Reisefotografie – Teil 2 – Die Wahl der Spiegelreflex (DSLR) Kamera Ausrüstung

29122010

Nachdem wir in Teil 1 vor allem das Thema Sicherheit und Verhalten auf Reisen betrachtet haben, möchte ich Euch in diesem und den folgenden Teilen der Reihe zur Reisefotografie ein paar Tipps zur Wahl des Equipments geben – heute der Spiegelreflex Kamera und der Objektive.

Frauen beim Wäsche waschen in den Flusswäldern des Amazonas

Dabei kann und will ich hier keine Empfehlung für bestimmte Marken geben. Wichtig ist ja in erster Linie, dass Fotograf und Kamera harmonieren. Alle Markenhersteller produzieren heute sehr gute Kameras. Hier gilt es aus der Vielzahl der Angebote diejenigen heraus zu suchen, die für die eigenen Bedürfnisse am besten geeignet sind. Allerdings möchte ich durchaus einige Überlegungen zu den Auswahlkriterien mit Euch teilen.

Nur informationshalber: wir nehmen derzeit auf unsere Reisen eine Mittelklasse-Spiegelreflex (bis vor kurzem die D300 von Nikon, neuerdings die D7000) und je nach Reise mehr oder weniger Objektive mit. Immer dabei ist das Nikkor 18-200mm 1:3,5-5,6 VR* und je nach Situation ggf. noch das Nikkor 70-200mm 1:2,8 VR* und das Nikon 60/2,8 Makro*. Weiterhin haben wir immer eine Kompaktkamera dabei sowie meistens noch die GoPro Hero HD und ggf. eine Videokamera. Letztere wird nun in Zukunft durch die Video-Fähigkeiten der D7000 ersetzt werden.

Kameras und Objektive anderer Marken sind natürlich ebenso für die Reisefotografie geeignet. In diesem Artikel möchte ich Euch daher ein paar allgemeine Tipps für die Auswahl Eures Equipments geben.

Das Spiegelreflex-Gehäuse

Zu Analogzeiten kam dem Gehäuse einer Spiegelreflex keine so große Bedeutung zu. Allenfalls die immer ausgefalleneren Belichtungsautomatiken und der Filmtransport wurde davon gesteuert. Wirklichen Einfluss auf die Bildqualität hatten die Gehäuse nicht. Daher galt die Devise: spare am Gehäuse, investiere in gute, lichtstarke Objektive.

Heute sieht das etwas anders aus.

Dem digitalen Spiegelreflex-Gehäuse kommt heute durchaus – und das ist neu – die Aufgabe zu, “Bilder zu machen”. Das war vorher Aufgabe des Films. Der im Gehäuse verbaute Sensor und die gesamte Elektronik bestimmen die Qualität des Bildes.

Physik damals…

Das eherne Naturgesetz “Belichtungszeit runter → Blende hoch” und umgekehrt, galt für die konstanten ISO-Empfindlichkeiten, die man bei der analogen Fotografie hatte. Es gab/gibt zwar Filme mit hohen ISO-Zahlen, aber niemals in den Regionen, in denen sie die Sensoren moderner digitaler Spiegelreflexkameras heute bewegen und extrem rauscharme Bilder ermöglichen.

Schon ab ISO 400 wurden beim Film die Bilder körnig, oberhalb von 800 sprach man von Spezialfilmen, die noch dazu eine spezielle Entwicklung benötigten. So fand 90% der Fotografie bei ISO-Zahlen <= 200 statt.

Eine Verlängerung der Belichtungszeit war dem zufolge nur mit Stativ möglich – für die Fotografie von bewegten Objekten, wie sie in der Sport- und Naturfotografie an der Tagesordnung sind, leider oft keine Option. Für statische Aufnahmen galt die Faustregel: “die Belichtungszeit sollte kleiner sein als der Kehrwert der Brennweite”. D.h. bei einem 300mm Objektiv sollte die Belichtungszeit 1/300 Sek. oder kürzer betragen um ein verwacklungsfreies Bild zu ermöglichen.

Es blieb also nur die Lichtstärke der Objektive als in den Grenzen der Physik veränderbare Größe. Viel Aufwand wurde also betrieben, um riesige Objektive mit hoher Lichtstärke zu bauen. Die Kosten für diese Objektive gehen heute noch – selbst gebraucht – in die Tausende. Dazu kommt, dass diese Objektive für die Reisefotografie aufgrund ihres Gewichts von etlichen Kilos und ihrer Auffälligkeit nicht wirklich geeignet sind.

…und heute

Bei der Digitalfotografie übernimmt das Gehäuse die Aufgabe des Films und führt eine neue Variable ein: Die ISO-Empfindlichkeit. Was früher je Filmrolle konstant und recht statisch war, ist nun variabel! Das heißt, wenn wir über die Lichtempfindlichkeit sprechen, müssen – nein – können – nein – dürfen wir nun mit 3 Variablen rechnen: Der Blende, der Belichtungszeit und der ISO-Empfindlichkeit. Waren es vor wenigen Jahren noch die Megapixel der Kameras, die von den Herstellern von Generation zu Generation erhöht wurden, so ist es nun die sog. ISO-Leistung – also das Verhältnis von Rauschverhalten und ISO-Empfindlichkeit. Über den Unterschied zwischen dem Rauschverhalten der Nikon D300 und D90 zur neueren Nikon D7000 hatte ich ja schon einmal geschrieben. Bei Canon ist das ähnlich.

Eine weitere “Überlistung” der Physik wurde mit der optischen Bildstabilisierung vor einigen Jahren in Form der “magischen” Kürzel VR (bei Nikon) und IS (bei Canon) eingeführt. Eine Technik, die es ermöglicht, statische Motive bei deutlich längeren Belichtungszeiten noch aus der Hand zu fotografieren indem eine intelligente Automatik Linsengruppen oder den Sensor gegenläufig zur Handbewegung in Echtzeit verschiebt und so dem Verwackeln effektiv entgegenwirkt.

Was bedeutet das alles für uns als Reisefotografen?

Im Endeffekt bedeutet es:

Wir können leichteres Equipment einsetzen und trotzdem qualitativ hochwertigere Bilder machen.

Mit Bildstabilisierung oder ohne?

Tiger Heron – Nacktkehlreiher – Nikon D300, ISO 400, 18-200VR@200mm, f/5.6

Seit Mitte der neunziger Jahre bauen die Kamera- und Objektivhersteller optische Bildstabilisatoren in Objektive oder Gehäuse ein. Bei Canon heißt das magische Kürzel IS (Image Stabilizer), bei Nikon VR (Vibration Reduction). Die Hersteller versprechen einen Gewinn von 4 Blendenstufen, dies entspräche einer Verlängerung der minimalen Belichtungszeit um das 16-fache. Gehen wir für die Praxis mal abzüglich aller Marketing-Versprechen von 3 Blendenstufen aus, dann entspricht das einer Verlängerung der minimalen Belichtungszeit um das 8 fache. Für unser oben angenommenes 300mm Objektiv hieße das, dass wir nun nicht mehr kürzer als 1/300 Sek. belichten müssten, um aus der Hand ein unverwackeltes Bild zu erhalten, sondern nur noch kürzer als 1/40 Sek. Das ist schon ein erheblicher Unterschied.

Natürlich können auch die modernen Bildstabilisatoren keine Wunder wirken. Insbesondere helfen sie wirklich nur gegen das eigentliche Verwackeln, nicht gegen Bewegungsunschärfe. Einen schnell auf den Baum kletternden Affen werden wir daher mit 1/40 Sek. kaum scharf einfangen, auch wenn der Baum aufgrund des Bildstabilisators scharf abgebildet werden würde.

Trotz dieser Grenzen ist aus unserer Sicht ein Bildstabilisator in der Reisefotografie ein absolutes Muss. Um die drei Blendenstufen optisch zu realisieren, müssten wir ein um drei Blendenstufen lichtstärkeres Objektiv mitnehmen – die Auswirkungen auf Gewicht, Größe und Budget wären immens.

Das Geld für einen Bildstabilisator ist immer gut angelegt, sobald die Brennweite in den Normal- und Telebereich geht.

Fullframe- oder Crop-Sensor?

Seychellen-Mädchen, Nikon D300, ISO 640, 18-200 VR, 105mm@f/5.3

Eine weitere heiß diskutierte Frage ist, ob nun ein Vollformat- oder Crop-Sensor die bessere Wahl sei.

In analogen Zeiten betrug das Format eines Kleinbild-Films 36x24mm. Darauf waren alle Objektive abgestimmt. Mit den ersten digitalen Spiegelreflex-Kameras änderte sich das. Nikon führte mit der D1 einen Sensor ein, der nur noch die halbe Kleinbild-Fläche hat. Dies wurde von den anderen Herstellern übernommen und führte in den folgenden Jahren dazu, dass fast alle Digitalen Spiegelreflex-Kameras mit diesen sog. Crop-Sensoren ausgestattet wurden. Gründe waren vor allem die deutlich geringeren Kosten für die Herstellung des Sensors.

Der halb so große Sensor führte allerdings auch zu einer virtuellen Verlängerung der Brennweite der Objektive um den Faktor 1.5 (Nikon DX) bzw. 1.6 (Canon). Aus einem 200mm Objektiv wurde also ein 300mm Objektiv, was insbesondere die Naturfotografen freute. Im Weitwinkel-Bereich allerdings wurden aus teuren Super-Weitwinkeln Normalobjektive, was natürlich nicht jeden freute.

Die Hersteller reagierten und bauten spezielle Objektive, die von vorne herein den kleineren Sensor berücksichtigten und somit deutlich kleiner und leichter gebaut werden konnten. Diese Objektive funktionieren allerdings in der Regel nicht mehr an Vollformatkameras (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Seit einiger Zeit nun, erhält der Vollformat-Sensor nun auch Einzug in den Markt der Digitalen Spiegelreflex-Kameras. Die großen Sensoren sind erschwinglich geworden und nun spaltet sich das Lager in diejenigen, die sagen: “endlich, das Halbformat war doch nur eine Übergangslösung” und denen, die sagen: “Das Halbformat hat auch große Vorteile – warum nicht dabei bleiben?

Einen guten Artikel dazu hat Martin Hülle geschrieben: FX vs. DX – oder der Vorteil des Halben gegenüber dem Vollen. Mittlerweile ist er allerdings offenbar nun doch dabei, auf Vollfomat umzusteigen, allerdings sind seine Begründungen in dem Artikel FX muss her! – Oder warum das Halbformat nicht mehr zeitgemäß ist für mich nicht ganz schlüssig. Aber lest die zwei Artikel ruhig einmal selbst und macht Euch Euer eigenes Bild.

Letzten Endes muss natürlich jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist!

Für die Reisefotografie haben die Crop-Sensoren aus meiner Sicht ganz klare Vorteile:

  1. Kameras und Objektive sind um einiges leichter und günstiger.
  2. Universal-Zooms wie das 18-200 (entspricht 24-300mm Kleinbild) sind in sehr guter Qualität, kompakter Bauweise und einem vervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis herstellbar.
  3. Teure Teleobjektive gewinnen um die Hälfte an Brennweite – gerade in der Naturfotografie kommt es auf die Brennweite an!

Die fortschreitende Technik ermöglicht es heute, rauscharme Crop-Sensoren mit hoher Auflösung zu bauen, mit einer Qualität, die noch vor 2 Jahren so nur mit Vollformat-Sensoren realisierbar war.

Der Haupt-Vorteil der Vollformat Kameras bleibt daher die geringere Schärfentiefe, also die Möglichkeit, Objekte aufgrund des größeren Sensors noch besser vom Hintergrund freizustellen. Ein Vorteil, der sich auch in den nächsten Jahren nicht mit Technik in die Crop-Kameras hineinzaubern lassen wird, für mich aber nicht wirklich kriegsentscheidend ist, da ein 50mm 1:1.4 oder 70-200 2.8 an einer Crop-Kamera auch schon ganz hervorragend freistellt, wie man auf dem folgenden Bild sieht:

Noddi-Junges

Für die Reisefotografie haben Crop-Kameras ganz klare Vorteile.

Die Wahl der Objektive

Für die Reisefotografie würden wir ja gerne ein 300mm 1:2.8 zu hause, oder noch besser, im Laden lassen – es wiegt über 3 KG und kostet fast 5.000€.

Aber was sind die Alternativen?

Wir könnten stattdessen z.B. ein 70-300 4.5-5.5 VR Zoom mitnehmen. Es wiegt nur 750g und kostet ein Zehntel, nämlich ca. 500 €.

Oder – zumindest für Nikon Fotografen eine echte Option – wir setzen das sehr gute 18-200 3.5-5.6 VR ein und sparen uns das Objektiv-Wechseln. Das Objektiv kostet mittlerweile noch knapp 600 € und wiegt gerade einmal 560 g.

Nun, ich höre schon die ersten aufschreien: “ja, aber die Bildqualität, das Bokeh bei Offenblende, die Verzeichnungen im Weitwinkel-Bereich…”

White-troated Capuccin, 18-200 VR bei 200mm, Blende 8, ISO 1000 Nikon D300

Richtig. Das Bokeh ist nicht so fein und im extremen Weitwinkel verzeichnet das Objektiv etwas – aber das tut der Qualität dieses sehr guten Objektivs mit hervorragenden Abbildungsleistungen keinen Abbuch. Das gute Stück begleitet uns auf jeder Reise, die meisten Bilder in diesem Artikel sind damit entstanden. Die Verzeichnung im Weitwinkelbereich (gebogener Horizont) lässt sich in Lightroom 3 vollständig herausrechnen und die verhältnismäßig geringere Lichtstärke relativiert sich durch die hohe ISO-Empfindlichkeit der neuen Kameras.

Natürlich würde auch ich gerne ein 300mm 2.8 mein Eigen nennen. Aber würde ich es auch mit auf Reisen nehmen? 3 KG ständig durch die Gegend schleppen und dann nur eine Festbrennweite haben? 5.000 € die jederzeit geklaut werden können und in der Versicherung auch nochmal richtig zuschlagen?
Hmm, wohl eher nicht…

Unsere Empfehlung: In der Reisefotografie kompensiert man heute die 1-2 Blendenstufen, die ein 2.8er Objektiv überlegen ist, durch die dramatisch gesteigerten ISO-Werte der heutigen Gehäuse und die VR-Funktionalität der heutigen Objektive. Das letzte Stück Brennweite kompensiert man durch die hohen Auflösungen, die die heutigen Sensoren bieten. Diese lassen Genügend Reserven, im Nachhinein Bilder noch zu beschneiden und so eine größere Brennweite zu simulieren.

Tiger Heron – Nacktkehlreiher – Nikon D300, ISO 400, 18-200VR@200mm, f/5.6

Für die reine Naturfotografie nehme ich ab und an noch ein 70-200 1:2.8 VR mit. Dieses hervorragende Objektiv besitzt natürlich im Tele-Bereich das Quäntchen mehr an Auflösung, Lichtstärke und Bokeh. Dafür wiegt es aber auch knapp 1.5 Kilogramm und trägt auch schon mächtig auf. Darüber hinaus kann man nicht mal eben eine Weitwinkelaufnahme machen. Das bedeutet immer einen Objektivwechsel.

Ein (sehr) gutes 18-200 Immerdrauf-Objektiv ist für die Reisefotografie der bestmögliche Kompromiss und kann durch weitere Objektive ergänzt werden.

Resumée und Empfehlung

Grundsätzlich eignet sich jede Spiegelreflex auch für die Reisefotografie. Steht eine Neuanschaffung an, würde ich auf folgende Punkte achten:

  • Robustheit des Gehäuses.
    Märsche durch den Dschungel, das Klettern auf Berge, durchqueren von Flüssen u.s.w. stellen andere Herausforderungen an eine Kamera, als das fotografieren im heimischen Garten oder Wald, im Studio oder auf Hochzeiten. Spontane Regenschauer, Stöße und Staub muss die Kamera vertragen, ohne gleich das zeitliche zu segnen.
    Leider wird heute immer mehr Plastik verbaut – selbst in richtig teuren Kameras. Die Zeiten von Qualitätsgehäusen im Stile einer Nikon F1 oder F3 oder der legendären Canon A1 sind wohl vorbei. Trotzdem sind die weitgehendend abgedichteten Magnesium Gehäuse der Nikon D300 oder D7000 schon sehr gut verarbeitet.
  • Rauscharmut / Lichtempfindlichkeit
    Oft haben wir auf Reisen keine Möglichkeit ein Stativ aufzubauen. Entweder, weil es schnell gehen muss, oder weil gerade aus Platz- oder Gewichtsgründen keines zur Hand ist. Oft wollen wir auch Tiere, die sich bewegen, fotografieren, in diesen Fällen ist ein Stativ auch nicht übermäßig nützlich.
    Ich habe festgestellt, dass ich das Stativ, auch wenn ich es meist dabei habe, auf Reisen doch verhältnismäßig selten – und wenn, dann hauptsächlich für Video – nutze.
    Aus diesem Grund ist es wichtig, einen lichtstarken Sensor zu haben, der auch bei hohen ISO-Zahlen (800, 1600, 3200) noch brauchbare Bilder aufnimmt. Dazu ist bei wechselnden Lichtsituationen die ISO-Automatik-Funktion, die viele Kameras bieten, eine sehr gute und nützliche Funktion.
  • Sensorauflösung
    Bin ich sonst auch kein Verfechter der Jagd nach immer mehr Megapixeln, so möchte ich hier doch ein Argument anführen, dass nicht außer acht gelassen werden sollte: Bei einem guten Objektiv, das die Auflösung des Sensors auch wirklich wieder gibt, eröffnet eine hohe Sensorauflösung in der Bearbeitung die Möglichkeit zur Erhöhung der Objektivbrennweite durch Ausschnittsvergrößerungen.
  • Sensorformat
    Aus oben genannten Gründen empfehle ich für die Reisefotografie ein Crop-Sensor. Er ermöglicht eine leichtere und weniger wertvolle Ausrüstung.
  • Objektiv
    Die Wahl des Objektivs oder der Objektive ist eine entscheidende. Bei wenig Gewicht soll ein möglichst großer Brennweitenbereich bei möglichst guter Qualität abgedeckt werden. Hierbei muss man, schon aus physikalischen Gründen, Kompromisse eingehen.
    Nach allen Überlegungen fällt es mir heute am leichtesten, auf etwas “Low-End” bei der Lichtstärke des Objektives zu verzichten (also maximale Blende >2.8), damit eine Menge Geld zu sparen und dieses in ein oder zwei VR-Objektive mit schnellem Autofokus zu investieren. Ob es ein 18-200 ist, oder zwei Objektive, ist dabei dem persönlichen Geschmack überlassen. Ich jedenfalls genieße es, dass ich unterwegs nur in Ausnahmefällen (z.B. Makro) das Objektiv wechseln muss.

Tropik-Vogel im Flug – Nikon D300 mit 70-200 1:2.8 VR @200mm, f/5.0, 1/2000

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Denkansätze für die Wahl Eurer persönlichen Ausrüstung geben. Jeder hat seine eigene Art zu Reisen und seine eigenen Präferenzen. Vielleicht gibt es jemanden von Euch, der ein 50mm 1:1.4 auf seine Kamera setzt und damit verreist. Er wird andere, aber nicht zwangsweise bessere oder schlechtere Bilder machen können.

Ich hoffe auch, der Artikel ist nicht zu Nikon-lastig – aber das sind nun mal die Kameras und Objektive, die ich einsetze und zu denen ich konkret etwas sagen kann und Empfehlungen abgeben kann. Die angestellten Überlegungen sind allerdings allgemeingültig und lassen sich natürlich auf den von Euch präferierten Herstelle ganuso anwenden.

Jetzt würde mich natürlich interessieren: mit welchem Equipment verreist ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Welches ist das für Euch wichtigste Equipment? Worauf könntet ihr verzichten?
Ich freue mich sehr über eine rege Diskussion in den Kommentaren!


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129 Kommentare bisher


  1. Matthias Günther 12. Juni 2016, 13:55   »

    Hallo,
    an meiner D5100 nutze ich zur Zeit oft das Nikkor 35 mm 1.8 G DX. Sonst ab und zu noch das Nikkor 18-105, was gar nicht so schlecht für ein Kitobjektiv ist. Für den Weitwinkelbereich habe ich das Sigma 10-24 mm 4,5 – 5,6 angeschafft und finde es ganz nützlich. Wenn ich nur mit leichtem Gepäck unterwegs bin und kein Tele brauche, packe ich einfach nur die D5100 mit angesetztem 35 mm und… die wirklich gute Coolpix A für den leichten Weitwinkelbereich. Das reicht meistens für Landschaftsfotografie. Vielleicht schaffe ich als Ergänzung oder Ersatz die D5500 oder gar nur D3300 für kleines Geld an.Dann ist auch noch ein Nikkor 18-200 VR oder ein Sigma 18-250 drin.

  2. Julia 5. Juni 2016, 14:17   »

    Hallo,
    ich habe vor 2 Jahren die Kamera meines Bruder geschenkt bekommen, eine Nikon D5100 mit einem 18-55mm Nikkor Objektiv. Ich bin sehr zufrieden mit der Kamera, sie macht super schöne Aufnahmen aber in den letzten Urlauben hat es mich einfach sehr gestört dass ich eigtl keinen Spielraum habe was Zoom angeht. Ich habe mich jetzt schon etwas informiert was ein Reiseobjektiv angeht, bin aber trotzdem noch unsicher ob sich das Nikkor 18-300mm Objektiv lohnt oder ob ich doch zur günstigeren Variante von Sigma greifen soll. Oder eben doch 18-200mm…ich bin sehr unentschlossen! Haben Sie zufällig einen Tipp?
    Vielen Dank für ihre Hilfe & ihre Tipps
    Julia

  3. Sven 12. Februar 2016, 18:10   »

    Hallo Gunther,

    Merci erst einmal für Deine vielen und hilfreichen Tipps.

    Kamera: Ich bin “gezwungenermassen” von der D5300 auf die 5500 umgestiegen, da mir das gesamte Equipment an einem Rastplatz auf einem Pass abends gestohlen wurde.
    Objektive: meist habe ich nur das Sigma 18-35 dabei, da ich hauptsächlich Landschaften fotografiere. Davon gibt es hier in der Schweiz allerdings mehr wie genug. Ansonsten noch das 60mm Macro und das 18-200 VR**.
    Übrigens habe ich das Macro auch schon für die Portrait-Fotografie eingesetzt und dann nach Bedarf in Photoshop einen Soft-Toner drüber gesetzt. Dies aus der Verlegenheit, kein wirkliches Portrait-Objektiv zu besitzen.
    Aber zum Sigma versus dem Nikkor 10-24, dass ich vorher an der 5300 hatte.
    Ich persönlich kann (als Amateur) abgesehen von der Brennweite keinen wirklichen Vorteil des Sigma erkennen. Mir scheinen die Farben bei der Kombo 5500/Sigma 18-35 nativ etwas blasser zu sein, als vorher bei der 5300/ Nikkor 10-24 – was sich dann in Photoshop problemlos anpassen lässt. Dafür vermisse ich gerade bei Panorama-Aufnahmen das “etwas weniger” an Brennweite, welches das Nikkor mit sich brachte.

    Das 70-200 ist immer noch auf der “Hätte-ich-gern”-Liste, zwischen dem Objektiv und meiner Fototasche steht allerdings der Preis.

    Meld Dich bitte, solltest Du einmal einen Workshop in der Schweiz anieten wollen. Auch hier lassen sich tolle Foto-Safaris mit eindrucksvollen Bildern machen.

    Gruess,
    Sven

  4. Joe_PA 6. Februar 2016, 14:55   »

    Hallo Gunther.

    Das leidige Thema was soll man mitnehmen, trifft jetzt auch mich.

    Mitte März geht es nach Tansania in den Selous Park. Ich habe eine Nikon V1 mit 6,7-13mm u. 10-100mm u. das 70-300mm außerdem habe ich eine Nikon D7000 mit Sigma 17-70mm und ein Freund würde mir das Sigma 50-500 mm leihen.

    Nun hab ich keine Ahnung was ich denn mitnehmen soll. Eher die D7000 oder die V1.

    Wie würde deine Entscheidung aussehen.

    LG
    Joe

  5. Andi 22. Oktober 2015, 16:00   »

    Hallo Gunther!
    Mich würde interessieren wieso du dein DX Objektiv 18-200mm verkauft hast?
    War die Blende viell mit ein Grund?
    Welches nimmst du jetzt als Ersatz wenn du mal nur mit der DX unterwegs sein solltest?
    Du hast doch dieses Objektiv so hoch gelobt:)
    Gruss Andi

    • gwegner 22. Oktober 2015, 16:37   »

      Ich habe es einfach ewig nicht mehr genutzt. Der Artikel, auf den Du Dich beziehst ist viele Jahre alt, damals war ich noch mit einer D300 unterwegs. Auch ich entwickle mich weiter :-)
      Das 18-200 ist ein gutes Super-Zoom – aber natürlich nicht vergleichbar mit Festbrennweiten oder dem 18-35. Freistellen geht halt auch nicht so gut.
      Heute liebe ich das Sigma 18-35 als Reise-Objektiv an Kameras mit DX Sensor. Lies mal den Bericht. Tele (70-200) nehme ich extra mit, dazwischen brauche ich meist nichts. Ich bin heute auch bereit mehr zu tragen für das entsprechende Mehr an Qualität.

  6. Timm Werner 2. Oktober 2015, 12:52   »

    Hallo Gunther,

    Reisezoom ist wohl ein Dauerbrenner.

    Ich suche für meine Reise nach Neuseeland noch ein ideales Reiseobjektiv ab ca 24mm, das mit der D7100 gut harmoniert

    Gilt Deine Aussage “Nikkor 18-200 Ein (sehr) gutes 18–200 Immerdrauf-Objektiv ist für die Reisefotografie der bestmögliche Kompromiss und kann durch weitere Objektive ergänzt werden.”

    Das Nikkor ist von seiner Konstruktion ja schon etwas älter, daher frage ich mich, ob es für die neuen Sensoren etwas besseres gibt?

    Leider findet man in den Internet Foren etc. sehr widersprüchliche Bewertungen, was zu meiner Verwirrung beiträgt. Ich habe kürzlich mal das Nikkor 24-120 getestet, finde aber die Bildschärfe wenig überzeugend.

    Nach Neuseeland nehme ich noch mit:

    Nikkor 10-24
    Nikkor 35mm , 1,8
    Nikkor 300 mm, F4

    Danke

    LG Timm

    • gwegner 2. Oktober 2015, 15:05   »

      Ein solches Superzoom ist immer ein Kompromiss. Verglichen mit Festbrennweiten macht es natürlich nicht den großen Schnitt. Allerdings ist es halt “All in one”.
      Ich persönlich würde heute eher mit dem Sigma 18-35 losziehen und darüber hinaus ggf. noch ein Tele mitnehmen.

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