Astro-Landschafts-Fotografie mit der Nikon Z6 und Z7

12012019

Ich habe für euch einen Film darüber gemacht, wie ich die Nikon Z6 und Z7 beim Fotografieren von Sternen und Astro-Landschaften getestet habe.

Insbesondere hat mich interessiert, wie der Autofokus bzw. das manuelle Fokussieren über Sucher und Monitor in der Dunkelheit funktionieren, wie die Bildqualität und der Dynamik-Umfang sind und wie sie sich die Kameras beim Filmen bei wenig Licht schlagen.

Aber seht selbst:

Als kleinen Nachtrag möchte ich euch hier noch einen direkten Vergleich zwischen der Z6 und der Z7 zeigen und damit die Begründung dafür nachliefern, dass ich im Video sage, ich dass ich die Z6 im Bereich der Astro-Fotografie für die etwas geeignetere Kamera halte.

Nikon Z6 oder Z7 für Astro Aufnahmen?

Die folgende Aufnahme entstand mit ISO 1600, f/1.8 und 20 Sekunden Belichtungszeit. Als Objektiv kam das Sigma 20mm Art f/1.4 zum Einsatz an dem FTZ Adapter. Ich habe sie einmal mit der Z6 und einmal mit der Z7 gemacht.

Für das bloße Auge war der Vordergrund mit dem Teide nur als schwarze Silhouette sichtbar. Es waren die denkbar schwierigsten Bedingungen, weil eben so gut wie kein Umgebungslicht da war. Der Mond war weg, das Zentrum der Milchstraße unter dem Horizont und es gab kaum Lichtverschmutzung. Um hier Zeichnung in die Landschaft zu bekommen, muss man extrem aufhellen – das stellt immense Anforderungen an den Sensor.

Um euch die Unterschiede der beiden Sensoren visualisieren zu können, habe ich die Aufnahmen in Lightroom um 1/2 Blendenstufe heller entwickelt und zusätzlich die Lichter auf -100 und die Tiefen auf +100 gestellt. Als Rauschreduzierung wurden hier zunächst nur die Standardwerte angewendet.

Links die Nikon Z6, rechts die Z7

Hier nun ein 1:1 Ausschnitt aus der Mitte:

Links die Nikon Z6, rechts die Z7

Und nun ein Ausschnitt des dunklen Bereichs rechts unten.

Links die Nikon Z6, rechts die Z7

Beide Kameras schlagen sich hier auf sehr hohem Niveau, aber die Z6 zeigt aufgrund ihrer niedrigeren Auflösung doch noch etwas weniger Rauschen.

Das relativiert sich natürlich etwas, wenn man die Bilder der Z7 auf 24 MP herunterrechnet:

Links die Nikon Z6, rechts die Z7

Insgesamt zeigt die Z6 etwas mehr Farbrauschen (auch mehr z.B. als die D750) – allerdings lässt sich Farbrauschen “verlustfrei” in Lightroom entfernen. Die Z7 zeigt etwas mehr Luminanzrauschen.

Hier nun noch einmal nach Anwendung von Rauschentfernung +20 Luminanz, +20 Farbe bei beiden Bildern:

Die Z7 zeigt weiterhin etwas mehr Details, aber auch etwas mehr Rauschen.

Wenn man das mehr an Rauschen bei der Z7 entfernt, geht so ziemlich auch das mehr an Details verloren…

Im Endeffekt ist nach Verkleinern der Bilder der Z7 und einem Plus an Rauschreduzierung kein großer Unterschied mehr sichtbar. Für die Astro-Fotografie bringt die Z7 aus meiner Sicht also keine nennenswerten Vorteile, im Gegenteil, sie ist deutlich teurer und kann hier ihre Vorzüge der höheren Auflösung leider nicht ausspielen. Dies überrascht allerdings auch nicht, verhält es sich doch bei der D850 vs. D750 ähnlich.

Nachtrag zum Autofokus

Fokussieren funktioniert bei beiden Kameras gleich gut. Ich habe im Video manuell fokussiert, aber auch der Autofokus schafft es, auf die Sterne zu fokussieren. Allerdings empfehle ich, wenn ihr den AF nutzt, nach dem Fokussieren den AF abzuschalten, da sonst vor jeder Auslösung erneut fokussiert wird, und der Fokus dann unter Umständen zunächst pumpt, bevor er trifft. Grundsätzlich bevorzuge ich nachts das manuelle fokussieren, nach hereinzoomen und ggf. mit Fokus-Peaking.

Ich hoffe, mein Video hat euch gefallen! Ich freue mich auf eure Kommentare.

Herzliche Grüße aus Teneriffa!

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Alle Inhalte © Gunther Wegner

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7 Kommentare bisher


  1. Hi Gunther,

    toller Bericht und auch ein tolles Video. Da bekommt man wieder Lust auf so ein nächtliches Sternen-Abenteuer. ;)
    Tatsächlich plane ich nächsten Monat für kurz nach Teneriffa zu “flüchten”. Welche Seite der Insel kannst du fotografisch mehr empfehlen für eine Unterkunft, auch aus Lichtverschmutzungs-Gründen…

    Grüße
    Tom

  2. Nach diesem Artikel habe ich gesucht! Danke für die nützlichen Infos

  3. Lieber Gunther,
    vielen Dank für Deinen tollen Bericht.
    Konntest Du zwischen Z6 und D750 schon deutliche Unterschiede
    im High-Iso-Bereich feststelllen, oder hebst du Dir das noch für einen
    großen Vergleich auf?
    Liebe Grüße an Diana und Dich
    Jan

    • Hallo Jan, die D750 konnte ich leider nicht auch noch mitnehmen. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: kein großer Unterschied, die D750 ist in dem Bereich einfach immer noch zu gut.

  4. Knöchel Günther 13. Januar 2019, 15:47   »

    Hallo Gunther, wieder einmal ein sehr interessanter Bericht über die Z Serie und Sternenfotografie. Du hast, laut Video mit einem rel. geringen ISO Wert fotografiert. Die Z kommt doch recht gut bis zu einem ISO 6.400 zurecht. Wieso bringen diese Werte bei der Sternenfotografie keinen Gewinn?
    Ich fahre im März zum Fotografieren nach Teneriffa. Dabei wollte ich das Erstemal Timelapse testen. Den Motor, den du einst empfohlen hast, gibt es nicht mehr. Vernünftige und preiswerte Alternativen habe ich bis dato nicht gefunden. Kannst du aktuelle Alternativen empfehlen?

    • Ich habe das ja im Video erklärt: die Z Kameras sind ab Iso 800 ziemlich iso invariant. Das heißt, du bekommst die gleichen Ergebnisse, wenn du in der Nachbearbeitung pushst. Vorteil niedriger ISO Werte ist aber, dass die Lichter erhalten bleiben – z. B. bei der dunklen Seite des Mondes.

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