Gold wert – eine Kamera Versicherung – mein Test

8072011

Himmelfahrt ist mir auf Hiddensee ja mein 18-200 VR Objektiv runtergefallen. Mittlerweile ist es repariert und heute morgen habe ich gleichzeitig zwei Buchungen auf meinem Konto vorgefunden: Die Abbuchung des Nikon Services über 450 € und die Erstattung meiner Kameraversicherung von 405 €.

Ja, es war Eigenverschulden und ja, die Versicherung zahlt das.

Ich habe mein Equipment ursprünglich für die Auslandsreisen versichert. Nichts ist ärgerlicher als der Verlust des Equipments – wenn dann aber noch ein großer finanzieller Schaden dazu kommt…

Feenseeschwalben

Braucht man wirklich eine Versicherung?

Ich könnte jetzt die Geschichte erzählen, wie wir letztes Jahr auf den Seychellen bei tosendem Sturm mit einem Fischer in einem für 6 Personen ausgelegten Boot mit defekten Motor zur Insel Cousin übergesetzt sind. Dabei hatte ich natürlich meinen ganzen Kram… D300 (damals noch), einige “kleinere” Objektive und das große 70-200 2.8 VR von Nikon, dass ja alleine schon mal zweitausend Euro in die Waagschale wirft. Aber wir wollten die seltenen Weißschwanz-Tropik-Vögel, Feenseeschwalben und die jungen Noddies fotografieren und dafür ist das Objektiv natürlich wie geschaffen.

Naja, jedenfalls gab es in dem Boot nicht wirklich eine Möglichkeit, die Kameratasche zu verstauen. Ich legte sie dann so halb unter die Bug-reling und wir tuckerten los. Das erste mal wurde es kritisch, als der Fischer noch jemanden einsammeln wollte, der an einem Strand mit extremer Brandung stand. Das Boot drehte sich längs zur Welle und kippte fast um. Selbst dem Fischer, der da ja nun täglich unterwegs ist, wurde bei der Aktion mulmig. Ängstlich beäugte ich meine Sachen und hielt mich irgendwie fest. Irgendwie schaffte der Kollege es dann aber, ohne dass der Kahn kenterte und wir tuckerten raus. Zwischen den Inseln Praslin und Courieuse war noch relativ ruhige See – als wir jedoch den Windschatten der Inseln verließen und auf die offene See kamen, wurde es richtig lustig. 4 bis 5 Meter hohe Dünungswellen galt es zu erklimmen und wieder abzureiten – wir kamen uns vor wie in einer Achterbahn. Jeder Wellenkamm trieb uns die Gischt ins Gesicht. Mein Rucksack war von aussen schon ganz nass, aber noch vertraute ich irgendwie darauf, dass er halten würde.

Wichtig, wenn man mit einem kleinen Boot bei solchen Bedingungen fährt, ist, dass man Vollgas gibt und ja nicht anhält. Das hält das Boot stabil und sorgt dafür, dass man überhaupt einigermaßen über die Wellen kommt.

Noddi-Junges

Als wir ungefähr die Hälfte geschafft hatten, fing der Motor plötzlich an zu stottern und setze aus. Wir waren gerade auf der Abfahrt in ein Wellental, als das Boot abrupt zum Stillstand kam. Die nächste Welle türmte sich schon vor uns auf, und da wir nun keine Fahrt mehr hatten, schlug sie voll über das Boot hinweg. Wir alle konnten uns nur noch festhalten, um nicht auch noch rausgespült zu werden. Ich glaube, das war der Moment, wo Diana gedacht hat, es wäre ihr letzter Urlaub und ich irgendwie wusste, dass das das erste Mal sein würde, dass ich meine Kamera Versicherung in Anspruch nehmen würde – blöd nur, dass damit auch das weitere Fotografieren in diesem Paradies gestorben sein würde.

Irgendwie bekam unser Captain den Motor dann wieder in Gang und wir tuckerten weiter.

Nun wickelte ich meinen Rucksack so gut es ging in meine Regenjacke ein, um zu retten, was zu retten war. Der Motor starb noch 2 Mal ab bevor wir die Insel erreichten. Jedes Mal bekamen wir die volle Ladung ab.

Noch mal Glück gehabt

Am Strand angelangt, packte ich dann erstmal alles aus und wie durch ein Wunder hatte der (relativ dicke) Rucksack das Salzwasser abgehalten, obwohl er von außen klatschnass war. Ich legte alles zum trocknen in die Sonne und wir zogen los, um zu fotografieren. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie erleichtert ich war, dass ich die Versicherung nicht würde in Anspruch nehmen müssen.

Weißschwanz-Tropikvögel

Weißschwanz-Tropikvogel-Junges

Nun, ich wollte Euch ja eigentlich etwas über Kamera Versicherungen erzählen und nicht schon wieder Reisegeschichten zum Besten geben ;-) –

Fazit und Empfehlung

Also: lange Rede, kurzer Sinn. Ich lebe einfach ruhiger, weil ich weiß, dass im Falle eines Falles zumindest der finanzielle Schaden sich in Grenzen hält. Seit drei oder vier Jahren habe ich mein Equipment nun versichert und habe es bisher nicht bereut.

Spannend wird der ganze Versicherungskram ja erst, wenn es zum Schaden kommt. Aber da muss ich sagen, war ich positiv überrascht. Der erste Schaden wurde nun super professionell, schnell und unkompliziert abgewickelt, wie das sein würde, wusste ich ja vorher nicht, daher habe ich zu dem Thema auch bisher nichts geschrieben. Versichern können viele und ich hatte auch schon eine Haftpflichtversicherung, die nach dem ersten Schaden den Vertrag gekündigt hat.

Nun wollt ihr wahrscheinlich wissen, bei welcher Versicherung ich bin. Nun, so viele gibt es nicht und ich möchte an dieser Stelle sagen, dass es die einzige Kamera-Versicherung ist, die ich aus Erfahrung kenne und ich dort nur einfacher, zahlender Kunde bin und nichts dafür bekomme, dass ich sie empfehle.

Es handelt sich um die Foto-Assekuranz bei der Pergande und Pöthe GmbH

Hier mal kurz die Eckdaten von deren Webseite (Zitat):

  • weltweiter Versicherungsschutz
  • Versicherungsschutz gegen alle unvorhersehbaren Gefahren
  • Schutz während des Gebrauchs, beim Transport und der Aufbewahrung
  • Versicherungsschutz gegen Verschrammen und Verkratzen von Linsen
  • Automatische Vorsorge für Neuanschaffungen bis EUR 3.000,00
  • Bis zu einem Gesamtbetrag von EUR 300,00 besteht automatisch beitragsfreier Versicherungsschutz auch für nicht im Antrag genanntes fotografisches Zubehör

Das Ganze kostet 2,75% des Neuwertes bei einer Selbstbeteiligung von EUR 50,00 je Schadenfall oder 2% des Neuwertes bei einer Selbstbeteiligung von EUR 250,00.
Ich habe erste Variante gewählt, bei einem Wert Eures versicherten Equipments (ihr müsst ja nicht alles versichern) von z.B. 2.000€ sind das dann also z.B. 55,-€ im Jahr.
Da muss ich sagen, das ist es mir wert.

So, nun wüsche ich Euch dass ihr mit oder ohne Versicherung nie in die Gelegenheit kommt eine einsetzen zu müssen oder hätten zu können – in diesem Sinne alles gute und bis zum nächsten Mal,

Euer Gunther

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45 Kommentare bisher


  1. Autopilot15 22. Oktober 2016, 07:55   »

    Ist ja schön zu wissen, dass die Versicherung auch bei Eigenverschulden zahlt. Ich nehme an dabei wird dann immer ein Anteil an der Reparatur oder vom Kaufpreis erstattet? Weil wenn mir die Kamera beim Ballonfahren aus dem Heissluftballon fällt, wird ja nicht mehr viel übrig bleiben. Welche Leistungen umfasst die Versicherung denn generell? Würde mich über ein paar Infos freuen, weil ich selbst interessiert bin! Danke!

    • gwegner 25. Oktober 2016, 07:06   »

      Bitte frage bei der Versicherung direkt nach.

  2. Michael 26. Juli 2016, 21:38   »

    Ich würde auch gerne mein Equipment versichern lassen (und das eigentlich schon lange) aber bin davon nicht richtig überzeugt. Auf den Versicherungs-Webseiten liest sich vieles nach dem Motto “zu schön und wahr zu sein” an (wie bei anderen Themen ja auch) und ein Bekanntheitsgrad ist bestimmt ein Faktor. Vielleicht nicht der wichtigste Faktor aber er fließt bestimmt mit ein. Ich habe auch schon vermehrt gelesen, dass eine Foto-Versicherung bei einem Versicherungsfall schnell zahlt. Das liest sich ebenfalls ein wenig zu gut an, denn die Realität ist doch meist anders. Also auf gut Deutsch, egal wo du was als Bürger zu zahlen hast, muss das sofort sein aber wenn du als Bürger von irgend jemanden Geld bekommst (jetzt nicht nur Versicherungen) dauert das eigentlich viel länger. Die Welt tickt halt ein wenig falsch, warum sollte es bei einer Foto-Versicherung besser laufen, als wo anders? Es gibt ja auch die andere Seite (Versicherungsbetrug) und so wie ich wenig vertrauen habe, haben Versicherungen auch nicht gleich das TOP-Vertrauen. Die machen ja auch ihre Erfahrungen. Vielleicht ist eine Versicherung bereitwilliger zu zahlen, wenn die Kassen gut gefüllt sind und die Versicherungssumme ist auch so ein Thema. Ein 300 Euro schaden wird sicherlich ohne wenn und aber bewilligt aber ein 10000 Euro Objektiv, dass in den Fluss fällt… vielleicht ja, wenn ich 20 Jahre schon bei der Versicherung bin und meine Beiträge gezahlt habe. Selbst habe ich aber in meinem Leben noch nie eine Versicherung (Hausrat, Haftpflicht etc.) in Anspruch genommen und habe hier keine Erfahrung. Ich beobachte nur die Welt und mein Gefühl sagt mir halt eher, dass eine Foto-Versicherung etwas Russisches Roulette ist. Aber dieses Spiel könnte man ja trotzdem ausprobieren, bevor man bei einem Fotounfall gar nichts hat. Es gibt halt drei Möglichkeiten. Hast du keine Versicherung und dir fällt was teures in den Fluss, ärgert man sich zum einem wegen dem Schaden und zum anderen, weil man doch keine Versicherung hat. Hat man eine Versicherung und sie zahlt nicht, ärgert man sich noch mehr. Die letzte Möglichkeit… die Versicherung zahlt und du freust dich. Nichts ist Perfekt aber ich wünsche allen mal, dass nichts passiert, nichts geklaut wird und wir unser Hobby nachgehen können. Ob nun mit oder ohne Versicherung. Vielleicht habe ich ja eines Tages doch eine Foto-Versicherung denn mich stört eigentlich immer mehr das Thema Diebstahl und Raub. Schade das es so ist. Gruß Michael

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