Mein neues Nikon Super Weitwinkel Objektiv: das DX Nikkor AF-S 10–24 1:3.5–4.5 ED – Test und Empfehlung

8082011

Nicht nur für Video-Aufnahmen und Zeitraffer ist es höchst wünschenswert, ein Super-Weitwinkel zu haben. Auch für „normale“ Fotos, macht ein solches Objektiv einfach nur Spaß und ermöglicht tolle Perspektiven. Während der immer verzerrte Look eines Fischauges sich schnell abnutzt, ermöglicht es ein Super-Weitwinkel, weitgehend unverzerrte Bilder zu machen und doch aufregende Perspektiven in Szene zu setzen.

Hamburg Hafencity - Nikkor 10-24 @24mm
Hamburg Hafencity – Nikkor 10–24 @24mm


Nach langem Wälzen von Reviews habe ich mich für das 10–24mm von Nikon entschieden. Mit dem eingebauten Autofokus-Motor fokussiert es auch an meiner kleinen Nikon D5100. Das Fokussieren erfolgt dank Ultraschall schnell und präzise. Der Autofokus lässt über einen Schalter direkt am Objektiv abschalten.

Oben schrieb ich „weitgehend unverzerrt“, denn es liegt durchaus in der Natur der Sache, dass Verzerrungen im Sinne von stürzenden Linien um so stärker auftreten, je weitwinkliger ein Objektiv abbildet. Die Hersteller geben sich alle Mühe, bei solchen Objektiven (im Gegensatz zum Fischauge) gebogene Linien zu vermeiden, so dass nur trapezförmige, gerade Verzerrungen auftreten. Das ist Nikon ziemlich gut gelungen, wie ihr an den Architektur-Aufnahmen sehen könnt. Natürlich bleiben, wie bei jedem Weitwinkel, die trapezförmige Effekte, die sich ziemlich gut in Lightroom mit der Objektiv-Korrektur entfernen lassen (siehe Beispiel Elbphilharmonie). In der Landschaftsfotografie (für das ich mir das Objektiv gekauft habe) stören diese Verzerrungen in der Regel überhaupt nicht und müssen auch nicht korrigiert werden, für Portraits ist das Objektiv naturgemäß eher weniger geeignet ;-)

Elbphilharmonie - Nikkor 10-24 @17mm
Elbphilharmonie – Nikkor 10–24 @17mm
Elbphilharmonie - Nikkor 10-24 @17mm, Perspektiv-Korrektur in Lightroom
Elbphilharmonie – Nikkor 10–24 @17mm, Perspektiv-Korrektur in Lightroom

Die Bildqualität ist übrigens Nikon-typisch ganz hervorragend. Hier mal ein Bild mit 1:1 Ausschnitt:

Hamburg Speicherstadt - Nikkor 10-24 @11mm
Hamburg Speicherstadt – Nikkor 10–24 @11mm


1:1 Ausschnitt
1:1 Ausschnitt


Das Objektiv hat ein 77mm Filterdurchmesser, der Standard bei den „großen“ Nikon-Objektiven, so kann ich problemlos meinen ND-1000 Graufilter daran genauso wie an meinem Nikkor 70–200 f/2.8 verwenden. Mitgeliefert wird eine Sonnenblende und die obligatorischen Kappen sowie ein Stoffsack.

Hier noch einige Bilder aus Hamburg (bitte wie immer klicken, um sie groß zu sehen):

Hamburg Messberg - Nikkor 10-24 @11mm, leicht beschnitten
Hamburg Messberg – Nikkor 10–24 @11mm, leicht beschnitten


Hamburg Hafencity - Nikkor 10-24 @12mm
Hamburg Hafencity – Nikkor 10–24 @12mm


Hamburg Panorama - Ausschnitt aus einem Bild mit Nikkor 10-24 @24mm
Hamburg Panorama – Ausschnitt aus einem Bild mit Nikkor 10–24 @24mm


Hamburg - Nikkor 10-24 @10mm, Perspektiv-Korrektur in Lightroom
Hamburg – Nikkor 10–24 @10mm, Perspektiv-Korrektur in Lightroom


Alter Elbtunnel - Nikkor 10-24 @10mm
Alter Elbtunnel – Nikkor 10–24 @10mm


Fazit und Empfehlung

Mir macht das Nikkor 10–24 wahnsinnig viel Spaß. 10mm sind eine krasse Brennweite und das das Nikon schafft es hier im Gegensatz zum 10.5 mm Fischauge, sehr schöne, „gerade“ Bilder zu produzieren. In der Nachbearbeitung kann ich dann entscheiden, ob ich die stürzenden Linien auch noch entfernen möchte, oder ob sie als Stilmittel wirken sollen. Für Video-Aufnahmen und meine Zeitraffer ist das Objektiv unbezahlbar – man bekommt damit einfach viel mehr aufs Bild und das mit einer tollen Abbildungsqualität.

Wenn ihr also auf der Suche nach einem neuen Objektiv für Eure DX-Nikon seid, dann schaut Euch doch das Nikkor 10–24 1:3.5–4.5 ED einmal näher an. Hinter dem Link findet ihr auch den genauen Preis und weitere Informationen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit einem Super-Weitwinkel gemacht? Ich freue mich wie immer auf Eure Kommentare!

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66 Kommentare bisher


  1. Peter Paul ZEHNER slowfoto 1. April 2015, 17:02   »
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    Endlich mal wieder ein SWW Fan, danke für diesen Bericht! Ich hatte ein 12–24 SIGMA an der Canon EOS 5DII in Hamburg zu Fuß und zu Wasser (siehe slowfoto blog) und war angetan, aber auch von der Größe und vom Gewicht. Nicht wirklich zu vergleichen, aber für Jeden, der weniger tragen will und das für den Crop Sensor: das EF-M 11–22 STM IS für die spiegellose EOS Ⅿ (und die kommende M3), leicht und klein und mit Stabilisierung, meines Wissens bisher das erste und einzige SWW. Warum ich das schreibe: Dieses SWW Zoom ist einer meiner ganz großen Favoriten, ein wirklich scharfes Glas.

  2. Timo Kö 3. März 2015, 18:26   »
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    Hallo Herr Wegner,

    zuallererst möchte Ich Ihnen als begeisterter Leser ihres Blogs, einmal ein Dankeschön aussprechen. Aufgrund Ihrer Detaillierten Vergleiche und Empfehlungen, bin Ich seit kurzem auch ein stolzer Besitzer einer Nikon D5300, mit dem einen oder anderen „must have“ Objektiv. Da ich jedoch als angehender ambitionierter Landschaftsfotograf ein Brauchbares WW Objektiv benötigen sollte, wollte ich vor meiner „Einkaufstour“ gerne noch einmal ein kurzes Feedback in Bezug auf Tokina Objektive erhalten. Mir schwärmt hierbei das AT‑ Ⅹ 116 Pro DXII vor, da es mit seiner 2,8 Blende im Netz doch durchaus gute Kritiken sammeln konnte. Dem ganzen Steht das von Ihnen getestete Nikkon 10–24 entgegen. Der Preisvorteil beläuft sich derzeit auf knappe 170 €. Da ich den Brennweiten Bereich von 18–24mm ja schon mit dem KIT Objektiv abdecken kann, wollte ich eben mein Augenmerk auf den Bereich darunter legen. Können Sie mir hierbei einen Eindruck Schildern?

    Mit freundlichem Gruß

    TimoKö

    • gwegner 3. März 2015, 21:56   »
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      Hallo Timo, danke für das Kompliment. Es tut mir leid, ich kann zu dem Tokina nicht viel sagen, aber das nikon 10–24 ist echt gut.

      • Timo Kö 5. März 2015, 21:37   »
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        Hallo nochmal,
        schade das Sie nichts zu dem Tokina schildern können. Mich hätte ihre Meinung brennend interessiert! Habe nach tieferem suchen einen subjektiven Vergleich zwischen den beiden gefunden (kein Labor test sondern auch eher so ein direkter Nutzungsvergleich) wo es hieß, dass das tokina wohl das schärfste WW sei, jedoch das nikkor besser mit gegenlicht umgehen kann. Habe leider nicht die Möglichkeit das tokina auch live zu testen, da in meiner Gegend nirgendwo tokina direkt vertrieben wird. Bin nun unschlüssig ob ich die besagte „Katze im Sack“ kaufen soll, oder doch lieber die Mehrkosten in kauf nehmen und mir das nikkor zulegen soll, welches sich ja auch bei ihrem Test bewiesen hat.
        Tja, immer diese Entscheidungen… Möchte mich aber trotzdem nochmal für ihren super blog und die vielen Tests und Erfahrungsberichte bedanken.

        Mit freundlichem Gruß
        Timo

  3. pixelkrieger 25. Januar 2015, 17:37   »
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    Hallo Herr Wegner,

    auf Grund ihrer Empfehlung habe ich mir das 10–24mm gekauft und meine Erwartungen waren hoch. Doch irgendwie haben sich meine Erwartungen erstmal nicht erfüllt. Warum? Ich habe folgende Testreihe gestartet: Jeweils mit dem 10–24mm sowie meinem Kit-Objektiv 18–55mm habe ich das gleiche Motiv bei den Brennweiten 18mm und 24mm (Überlagerungsbereich) mit allen Blendenwerten fotografiert. Danach habe ich zu jeder Brennweite und bei den jeweiligen Objektiv das „schärfste“ Bild herausgesucht (über Camera Raw) und dann die Bilder miteinander verglichen. Jeweils bei 18 sowie 24mm finde ich die Bilder des Kit-Objektives bei 100 % in PS als „schärfer“. Ist das normal oder stimmt mit dem 10–24mm etwas nicht? Bzw. sind WW-Objektive generell auf Grund der Bauweise „unschärfer“ als andere Objektive? Ich mein Vorgehen ist soweit verständlich rüber gekommen und das sind viele Fragen auf einmal. Deswegen bedanke ich mich für die Antwort, auf die echt gespannt bin, schon mal im Voraus. VG

    • pixelkrieger 25. Januar 2015, 18:51   »
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      Evtl. sollte ich noch kurz anmerken, dass ich mit dem mittleren Fokuspunkt einen Kirchturm in ca. 250m Entfernung anvisiert haben. Gearbeitet habe ich mit einem Stativ und im A-Modus einer d3500er. Und mit Schärfe meine ich das wohl subjektive Empfinden der Klarheit des Bildes also wohl die Auflösung. VG pixelkrieger

    • pixelkrieger 27. Januar 2015, 09:23   »
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      Hallo nochmal, ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, da ich sonst das Objektiv umtauschen müsste und es mir einfach an Erfahrung fehlt die Qualität einzuschätzen. VG vom Pixelkrieger

      • gwegner 27. Januar 2015, 16:11   »
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        Es ist schwer, Dir hier etwas zu raten – ich habe mit dem 10–24 sehr gute Ergebnisse, vielleicht ist Deines dejustiert oder Deine tests sind nicht vergleichbar, oder, oder… Super-Weitwinkel haben natürlich in den Randbereichen gewisse Verzerrungen, im Zentrum sollten sie aber genauso scharf wie das Kit Objektiv sein.

  4. Sven 9. Januar 2015, 12:35   »
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    Hallo Gunther,

    da ich deine Meinung sehr schätze, würde ich dich gerne mal nach deiner Ansicht bezüglich dem Thema „Sigma 8–16 vs. Nikkor 10–24“ fragen:

    1. Hast du mit dem Sigma 8–16 schon mal Erfahrungen sammeln können? Ich weiß, dass du es zur Zeit nicht selber im Besitz hast, aber vielleicht hat ja ein Kollege mal was dazu erzählt oder du hast es schon irgendwann mal testen können.

    2. Bist du schon öfter mal in die Situation gekommen, in der du gerne weniger Brennweite als 10mm gehabt hättest?

    Ich frage, da ich mich zwischen dem Nikkor 10–24 und dem Sigma 8–16 entscheiden möchte. Die Vorteile im oberen Ende der Brennweite des Nikkors liegen auf der Hand. Die zwei Millimeter im unteren Bereich sind nicht zu unterschätzen. Doch wie häufig braucht man den extremen Weitwinkel wirklich? Das kommt natürlich auf den Anwender an, klar. Doch ich kann mich beim besten Willen nicht entscheiden, welches der beiden Objektive die „bessere“ Auswahl darstellt.

    Ich würd mich sehr über deine Meinung zu dem Thema freuen.

    Viele Grüße

    • gwegner 10. Januar 2015, 10:22   »
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      Hi Sven, das 8–16 kenne ich nun leider in der tat nicht. Mich würde die schwächere Lichtstärke gegenüber dem Nikon 10–24 stören. 8mm sind natürlich noch „weiter“, aber Du darfst auch nicht vergessen, dass die Verzerrungen natürlich in dem Bereich auch zunehmen. Aber versuche doch mal bei einem Händler beide Objektive in die Hand zu nehmen und entscheide selbst – es hängt ja auch davon ab, was Du damit machen willst. Im Endeffekt sprechen für das Sigma ja nur die 2mm im Weitwinkel – die wären mir persönlich nun nicht so wichtig.

      • Sven 10. Januar 2015, 23:13   »
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        Hey Gunther,

        herzlichen Dank für die Antwort.

        Tatsächlich hab ich vor 3 Tagen bei einem Händler vorbeigeschaut und beide Objektive mal durch eine D7000 „durchblicken“ dürfen. Das ist natürlich nicht genug Zeit, um ausreichend zu testen.
        Aber: Was mir auf Anhieb aufgefallen ist, ist dass beide wirklich äußerst wertig anmuten und das Sigma nen beeindruckenden Winkel zu bieten hat – die 10mm vom Nikkor haben mir aber auch schon sehr gut gefallen.

        Ich hatte bisher noch kein Weitwinkelobjektiv, habe aber sehr oft das Problem, nicht alles aufs Bild zu kriegen mit 18mm (grade beim Thema der Architekturfotografie ist die 18mm Grenze sehr schwer zu handhaben). Dazu mag ich extreme Perspektiven, die mir mit 18mm nie so gelungen sind, wie ich sie gerne gehabt hätte.

        Lange Rede, kurzer Sinn – dadurch, dass mich das antesten beider Objektive nicht wirklich der Entscheidung näher gebracht hat, dachte ich, ich frage einfach mal die Person, die eine meiner Hauptinformationsquellen zum Thema der Fotografie darstellt ;-)

        Der Punkt, der stärkeren Verzerrung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen und irgendwie zieht es mich auch, gradezu magisch, zum Nikkor – auch wegen der größeren Flexibilität, durch die 24mm Obergrenze (auch wenn das bei einem Weitwinkel nicht der entscheidende Faktor sein soll).

        Danke nochmal, dass du dir die Zeit genommen hast.

        Viele Grüße,
        Sven

        • gwegner 11. Januar 2015, 10:10   »
          Gravatar

          Gerade bei Architektur solltest Du die Verzeichnungen nicht unterschätzen. Das Nikkor wird in Lightroom von der Objektivkorrektur unterstützt, solltest Du Dich doch für das Sigma entscheiden, check mal, ob das da auch drin ist, ansonsten wäre das ein wichtiger Punkt, der dagen spräche.

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