Selbstbau Projekt: Externe 12V Stromversorgung für Nikon und Canon

19032013

Die Vorbereitungen für unseren nächsten Afrika Trip sind in vollem Gange, und ich habe mir Gedanken zur Stromversorgung meiner Nikons über 12V gemacht. Hier zeige ich Euch, wie ihr Euch mit wenig Aufwand eine 12V Versorgung für Eure Nikons und Canons bauen könnt.

Ich beschreibe das jetzt am Beispiel der Nikons, weise unten dann jewils darauf hin, wo Canon User etwas anders machen müssen.

Mit dem normalen Akku bin ich bei der D7000 6 Stunden ausgekommen, teilweise nicht lang genug für eine ganze Nacht des Zeitraffer aufnehmens. Die D7100 nun verbraucht mehr Strom und die D800 ohnehin. Da ich für das restliche Zeitraffer-Equipment (Slider, Motoköpfe etc.) ohnehin eine 12V Stromversorgung benötige, habe ich mich entschlossen, einen Adapter für 12V zu bauen. Wie das geht, zeige ich Euch hier.

Ihr benötigt (Bauteilkosten ca. 45€ – deutlich günstiger, als ein Batteriegriff :-)):

Los gehts.

  1. Nehmt das vorkonfektionierte Kabel (s.o.) oder lötet an ein zweiadriges, isoliertes Kabel, auf der einen Seite eine Buchse, in die ihr später Eure 12V Versorgung stecken könnt.
  2. Lötet das andere Ende das Kabels and den Spannungswandler und zwar an die Seite, wo „IN“ steht. Achtet auf korrekte ± Polung (Plus ist bei der Kupplung innen).


  3. Schließt nun die 12V-Versorgung an und schaltet sie ein.
  4. Messt nun an der anderen Seite des Spannungswandlers (OUT) die Spannung mit dem Multimeter. Zu Beginn zeigt es meist irgendwas um die 12V an.


  5. Dreht mit einem Schraubenzieher während ihr messt (Kroko-Klemmen helfen) die Schraube auf dem Spannungswandler, bis die gewünschte Zielspannung erreicht ist. Beim EN-EL15 beträgt diese ca. 7.3 Volt, beim EM-EL14 ca. 7.4 Volt. Der Canon LP-E6 Akku hat 7.2 Volt. Ihr solltet vorher die Spannung an einem richtigen Akku als Referenz messen.



  6. Schneidet nun das Kabel des EP-5B oder EB-5A durch, Isoliert beide Seiten etwas ab, auch die beiden inneren Litzen.


  7. Lötet die beiden roten Litzen nun an den Pluspol auf der OUT-Seite des Spannungswandlers und die beiden schwarzen Litzen an den Minuspol. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, lötet noch eine flinke 2A Feinsicherung in Reihe zum Pluspol.


  8. Wenn ihr den Netzanschluss (dafür ist ein spezielles Netzteil vonnöten) später nicht verwenden wollt, könnt ihr ihn auch weglassen und nur die eine Seite des Akkufach-Adapters anlöten.
  9. Fertig für einen ersten Test:


  10. Nun noch in das Gehäuse einbauen (Spannungswandler mit Heißkleber fixieren) und und losziehen, Zeitraffer aufnehmen!


Als Akku könnt ihr z.B. diesen Akku verwenden:


Ich setze ihn nach wie vor ein, da aber die Solar-Platte ohnehin nichts bringt, habe ich mittlerweile auch die Variante ohne Solar mit gleicher Leistung im Einsatz. Diese kostet etwas weniger hat aber 2 × 5V Ausgänge – ich empfehle also Letzteren.

Viel Spaß beim Nachbauen!

Update: mein geschätzter Leser und Workshopteilnehmer Johannes Kadus-Kremer hat sich die Mühe gemacht, mit seinem Labornetzteil mal alles durchzumessen. Hier sein Ergebnis:

  • D800 eingeschaltet und Standby Modus: 0,03 Ampere
  • Auslöser bis Druckpunkt betätigt: 0,23 Ampere
  • Langzeit 30 Sekunden: 0,33 Ampere
  • Dauerfeuer 6 Bilder pro Sekunde: 1,45 Ampere (Stromspitzen ~2,5 Ampere)
  • Live View an und Standby: 0,59 Ampere
  • Blende im LiveView verstellen: 0,9 Ampere
  • Vielleicht für die Videofraktion interessant: Live View on und Filmstart gedrückt: 0,61 Ampere

Übrigens: Ausschalten kostet auch Strom. Kurz nachdem die Kamera ausgeschaltet wurde, fließen für kurze Zeit 1,1 Ampere. Hat man einen schwächelden Akku ist es also sinnvoller die Kamera eingeschaltet zu lassen bis zum nächsten Shoot, anstatt die Energie fürs Ausschalten zu vergeuden.

Obige Messergebnisse wurden mit anliegenden 7,3V und auch mit 10,4V gemacht. Dabei wurde keine nennenswerte Stromunterschiede festgestellt.

Prüfkandidat: D800 mit Anschlußadapter EP-5B.

Disclaimer: Trotz allen Messungen hier noch ein Hinweis: der Nachbau und Einsatz dieser Lösung erfolgt auf eigene Gefahr! Bei meinen Tests hat alles super funktioniert und ich vertraue meine Kameras dieser Lösung an. Eine Garantie übernehme ich natürlich nicht!

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45 Kommentare bisher


  1. Kay 22. September 2014, 13:01   »
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    Hallo,

    ich gehe mal stark davon aus, dass es nicht Möglich ist die 5,25 Ⅴ von einem USB ausgang auf 7,2 Ⅴ für eine Canon 6D zu Pushen?!
    Denn die Akkus mit DC 12V Ausgang sind alle über 50 bzw bei 100 € angesiedelt!

    Der XTPower MP-23000 ohne Solar kostet genau so viel wie der mit Solar, rund 100 €. Sollte man dennoch den ohne Solar bevorzugen?

    Noch ein Weitere Frage ;)
    Der Xpower MP-10000 hat auch den DC 12 Ⅴ Ausgang. Mir kommen 23000 mAh etwas viel vor! Wie viele Stunden hält denn der „dicke“ mir 23000 mAh? Evtl wäre der Xpower MP-10000 für nicht so intensive Nutzer die günstigere Alternative!?

    Vielen Dank für die Antwort und vor allem für die Anleitung und LRTimelapse!!!

    LG
    Kay

    • gwegner 23. September 2014, 17:44   »
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      Solar würde ich weg lassen, bringt nichts. Den 10.000er kannst Du natürlich auch nehmen, es kommt halt darauf an, was Du betreiben willst. Slider und Pan/Tilt (3 Motoren) + Kamera bringt mit dem 23.000er ca. 12–15 Stunden Strom.

      • Kay 23. September 2014, 17:48   »
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        Ich habe jetzt den 10000er genommen.
        Zumal man diesen auch mit anderen Akkupacks wieder aufladen kann;) Ob man ihn jedoch während des Betriebes aufladen kann muss ich noch in Erfahrung bringen. Denn dann bekommt man 25000 mAh für 70 €.

        Vielen Dank für deine Antwort! Und viel spaß auf Mallorca ;)

        LG
        Kay

    • Denis 11. Oktober 2014, 17:36   »
      Gravatar

      Die 5V von einem USB kann man Pushen und gehen wunderbar um auf 7,4V zu kommen.
      Habe für mich zwei Lösungen gebaut. Eine mit einem 4S 5000er Modellflugakku, welcher in 10 Minuten vollgeladen ist und an der Kamera Tage im Dauerbetrieb hält. ;)
      Die zweite Variante: Eine preiswerte Powerbank vom Chinesen mit ca. 50.000mAh und ein DC-DC-Konverter (Booster) um von 5V auf 7,4V zu kommen.
      Bei beiden Varianten habe ich das Modul jeweils in den Akku-Adapter integriert (kann man mit einem Cuttermesser aufschneiden), somit entfällt das unschöne Modul im Kabel und die ganze Sache sieht ordentlich und sauber aus.

  2. Hermann Hoffmann 5. Mai 2014, 14:06   »
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    Hallo Gunther,

    ich habe bei meinen Überlegungen eine andere Alternative in Erwägung gezogen: Da ich mit meinen D5200 filme, habe ich für den Monitor und für das LED-Licht Sony Akkus mit 7,4 Volt (NP-F950 ff., 6 A)Mit einem Umbau des EP-5A könnte ich die dann direkt verwenden. Ich nehme dafür ein altes Ladegerät, dann hab ich schon mal die Aufnahme für den Akku. Alternativ kann ich auch versuchen, den Strom vom Monitor abzuzweigen. Da ich rund 10 Akkus habe, sollte das auch für längere Aufnahmen reichen. Werde ich demnächst testen.

    Grüße,

    Hermann G. Hoffmann

  3. Franz Bettag 11. April 2014, 15:54   »
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    Hallo Günter,
    super Idee! Leider bin ich nicht so der Bastlertyp. Habe mir vor 6 Wochen eine Ⅾ 5300 geleistet. Will damit Videos drehen. Nun habe ich auch noch am gleichen Tag bei Foto Koch das Netztteil mit Adapter für die Ⅾ 5300 bestellt. Leider ist das Teil bis heute nicht lieferbar. Kennst Du einen Händler, der das Netzteil auf Lager hat?
    Im Übrigen ist die Ⅾ 5300 gar nicht so schlecht. Macht tolle Bilder. Nicht zu vergleichen mit einer Ⅾ 7100 oder der Ⅾ 6oo aber als leichte Kamera für Schnappschüsse gut zu gebrauchen.

    Beste Grüße
    Franz

  4. Jan Scheller 28. März 2014, 15:16   »
    Gravatar

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für deine abgewandelte Bauanleitung für eine D5200. Ich beabsichtige für meine D5200 einen EP-5a mit 6 handelsüblichen Mignonzellen als „Notstromversorgung“ mitzuführen, wenn der Akku mal leer sein sollte. Nichtwiederaufladbare Batterien haben den Vorteil, dass sie auch mal zwei Jahre unbenutzt auf Halde liegen können und trotzdem im entscheidenden Augenblick noch einsatzfähig sind.

    Jetzt meine Frage(n).
    Bezüglich des Angstfaktors bei solchen Selbstbauten hat mich dein Hinweis auf die Z-Diode und Konsorten im EP-5A schon sehr beruhigt. Jetzt gibt es natürlich auch Nonameprodukte die mit Netzteil nicht viel mehr kosten als der EP-5A ohne Netzteil.

    Hat jemand so ein Teil? Verfügen diese Nonameteile auch über eine vergleichbare Spannungsregelung/Schutzfunktion wie das Originalprodukt?

    Einerseits will ich wegen 10 Euro nicht meine Kamera ruinieren, aber wenn die Teile wirklich vergleichbar sind, lockt mich ein Netzteil für den „stationären Betrieb“ doch sehr.

    Jan

    • Jürgen 2. April 2014, 21:58   »
      Gravatar

      Moin Jan,
      Zu Deinem Selbstbaukonzept solltest Du Folgendes beachten:
      A) 6 × 1,5V Batterie sollte funktionieren. Batteriehalter hierfür gibts bei Amazon oder Conrad. Ich habe eine 9V Blockbatterie zu Testzwecken ausprobiert und es hat funktioniert.
      B) EP-5a Clone sollte eigentlich funktionieren. Bevor Du das Teil in die Kamera einsetzt solltest Du die Ausgangsspannung des Adapterclones messen. Auf jeden Fall dürfen da nicht mehr als 7,4V am Ausgang anliegen. Das Messen an den kleinen Messerkontakten ist etwas fummelig, da die Dinger winzig sind und in dem Kamm ziemlich tief liegen. Ich habe den Originalakkufachadapter in der Bucht für 25Euro per Sofortkauf erworben. Solltest Du vielleicht auch in Erwägung ziehen.
      Ⅽ) Firmware. Nikon hat mit dem letzen Firmwareupdate auf Version 1.02 die Nutzung von Cloneakkus unterbunden bzw. eingeschränkt. Viele Nachbauakkus funktionieren mit 1.02 nicht mehr.
      Möglicherweise wirkt sich das Update auch auf Fake Akkufachadaper aus. Weiß ich aber nicht mit Sicherheit. Solltest also auf ein Update der Firmware der Kamera besser verzichten.

      Viel Spaß beim Löten.
      Jürgen

  5. Patrick 13. März 2014, 19:38   »
    Gravatar

    Gelesen – Nachgebastelt – Für gut befunden! :) TOP!

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