=Berge) mit starker Sonneneinstrahlung macht ein Polfilter durchaus Sinn, mit der Korrektur in LR komme ich da nicht nach, trotz RAW. Bedenke übrigens auch, dass Dein gefundener geringer Unterschied darauf basiert, dass Du in RAW fotografierst. Das macht ja nicht jeder.
    In der Stadt ist der Polfilter interessant, um Spiegelungen auf dem Wasser / Schaufenster etc. zu minimieren.
    Aber sonst nutze ich den auch nicht. Als größten Nachteil sehe ich die Vignettierungsverstärkung.
    Gruß, Ralf

  29. Hi Gunther,

    interessanter Artikel. Besten Dank dafür!
    Ich muss ja sagen, ich bin ein ausgesprochener Polfilter-Fan :)
    Natürlich muss man, wie von dir angesprochen, im Weitwinkel-Bereich enorm aufpassen, da es schnell unschön wird. Für mich das einzig große Problem.
    Allerdings überwiegen für mich die Vorteile schon, insofern ich aus dem Himmel schon bei der Aufnahme eine enorme Plastizität herausholen kann.
    Weiters profitiere ich auch regelmäßig davon, dass der Filter Licht schluckt. Ich spiele mich gerne mit langen bzw. längeren Belichtungszeiten. Da kommen bei Tageslicht natürlich auch zusätzliche Filter zum Einsatz. Spiegelungen, Reflexionen oder eben den Himmel „per Dreh“ etwas steuern zu können, passt auch oft zu meinem Stil.

    Um auf deine Kritik einzugehen: die Sache mit der Struktur auf Blättern, etc. werde ich beim nächsten Mal genauer beobachten, genauso, wie ich mal einen Vergleich anstelle, wie ich ohne Filter, dafür mit den HSL-Reglern bei Blau zurechtkomme (ich plane schon lange auf meinem Blog einen Artikel über meine Arbeitsweise mit Filtern, auch als Tipp für befreundete Anfänger oder fortgeschrittene Anfänger).

    Vielleicht mag ich den Polfilter deshalb so, weil sich das Arbeiten damit bei mir schon ziemlich zur Routine entwickelt hat. Das würde heißen, dass man einen ungeübten User mit Sicherheit auf die Gefahren der “Flecken im Himmel” aufmerksam machen sollte.
    Ich hab es auf jeden Fall schon öfters erlebt, dass Foto-Anfänger auf mein Anraten hin enorme Freude hatten, weil eben die Plastizität ohne große Nachbearbeitung schon gegeben war. Der „Sonnenbrillen-Effekt“ eben ;-)

    Ich denke einfach, es muss zu der Art der Fotografie jedes Einzelnen passen, es gibt unumstritten Auswirkungen, die man digital nicht nachbasteln kann. Und die Thematik vom richtigen, fertigen Bild in der Kamera oder erst mit der Nachbearbeitung lasse ich absichtlich mal außen vor – ja ich steh auf coole Bilder am Sensor und ja ich entwickle und bearbeite digital noch nach ;-)

    Also zusammenfassend möchte ich sagen: besten Dank für den Artikel und die Denkanstöße! Weiter so!
    Liebe Grüße, Christian

  30. Was noch erwähnenswert ist und in den Beispielbildern nicht gezeigt wird, wie der gegenteilige Effekt wirkt, also das Filter um 90° gedreht wird. Manchmal will man ja gerade eine Spiegelung betonen. (z.B. Wolkenstimmung auf Glasfasaden)
    Inhaltlich deckt sich der Artikel auch mit meinem Foto-Verhalten: Ich habe den Filter immer dabei, verwende ihn aber nur noch sehr selten.

  31. Es ist genauso wie Du es beschrieben hast. Die Polfilter benötige ich nur noch gegen unerwünschte Reflexe. Für mich ein weiterer deutlicher Vorteil der Digitalfotografie – ohne unnötigen Lichtverlust, ohne Beeinträchtigung der Objektivqualität und ohne Gefummel (!).
    Wenn mir danach ist, kann ich in Lightroom oder Photoshop den digitialen Filter “Polarization” aufschrauben mit Color Efex Pro 4 von Google.

  32. kyreon 5. März 2015, 15:25   »

    Kurze Anmerkung noch,

    die pyhsikalische Beschreibung wäre für einen linearen Polfilter korrekt, jedoch wird meistens ein zirkularer Polfilter verwendet. Dieser hat danach noch ein sog. lambda/4 Plättchen welches aus dem linear polarisiertem Licht wieder zirkular polarisiertes Licht macht.

  33. Henning 5. März 2015, 14:43   »

    Es sollte vielleicht noch erwähnt sein, dass sich bei vielen Objektiven beim Fokussieren das Filtergewinde und somit auch der Polfilter mitdreht.
    Es ist also nach jedem Fokussieren eine neue Justierung notwendig.
    Gerade in Verbindung mit dem Autofokus kann das sehr nervig sein.
    Also am besten manuell fokussieren und DANN den Polfilter einstellen…

    Danke für den interessanten Artikel.

    • Henning 5. März 2015, 14:47   »

      Sorry, gedanklich gestolpert…
      Das Filtergewinde dreht sich beim Zoomen und nicht beim Fokussieren…

  34. Stefan Benzner 5. März 2015, 13:03   »

    Hallo Gunther,

    Du hast genau meinen Nerv getroffen! Hatte mir zu Anfang auch gleich einen Polfilter gekauft und war aber von den Ergebnissen wenig überzeugt. Nach ca. 2 Monaten des Ausprobierens hat er dann doch einen Stammplatz im Regal eingenommen wo er immer noch auf einen passenden Einsatz wartet…

    Gruß Stefan

  35. Stephan 5. März 2015, 12:52   »

    Ich nutze einen Polfilter Hauptsächlich im Studio…hervorragend dazu geeignet um Reflexionen auf Brillengläsern zu mindern !

  36. Sehr guter Artikel. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Wir realisieren z. B. pro Jahr ca. 15 Auslandshochzeiten. Also viele tolle Motive bei strahlendem Sonnenschein am Meer. Jedes mal vor einem solchen Auslandseinsatz habe ich bei der Zusammenstellung unsere Kameraausrüstung auch den Polfilter in der Hand. Jedes mal nehme ich ihn mit. Und jedes mal bringe ich ihn ungenutzt zurück ;-). In Zeiten von Velvia 50 war das ganz anders. Die Ausgabe für einen Polfilter kann man sich auf jeden Fall sparen. Eine sinnvolle Ausgabe wären Grau- und Grauverlaufsfilter. Aber das ist ein anderes Thema. LG, Ralf

  37. Guter Artikel und ich würde noch erwähnen, dass der Polfilter auch in der Landschaftsfotografie immer noch einen Platz haben wird, wenn es darum geht, unschöne Reflexionen zu entfernen. Das kriegt man in Lightroom nur schwer bis gar nicht hin.

  38. Faruk 5. März 2015, 11:55   »

    Ey!!! Danke vielmals. Deine Seite ist sowas von informativ und deine Meinungen sind so maßgebend für mich…
    Ich danke vielmals :)

  39. Quirin 5. März 2015, 11:05   »

    Sehr interresanter Artikel, grad für mich. Hab seit 4 Jahren durchgehend meinen Polfilter drauf und eigentlich nie wieder darüber nachgedacht. Sollte ich vielleicht doch mal wieder abschrauben ;)

  40. Toller Artikel,

    ich würde noch erwähnen, dass er bei Portraits Glanzflecken eliminiert. Ich mag den Polfilter sehr, manchmal ist es eine tolle Unterstützung die bei der zusätzlichen Arbeit in LR zusätzlich unterstützt bzw. ergänzt.
    immer drauf lassen würde ich ihn auch nicht, er ist manchmal sehr hilfreich, braucht aber etwas Erfahrung.
    Ich würde noch den Marumi Filter empfehlen, den benutze ich schon seit Jahren.

    Danke für Deine tolle Arbeit,
    Grüße
    Sebastian

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