Reisefotografie – Teil 2 – Die Wahl der Spiegelreflex (DSLR) Kamera Ausrüstung

29122010

Nachdem wir in Teil 1 vor allem das Thema Sicherheit und Verhalten auf Reisen betrachtet haben, möchte ich Euch in diesem und den folgenden Teilen der Reihe zur Reisefotografie ein paar Tipps zur Wahl des Equipments geben – heute der Spiegelreflex Kamera und der Objektive.

Frauen beim Wäsche waschen in den Flusswäldern des Amazonas
Frauen beim Wäsche waschen in den Flusswäldern des Amazonas


Dabei kann und will ich hier keine Empfehlung für bestimmte Marken geben. Wichtig ist ja in erster Linie, dass Fotograf und Kamera harmonieren. Alle Markenhersteller produzieren heute sehr gute Kameras. Hier gilt es aus der Vielzahl der Angebote diejenigen heraus zu suchen, die für die eigenen Bedürfnisse am besten geeignet sind. Allerdings möchte ich durchaus einige Überlegungen zu den Auswahlkriterien mit Euch teilen.

Nur informationshalber: wir nehmen derzeit auf unsere Reisen eine Mittelklasse-Spiegelreflex (bis vor kurzem die D300 von Nikon, neuerdings die D7000) und je nach Reise mehr oder weniger Objektive mit. Immer dabei ist das Nikkor 18–200mm 1:3,5–5,6 VR* und je nach Situation ggf. noch das Nikkor 70–200mm 1:2,8 VR* und das Nikon 60⁄2,8 Makro*. Weiterhin haben wir immer eine Kompaktkamera dabei sowie meistens noch die GoPro Hero HD und ggf. eine Videokamera. Letztere wird nun in Zukunft durch die Video-Fähigkeiten der D7000 ersetzt werden.

Kameras und Objektive anderer Marken sind natürlich ebenso für die Reisefotografie geeignet. In diesem Artikel möchte ich Euch daher ein paar allgemeine Tipps für die Auswahl Eures Equipments geben.

Das Spiegelreflex-Gehäuse

Zu Analogzeiten kam dem Gehäuse einer Spiegelreflex keine so große Bedeutung zu. Allenfalls die immer ausgefalleneren Belichtungsautomatiken und der Filmtransport wurde davon gesteuert. Wirklichen Einfluss auf die Bildqualität hatten die Gehäuse nicht. Daher galt die Devise: spare am Gehäuse, investiere in gute, lichtstarke Objektive.

Heute sieht das etwas anders aus.

Dem digitalen Spiegelreflex-Gehäuse kommt heute durchaus – und das ist neu – die Aufgabe zu, „Bilder zu machen“. Das war vorher Aufgabe des Films. Der im Gehäuse verbaute Sensor und die gesamte Elektronik bestimmen die Qualität des Bildes.

Physik damals…

Das eherne Naturgesetz „Belichtungszeit runter → Blende hoch“ und umgekehrt, galt für die konstanten ISO-Empfindlichkeiten, die man bei der analogen Fotografie hatte. Es gab/gibt zwar Filme mit hohen ISO-Zahlen, aber niemals in den Regionen, in denen sie die Sensoren moderner digitaler Spiegelreflexkameras heute bewegen und extrem rauscharme Bilder ermöglichen.

Schon ab ISO 400 wurden beim Film die Bilder körnig, oberhalb von 800 sprach man von Spezialfilmen, die noch dazu eine spezielle Entwicklung benötigten. So fand 90 % der Fotografie bei ISO-Zahlen ≤ 200 statt.

Eine Verlängerung der Belichtungszeit war dem zufolge nur mit Stativ möglich – für die Fotografie von bewegten Objekten, wie sie in der Sport‑ und Naturfotografie an der Tagesordnung sind, leider oft keine Option. Für statische Aufnahmen galt die Faustregel: „die Belichtungszeit sollte kleiner sein als der Kehrwert der Brennweite“. D.h. bei einem 300mm Objektiv sollte die Belichtungszeit 1⁄300 Sek. oder kürzer betragen um ein verwacklungsfreies Bild zu ermöglichen.

Es blieb also nur die Lichtstärke der Objektive als in den Grenzen der Physik veränderbare Größe. Viel Aufwand wurde also betrieben, um riesige Objektive mit hoher Lichtstärke zu bauen. Die Kosten für diese Objektive gehen heute noch – selbst gebraucht – in die Tausende. Dazu kommt, dass diese Objektive für die Reisefotografie aufgrund ihres Gewichts von etlichen Kilos und ihrer Auffälligkeit nicht wirklich geeignet sind.

…und heute

Bei der Digitalfotografie übernimmt das Gehäuse die Aufgabe des Films und führt eine neue Variable ein: Die ISO-Empfindlichkeit. Was früher je Filmrolle konstant und recht statisch war, ist nun variabel! Das heißt, wenn wir über die Lichtempfindlichkeit sprechen, müssen – nein – können – nein – dürfen wir nun mit 3 Variablen rechnen: Der Blende, der Belichtungszeit und der ISO-Empfindlichkeit. Waren es vor wenigen Jahren noch die Megapixel der Kameras, die von den Herstellern von Generation zu Generation erhöht wurden, so ist es nun die sog. ISO-Leistung – also das Verhältnis von Rauschverhalten und ISO-Empfindlichkeit. Über den Unterschied zwischen dem Rauschverhalten der Nikon D300 und D90 zur neueren Nikon D7000 hatte ich ja schon einmal geschrieben. Bei Canon ist das ähnlich.

Eine weitere „Überlistung“ der Physik wurde mit der optischen Bildstabilisierung vor einigen Jahren in Form der „magischen“ Kürzel VR (bei Nikon) und IS (bei Canon) eingeführt. Eine Technik, die es ermöglicht, statische Motive bei deutlich längeren Belichtungszeiten noch aus der Hand zu fotografieren indem eine intelligente Automatik Linsengruppen oder den Sensor gegenläufig zur Handbewegung in Echtzeit verschiebt und so dem Verwackeln effektiv entgegenwirkt.

Was bedeutet das alles für uns als Reisefotografen?

Im Endeffekt bedeutet es:

Wir können leichteres Equipment einsetzen und trotzdem qualitativ hochwertigere Bilder machen.

Mit Bildstabilisierung oder ohne?

Tiger Heron - Nacktkehlreiher - Nikon D300, ISO 400, 18-200VR@200mm, f/5.6
Tiger Heron – Nacktkehlreiher – Nikon D300, ISO 400, 18–200VR@200mm, f/5.6

Seit Mitte der neunziger Jahre bauen die Kamera‑ und Objektivhersteller optische Bildstabilisatoren in Objektive oder Gehäuse ein. Bei Canon heißt das magische Kürzel IS (Image Stabilizer), bei Nikon VR (Vibration Reduction). Die Hersteller versprechen einen Gewinn von 4 Blendenstufen, dies entspräche einer Verlängerung der minimalen Belichtungszeit um das 16-fache. Gehen wir für die Praxis mal abzüglich aller Marketing-Versprechen von 3 Blendenstufen aus, dann entspricht das einer Verlängerung der minimalen Belichtungszeit um das 8 fache. Für unser oben angenommenes 300mm Objektiv hieße das, dass wir nun nicht mehr kürzer als 1⁄300 Sek. belichten müssten, um aus der Hand ein unverwackeltes Bild zu erhalten, sondern nur noch kürzer als 1⁄40 Sek. Das ist schon ein erheblicher Unterschied.

Natürlich können auch die modernen Bildstabilisatoren keine Wunder wirken. Insbesondere helfen sie wirklich nur gegen das eigentliche Verwackeln, nicht gegen Bewegungsunschärfe. Einen schnell auf den Baum kletternden Affen werden wir daher mit 1⁄40 Sek. kaum scharf einfangen, auch wenn der Baum aufgrund des Bildstabilisators scharf abgebildet werden würde.

Trotz dieser Grenzen ist aus unserer Sicht ein Bildstabilisator in der Reisefotografie ein absolutes Muss. Um die drei Blendenstufen optisch zu realisieren, müssten wir ein um drei Blendenstufen lichtstärkeres Objektiv mitnehmen – die Auswirkungen auf Gewicht, Größe und Budget wären immens.

Das Geld für einen Bildstabilisator ist immer gut angelegt, sobald die Brennweite in den Normal‑ und Telebereich geht.

Fullframe‑ oder Crop-Sensor?

Seychellen-Mädchen, Nikon D300, ISO 640, 18-200 VR, 105mm@f/5.3
Seychellen-Mädchen, Nikon D300, ISO 640, 18–200 VR, 105mm@f/5.3

Eine weitere heiß diskutierte Frage ist, ob nun ein Vollformat‑ oder Crop-Sensor die bessere Wahl sei.

In analogen Zeiten betrug das Format eines Kleinbild-Films 36 × 24mm. Darauf waren alle Objektive abgestimmt. Mit den ersten digitalen Spiegelreflex-Kameras änderte sich das. Nikon führte mit der D1 einen Sensor ein, der nur noch die halbe Kleinbild-Fläche hat. Dies wurde von den anderen Herstellern übernommen und führte in den folgenden Jahren dazu, dass fast alle Digitalen Spiegelreflex-Kameras mit diesen sog. Crop-Sensoren ausgestattet wurden. Gründe waren vor allem die deutlich geringeren Kosten für die Herstellung des Sensors.

Der halb so große Sensor führte allerdings auch zu einer virtuellen Verlängerung der Brennweite der Objektive um den Faktor 1.5 (Nikon DX) bzw. 1.6 (Canon). Aus einem 200mm Objektiv wurde also ein 300mm Objektiv, was insbesondere die Naturfotografen freute. Im Weitwinkel-Bereich allerdings wurden aus teuren Super-Weitwinkeln Normalobjektive, was natürlich nicht jeden freute.

Die Hersteller reagierten und bauten spezielle Objektive, die von vorne herein den kleineren Sensor berücksichtigten und somit deutlich kleiner und leichter gebaut werden konnten. Diese Objektive funktionieren allerdings in der Regel nicht mehr an Vollformatkameras (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Seit einiger Zeit nun, erhält der Vollformat-Sensor nun auch Einzug in den Markt der Digitalen Spiegelreflex-Kameras. Die großen Sensoren sind erschwinglich geworden und nun spaltet sich das Lager in diejenigen, die sagen: „endlich, das Halbformat war doch nur eine Übergangslösung“ und denen, die sagen: „Das Halbformat hat auch große Vorteile – warum nicht dabei bleiben?

Einen guten Artikel dazu hat Martin Hülle geschrieben: FX vs. DX – oder der Vorteil des Halben gegenüber dem Vollen. Mittlerweile ist er allerdings offenbar nun doch dabei, auf Vollfomat umzusteigen, allerdings sind seine Begründungen in dem Artikel FX muss her! – Oder warum das Halbformat nicht mehr zeitgemäß ist für mich nicht ganz schlüssig. Aber lest die zwei Artikel ruhig einmal selbst und macht Euch Euer eigenes Bild.

Letzten Endes muss natürlich jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist!

Für die Reisefotografie haben die Crop-Sensoren aus meiner Sicht ganz klare Vorteile:

  1. Kameras und Objektive sind um einiges leichter und günstiger.
  2. Universal-Zooms wie das 18–200 (entspricht 24–300mm Kleinbild) sind in sehr guter Qualität, kompakter Bauweise und einem vervorragenden Preis‑/Leistungsverhältnis herstellbar.
  3. Teure Teleobjektive gewinnen um die Hälfte an Brennweite – gerade in der Naturfotografie kommt es auf die Brennweite an!

Die fortschreitende Technik ermöglicht es heute, rauscharme Crop-Sensoren mit hoher Auflösung zu bauen, mit einer Qualität, die noch vor 2 Jahren so nur mit Vollformat-Sensoren realisierbar war.

Der Haupt-Vorteil der Vollformat Kameras bleibt daher die geringere Schärfentiefe, also die Möglichkeit, Objekte aufgrund des größeren Sensors noch besser vom Hintergrund freizustellen. Ein Vorteil, der sich auch in den nächsten Jahren nicht mit Technik in die Crop-Kameras hineinzaubern lassen wird, für mich aber nicht wirklich kriegsentscheidend ist, da ein 50mm 1:1.4 oder 70–200 2.8 an einer Crop-Kamera auch schon ganz hervorragend freistellt, wie man auf dem folgenden Bild sieht:

Noddi-Junges
Noddi-Junges


Für die Reisefotografie haben Crop-Kameras ganz klare Vorteile.

Die Wahl der Objektive

Für die Reisefotografie würden wir ja gerne ein 300mm 1:2.8 zu hause, oder noch besser, im Laden lassen – es wiegt über 3 KG und kostet fast 5.000 €.

Aber was sind die Alternativen?

Wir könnten stattdessen z.B. ein 70–300 4.5–5.5 VR Zoom mitnehmen. Es wiegt nur 750g und kostet ein Zehntel, nämlich ca. 500 €.

Oder – zumindest für Nikon Fotografen eine echte Option – wir setzen das sehr gute 18–200 3.5–5.6 VR ein und sparen uns das Objektiv-Wechseln. Das Objektiv kostet mittlerweile noch knapp 600 € und wiegt gerade einmal 560 g.

Nun, ich höre schon die ersten aufschreien: „ja, aber die Bildqualität, das Bokeh bei Offenblende, die Verzeichnungen im Weitwinkel-Bereich…“

White-troated Capuccin, 18-200 VR bei 200mm, Blende 8, ISO 1000 Nikon D300
White-troated Capuccin, 18–200 VR bei 200mm, Blende 8, ISO 1000 Nikon D300


Richtig. Das Bokeh ist nicht so fein und im extremen Weitwinkel verzeichnet das Objektiv etwas – aber das tut der Qualität dieses sehr guten Objektivs mit hervorragenden Abbildungsleistungen keinen Abbuch. Das gute Stück begleitet uns auf jeder Reise, die meisten Bilder in diesem Artikel sind damit entstanden. Die Verzeichnung im Weitwinkelbereich (gebogener Horizont) lässt sich in Lightroom 3 vollständig herausrechnen und die verhältnismäßig geringere Lichtstärke relativiert sich durch die hohe ISO-Empfindlichkeit der neuen Kameras.

Natürlich würde auch ich gerne ein 300mm 2.8 mein Eigen nennen. Aber würde ich es auch mit auf Reisen nehmen? 3 KG ständig durch die Gegend schleppen und dann nur eine Festbrennweite haben? 5.000 € die jederzeit geklaut werden können und in der Versicherung auch nochmal richtig zuschlagen?
Hmm, wohl eher nicht…

Unsere Empfehlung: In der Reisefotografie kompensiert man heute die 1–2 Blendenstufen, die ein 2.8er Objektiv überlegen ist, durch die dramatisch gesteigerten ISO-Werte der heutigen Gehäuse und die VR-Funktionalität der heutigen Objektive. Das letzte Stück Brennweite kompensiert man durch die hohen Auflösungen, die die heutigen Sensoren bieten. Diese lassen Genügend Reserven, im Nachhinein Bilder noch zu beschneiden und so eine größere Brennweite zu simulieren.

Tiger Heron - Nacktkehlreiher - Nikon D300, ISO 400, 18-200VR@200mm, f/5.6
Tiger Heron – Nacktkehlreiher – Nikon D300, ISO 400, 18–200VR@200mm, f/5.6


Für die reine Naturfotografie nehme ich ab und an noch ein 70–200 1:2.8 VR mit. Dieses hervorragende Objektiv besitzt natürlich im Tele-Bereich das Quäntchen mehr an Auflösung, Lichtstärke und Bokeh. Dafür wiegt es aber auch knapp 1.5 Kilogramm und trägt auch schon mächtig auf. Darüber hinaus kann man nicht mal eben eine Weitwinkelaufnahme machen. Das bedeutet immer einen Objektivwechsel.

Ein (sehr) gutes 18–200 Immerdrauf-Objektiv ist für die Reisefotografie der bestmögliche Kompromiss und kann durch weitere Objektive ergänzt werden.

Resumée und Empfehlung

Grundsätzlich eignet sich jede Spiegelreflex auch für die Reisefotografie. Steht eine Neuanschaffung an, würde ich auf folgende Punkte achten:

  • Robustheit des Gehäuses.
    Märsche durch den Dschungel, das Klettern auf Berge, durchqueren von Flüssen u.s.w. stellen andere Herausforderungen an eine Kamera, als das fotografieren im heimischen Garten oder Wald, im Studio oder auf Hochzeiten. Spontane Regenschauer, Stöße und Staub muss die Kamera vertragen, ohne gleich das zeitliche zu segnen.
    Leider wird heute immer mehr Plastik verbaut – selbst in richtig teuren Kameras. Die Zeiten von Qualitätsgehäusen im Stile einer Nikon F1 oder F3 oder der legendären Canon A1 sind wohl vorbei. Trotzdem sind die weitgehendend abgedichteten Magnesium Gehäuse der Nikon D300 oder D7000 schon sehr gut verarbeitet.
  • Rauscharmut/Lichtempfindlichkeit
    Oft haben wir auf Reisen keine Möglichkeit ein Stativ aufzubauen. Entweder, weil es schnell gehen muss, oder weil gerade aus Platz‑ oder Gewichtsgründen keines zur Hand ist. Oft wollen wir auch Tiere, die sich bewegen, fotografieren, in diesen Fällen ist ein Stativ auch nicht übermäßig nützlich.
    Ich habe festgestellt, dass ich das Stativ, auch wenn ich es meist dabei habe, auf Reisen doch verhältnismäßig selten – und wenn, dann hauptsächlich für Video – nutze.
    Aus diesem Grund ist es wichtig, einen lichtstarken Sensor zu haben, der auch bei hohen ISO-Zahlen (800, 1600, 3200) noch brauchbare Bilder aufnimmt. Dazu ist bei wechselnden Lichtsituationen die ISO-Automatik-Funktion, die viele Kameras bieten, eine sehr gute und nützliche Funktion.
  • Sensorauflösung
    Bin ich sonst auch kein Verfechter der Jagd nach immer mehr Megapixeln, so möchte ich hier doch ein Argument anführen, dass nicht außer acht gelassen werden sollte: Bei einem guten Objektiv, das die Auflösung des Sensors auch wirklich wieder gibt, eröffnet eine hohe Sensorauflösung in der Bearbeitung die Möglichkeit zur Erhöhung der Objektivbrennweite durch Ausschnittsvergrößerungen.
  • Sensorformat
    Aus oben genannten Gründen empfehle ich für die Reisefotografie ein Crop-Sensor. Er ermöglicht eine leichtere und weniger wertvolle Ausrüstung.
  • Objektiv
    Die Wahl des Objektivs oder der Objektive ist eine entscheidende. Bei wenig Gewicht soll ein möglichst großer Brennweitenbereich bei möglichst guter Qualität abgedeckt werden. Hierbei muss man, schon aus physikalischen Gründen, Kompromisse eingehen.
    Nach allen Überlegungen fällt es mir heute am leichtesten, auf etwas „Low-End“ bei der Lichtstärke des Objektives zu verzichten (also maximale Blende >2.8), damit eine Menge Geld zu sparen und dieses in ein oder zwei VR-Objektive mit schnellem Autofokus zu investieren. Ob es ein 18–200 ist, oder zwei Objektive, ist dabei dem persönlichen Geschmack überlassen. Ich jedenfalls genieße es, dass ich unterwegs nur in Ausnahmefällen (z.B. Makro) das Objektiv wechseln muss.
Tropik-Vogel im Flug - Nikon D300 mit 70-200 1:2.8 VR @200mm, f/5.0, 1/2000
Tropik-Vogel im Flug – Nikon D300 mit 70–200 1:2.8 VR @200mm, f/5.0, 1⁄2000

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Denkansätze für die Wahl Eurer persönlichen Ausrüstung geben. Jeder hat seine eigene Art zu Reisen und seine eigenen Präferenzen. Vielleicht gibt es jemanden von Euch, der ein 50mm 1:1.4 auf seine Kamera setzt und damit verreist. Er wird andere, aber nicht zwangsweise bessere oder schlechtere Bilder machen können.

Ich hoffe auch, der Artikel ist nicht zu Nikon-lastig – aber das sind nun mal die Kameras und Objektive, die ich einsetze und zu denen ich konkret etwas sagen kann und Empfehlungen abgeben kann. Die angestellten Überlegungen sind allerdings allgemeingültig und lassen sich natürlich auf den von Euch präferierten Herstelle ganuso anwenden.

Jetzt würde mich natürlich interessieren: mit welchem Equipment verreist ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Welches ist das für Euch wichtigste Equipment? Worauf könntet ihr verzichten?
Ich freue mich sehr über eine rege Diskussion in den Kommentaren!


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114 Kommentare bisher


  1. Peter Paul ZEHNER slowfoto 1. April 2015, 06:26   »
    Gravatar

    Nach Jahren der EOS 5D und MKII (16–35 24–105 70–200 plus Festbrennweiten, aber ohne Stativ) bin ich der Schlepperei müde geworden und mag die EOS Ⅿ seit Beginn (STM 2.0 22 11–22 18–55 55–200 IS) und seit knapp 10k Aufnahmen, eben immer dabei mit dem 2.0 22, die Adapter für EF EF-S und Rokkore bleiben wie alles andere außer dem kleinen Speedlite 270EX Ⅱ idR zuhause und vielen meiner fotografischen Freunde geht es genauso mit den feinen und leichten Spiegellosen: more than enough is ever too much :-)

  2. Rolf Schlier 24. März 2015, 01:05   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,
    hier meine Ausrüstung für die Reise :
    • Canon 5 Ⅾ Mk Ⅲ oder Canon 7 Ⅾ
    • Weitwinkel-Zoom 16–35⁄2,8 mm von Canon
    • Weitwinkel-Tele-Zoom 28–300⁄3,5–5,6 mm von Canon
    • wenn ich weiss, dass ich extreme Weitwinkel-Aufnahmen machen werde, dann packe ich auch noch das 8–15 mm/4,0 Fisheye von Canon ein.
    • Für Schnappschüsse, oder für den Fall das ich meine teure Kamera nicht mit in eine Stadt mitnehmen möchte (sei es aus Bequemlichkeit oder Vorsicht), nutze ich eine Fuji Ⅹ 20.
    Das, plus einem Blitz, Pol‑ und Grau-Filtern ist es auch schon. Als Fernauslöser nutze ich mein Android-Handy mit DSLR-Controller. Zusätzlich ein leichtes Reisestaiv von Togo-Pod (Togopod Explorer MAX PRO mit Triopo B 2 Panorama-Kugelkopf).
    Habe damit bisher alles abdecken können, was mir vor die Linse kam.
    Gruss Rolf

  3. Bernhard 1. März 2015, 13:17   »
    Gravatar

    Bin kein „Street-Photographer“ (unauffällig ist daher NICHT DAS Kriterium), aber ⅰ. ⅾ. R. mit bewohnbarem Fahrzeug unterwegs. Also ist der große Rucksack mit großem Stativ immer irgendwo griffbereit.
    (Und der Rucksack muß selbstverständlich so ein gutes Tragegestell haben, daß auch ein Tagesmarsch möglich ist).
    Da ist dann dabei: Vollformat-Kamera, 70–200, 24–70, 16–35, 105er AI-S Makro, Telekonverter, Kleinkram (Makroschiene, Filter, Fernauslöser und dgln.).
    Ich trage lieber ein bißchen mehr, als nach tausenden km Fahrstrecke oder stundenlangen Fußmärschen festzustellen, daß mir was fehlt – DAS würde mich dann RICHTIG ärgern.

  4. Ysanne 28. Februar 2015, 21:19   »
    Gravatar

    Unterwegs bin ich immer mit meiner heißgeliebten Kleinbildkamera (Ricoh cx4) und der Pentax K-7. Bei der letzten Reise nach Island im Februar hat sich die Pentax zu 100 % bewährt, als wir gemeinsam, unfreiwillig und komplett überraschend, im Atlantik baden gingen. Die große Nikon D600 eines Mitreisenden, die eine halbe Stunde später dieselbe Erfahrung machen musste, wird als Totalausfall notiert.
    Gerade, wenn es nicht auffallend sein soll, nehme ich die Kleine. Auch für Bilder, die ich aus dem Handgelenk, ohne Blick aufs Display, „unbemerkt“ mache.
    Ich lege Wert darauf, in anderen Ländern nicht den eigenen Reichtum darzustellen, im Vergleich zu den Habseligkeiten der dortigen Bewohner. So werden die Kameratragegurte umgehend gegen No-Name-Gurte (im wahrsten Sinne des Wortes) ausgetauscht.

  5. SagtMirNix.net 21. Februar 2015, 17:30   »
    Gravatar

    Ich nehme eigentlich immer meine Kamera – habe nur eine :D – und zwei Festbrennweiten mit. Eine 15mm f/2.8er und eine 50mm f/1.7er. Das mag vielleicht auf den ersten Blick etwas eingeschränkt wirken, da nur ein kleiner Bereich abgedeckt wird, abe dem ist ganz udn gar nicht so! Habe auch noch ein Zoom und eine 30er Festbrennweite, die vermisse ich aber kein Stück.

    Ein Stativ hätte ich oft gerne dabei, lasse es aber in 90 % der Fälle zuhause, weil ich keine Lust habe es die ganze Zeit zu schleppen.

    Also: Kamera + 2 FBs = wenig zu schleppen, top Bildqualität und genügen großer Einsatzbereich!

  6. Christian 18. Februar 2015, 17:48   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    ich habe bisher immer mit einer Bridgekamera (Canon-Powershot Pro 1) Reisefotografie betrieben. Die Bilder sind zwar meist recht ansehnlich geworden, jedoch ist man bei dunklen Lichtverhältnissen wegen des kleinen Sensors und des lichtschwächeren fest eingebauten Objektivs schon recht limitiert Für einige Aufnahmen in den Wädern der Dominik. Republik hätte ich mir sehnlichst eine Spiegelreflex gewünscht.
    Ich habe mich daher auf deiner Seite informiert und mir nun die Nikon D5200 entsprechend deiner Empfehlung besorgt Als Objektive für Reisen habe ich mir nun das AF-S DX Nikkor 55–300mm f/4,5–5,6G ED VR besorgt. Das Nikon AF-S DX NIKKOR 35mm f/1.8G wird noch folgen, um ein lichtstärkeres Objektiv bei Bedarf einsetzen zu können.
    Meinst du die Brennweitenlücke zwischen 35mm und 55mm ist sehr einschränkend? Nach einem erschwinglichen Weitwinkelobjektiv muss ich noch Ausschau halten. 3 Objektive müssen langen, zumal ich dann wahrscheinlich hautpsächlich dass 35mm/1,8 nutzen werde, wenn ich nicht gerade scheue Tiere o.ä. abbilden will. Für Städte mit viel Getümel und Ganovengefahr nutze ich weiterhin meine Powershot Pro 1. Ist zwar auch ein schwerer Brocken, macht aber am Tag in Städten auch absolut druckreife Bilder und ein „Abhandenkommen“ wäre nicht gar so schmerzlich.

    Grüße aus dem Süden der Republick (BW)

    • gwegner 18. Februar 2015, 19:11   »
      Gravatar

      Die „Lücke“ stört in der Regel nicht, habe ich auch nicht abgedeckt. Habe 35, dann 50, dann 70–200.

  7. Babsi 10. Februar 2015, 07:34   »
    Gravatar

    Hallo Gunther,

    vielen Dank für diese sehr informative und überaus interessante Seite!
    Gerade der Artikel zur Reisefotografie ist für mich interessant, da auch ich mit einer D7000 und dem Nikkor 18–200 (als Immer drauf-Objektiv) viel unterwegs bin.
    Leider habe ich es auf meinen Reisen und Trips nie geschafft, so nahe an die Tiere heran zu kommen, um sie so schön abzubilden, wie Du es schaffst.
    Ist die Fluchtdistanz der abgebildeten Vögel so niedrig, oder wie weit war bspw der Nacktkehlreiher entfernt?
    Aus diesem Grund, weil ich gerne Vögel und anderes weit entferntes Getier ablichten möchte, spare ich auf ein großes Tele (Sigma 150–500 z.B.), in der Hoffnung dann auch kleinere Vögel groß festzuhalten.

    Weiterhin all Zeit gutes Licht und alles Gute,
    wir sehen uns auf dem Fernweh-Festival in Erlangen,

    schöne Grüße,
    Babsi

    • Tom 13. April 2015, 00:52   »
      Gravatar

      Ich würde außer dem Sigama auch unbedingt das Tamron mit der gleichen Brennweite ausprobieren. Hat einen hervoragenden Bildstabilisator und erlaubt mit etwas Übung im Notfall auch Freihandbilder ohne Stativ bei 600mm.

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