Ein Satellit wird 40: Landsat dokumentiert den Wandel der Erdoberfläche im Zeitraffer

26072012

Seit 40 Jahren fotografiert der Satellit „Landsat“ nun die Erdoberfläche. 16 Tage benötigt er, um die Erdoberfläche einmal komplett abzufotografieren, dann beginnt das Spiel von neuem. Das heißt von jedem Fleck auf der Erde existiert ein vom Satelliten aufgenommener Zeitraffer, der alle 16 Tage ein neues Bild liefert. Und das seit 1972.

Knapp 1.000 Bilder in einer Auflösung von 30m müssten also pro Kachel vorhanden sein. Die große Herausforderung ist es nun, diese Aufnahmen auszuwerten und daraus Schlüsse zu ziehen. Erst die heute möglichen Rechenkapazitäten und Auswertungs-Werkzeuge erlauben es den Forschern überhaupt, die gigantischen Datenmengen zu bewältigen.

Seit 2008 sind die Daten des Landsat Archives nun sogar frei und für jedermann zugänglich. Die Google Earth Engine ermöglicht die Visualisierung.

Einige beeindruckende und bedrückende Sequenzen zeigen die folgenden Videos. So zum Beispiel die immer weiter voranschreitende Zerstörung des Amazonas-Urwaldes.

Auch in einer interaktiven Karte könnt ihrEuch das Ausmaß und die Fortschreitende Zerstörung des Amazonas ansehen.

Das uns erwartende Wasserproblem macht die fortschreitende Expansion der Stadt Las Vegas deutlich. In dem Maße wie die Stadt im letzten Jahrzehnt gewachsen ist, ist auch der Wasserstand des Lake Mead, der durch den Hoover-Damm aufgestauten Colorad0-River, gesunken. Wo, frage ich mich, soll diese Reise hinführen?

Auch die Austrocknung des Aral-Sees in nur wenigen Jahren durch intensive landwirtschafliche Nutzung der umliegenden Flächen ist mehr als deutlich zu sehen.

Auch interaktive Karten, bereits aufbereitete Karten findet man mittlerweile. So wurde zum Beispiel eine Ansicht für Google Earth kreiert, auf der diejenigen Bereiche unseres Planeten grün dargestellt sind, die sich mehr als 1 Kilometer (!)  entfernt einer Straße, eines Wasserweges oder einer Schiene befinden. Ich kann schonmal vorab verraten, dass in Deutschland z.B. keine grünen Flecken sichtbar sind.

Zur interaktiven Ansicht: Global Roadless Areas – 1km Buffer

Wer nach solchen Bildern immer noch glaubt, wir – die Menschheit – könne so weitermachen, dem ist wohl nicht zu helfen… All diese Infos sind nur noch einen Mausklick entfernt. Von uns, von unseren Politikern. Wann wollen wir anfangen zu handeln?

Als wir 2008 im Amazonas waren, hat uns dieser Besuch gleichzeitig fasziniert und schockiert. Fasziniert hat uns die Natur – dort wo sie noch intakt war. Schockiert hat uns das, was der Mensch damit anstellt und in welcher Geschwindigkeit das passiert. Unser Video „Amazonas, Traurige Entwicklungen“ wurde auf Youtube und Vimeo 40 Tausend mal angesehen. Justin Biebers Musikvideo „Baby“ 750 Millionen mal.

Danke an meinen Leser Patrick, der mich auf die Landsat Videos aufmerksam gemacht hat!

Quelle der Videos: http://google-latlong.blogspot.fr/2012⁄07/forty-years-of-our-planet-from-space.html

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5 Kommentare bisher


  1. Psycho_vm 27. Juli 2012, 21:30   »
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    Moin moin,

    Was so gut anfing endet leider so schlecht.

    Wirklich traurig was mit unserer Erde passiert, bzw. wie wir sie behandeln. Dabei gibt sie uns eigentlich alles.

    Greetz

  2. Arne 26. Juli 2012, 20:19   »
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    Schade …

  3. Arne 26. Juli 2012, 18:56   »
    Gravatar

    Prima … wo fangen wir an? Bei den Urlaubsflügen nach Übersee, Afrika, die Kanaren oder den Autofahrten nach Sankt Peter Ording oder an die Ostsee? Den „seltenen Erden“, als wichtige Rohstoffe für unsere Computer, Kameras und Akkus? Internet? „Einmal googeln entspricht in etwa einer Stunde Licht“: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/umweltschutz-einmal-googlen-entspricht-einer-stunde-licht-a-492078.html

    • gwegner 26. Juli 2012, 19:50   »
      Gravatar

      Jo Arne, habe mich schon gefragt, wie lange es dauern würde bis genau der Kommentar kommt.
      Im Mittelalter hatte man die Angewohnheit die Überbringer schlechter Nachrichten Mundtot zu machen weil man glaubte, damit das Problem zu lösen. Shakespeare prägte dann den Ausspruch „Don’t kill the messenger“, eigentlich dachte ich, wären wir darüber hinweg.
      Mach Dir mal um mich keine Sorgen, ich kann Dir versichern, ich denke sehr viel über diese Themen nach und agiere wo ich kann auch in dem Bewusstsein. Werde mich hier allerdings dazu jetzt nicht weiter äußern, wer hier aber schon länger mit liest, weiß vielleicht ein bisschen, was ich meine. Wichtig ist, dass jeder erstmal bei sich anfängt und selbst guten gewissens in den Spiegel schauen kann.
      In diesem Sinne, schöne Grüße,
      Gunther

  4. Patrick 26. Juli 2012, 13:25   »
    Gravatar

    Hach das ehrt mich aber, dass du mich extra erwähnt hast ;) Ich finde, man kann nicht oft genug darauf Aufmerksam machen, dass wir vieles falsch machen und die schlimmen Dinge einfach ausblenden.

    Der Mensch wird von Informationen so überflutet, dass er vergisst, seinen Verstand einzusetzen.

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